Öko-Test: Tampons und Menstruationstassen im Test

Öko-Test: Tampons und Menstruationstassen
Foto: © Utopia

So ungern man darüber redet, so wichtig ist es, dass die Produkte schadstofffrei sind: Öko-Test hat Tampons und Menstruationstassen getestet. Das erfreuliche Ergebnis: Fast alle untersuchten Hygieneprodukte sind unbedenklich.

Laut Öko-Test benutzt über die Hälfte der Frauen während der Periode vorwiegend Tampons. Doch seit einigen Jahren werden Menstruationstassen als Alternative immer beliebter – vor allem bei umweltbewussten Frauen. Denn: Im Gegensatz zu Wegwerf-Hygieneprodukten wie Tampons und Binden kann man die „Cups“ jahrelang verwenden und es fällt kein Abfall an.

Müllfrei sind zwar auch waschbare Binden, doch Menstruationstassen haben genau wie Tampons den Vorteil, dass die Anwenderinnen sich während der Periode genauso frei bewegen können wie sonst.

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Tampons und Menstruationstassen im Test

Öko-Test hat 15 Tamponmarken – darunter auch drei Bio-Marken – und sechs Menstruationstassen getestet. Untersucht wurden die Produkte dabei auf kritische Inhaltsstoffe, bei den Tampons wurde zudem die Saugfähigkeit und Handhabung getestet, bei den Menstruationstassen die Aufnahmemenge gemessen.

Zudem fließt in die Öko-Test-Wertung ein, ob dem Produkt ausreichend Informationen zur richtigen Handhabung und Hinweise zum sogenannten Toxischen Schocksyndrom (TSS) beiliegen.

Bei TSS handelt es sich um ein sehr seltenes, aber gefährliches Syndrom mit Kreislauf- und Organversagen, das mit der Verwendung von Tampons in Zusammenhang gebracht wird. Ob zu Menstruationstassen ebenfalls eine Verbindung besteht, ist noch nicht ausreichend erforscht.

Öko-Test: fast alle Tampons empfehlenswert

Das Test-Ergebnis von Öko-Test ist fast durchweg gut: 14 der 15 getesteten Tamponmarken schnitten „sehr gut“ ab, eine „gut“. Von den Menstruationstassen bewertete Öko-Test zwei mit „sehr gut“ und drei mit „gut“, eine allerdings schnitt „mangelhaft“ ab.

Untersucht wurden Tampons von o.b. und den Eigenmarken fast aller Drogeriemärkte, Supermärkte und Discounter sowie Bio-Tamons von Masmi (z.B. bei** Ecco Verde, Amazon), Natracare (erhältlich bei** Waschbär, Amazon) und Organyc (online kaufen bei** Erdbeerwoche, Amazon).

Mit der Funktionalität und den bereitgestellten Informationen der Tampons war Öko-Test in allen Fällen zufrieden. Auch potenziell gefährliche Substanzen wie Formaldehyd, optische Aufheller und Pestizide konnte Öko-Test in den Tampons im Gegensatz zu früheren Tests nicht mehr nachweisen. Nur in den Produkten der Marke „U by Camelia Tampons Normal“ (Kimberly-Clark) fanden die Tester potenziell allergieauslösende halogenorganische Verbindungen.

Menstruationstassen im Test

„Die sechs Tassen im Test können nur einen kleinen Ausschnitt des riesigen Marktes abbilden,“ betont Öko-Test. Denn das Angebot an Menstruationstassen wächst stetig; immer häufiger sind sie inzwischen in Drogeriemärkten, Bioläden und Unverpackt-Läden erhältlich.

Menstruationstasse: Me Luna
Die Me Luna Menstruationstasse gibt es bei dm. (Foto: © Utopia)

Fünf der untersuchten Produkte bestehen aus Silikon, eines aus dem Kunststoff TPE. An zwei Tassen („Intimina Lily Cup” (erhältlich bei** Rossmann oder Amazon) und “Me Luna Classic Menstruationstasse”) hatten sie nichts auszusetzen: sehr gut. An drei weiteren Menstruationstassen fanden sie einen kleineren Mangel: Aus dem Silikon könnten sich flüchtige Bestandteile lösen. „Femmcycle Cup“, „LadyCup“, und „Ruby Cup“ schnitten darum mit gut ab.

Zudem kritisiert Öko-Test bei vier der sechs Produkte, dass keine oder unzureichende Warnhinweise zum TSS vorhanden sind.

Mit „mangelhaft“ bewertet Öko-Test den „Diva Cup“: Das Labor wies darin Benzophenon nach. Der Stoff wird zum Beispiel in Druckerfarben, Beschichtungen und Lacken verwendet. Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) der Weltgesundheitsorganisation WHO stuft Benzophenon als „möglicherweise krebserregend“ ein, die Europäische Agentur für Chemikalien (ECHA) geht davon aus, dass der Stoff unter Umständen zu Organschäden führen kann.

Öko-Test 11/2017
Öko-Test 11/2017 (© Öko-Test)

Aus Sicht von Öko-Test hat Benzophenon in einem Produkt, das unmittelbar mit den Schleimhäuten in Berührung kommt, nichts zu suchen, weshalb die Menstruationstasse im Test durchfiel. Damit bleibt „Diva Cup“ im Test aber eine Ausnahme.

Der Hersteller der DivaCups schreibt in einer Stellungnahme, man habe in eigenen Untersuchungen festgestellt, dass kein Benzophenon im Herstellungsprozess der Cups vorkomme und die Produkte „zu 100% frei von flüchtigen Chemikalien“ seien. Allerdings habe man ermittelt , „dass Spuren der Substanz Benzophenon in der Verpackung vorkommen.“ Der Hersteller versichert: „Wir leiten die nötigen Maßnahmen ein, um dies so schnell wie nur möglich für die Zukunft zu unterbinden.“
Inwischen sind die Mängel laut Hersteller behoben (Anm. d. Redaktion, April 2018).

Fazit: Ob sie während der Periode Tampons oder eine Menstruationstasse bevorzugt, bleibt jeder Frau selbst überlassen – aus gynäkologischer Sicht ist gegen keine der beiden Varianten etwas einzuwenden, schreibt Öko-Test.

Den ganzen Test findest du in der Öko-Test-Ausgabe 11/2017 und online unter www.oekotest.de.

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(2) Kommentare

  1. Na toll. Ich habe meine krebserregende Diva Cup schon zig Jahre. Super wie man so verarscht wird von der Industrie…von wegen öko und umweltfreundlich. Schöner Mist …

  2. Wenn du deine schon seit Jahren hast bedeutet der Test ja nicht das der Stoff in Deiner enthalten ist . Getestet wurden ja welche die gerade im Verkauf sind. Hersteller beziehen ja immer wieder neue Rohstoffe und oft aus anderen Quellen.

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