Milchalternativen im Test: Öko-Test warnt vor Gentechnik und Nickel

Foto © Öko-Test

Jede zweite Pflanzenmilch hat von Öko-Test die Bestnote erhalten. Verbraucher sollten aber trotzdem genau hinschauen, denn die übrigen Pflanzendrinks enthalten bedenkliche Zusatzstoffe, Nickel oder genmanipuliertes Soja. Und selbst Testsieger haben kleine Makel.

Hafermilch, Sojamilch oder Mandelmilch – Milchersatz-Getränke, genauer gesagt Pflanzendrinks, liegen im Trend. Sie gelten als gute Alternative für alle, die keine Kuhmilch vertragen oder sich vegan ernähren möchten.

Wer auf Kuhmilch verzichtet, tut damit auch etwas für das Klima: Kühe stoßen Methan aus und tragen so erheblich zur Erderwärmung bei. Doch auch der Anbau von Soja, Hafer und Mandeln wirkt sich auf die Umwelt aus – in unterschiedlichen Maßen.

Öko-Test: Bei Pflanzenmilch liegt Hafer vorn

Eindeutiger könnte das Test-Ergebnis nicht sein: Hafermilch ist bei Öko-Test die beste Wahl bei Pflanzenmilch. Denn Hafer wird auch bei uns in Deutschland angebaut und sogar EU-weit ohne Gentechnik. Der Großteil des Hafers stammt zudem aus ökologischer Landwirtschaft, wie etwa bei der Bio-Hafermilch von Aldi Süd. Das spiegelt sich auch im Test-Ergebnis wider:

  • Sieben der neun besten Milchersatz-Drinks bestehen aus Hafer. Das liegt auch daran, dass Hafermilch fast immer in Bio-Qualität angeboten wird und daher frei von Pestiziden und anderen chemischen Rückständen ist.
  • Vier der Haferdrinks schmecken aber „leicht bitter“. Kunden würden dies jedoch kaum bemerken, so dass Öko-Test trotzdem die Bestnote „sehr gut“ vergeben hat.

Öko-Test Pflanzendrinks als PDF kaufen**

Mandelmilch bei Öko-Test: Aldi Nord schlägt dm

80 Prozent der weltweit angebauten Mandeln stammen aus Kalifornien. Die Anbauregion ist immer wieder von Wasserknappheit und Dürren betroffen. Verantwortlich dafür ist auch der Mandelanbau, denn pro Kilo Mandeln sind 10.000 Liter Wasser nötig. Das ist 17-mal mehr als für Kuhmilch (Studie).

Die Mandelmilch hat bei Öko-Test durchwachsen abgeschnitten:

  • Die beste Mandelmilch hat die Bestnote „sehr gut“ bekommt: An der Alpro Provamel hatte Öko-Test nichts auszusetzen. Sie ist frei von Pestiziden und anderen bedenklichen Stoffen. Auch am Geschmack hatten die Tester nichts zu beanstanden.
  • Die konventionelle Mandelmilch von Aldi Nord hat im Test besser abgeschnitten als der Bio-Mandel-Drink von dm. Als Grund haben die Experten den Geschmack der Pflanzenmilch angegeben.

Öko-Test Pflanzendrinks als PDF kaufen**

Sojamilch oft mit Nickel belastet

Gegen Soja gibt es verschiedene Vorbehalte: Tatschlich sind 80 Prozent der angebauten Sojabohnen gentechnisch verändert. Und oft stammen sie aus Brasilien, wo für die Plantagen der Regenwald abgeholzt wird. Allerdings stimmt beides vor allem für jenes Soja, mit dem die Massentierhaltung Tiere füttert.

Soja für Sojamilch, Tofu und andere tierfreie Produkte, die bei uns verkauft werden, sind hingegen nicht gentechnisch verändert (sie müssten sonst gekennzeichnet sein und würden dann nicht mehr gekauft werden). Sie wurden auch nicht auf abgeholztem Regenwald produziert: Vor allem Bio-Hersteller beziehen ihr Soja aus der EU, teils auch aus China. Die Klimabilanz der Sojamilch ist daher besser als von Kuhmilch.

