Hochbeet bepflanzen: Diese 8 Gemüsesorten eignen sich besonders

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Wenn du dein Hochbeet bepflanzt, gibt es einiges zu berücksichtigen. Wir zeigen dir, welche Pflanzen sich für Hochbeete eignen und wie du den Platz möglichst effektiv nutzt.

Mit alten Fenstern kannst du einfach einen Frühbeetaufsatz für dein Hochbeet bauen.
Mit alten Fenstern kannst du einfach einen Frühbeetaufsatz für dein Hochbeet bauen. (Foto: Maria Hohenthal/ Utopia.de)

Nachdem du dein Hochbeet aufgebaut und befüllt hast, kannst du es bepflanzen. Dabei solltest du einiges beachten, damit die Ernte ertragreich wird.

Ein Hochbeet ist deutlich wärmer und nährstoffreicher als vergleichbare Beete am Boden. Das liegt nicht nur an der größeren Distanz zum Erdreich, sondern vor allem am Verrottungsprozess im Inneren des Hochbeets, der durch die unterschiedlichen Schichten bedingt ist.

Dadurch gedeihen wärmeliebende Pflanzen mit einem hohen Nährstoffbedarf besonders gut. Wir zeigen dir worauf du achten solltest, wenn du dein Hochbeet bepflanzt.

Tipp: Durch den Wärmevorteil kannst du schon Ende März, spätestens im April beginnen, dein Gemüse zu ziehen. Um die jungen Pflanzen vor kalten Lufttemperaturen zu schützen, kannst du sie über Nacht mit einem dünnen Fließ abdecken. Alternativ kannst du auch deinen eigenen Frühbeetaufsatz bauen, zum Beispiel aus alten Fenstern. Die Abdeckung hält deine Pflanzen warm und schützt sie zusätzlich vor Schädlingen.

Hochbeet bepflanzen: Mit dieses Gemüsesorten klappt’s

Starkzehrer wie die Zucchini eignen sich besonders für dein Hochbeet im ersten Jahr.
Starkzehrer wie die Zucchini eignen sich besonders für dein Hochbeet im ersten Jahr. (Foto: CC0 / Pixabay / MonikaP)

Aufgrund des hohen Nährstoffgehalts solltest du im ersten Jahr überwiegend Starkzehrer anbauen. So verhinderst du, dass es zu einer Nitratanreicherung kommt.

Diese acht Pflanzen gehören zu den Starkzehrern und eignen sich besonders gut für die Erstbepflanzung deines Hochbeets:

  • Paprika: Die mediterrane Pflanze benötigt viel Wärme und Licht. Außerdem sollte dein Hochbeet einen windgeschützten Standort haben. Paprika pflanzt du am besten nordseitig in deinem Gemüsebeet, damit ihre Blätter anderen Pflanzen nicht die Sonne nehmen.
  • Zucchini: Das Sommergemüse profitiert ebenfalls vom Kompostiereffekt. Zucchini mögen es warm, sowie regen- und windgeschützt. Da die Blätter viel Platz einnehmen, achte darauf genügend Abstand zwischen den Gemüsepflanzen einzuhalten.
  • Kohl: Das Wintergemüse braucht sehr viel Nährstoffe, deswegen ist es wichtig, dass du mindestens drei  Jahre wartest, bevor du erneut Kohl anbaust. Außerdem sind Kohlköpfe besonders anfällig für Schädlinge. Neben der richtigen Mischkultur mit beispielsweise Tomaten, kannst du Kohl auch mit einem feinen Netz abdecken, um ihn vor Schädlingen zu schützen. Alternativ eignet sich auch Rosenkohl für den Anbau im Hochbeet.
  • Kürbis: Vor allem Hokkaido-Kürbis eignet sich besonders gut. Allerdings solltest du die Pflanzen am Rand deines Beets setzen. So kann der Kürbis seitlich aus dem Beet wachsen und nimmt den anderen Pflanzen kaum Platz weg. Bringe am besten eine zusätzliche Kletterhilfe an, wie zum Beispiel eine alte Leiter.
  • Tomaten: Da Tomaten bekanntlich sehr regenempfindlich sind, ist die Wahl der Sorte entscheidend. Greife am besten zu Wildtomaten oder Buschtomaten. Sie sind deutlich robuster. Auch bei Tomaten empfiehlt sich ein nordseitiger Platz, um den übrigen Pflanzen in deinem Beet nicht das Licht zu nehmen.
  • Aubergine: Die einjährige Gemüsepflanze braucht zwar viel Nährstoffe, ist ansonsten aber recht pflegeleicht. Du solltest ihr lediglich einen Stützstab zur Verfügung stellen, damit sie nicht durch das Gewicht ihrer Früchte umknickt. Alternativ kannst du auch zu Sorten mit kleineren Früchten greifen.
  • Gurken: Sie profitieren nicht nur von der Wärme des Hochbeets, sondern auch von der Höhe. Pflanze Gurken am Rand deines Beets, so können die Triebe nach außen ranken und sind weniger anfällig für Gurkenschimmel.
  • Lauch: Porree gehört ebenfalls zu den Starkzehrern, ist aber ansonsten recht genügsam. Er stellt weder große Ansprüche an das Klima, noch an den Platz. Du solltest Lauch unbedingt tief genug pflanzen, damit die Stangen stark werden.

