Tampons und Menstruationstassen im Test

Foto: © Utopia

Periodenprodukte sollten nicht nur zuverlässig, sondern auch möglichst schadstofffrei sein. Stiftung Warentest hat jetzt Tampons und Menstruationstassen getestet – mit erfreulichen Ergebnissen. Auch Öko-Test hatte bereits mehrfach Tampons und Menstruationstassen im Test. Hier gibt es den Überblick.

Verschiedenen Umfragen zufolge benutzen rund drei Viertel der Menstruierenden in Deutschland während der Periode Tampons. Doch seit einigen Jahren wird die Menstruationstasse als Alternative zu herkömmlichen Periodenprodukten immer beliebter. „Sie lässt sich über viele Zyklen verwenden und passt so zum Zeit­geist, Wegwerf­produkte zu meiden“, schreibt Stiftung Warentest. Im April 2021 hatte sie Menstruationstassen im Test.

Menstruationstassen-Test bei Stiftung Warentest

19 Tamponmarken und zehn Menstruationstassen wurden von Stiftung Warentest getestet – sowohl in der praktischen Anwendung als auch im Labor. Bei der Benutzung schnitten fast alle Produkte gut ab: Die Tassen sind genauso zuverlässig wie Tampons. Die Testpersonen fühlten sich mit allen Tassen und mit fast allen Tampons sicher.

Die allermeisten Tampons waren im Test frei von Schadstoffen. Ausnahme ist ausgerechnet ein Bio-Tampon: In den Tampons von Naty fand das Labor Nonylphenoleth­oxylate. Dabei handelt es sich um Tenside, die ins Hormonsystem eingreifen und für Wasserorganismen schädlich sein können. Eigentlich sollten sie in Bio-Baumwolle nicht vorkommen. Auf Nachfrage sagt uns Naty, dass die getesteten Tampons in Deutschland gar nicht mehr verkauft werden. Das Unternehmen prüft derzeit, wie die Substanzen in der getesteten Charge gefunden werden konnten.

Die Testsieger-Tampons sind von o.b. ProComfort, aber auch die Eigenmarken der Drogerie- und Supermarktketten sowie andere Bio-Tampons, etwa von Cosmea oder Einhorn, schnitten durchweg gut ab.

Fair Squared Period Cup
Der Fair Squared Period Cup gehört zu den Testsiegern. (Foto: Fair Squared)

Die Menstruationstassen im Test schnitten bis auf eine alle mit der Note „gut“ ab. Testsieger ist der „Papperla Cup“ von Einhorn. Fast genauso gut bewertete Stiftung Warentest den Period Cup von Fair Squared und die Menstruationstasse von Facelle (Rossmann).

Neun der zehn Menstruationstassen im Test bestehen aus medizinischem Silikon, nur die von Fair Squared besteht aus Kautschuk – aus fairem Anbau. Schadstoffe fand das Labor in keinem der Produkte.

Auch mit der Anwendung und Handhabung waren die Versuchspersonen bei fast allen getesteten Menstruationstassen zufrieden. Lediglich den Merula Menstrual Cup empfanden sie beim Tragekomfort, Einführen und Entfernen nur als „befriedigend“.

Das Ergebnis des Tests zeigt: Wer Menstruationstassen wählt, hat damit im Vergleich zu Tampons keine Nachteile. Im Gegenteil: Viele Utopia-Userinnen bevorzugen die Cups. Und aus Umweltsicht haben sie einen klaren Vorteil: Es entsteht quasi kein Müll.

Stiftung Warentest weist lediglich darauf hin, dass Menstruierende, die mit einer Spirale verhüten, zur Sicherheit besser auf Menstruationstassen verzichten sollten. Gynäkolog:innen warnen davor, dass beim Entfernen der Cups die Spirale versehentlich herausgezogen werden kann.

Öko-Test: Menstruationstassen im Test 2020

Öko-Test hat schon zweimal Menstruationstassen getestet: 2017 und 2020. Auch Tampons hat Öko-Test schon mehrfach untersucht.

Im März 2020 untersuchte Öko-Test 15 Menstruationstassen auf Schadstoffe und unterzog sie einer Belastungsprobe: Hält der Griff der Tasse? Finden sich Schadstoffe in den Bechern? Bei der Bewertung legte Öko-Test vor allem Wert darauf, dass sich keine kritischen Stoffe in den Menstruationstassen befinden. Mehr als die Hälfte der getesteten Produkte schnitt mit „sehr gut“ ab.

