Studie: FFP2-Masken schützen noch besser vor Omikron als vor Delta

FFP2-Masken schützen bei gutem Sitz fast vollständig.
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Das Max-Planck-Institut zeigt in einer aktuellen Studie, wie effektiv FFP2-Masken vor einer Corona-Infektion schützen. Gegen die Omikron-Variante sind die Masken sogar ein besserer Schutz als gegen Delta. Worauf es jedoch am meisten ankommt: die richtige Anwendung der Maske.

FFP2-Masken bieten einen extrem hohen Schutz vor einer Corona-Infektion – doch nur beim korrekten Sitz. Das geht aus einer Studie des Göttinger Max-Planck-Instituts für Dynamik und Selbstorganisation hervor. Die Forscher:innen ermittelten für zahlreiche Situationen das maximale Ansteckungsrisiko. Dabei berücksichtigten sie mehrere Faktoren, die in vergleichbaren Studien bisher nicht berücksichtigt wurden.

In der Erweiterung der Studie stellten die Wissenschaftler:innen fest, dass FFP2-Masken vor der Omikron-Variante sogar einen noch besseren Schutz darstellen als vor der Delta-Variante. Sitzen die Masken jedoch schlecht, steigt das Ansteckungsrisiko.

FFP2-Masken schützen fast vollständig – bei korrektem Sitz

Wenn sich ein infizierter und ein gesunder Mensch mit gut sitzenden FFP2-Masken in einem Innenraum auf kurzer Distanz begegnen, liegt die Ansteckungsgefahr auch nach 20 Minuten bei gut einem Promille (0,1 Prozent). Sitzen ihre Masken schlecht, liegt die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung bei vier Prozent.

Für einen korrekten Sitz einer FFP2-Maske gilt:

  • Mund und Nase müssen vollständig bedeckt sein.
  • An den Rändern sollte die Maske eng anliegen.
  • Der Nasenbügel sollte zu einem „abgerundeten W“ geformt werden, so dass er seitlich auf die Nasenflügel drückt.
  • Während des Tragens die Maske möglichst nicht verschieben.
  • Durchfeuchtete Masken austauschen.

Ob die FFP2-Maske ideal sitzt, kannst du ganz leicht selbst erkennen: Die Maske bläht sich beim Ausatmen auf, beim Einatmen zieht sie sich zusammen.

Gut sitzende medizinische Masken schützen weniger als FFP2-Masken, aber besser als ohne Mund-Nasen-Bedeckung.
Gut sitzende medizinische Masken schützen weniger als FFP2-Masken, aber besser als ohne Mund-Nasen-Bedeckung. (Foto: CC0 Public Domain / pixabay - coyot)

Tragen beide gut sitzende medizinische Masken, wird das Virus mit einer maximalen Wahrscheinlichkeit von zehn Prozent innerhalb von 20 Minuten übertragen.

Diese Einflussfaktoren haben die Forscher:innen berücksichtigt

Die Forscher:innen berechneten das Infektionsrisiko, indem sie diverse Faktoren wie etwa Partikelgrößen, Physik beim Ausatmen, diverse Maskentypen und Risiko des Einatmens von Coronaviren kombinierten. „Im täglichen Leben ist die tatsächliche Infektionswahrscheinlichkeit sicherlich zehn- bis hundertmal kleiner“, sagte Institutsdirektor Eberhard Bodenschatz. Denn die Luft, die an den Rändern aus der Maske strömt, werde verdünnt. Die Forscher:innen hätten das Risiko jedoch so konservativ wie möglich berechnen wollen. „Wenn unter diesen Bedingungen sogar das größte theoretische Risiko klein ist, ist man unter realen Bedingungen auf der ganz sicheren Seite“, sagt Bodenschatz.

Ohne Maske dem Virus schutzlos ausgeliefert

Ebenso schauten sich die Forscher:innen das Ansteckungsrisiko bei Menschen an, die keine Masken tragen. Das Team sei selber überrascht, wie hoch die Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus ist. „Wir hätten nicht gedacht, dass in mehreren Metern Entfernung die infektiöse Dosis so schnell aus dem Atem eines Virusträgers aufgenommen wird“, sagte Bodenschatz. Bei einer Entfernung von drei Metern dauert es weniger als fünf Minuten, bis sich ein gesunder, ungeimpfter Mensch mit einer fast 100 prozentigen Wahrscheinlichkeit infiziert, der in der Atemluft eines Infizierten steht.

Klare Empfehlung der Wissenschafter:innen zum Tragen einer Maske

Die Ergebnisse der Forscher:innen zeigen, dass FFP2-Masken im Vergleich zu OP-Masken 75-mal besseren Schutz bieten, der Sitz entscheidend ist und jegliche Maske das Ansteckungsrisiko reduziert im Gegensatz zu einer Situation ohne Mund-Nasen-Bedeckung. Daher betonen die Wissenschfter:innen: „Deshalb ist es so wichtig, dass die Menschen während der Pandemie eine Maske tragen. Unsere Ergebnisse zeigen noch einmal, dass das Maske-Tragen an Schulen und auch generell eine gute Idee ist“. Auch wenn Masken das Ansteckungsrisiko reduzieren, ist es dennoch wichtig, dass wir weiterhin Abstand halten, soziale Kontakte reduzieren, Hände waschen und uns wenn möglich impfen lassen.

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