7 Selbstversorger-Tipps, die jeder umsetzen kann

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Foto: © marino / Fotolia.com, Pixabay / CCO Public Domain

Wer sein eigenes Obst und Gemüse anbauen will, muss nicht auf dem Land leben – diese Tipps für Selbstversorgung klappen auch in der Stadt und teilweise sogar ohne Balkon. Außerdem zeigen wir, womit du dich neben Lebensmitteln noch selber versorgen kannst.

Selbstversorgung macht Spaß, man lernt viel dazu und der selbst gepflanzte Salat oder die mühevoll gewässerten Tomaten schmecken bekanntlich einfach besser – bestimmt auch, weil die eigene Arbeit drinsteckt. Du musst ja nicht gleich zum kompletten Selbstversorger werden, auch wer ein wenig selber macht, gewinnt ein kleines Stückchen Unabhängigkeit.

1. Obst und Gemüse anbauen

Radieschen aussähen, Erdbeeren einsetzen, Salat ziehen oder Tomaten pflanzen – vieles wächst auch auf dem Balkon: in Töpfen, Kübeln und Kästen. Wer mit der Selbstversorgung klein anfangen will, kann es zuerst mit einem Kräutergarten auf dem Balkon probieren. Schau in unserer Bildergalerie, wie du eigenes Gemüse auch ohne Garten anbaust. Aber auch drinnen kannst du mit einem Kräuterregal fürs Fensterbrett oder die Wand essbares Grün in deine eigenen vier Wände holen und die Selbstversorgung starten.

Du brauchst mehr Platz als der heimische Balkon bietet oder hast keinen Balkon? Es gibt viele Möglichkeiten, Selbstversorger zu werden und dein eigenes Obst und Gemüse anzubauen: Urbane Gemeinschaftsgärten, geteilte Gärten oder solidarische Landwirtschaft sind nur drei Wege, wie du auch ohne Garten frisches Gemüse ernten kannst.

Urban Gardening: Garten teilen, Selbstversorgung
Tomaten anpflanzen – geht auch auf dem Balkon (Foto: CC0 Public Domain / Unsplash.com - Elaine Casap)

Wohin mit der ganzen Ernte? Dieses „Problem“ kennen viele, die in größerem Stil selbst anbauen. Aus Erdbeeren kannst du etwa Marmelade machen, Äpfel lassen sich gut über längere Zeit einlagern –  und deine Freunde freuen sich sicher über selbst angebautes Obst und Gemüse.

2. Selbstversorgung: Sprossen ziehen

Wer keinen Garten oder Balkon hat, kann trotzdem die Selbstversorgung starten – zum Beispiel mit selbstgezogenen Sprossen. Knackige Sprossen aus Alfalfa, Linsen, Radieschen oder Mungobohnen sind hochwertige vitamin- und mineralstoffreiche Lebensmittel. Besonders im Winter mit wenig saisonalem Obst und Gemüse bereichern Sprossen unseren Speiseplan. Lies nach, wie einfach Sprossen ziehen ist und wie die Selbstversorgung damit gelingt.

Sprossen ziehen: so einfach gelingt es zu Hause, Selbstversorgung
So gesund: Sprossen (Foto: Utopia/vs)

Übrigens: Noch einfacher ist es, Kresse selbst zu ziehen. Alles, was du dafür brauchst ist eine Tüte Bio-Kressesamen, eine flache Schale, etwas Watte und täglich Wasser. Lege die Schale dünn mit der Watte aus, befeuchte sie und streue die Kressesamen darauf. Vergiss nicht, die Schale täglich zu befeuchten. Nach ungefähr fünf bis sieben Tagen kannst du frische Kresse ernten. Schmeckt super im Salat oder auf dem Brot!

3. Selbstversorgung: Lebensmittel haltbar machen

Zur Selbstversorgung gehört auch das Wissen, wie man Lebensmittel konserviert – es ist gar nicht so schwer. Früher gehörte Fermentieren, Einkochen, Einlegen oder Trocknen zum Küchenwissen dazu. Zum Glück eigenen sich heute viele Menschen diese Wissen wieder an.

Hier ein Überblick:

  • Einkochen: Eignet sich vor allem für frisches Obst und Gemüse und ist eine einfache Möglichkeit, Saisonales lange haltbar zu machen.
  • Einlegen: Hier werden Lebensmittel in Flüssigkeit konserviert, durch Essig, Öl oder Alkohol. Klappt gut mit den meisten Früchten, Kräutern und Gemüsearten.
  • Trocknen: Eine der ältesten und einfachsten Methoden, Lebensmittel zu konservieren. Vor allem gut für Obst, Gemüse, Kräuter, Kerne, Nüsse, Fisch und Fleisch.
  • Fermentieren: ist die Umwandlung von Stoffen durch Bakterien, Pilze oder Enzyme. Dabei entstehen Gase, Alkohol und Säuren, die dafür sorgen, dass Lebensmittel haltbar werden.
Fermentieren Lebensmittel länger haltbar machen, Selbstversorgung
Aus Kohl wird Sauerkraut, durch Fermentation (Foto: Pixabay, CC0 Public Domain)

Lies mehr zu den ersten drei Methoden der Selbstversorgung in unserem Artikel: „Lebensmittel konservieren: 3 einfache Methoden“.

4. Brot selber backen

Selbstversorgung muss sich nicht auf Obst und Gemüse beschränken – versorge dich doch zum Beispiel auch mit selbst gebackenen Brötchen und Brot. Wir haben ein einfaches Rezept für dich, empfehlen aber, es auch mal mit Sauerteig zu probieren.