Menstruationstassen im Test bei Öko-Test
Menstruationstassen bei Öko-Test 2020 (Fotos: Öko-Test )

Fast alle Menstruationstassen im Test bestanden auch hier aus medizinischem Silikon. Nur zwei der getesteten Becher bestanden aus thermoplastischem Elastomer (TPE). Grundsätzlich gilt Silikon als gut verträglich und lebensmittelecht, doch auch TPE-Produkte konnten im Test überzeugen.

Zu den „sehr guten“ Produkten zählten bei Öko-Test 2020 unter anderem:

  • Papperla Cup Menstruations-Tasse (gelb) von Einhorn, online** u.a. bei Amazon
  • Me Luna Menstruationstasse Classic (rot), online** u.a. bei Amazon oder Shop Apotheke
  • Organi Cup Die Menstruationstasse (Größe B), online** u.a. bei Avocadostore oder Ecco Verde

Der Becher von Me Luna besteht aus thermoplastischem Elastomer, die beiden anderen Menstruationstassen aus Silikon. Schadstoffe fand Öko-Test in keinem der drei Produkte.

Öko-Test Tampons & Menstruationstassen – Testergebnisse für 2021 als E-Paper**

In vier der getesteten Menstruationstassen können sich Silikonbausteine lösen, schreibt Öko-Test. Auch im vorangegangenen Test 2017 betraf das bereits zwei Produkte. Laut Öko-Test können diese Verbindungen umweltgefährdend sein, weshalb die betroffenen Produkte nur „befriedigend“ abgeschnitten haben.

Besonders bedenklich fand Öko-Test den Silikonbaustein D4 aus dem „Ruby Cup“. Dieser sei „als verdächtig, die Fortpflanzung zu gefährden, und als umweltgefährdend eingestuft“, schreibt Öko-Test. Deshalb schnitt der Ruby Cup am schlechtesten ab.

Alle Details findest du im Jahrbuch Kosmetik für 2021 von Öko-Test sowie online auf www.ökotest.de.

Toxisches Schocksyndrom: Warnhinweise bei Menstruationstassen fehlen

Bei der Verwendung von Menstruationstassen kann es (genau wie bei Tampons) zum Toxischen Schocksyndrom (TSS) kommen. Dabei handelt es sich um ein sehr seltenes, aber lebensbedrohliches Organ- und Kreislaufversagen.

Ärzt:innen zufolge steht es mutmaßlich in Verbindung mit der Verwendung von Tampons und Menstruationstassen. Aus diesem Grund sollen die Hersteller auf den Beipackzetteln darauf hinweisen. Während entsprechende Warnungen bei Tampon-Verpackungen inzwischen üblich sind, fehlen ausführliche Hinweise bei mehreren Menstruationstassen, kritisierte Öko-Test in den Menstruationstassen-Tests 2017 und 2020.

Periodenunterwäsche als Backup für herkömmliche Menstruationsprodukte
Aus Umweltsicht sind Menstruationstassen die bessere Wahl. (Foto: CC0 / Pixabay / PatriciaMoraleda)

Stiftung Warentest bemängelt dies im Menstruationstassen-Test 2021 zwar nicht explizit, weist aber auch darauf hin, dass es wichtig ist, die Periodenprodukte den Herstellerangaben entsprechend häufig zu wechseln bzw. zu leeren (Menstruationstassen mindestens alle 12 Stunden, Tampons mindestens alle 8 Stunden).

Fazit: Menstruationstassen punkten mit Zero Waste

Ob sie während der Periode Tampons oder eine Menstruationstasse bevorzugt, bleibt jeder menstruierenden Person selbst überlassen – aus gynäkologischer Sicht ist in den meisten Fällen gegen keine der beiden Varianten etwas einzuwenden.

Aus Umweltsicht sind Menstruationstassen empfehlenswerter als Tampons und Binden. Denn im Gegensatz zu anderen Periodenprodukten handelt es sich nicht um Wegwerfprodukte. Sie lassen sich bei guter Pflege ohne Probleme mehrere Jahre lang verwenden und produzieren so gut wie keinen Müll. Wie genau die Öko-Bilanz im Vergleich zu Tampons und Binden ausfällt, lässt sich allerdings nur schwer sagen.

Text: Annika Flatley & Sven Christian Schulz

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(2) Kommentare

  1. Na toll. Ich habe meine krebserregende Diva Cup schon zig Jahre. Super wie man so verarscht wird von der Industrie…von wegen öko und umweltfreundlich. Schöner Mist …

  2. Wenn du deine schon seit Jahren hast bedeutet der Test ja nicht das der Stoff in Deiner enthalten ist . Getestet wurden ja welche die gerade im Verkauf sind. Hersteller beziehen ja immer wieder neue Rohstoffe und oft aus anderen Quellen.