Trotzdem sind die meisten Pflanzenmilch-Produkte laut Öko-Test nicht empfehlenswert:

  • Zwei Drittel der getesteten Sojamilch-Getränke sind mit Nickel belastet. Sojabohnen nehmen offenbar das Schwermetall aus dem Boden und der Luft leicht auf und speichern es. Einen hohen Nickelgehalt fand Öko-Test unter anderem in den Sojamilch-Produkten von Alpro und Lidl.
  • Dass es auch anders geht, zeigt die Sojamilch eines kleineren Bio-Herstellers aus dem Münsterland. Sie enthält Bohnen aus Deutschland, Frankreich und Österreich, ist frei von Nickel und hat die Note „sehr gut“ erhalten.
  • Der Sojadrink Alpro Soya Original + Calcium ist bei Öko-Test durchgefallen: Neben Nickel haben die Experten im Labor gentechnisch verändertes Soja, Phosphate sowie zugesetzte Vitamine und Aromen nachgewiesen.
  • Auch im Edeka Bio Sojadrink wurde gentechnisch veränderte DNA und Nickel nachgewiesen. Testergebnis: mangelhaft.

Alle Details findest du in der Ausgabe 03/2019 von Öko-Test sowie online auf www.ökotest.de.

Wichtige Beiträge zu dem Thema bei Utopia:

Gefällt dir dieser Beitrag?

Vielen Dank für deine Stimme!

Schlagwörter:

(8) Kommentare

  1. Tetrapack ist nicht immer eine schlechtere Alternative als Glas. Lebenszyklusanalysen zeigen, dass Glas nur dann besser ist als Tetrapak, wenn es sich um Mehrwegglas (Pfand) handelt. Hier ein Artikel zum Vergleich Einwegglas/Mehrwegglas der öst.Umweltberatung https://www.umweltberatung.at/milch-glasflasche-einweg sowie eine Studie zum CO2-Vergleich verschiedener Getränkeverpackungen http://www.greenpeace.org/austria/Global/austria/marktcheck/uploads/media/getraenkeverpackungen_umweltberatung_01.pdf

  2. Desswegen mache ich meinen Nuss- und Haferdrink auch daheim im eigenen Mixer. funktioniert prima und schmeckt genauso wie gekauft. Nur die Sojadrink ist etwas komplizierter herzustellen.

  3. Wie Kazimoo mach ich seit paar Jahren Milch selber, hauptsächlich Mandel-Cashew und andere Nüsse, auch Hanf, Sesam und Soja (aus österreichischen Bohnen). Ich war die Tetrapaks so leid und hab mir extra einen Milchmacher angeschafft („Vegan Star“), weil ich wusste, wenn ich zu viel Arbeit damit habe, mach ichs nicht. Mit dem Milchmacher gehts schnell und einfach, und aus dem Trester mach ich Bratlinge, Zutat für Porridge und Müsli, auch Aufstriche – ich bin nach wie vor sehr sehr froh, und ich hab seit Jahren fast keine Tetrapaks mehr gekauft.
    Und billiger isses auch.

  4. Hallo,

    das ist Berief mit dem Produkt „Bio Soja Drink Naturell“. Ich find’s komisch, dass einige Hersteller und Produkte hier namentlich genannt werden und andere nicht.

  5. Utopia darf nicht die ganzen Details und Namen der Hersteller aus dem Bericht verraten. Schließlich verdient Öko-Test sein Geld mit dem Verkauf der Artikel und sind auch Werbepartner von Utopia. Ich habe mir den kostenpflichtigen Artikel gekauft, weil ich die Arbeit von Öko-Test wertschätze und weil ich es auch sehr gut finde, dass sie diese Untersuchung gemacht habe. Dass man bereits mit einem Glas Sojamilch den Maximalwert an Nickel überschreitet, ist krass! Mit einem so hohen Wert dürfte Wasser nicht als Trinkwasser zugelassen werden. Ich werde in Zukunft darauf achten und mehr von Berief kaufen.

  6. Wenn man die handelsübliche Milch nicht verträgt, ist es auch mal einen Test wert, ob es nicht einfach nur an der Homogenisierung liegt.
    Inzwischen gibt es u.a. an vielen Orten Milch-Automaten von regionalen Herstellern, die eben ihre Milch nicht homogenisieren. Grundsätzlich sollte man sowieso, wenn es irgendwie möglich ist, auf regionale Erzeuger setzen.
    Auf http://www.quittending.de/texte_hintergruende.html greift ein Blog das Thema auf, unter „Schaden durch homogenisierte Milch“.

** Links zu Bezugsquellen sind teilweise Affiliate-Links: Wenn ihr hier kauft, unterstützt ihr aktiv Utopia.de, denn wir erhalten dann einen kleinen Teil vom Verkaufserlös.