Denn: Backen mit Sauerteig ist eine alte Kunst des natürlichen Backens: ohne Hefe und ohne künstliche Zusätze oder Emulgatoren. Der Sauerteig ist die Basis für das Brot und muss zunächst angesetzt werden – alternativ kannst du Sauerteig-Ansätze im Internet bestellen oder frage im Freundes- und Bekanntenkreis herum, ob jemand Ansatz abgeben würde.

Ein Laib Brot
Brot selber backen: Probier es mal mit Sauerteig! (Foto: © Pixabay / Domas)

Wer tiefer in das Thema einsteigen will, dem empfehlen wir das Buch „Sauerteig – das unbekannte Wesen“ von Martin Pöt Stoldt. Zu kaufen bei deinem lokalen Buchhändler oder **online zum Beispiel bei Booklooker, Buch7 und Amazon.

5. Selbstversorgung: Waschmittel herstellen

Jetzt versorgst du dich schon mit Obst, Gemüse, Sprossen und Brot selbst – wie wäre es, dein Waschmittel selber herzustellen? Zwei Methoden, die wir ausprobiert haben, sind Waschen mit Efeu und Waschen mit Kastanien. Doch was machen Efeu und Kastanien zu einem optimalen Waschmittelersatz für die Selbstversorgung? In beiden sind Saponine enthalten (lat. sapo = Seife), diese waschaktiven Substanzen reinigen die Wäsche.

Efeu enthält zwar weniger Saponine als Kastanien, ist aber im Gegensatz zur Herbstfrucht Kastanie ganzjährig in der Natur zu finden. Wer ein weiteres Rezept ausprobieren will, der kann Waschmittel auch aus Seife und Soda selber machen. Dazu benötigst du Kernseife, Gallseife, Waschsoda, Zitronensäure, ätherisches Öl und Wasser. Eine detaillierte Anleitung haben wir in unserem Artikel „DIY: Waschmittel selber machen“ zusammengestellt.

Waschmittel selber machen aus Efeu
Sammle Efeu und mache damit Waschmittel (Foto: Utopia/vs)

6. Öffentliches Obst retten

Auch eine Möglichkeit der Selbstversorgung: Nutze die öffentlichen Obstbäume in deiner Umgebung und pflücke dir dort die Äpfel, Birnen oder Kirschen für den nächsten Kuchen. Somit rettest du nicht nur wertvolles Obst vor der Verrottung, sondern versorgst dich selbst.

Auf der Karte von Mundraub kannst du Obstbäume, Obststräucher, Nüsse und Kräuter finden und auch selbst in der Karte verzeichnen.

Die Organisation Mundraub kümmert sich seit 2009 um Obstbäume in Deutschland und pflanzt neue, ihre Vision: Mehr essbare Stadtlandschaften. Zudem organisiert Mundraub Ernte-, Pflanz- und Pflegeaktionen und bietet geführte Entdeckertouren für Selbstversorger an.

7. Integriere Selbstversorgung in deinen Alltag

Du siehst: Selbstversorgung muss nicht heißen, dass du auf dem Land lebst und nur noch Zeit mit Gärtnern verbringst. Mit vielen kleinen Schritten kannst du Selbstversorgung in deinen Alltag integrieren. Überlege daher beim Einkauf: Brauche ich das wirklich oder kann ich es nicht selber machen? Kresse etwa brauchst du nicht mehr kaufen und aus Kürbissen und Zucchini aus eigenem Anbau kannst du leckere vegane Brotaufstriche machen.

Lies weiter: Das Thema Selbstversorgung ist so vielfältig, auf dem Buchmarkt findest du zahlreiche Lektüre dazu. Passende Bücher wie den GU-Ratgeber „Selbstversorgt – Das Startprogramm für Einsteiger“ (von Silke Kluth) gibt es beim Buchhändler deines Vertrauens oder **online zum Beispiel bei Buch7, Booklooker und Amazon.

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(4) Kommentare

  1. WunderbareTexte, die Wissen erweitern und KonsumZwang verringern !
    Ich bin dankbar diese seite über den pro vegan Newsletter kennengelernt zu haben.

  2. Mit dem Verzehr von öffentlichem Obst rettet man nicht Obst vor dem Verderb, sondern klaut es den Wildtieren. Wir haben im Garten 8 Obstbäume nur für die Wildtiere stehen. Die Bauern in Norddeutschland überdachen und decken ihre Bäume so mit Netzen zu, dass die Tiere kaum noch was zu fressen finden. Dazu der akurat gemähte Nachbarsgarten ohne Wildblumen für Bienen macht das Tiersterben perfekt.

  3. Ich finde nicht, daß man Mundraub mit dem Abmähen von Wildblumen gleich setzen kann. Was da auf öffentlichem Grund gepflückt wird, ist ja meist nur ein Bruchteil von dem, was liegen bleibt.
    Wichtig finde ich, daß die Bedutung solcher Streuobstwiesen ect. ins Bewußtsein gerückt wird. Wer da schon mal Obst gepflückt hat, hat evt. auch Interesse, sich an einer Streuobst-Patenschaft beim Bund Naturschutz zu beteiligen oder an ähnl. Projekten.
    Klar, so wie Du sagst mit Extra-Bäumen für Tiere ist natürlich ideal.
    Wir gehen da Kompromisse ein, ernsten vielleicht 25%, der Rest bleibt hängen bzw. später liegen für Vögel, Igel ect.

  4. Obst retten ist das eine, hier nimmt es aber leider oft solche Ausmaße an das Leute die sich das ganze Jahr um ihre Streuobstwiesen gekümmert haben zum Ernten hinkommen und feststellen müssen das andere Leute schneller waren. Uns ist es passiert das wir von unseren 10 Apfelbäumen noch 1. Eimer Äpel ernten konnten. Das ist sehr ärgerlich. Also bitte erstmal genau erkundigen wem der Baum gehört und ob man sich was holen kann.

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