 

Hochbeet bepflanzen: Effektive Platznutzung

Kohlrabi eignet sich besonders gut als Lückenfüller.
Kohlrabi eignet sich besonders gut als Lückenfüller. (Foto: CC0 / Pixabay / ramszei)

Durch den hohen Nährstoffgehalt des Hochbeets, kannst du es dichter bepflanzen als übliche Beete. Gerade im Frühling, wenn die Blätter der restlichen Pflanzen ihre volle Größe noch nicht erreicht haben, kannst du die Lücken mit anderem Gemüse füllen.

Dafür nutzt du am besten Gemüse, das wenig Platz benötigt und/oder schnell reift. Die meisten dieser Pflanzen gehören zu den Mittel- oder Schwachzehrern. Im ersten Jahr ist es wichtig, dass die Starkzehrer in deinem Beet überwiegen um einen ausgeglichenen Nährstoffgehalt zu garantieren.

Vereinzelt kannst du die Lücken aber mit den folgenden Pflanzen füllen:

  • Kohlrabi: Die frühe Kohlsorte eignet sich besonders gut als Lückenfüller. Je nach Wetter, kannst du Kohlrabi bereits nach zwei Monaten ernten.
  • Zwiebel: Mithilfe von Steckzwiebeln gelingt auch Anfängern, Zwiebeln anzupflanzen. Zwiebeln brauchen kaum Pflege und sind sehr genügsam. Du kannst sie auch vorzeitig als Frühlingszwiebel ernten, sollte sich der Platz doch als zu gering herausstellen.
  • Karotte: Das beliebte Wurzelgemüse braucht einen gut aufgelockerten Boden und viel Licht. Säe die Samen in etwa 3 Zentimeter tiefe Rillen im Abstand von 20 Zentimetern. Dabei braucht die Karotte etwa 4 Wochen um zu keimen. Zwischen die Karotten kannst du zusätzlich Radieschen pflanzen, sie wachsen deutlich schneller.
  • Rote Bete: Die Knollen benötigen zwar wenig Platz, jedoch solltest du auch die Blätter berücksichtigen. Das Rübengemüse ist robust und wird kaum von Schädlingen befallen.

Tipp: Auch Hängeerdbeeren oder Kapuzinerkresse eignen sich für den Rand deines Hochbeets.

Wie du dein Hochbeet nach dem ersten Jahr bepflanzt

Karotten gehören zu den Mittelzehrern.
Karotten gehören zu den Mittelzehrern. (Foto: CC0 / Pixabay / markusspiske)

Im Herbst nach der Ernte kannst du die restlichen Pflanzenteile in die Erde einarbeiten. Sie geben dem Boden wertvolle Nährstoffe zurück. Zusätzlich kannst du das Beet mit Gründünger aufbessern. Dafür eignen sich unter anderem:

  • Lupine
  • Gelbsenf
  • Phacelia
  • Perserklee

Diese Pflanzen geben dem ausgelaugten Boden wieder Nährstoffe, vor allem Stickstoff zurück. Ist die Erde in deinem Beet abgesunken, lockerst du die vorhandenen Erde auf und mischt sie mit frischer Gartenerde. Um dein Hochbeet zu düngen, kannst du Kompost oder Hornspäne beimengen.

Über den Winter kannst du dein Beet mit Laub abdecken, das bringt der Erde zusätzliche Nährstoffe.

Die optimale Bepflanzung für dein Hochbeet

Im dritten Jahr kannst du überwiegend Salat anbauen.
Im dritten Jahr kannst du überwiegend Salat anbauen. (Foto: CC0 / Pixabay / markusspiske)

Damit dein Hochbeet dir langfristig Freude bereitet, solltest du dich an die Fruchtfolge halten.

