Öko-Test: Menstruationstassen im Test

Foto: Öko-Test

Fast alle Menstruationstassen kann Öko-Test empfehlen. Doch ausgerechnet eines der teuersten Produkte hat im Test enttäuscht. Es enthält eine kritische Silikonverbindung, die als fortpflanzungsgefährdend gilt.

Menstruationstassen werden vor allem bei jüngeren Frauen immer beliebter. Denn im Gegensatz zu Tampons und Binden fällt bei den flexiblen Menstruationstassen kein Müll an. Die Becher halten bei guter Pflege mehrere Jahre und gelten daher als nachhaltiger. Doch stimmt das auch und wie steht es um die Inhaltsstoffe?

Öko-Test hat 15 Menstruationstassen im Labor auf Schadstoffe untersucht und sie einer Belastungsprobe unterzogen: Hält der Griff der Tasse und befinden sich Weichmacher und potenziell schädliche Silikonverbindungen in den Bechern? Bei der Bewertung hat Öko-Test vor allem Wert darauf gelegt, dass sich keine kritischen Stoffe in den Menstruationstassen befinden. Mehr als die Hälfte der getesteten Produkte schaffen das und sind „sehr gut“.

Öko-Test: Tampons und Menstruationstassen(Foto: © Utopia)
Öko-Test: Tampons und Menstruationstassen

Menstruationstassen im Test: Mehr als die Hälfte sind „sehr gut“

Menstruationstassen sind fast immer aus medizinischem Silikon. Nur zwei der getesteten Becher bestehen aus thermoplastischem Elastomer (TPE). Grundsätzlich gilt Silikon als gut verträglich und lebensmittelecht, doch auch TPE-Produkte konnten im Test überzeugen. Zu den „sehr guten“ Produkten zählen:

  • Papperla Cup Menstruations-Tasse (gelb) von Einhorn, online** u.a. bei Amazon
  • Me Luna Menstruationstasse Classic (rot)
  • Organi Cup Die Menstruationstasse (Größe B), online** u.a. bei Avocadostore oder Ecco Verde

Der Becher von Me Luna besteht aus thermoplastischem Elastomer, die beiden anderen Menstruationstassen aus Silikon. Schadstoffe hat Öko-Test in keinem der drei Produkte gefunden.

Öko-Test Tampons und Menstruationstassen – Alle Testergebnisse als PDF**

Menstruationstassen mit flüchtigen Verbindungen

In vier der getesteten Menstruationstassen können sich Silikonbausteine lösen, schreibt Öko-Test. Diese flüchtigen Verbindungen können sich beispielsweise bilden, wenn die Tassen nach der Produktion nicht ausreichend wärmebehandelt wurden. Laut Öko-Test können diese Verbindungen umweltgefährdend sein, weshalb die betroffenen Produkte nur „befriedigend“ abgeschnitten haben.

Besonders bedenklich ist der Silikonbaustein D4 aus dem Ruby Cup (Medium).  Es ist „als fortpflanzungsgefährdend und umweltgefährdend eingestuft“, schreiben die Verbraucherexperten im April-Magazin. Deshalb hat der Ruby Cup am schlechtesten abgeschnitten.

Warnhinweise bei Menstruationstassen fehlen

Bei der Verwendung von Menstruationstassen kann es (genau wie bei Tampons) zum toxischen Schocksyndrom (TSS) kommen. Dabei handelt es sich um ein sehr seltenes, aber lebensbedrohliches Organ- und Kreislaufversagen.

Ärzten zufolge steht es mutmaßlich in Verbindung mit der Verwendung von Tampons und Menstruationstassen. Aus diesem Grund sollen die Hersteller auf den Beipackzetteln davor warnen und empfehlen, bei Verdacht auf TSS einen Arzt aufzusuchen. Während entsprechende Warnungen bei Tampon-Verpackungen inzwischen üblich sind, fehlen ausführliche Hinweise bei mehreren Menstruationstassen, kritisierte Öko-Test.

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Menstruationstassen punkten mit Zero Waste

Aus Umweltsicht sind Menstruationstassen empfehlenswerter als Tampons und Binden. Denn im Gegensatz zu anderen Monats-Hygieneprodukten handelt es sich bei ihnen nicht um Wegwerfprodukte. Sie lassen sich bei guter Pflege ohne Probleme mehrere Jahre lang verwenden. Wie genau die Öko-Bilanz im Vergleich zu Tampons und Binden ausfällt, lässt sich allerdings nur schwer sagen.

Öko-Test weist darauf hin, dass es kaum aussagekräftige Studien dazu gibt. Im Fachmagazin Resources, Conservation and Recycling heißt es in einer Studie von 2019 aber, dass Menstruationstassen deutlich nachhaltiger sind als andere Produkte. Hier berücksichtigen die Autoren allerdings nur das Auswaschen der Menstruationstasse und nicht das Auskochen. Dabei ist fürs Auskochen mehr Energie und Wasser nötig. Aus unserer Sicht bleiben Menstruationstassen aber die bessere Wahl, da sie zur Müllvermeidung beitragen.

Alle Details findest du in der Ausgabe 04/2020 von Öko-Test sowie online auf www.ökotest.de.

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