Judith Rakers im Interview: „Ich hatte diesen Traum von mehr Natur in meinem Leben“

Foto: Sebastian Fuchs

Das eigene Gemüse anzubauen und dann zu essen, ist ein ganz besonderes Gefühl. Homefarming ist nicht erst seit Corona voll im Trend. Was man zum Thema Selbstversorgung alles wissen sollte und worauf man bei den Plänen für eigenes Obst und Gemüse achten muss, darüber sprechen wir mit Judith Rakers in dieser Folge des Utopia-Podcasts.

Ob auf Balkonien, im eigenen Schrebergarten, auf der Terrasse oder im eigenen Garten – immer mehr Menschen möchten ihr Obst und Gemüse selbst anbauen. Ob man für Homefarming und Selbstversorgung einen grünen Daumen braucht, wie man auch als Anfänger:in einsteigen und trotzdem etwas ernten kann, und was man dabei von der Natur lernt, darüber unterhalten wir uns mit Tagesschau-Sprecherin, Talkshow-Moderatorin und Reisereporterin Judith Rakers in der Folge des Utopia-Podcasts.

Zum Abschluss beantworten wir noch die Frage der Woche: Wie ernähre ich mich am besten saisonal?

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Auszug aus dem Gespräch mit Judith Rakers:

Utopia.de: Dem einen oder anderen sagt Homefarming bestimmt etwas, aber können Sie all denjenigen, die nicht ganz genau wissen was dahintersteckt, kurz erklären, worum es dabei eigentlich geht?

Judith Rakers: Ja, das ist ein Begriff, den ich für mein Buch geprägt habe. Ich habe mir überlegt, wie kriege ich die Themen Gemüseanbau und Hühnerhaltung in ein Schlagwort. Dann habe ich mich für Homefarming entschieden, weil das das glaub ich ziemlich deutlich macht. Ich habe hier zwar nur ein Haus mit großem Garten, aber ich nenne es liebevoll meine kleine Farm. Ich habe immer so zwischen neun und 15 Hühner hinten im Garten – je nach Habichtangriff – und ich baue mein eigenes Gemüse an. Damit bin ich im Sommer tatsächlich dann Selbstversorger:in.

 Können Sie uns vielleicht erzählen, wie Sie überhaupt zum Homefarming gekommen sind?

Das war bei mir tatsächlich so ein bisschen wie die Jungfrau zum Kinde kam. Man muss dazu sagen, ich bin in Bad Lippspringe, Paderborn relativ ländlich aufgewachsen und hatte da eine sehr schöne Kindheit inmitten der Natur. Mit Pferden, Hund und Katze, und einem großen Garten. Ich fand das irgendwie auch ganz schön, aber ich wollte vor allen Dingen eins, und das war weg, in die große Stadt. Ich wollte in einer Metropole leben und habe das wirklich genossen.

Ich habe in Münster studiert und hab dann in Hamburg gewohnt, wirklich mittendrin. Ich fand das toll so urban zu leben mit Cafés ums Eck, alles so fußläufig. Und dann irgendwann kam dieses Gefühl. So mit Ende 30 ging das los, dass ich eigentlich anders leben möchte. Ich habe mein ganzes Leben lang immer Urlaub in der Natur gemacht. Das habe ich sehr, sehr, sehr genossen, wenn ich meinen Urlaub auf der Reitanlage verbracht habe oder campen war oder in Schweden mit dem Zelt unterwegs war.

Irgendwann habe ich mich gefragt, warum mache ich das eigentlich nur im Urlaub. Warum gönne ich mir das nicht, dass das Teil meines Lebens wird. Und dann habe ich wirklich diese relativ folgenschwere Entscheidung getroffen, aus der Stadt rauszuziehen. In ein Haus, nicht nur am Stadtrand, sondern wir sind hier wirklich alle – also auch meine Nachbarn und ich – wir sind Selbstversorger. Wir sind noch nicht mal angeschlossen an das öffentliche Stromnetz und wir haben keine Abwasserversorgung. Ich bin hier wirklich in Middle of nowhere.

Ich habe einen riesigen Garten und habe dann einfach angefangen. Ich hatte diesen Traum von mehr Natur in meinem Leben und ich hatte ja auch diesen Traum, mein Gemüse selbst anzubauen. Wobei man auch sagen muss, ich kann noch nicht mal kochen. Ich bin mit Tiefkühlgerichten bei meinem alleinerziehenden Vater aufgewachsen, aber ich hatte diesen Traum von mehr Natur, und den hab ich mir dann einfach verwirklicht.

Ich hab dann angefangen ganz viel zu lesen, habe mir Bücher gekauft, habe im Internet recherchiert, war in Foren unterwegs und habe dann angefangen das erste Gemüse zu pflanzen. Ich habe relativ schnell gemerkt wow, obwohl mir das Basilikum aus dem Supermarkt immer eingeht, mit dem Gemüseanbau klappt das irgendwie und das ist gar nicht so schwer. Obwohl ich wirklich ein Vollhonk in Sachen Garten und Gemüseanbau war. Jetzt bin ich seit drei Jahren ganz fleißige Homefarmer:in und habe es eben auch geschafft in kürzester Zeit unabhängig zu werden von Supermärkten und Biomärkten. Ich habe jetzt mein eigenes Zeug im Garten.

Das Buch Home Farming von Judith Rakers ist unter anderem erhältlich bei Buch7, Thalia oder Amazon

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