Sprossen ziehen: So gelingt es

Sprossen ziehen: so einfach gelingt es zu Hause
Foto: Utopia/vs

Knackige Sprossen aus Alfalfa, Linsen, Radieschen oder Mungobohnen sind hochwertige vitamin- und mineralstoffreiche Lebensmittel. Besonders im Winter mit wenig saisonalem Obst und Gemüse bereichern Sprossen unseren Speiseplan. Sprossen kannst du ganz einfach zu Hause selbst ziehen.

Licht, Luft und Wasser – mehr brauchen Sprossen nicht zum Gedeihen. Sprossen ziehen heißt: Ganzjährig frisches Grün in der Küche und auf dem Teller. Die gekeimten Sprossen überzeugen nicht nur durch die einfache Handhabung, sondern sie haben es ordentlich in sich: pflanzliches Eiweiß, Vitamine, Ballaststoffe und Mineralien machen sie besonders für die vegane Ernährung zu einem wertvollen Begleiter. Wir zeigen dir, wie einfach du Sprossen zu Hause ziehen kannst.

Sprossen ziehen: so einfach gelingt es zu Hause
Kaum zu glauben: Aus einem Esslöffel Samen wird später ein voller Teller Sprossen. (Foto: Utopia/vs)

Sprossen ziehen: bitte einweichen

Für die heimische Sprossenzucht brauchst du ein Keimglas und eine Sprossenmischung, beides gibt es zum Beispiel im Bio- oder Reformladen und auch in der Drogerie zu kaufen. Der Vorteil von speziellen Keimgläsern mit schräger Halterung: Überflüssiges Wasser kann abfließen und die Sprossen stehen nicht in Wasser.

Und so funktioniert das Projekt „Sprossen ziehen“: Gib einen Esslöffel Samen in ein Sieb und spüle sie unter Wasser ab. Fülle die Samen dann in das Keimglas und bedecke sie mit der doppelten Menge Wasser. Die Samen lässt du je nach Samenmischung zwischen einer und acht Stunden einweichen und gießt dann das Wasser ab. Eine genaue Angabe der Einweichzeit findest du in der Regel auf der Samenpackung.

Tipp: Nutze das Einweichwasser der Sprossen doch zum Blumengießen.

Sprossen ziehen: spülen und abwarten

Nach Ende der Einweichzeit sortierst du etwaige nicht gequollene Samen und leere Samenschalen heraus. Da diese nicht keimen würden, könnten sie in der feuchten Umgebung des Keimglases faulen – nicht lecker und ungesund.

Gib dann die gequollenen Samen zurück in das Keimglas und schraube den Siebeinsatz darauf. Stelle das Glas auf den Kopf und lehne es in der Schrägstellung auf einen Unterteller. Somit fließt überflüssiges Wasser ab und sammelt sich auf dem Teller.

Um die Sprossen zu ziehen, spülst du das Glas mit den Keimlingen zwei- bis dreimal täglich mit Wasser (siehe hier auch die Anleitung auf der Produktpackung) und stell es zum Abtropfen wieder auf den Unterteller. Dafür kannst du das Wasser einfach durch den löchrigen Deckel laufen lassen, dann im Glas ein paar Mal schwenken und wieder durch den geschlossenen Deckel abgießen.

Sprossen ziehen: so einfach gelingt es zu Hause
Spüle mindestens zweimal täglich, damit du später ein sicheres Lebensmittel erhältst. (Foto: Utopia/vs)

Sprossen ziehen: schnelle Ernte

Je nach Sorte kannst du auf diese Weise schon nach vier Tagen frische Keimlinge ernten und damit zum Beispiel deinen Salat anreichern oder das Frühstücksbrot bestreuen. Entweder nutzt du die Sprossen nach Ende der Keimzeit direkt in Salat oder auf dem Brot, du kannst sie aber noch bis zu zwei Tage lang im Kühlschrank aufbewahren. Verbrauche die Sprossen jedoch am besten so schnell wie möglich.

Das Keimglas kannst du übrigens komplett in der Spülmaschine reinigen – und dann von vorn beginnen und neue Sprossen ziehen.