  • 1. Jahr: Pflanze überwiegend Starkzehrer, wie die Gemüsesorten, die wir dir vorgestellt haben. Vereinzelt kannst du auch Mittelzehrer pflanzen.
  • 2. Jahr: Nachdem das Gemüse aus dem ersten Jahr dem Beet viele Nährstoffe entzogen hat, solltest du hauptsächlich Mittelzehrer wie Karotten, Zwiebel oder Fenchel anbauen. Du kannst mitunter auch Starkzehrer pflanzen, dabei solltest du dich aber auf maximal drei Sorten beschränken.
  • 3. Jahr: Jetzt ist die Zeit für Schwachzehrer gekommen. Vereinzelt kannst du auch noch Mittelzehrer anpflanzen, auf Starkzehrer solltest du gänzlich verzichten. Zu den Schwachzehrern gehören:
  • 4. Jahr: In diesem Jahr solltest du ausschließlich Pflanzen zur Gründüngung setzen, damit sich die Erde wieder erholen kann. Im Herbst kannst du die Erde zusätzlich mit Kompost anreichern.
  • 5. Jahr: Nachdem dein Beet sich im vierten Jahr erholen konnte, kannst du jetzt wieder von vorne beginnen.

Mischkultur im Hochbeet gegen Schädlinge

Durch Mischkulturen werden Schädlinge ferngehalten.
Durch Mischkulturen werden Schädlinge ferngehalten. (Foto: CC0 / Pixabay / Reginal)

Durch sinnvolle Mischkultur schützen sich Pflanzen gegenseitig, so kannst du auf chemische Pflanzenschutzmittel verzichten. Pestizide haben weder im Garten noch in unserem Essen etwas verloren.

Diese Pflanzengemeinschaften ergänzen sich optimal:

  • Karotte und Zwiebel
  • Zucchini und Zwiebel
  • Aubergine und Kohl
  • Knoblauch mit Erdbeeren oder Karotten
  • Kohlgewächse mit Tomaten,
  • Paprika mit Tomaten, Gurken, Kohl oder Möhren
  • Rote Beete mit Zwiebel, Kohl, Zucchini oder Knoblauch

Wie bei uns Menschen, gibt es aber auch schlechte Nachbarn unter den Pflanzen. Diese Pflanzenkombinationen solltest du möglichst meiden:

Natürlicher Schutz gegen Schädlinge und Krankheiten

Auch im Hochbeet können Schnecken zum Problem werden.
Auch im Hochbeet können Schnecken zum Problem werden. (Foto: CC0 / Pixabay / Alexas_Fotos)

Frische Kräuter sind nicht nur in der Küche beliebt. Auch im Garten sind sie äußerst nützlich und dürfen auch in deinem Hochbeet auf keinen Fall fehlen. Vor allem weil sie als natürlicher Schutz vor Schädlingen und Erkrankungen fungieren:

  • Kerbel vertreibt Ameisen, Schnecken, Läuse und Mehltau.
  • Petersilie neben Erdbeeren hält Schnecken fern.
  • Basilikum neben Gurken oder Zucchini hilft gegen Mehltau.

Im Vergleich zu Beeten am Boden, sind Hochbeete schon sehr sicher vor Schnecken. Doch auch wenn sie länger brauchen, Schnecken finden ihren Weg zu frischem Gemüse. Mit einem Kupferband um das Hochbeet kannst du Schnecken natürlich loswerden.

Neben den Schädlingen ist auch die Bewässerung häufig ein Problem in Hochbeeten. Das Wasser sickert schnell durch das Innere des Hochbeets und zurück bleibt ein trockenes Beet. Um Wasser zu sparen, erweist es sich als sinnvoll das Hochbeet mit Grünschnitt zu mulchen. Die Pflanzenreste halten die Erde feucht und schützen dein Gemüse vor dem Austrocknen.

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(1) Kommentar

  1. Prima ! Und irgendwie schmeckt Selbstgezogenes einfach besser. Es ist zudem ratsam, einen „Wasserdieb“ in das Regenabfallrohr einzubauen, der bei Starkregenereignissen das Wasser in einen Tank leitet. Aber vorsichtig: sollte das Gewicht des gefüllten Behälters (z.B. 100 Liter = 100 kg) damit das Gewicht eines gesunden Erwachsenen deutlich überschreiten, kann er nur am Boden überall stehen.

    Auf einem Dach sucht man sich eine Stelle, wo unterseits eine Mauer kreuzt. Dann sind auch 500 kg kein statisches Problem. Zudem ist Regenwasser weich und eignet sich daher besonders für das Gießen Deiner Hochbeete !
    Gruß von der Westküste !

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