Öko-Test Kakaopulver: beliebter Nestlé-Kakao fällt glatt durch

oekotest kakao
Fotos © Öko-Test

Kakaopulver sind bei Kindern beliebt und Öko-Test weiß auch warum: Der Großteil des Kakaopulvers besteht aus Zucker und nicht aus Kakao. So auch der Nestlé-Kakao Nesquick – an diesem hat Öko-Test aber noch mehr auszusetzen.

Kakao macht angeblich schlau, sorgt für einen höheren IQ und bessere Schulnoten. So werben Molkereien dafür, dass an vielen deutschen Schulen Kakao verkauft wird, kritisieren Verbraucherschützer wie foodwatch. Dabei besteht Kakaopulver überwiegend aus Zucker. Öko-Test kommt daher im Magazin 02/2019 zum Ergebnis, dass Kleinkinder nur selten Kakao trinken sollten.

„Wenn Hersteller auf der Verpackung mit den gesunden Auswirkungen von Milch werben, ist das einfach nur dreist. Milch ist zwar gesund – aber natürlich ohne das zuckrige Pulver“, so das Verbrauchermagazin. Öko-Test hat 13 Kakopulver getestet – von günstigen Eigenmarken bis hin zu etwas teureren Marken-Kakaos. Auch Bio-Kakopulver hat Öko-Test untersucht.

Öko-Test Kakao als PDF kaufen**

Kakaopulver bei Öko-Test: Bio-Kakao überzeugt

Bio-Kakaopulver schneidet insgesamt mit guten Noten ab. Dies liegt vor allem daran, dass sie mehr Kakao und weniger Zucker enthalten. Die Trinkschokolade Tiger Quick von Rapunzel enthält zum Beispiel 38 Prozent Kakao und damit doppelt so viel wie konventionelle Kakaopulver. Das günstigste Bio-Kakaopulver im Test stammt von Eco Finia (Vivani Cavi Quick), hat aber etwas mehr Zucker. Beide Pulver wurden von Öko-Test mit „gut“ bewertet.

Auch das einzige „sehr gute“ Produkt ist ein Bio-Kakopulver. Es hat einen recht hohen Kakoanteil und ist frei von bedenklichen Schadstoffen.

Öko-Test Kakao als PDF kaufen**

Nestlé-Kakaopulver mit Mineralölrückständen

Bei den konventionellen Kakaopulvern ist von „gut“ bis „ungenügend“ alles dabei. Auffällig ist aber, dass kein einziges Pulver mehr als 20 Prozent Kakao enthält. Die mit „gut“ bewerteten Pulver sind zumindest frei von kritischen Inhaltsstoffen. Nicht so das Schlusslicht: Nesquick von Nestlé.

Öko-Test hat im Nestlé-Kakaopulver Mineralölrückstände (gesättigte Kohlenwasserstoffe, MOSH/POSH) in größerer Menge nachgewiesen. Tierversuche haben gezeigt, dass MOSH verschiedene Organe schädigen kann, erklärt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR).

Doch wie kommen MOSH/POSH-Rückstände überhaupt in den Kakao? Sie können durch die Verpackung der Kakaobohnen ins Pulver gelangen oder durch den Kontakt mit Schmierölen in der Produktion.

In insgesamt vier Kakaopulvern hat Öko-Test gesättigte Kohlenwasserstoffe nachgewiesen, unter anderem im „Kaba“ von Mondelēz. Am stärksten war allerdings das Kakaopulver von Nestlé verunreinigt. Nestlés Reaktion auf das Test-Ergebnis: Das Unternehmen hat mitgeteilt, es habe Zweifel an der Messmethode und könne das Ergebnis „so nicht akzeptieren“. Öko-Test weist aber darauf hin, dass die Messung von einem akkreditierten Labor nach DIN-Norm durchgeführt wurde.

Öko-Test Kakao als PDF kaufen**

 

Kakaopulver enthält mehr Zucker als Kakao

„Kakaopulver für Kinder müssten eigentlich Zuckerpulver heißen“, bilanziert Öko-Test. Denn die meisten Kakaopulver enthalten 20 Prozent Kakao und 80 Prozent Zucker. Ausnahme sind nur Bio-Kakaopulver, die oft einen höheren Kakao-Anteil haben.

Problematisch ist vor allem die Dosierungsempfehlung konventioneller Hersteller: Auf einigen Packungen steht tatsächlich, dass Kinder fünf Löffel Kakaopulver in ihre Milch geben sollen. Ein Glas Kakao würde damit die empfohlene Tagesmenge der Weltgesundheitsorganisation (WHO) an Zucker für dreijährige Kinder überschreiten.

Vernünftiger sind auch hier wieder die Bio-Kakaopulver, die nur ein bis zwei Löffel pro Glas empfehlen. Kleinkinder sollten angesichts des vielen Zuckers aber grundsätzlich nur selten Kakao trinken, so die Empfehlung von Öko-Test.

Alle Details findest du in der Ausgabe 02/2019 von Öko-Test sowie online auf www.ökotest.de.
Öko-Test Kakao als PDF kaufen**

Mehr Beiträge zu dem Thema bei Utopia:

Gefällt dir dieser Beitrag?

Vielen Dank für deine Stimme!

Schlagwörter:

(2) Kommentare

  1. Wundert das überhaupt jemanden, dass da mehr Zucker als Kakao zu finden ist?
    Zucker wird als Streckmittel verwendet in wohl jedem Fertigprodukt, so spart der Hersteller Rohstoffe und die Ärzte müssen sich keine Gedanken um eine leere Praxis machen.
    Schon als Kind fand ich Nesquick scheußlich süß, wenn ich das bei Freunden getrunken habe.
    Bei uns zu Hause wurde pures Kakaopulver angerührt und soviel Zucker genommen, wie man es wirklich lecker fand.
    Das ist auch heute noch die absolut günstigere Variante, denn das Fertigzeugs kostet viel zu viel im Vergleich!

    Und genau das vermisse ich hier bei dem Artikel:
    Eine kleine Alternative zu den gekauften Fertigmischungen (ein Rezeptchen z.B.).
    Die Alternative muss dann auch nicht mit großartig bunten Packungen daher kommen, (Alu hier, Plastikdeckel da, giftigste Farbdrucke auf der Pappe, Plastikbeutel zur Nachfüllung, etc.), sondern ist schlicht und unspektakulär, dafür schokoladig und mit echtem Geschmack.
    Mein Kakaopulver ist in einem schlichten Karton mit Pergamentpapier.

  2. Auch unser Kakao besteht nur aus Kakao, umweltfreundlich dargeboten im Karton, aufbewahrt im Schraubglas. Selbst in der Biovariante immer noch deutlich günstiger als Kaba und Nesquick, wenn ich nach dem Kakaoanteil gehe. Gesüßt werden kann mit etwas Zucker, muss aber nicht. Honig schmeckt auch. Agavendicksaft oder Ahornsirup geht ebenso, mir reicht aber der schlichte Rübenzucker, der wird ums Eck angebaut und muss nicht sonderlich transportiert werden. Außerdem ist in diesem Falle Zucker einfach Zucker, die paar Mineralstoffe bekomme ich durch die Nahrung auch so.

** Links zu Bezugsquellen sind teilweise Affiliate-Links: Wenn ihr hier kauft, unterstützt ihr aktiv Utopia.de, denn wir erhalten dann einen kleinen Teil vom Verkaufserlös.