Sprossen ziehen: darauf unbedingt achten

Der Verzehr von Sprossen aus eigener Zucht birgt ein gewisses Gesundheitsrisiko, denn feuchte Umgebung bei Zimmertemperatur ist ein perfekter Nährboden für Schimmelpilze. Achte daher beim Projekt „Sprossen ziehen“ unbedingt auf die folgenden Punkte:

  • Qualität: Verwende Bio-Samen und auch nur solche, die extra für die Sprossenzucht vorgesehen sind.
  • Nimm nicht zu viele Samen pro Zuchtzyklus: Ein bis zwei Esslöffel reichen aus.
  • Beim Sprossen ziehen sollte die Zimmertemperatur nicht unter 18 °C und nicht über 22 °C liegen.
  • Spüle die Sprossen mehrmals täglich mit Wasser, zum Beispiel in der Früh nach dem Aufstehen und dann, wenn du heimkommst.
  • Mach den Sinnestest: Riechen die Sprossen modrig? Sehen sie irgendwie komisch aus? Starte das Projekt „Sprossen ziehen“ lieber von vorn, wenn du unsicher über die Qualität bist.
  • Hinweis: Die Faserwurzeln bilden manchmal einen kleinen weißen Flaum (vorallem bei Radieschen und Rettich) – verwechsle ihn nicht mit Schimmel.
  • Reinige das Keimglas nach jedem Keimzyklus und spüle es mit heißem Wasser aus oder stell es samt Deckel in den Geschirrspüler.
Sprossen ziehen: so einfach gelingt es zu Hause
Die schräge Stellung des Keimglases ermöglicht das Abfließen von überschüssigem Wasser. (Foto: Utopia/vs)

Sprossen ziehen: erst blanchieren, dann genießen

Sprossen ziehen ist wirklich nicht schwer und wer diese Regeln bei der heimischen Sprossenzucht beachtet, der kann regelmäßig gesunde und frische Sprossen genießen. Risikogruppen wie Menschen mit geschwächtem Immunsystem, Kleinkinder, Senioren und Schwangere rät die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), Sprossen vorsichtshalber jedoch nicht roh, sondern nur nach dem Kochen oder Braten essen.

Das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LaVes) rät außerdem allen Verbrauchern, die Sprossen „unbedingt zu blanchieren“. Bei einigen Hülsenfrüchten entstehen während des Keimens nämlich gesundheitsschädliche Substanzen, „die gar nicht oder nur teilweise abgebaut werden können“, informiert das LaVes. Das Blanchieren mache diese Substanzen unschädlich.

Und so gelingt das Blanchieren: Lege die Sprossen in ein Sieb und tauche das Sieb für eine halbe Minute in einen Topf mit kochendem Wasser. Danach spülst du die Sprossen kalt ab.

Sprossen ziehen: so einfach gelingt es zu Hause
Bereit für den Verzehr sind die gekeimten Sprossen schon nach ungefähr vier Tagen. (Foto: Utopia/vs)

Sprossen ziehen: Keimglas selbst machen

Um Sprossen zu ziehen kannst du das Keimglas mit dem durchlöcherten Deckel entweder kaufen – oder du bastelst es selbst. Und so geht es: Schnapp dir ein leeres Schraubglas mit Plastikdeckel, in den du kleine Löcher bohrst. Schraubdeckel mit Metall kannst du auch nehmen, diese rosten jedoch schnell und das beeinträchtigt die Qualität der Sprossen.

Und was ist mit dem Klassiker Kresse? Anders als beim Vorhaben „Sprossen ziehen“ kannst du Kresse ohne Keimglas einfach auf Küchenpapier ziehen. Lege dafür zum Beispiel eine Auflaufform mit Küchenpapier aus, feuchte das Papier an und streue die feuchten Kressesamen darüber. Benetze das Ganze einmal täglich mit Wasser und sieh den kleinen braunen Kressesamen beim grünen Sprießen zu. Wie bei den Sprossen hast du somit bereits nach wenigen Tagen „grünen Nachwuchs“.

Tipp: Greife beim Küchenpapier am besten zu Recycling-Küchenpapier und achte auf den Blauen Umweltengel.

Sprossen ziehen: so einfach gelingt es zu Hause
Dieser Teller war einmal ein Esslöffel Samen. (Foto: Utopia/vs)

Welche Erfahrungen habt ihr mit Sprossen züchten gemacht?

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