Bio-Eis: Weniger ist mehr!

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Wer billige Milch meiden möchte, kommt auch beim Speiseeis nicht an Bio-Eis vorbei. Welche Siegel taugen wirklich etwas? Welche Hersteller gibt es?

Acht Liter Eis schleckt und löffelt der Deutsche im Durchschnitt, sagt die Statistik. Egal ob im Supermarkt oder bei der Eisdiele um die Ecke: Immer mehr greifen auf Bio-Eis zurück. Hauptzutat bei Speiseeis ist allermeist Milch und Sahne. Grund genug, auch beim Speiseeis darauf zu achten, dass qualitativ hochwertige Zutaten verwendet werden. Die Wahl eines Bio-Eises macht in jedem Fall Sinn!

Was kann an Eis überhaupt Bio sein?

Neben Milch enthält Eis unter anderem auch viel Sahne, Zucker, Eigelb und Magermilchpulver. Bei Bio-Eis müssen all diese Zutaten aus biologischem Anbau stammen.

Bio-Eis darf keinerlei künstliche Aromen beinhalten. Süßstoffe, Stabilisatoren, synthetische Farbstoffe, Konservierungsmittel und Geschmacksverstärker sind nach der Verordnung ebenfalls verboten. Als natürlicher Stabilisatoren-Ersatz kommt daher in Bio-Eis oft Johannisbrotkernmehl zum Einsatz. Raffinierter Zucker wird durch Vollrohrzucker, Agaven- oder Maissirup ersetzt.

Bio-Eis ist immer gentechnikfrei. Die Bio-Produkte enthalten kein billiges Pflanzenfett und sind auch nicht unverhältnismäßig mit Luft aufgeschlagen.

Greenpeace hat den Bio-Eis-Markt gecheckt

Im Sommer vergangenen Jahres hat Greenpeace Österreich bei seinem Marktcheck Eis getestet. Das Ergebnis war durchaus positiv: „Ob bio oder vegan: In den Eisregalen der Supermärkte findet sich ein passendes Angebot. Damit steht dem Eisgenuss mit gutem Gewissen nichts im Weg.“ Konventionelles Eis, das mit gentechnikfrei hergestellter Milch produziert wird, ist allerdings Mangelware.

Utopia.de-Marktcheck: Bio-Eis in Bio- und Supermärkten

Unser Marktcheck in den Kühltruhen deutscher Bioläden, Bio-Supermärkte und normaler Supermärkte zeigt ein ähnliches Ergebnis: Bio-Eis gibt es inzwischen glücklicherweise fast überall.

Vor allem die Eistruhen in Bio-Läden und Bio-Supermärkten bieten Eis in vielen Geschmacksrichtungen – von Sorbet bis Sahneeis und von traditionellen Sorten wie Vanille, Stracciatella und Schokoade bis zu innovativen Kreationen wie Vanilla Bluberry-Applepie (DasEis.) oder Zitronen-Ingwer-Sorbet (del fiore). Auch große Supermärkte wie Edeka haben inzwischen ein erstaunlich umfangreiches Sortiment an Bio-Eis im Kühlfach.

Bio-Eis: Inzwischen in jedem größeren Supermarkt erhältlich.
Bio-Eis: Inzwischen in jedem größeren Supermarkt erhältlich. (Foto: Utopia.de)
Solero Bio Juicy Peach
Solero Bio Juicy Peach (Foto: Langnese)

Auf den Bio-Trend steigen nun auch die großen Produzenten auf: So gibt es neuerdings beispielsweise von Langnese Bio-Produkte, z.B. Solero Bio Juicy Peach. Hier ist zwar viel (raffinierter) Zucker enthalten, dafür sind aber alle Zutaten bio und vegan.

Bei den Discountern gibt es allerdings unverändert nur konventionelle Ware mit einer unendlichen Anzahl an unaussprechlichen Zusatzstoffen, so das Ergebnis unserer Recherche. Hier gilt nach wie vor: Finger weg! In diversen Sonderaktionen sind immer mal wieder Bio- und veganes Eis im Angebot.

Diese Siegel garantieren Qualität beim Bio-Eis

EU Bio Siegel

EU-Bio-Siegel: Das EU-Biosiegel hat zum Ziel, den ökologischen Landbau zu fördern. Produkte, die dieses Siegel tragen, müssen gänzlich aus ökologischer Landwirtschaft stammen. Eine Ausnahme: Fünf Prozent eines Produkts dürfen aus konventioneller Landwirtschaft stammen – aber nur, wenn die Zutaten nicht in ökologischer Qualität am Markt verfügbar sind. Mineralische Stickstoffdünger sind ebenso verboten wie chemisch-synthetische Pestizide, artgerechte Tierhaltung wird vorgeschrieben. Bei verarbeiteten Lebensmitteln sind nur eingeschränkt Zusatzstoffe erlaubt – derzeit 49 statt der 316 in konventionellen Produkten. Dabei muss es sich um natürliche Aromen oder -extrakte handeln, die aus natürlichen Rohstoffen gewonnen werden.

Bioland-Siegel

Bioland: Bioland hat ein sehr umfangreiches Qualitätssicherungssystem, das über die EU-Bio-Richtlinien hinausgeht. Hier steht auch das Tierwohl im Fokus. Bei den Kontrollen wird nicht nur darauf geachtet, dass der Stall groß genug ist – auch nach dem Tier selbst wird regelmäßig geschaut. Im Gegensatz zu den beiden anderen großen Anbauverbänden (Naturland und Demeter) legt Bioland zudem viel Wert auf Regionalität: Um das Siegel zu tragen, müssen die Erzeugerbetriebe aus Deutschland und Südtirol sein. Eine Liste mit allen Bioland-Eisherstellern findest du auf deren Website.

Naturland-Siegel

Naturland: Ein weiteres wichtiges Siegel für Produkte aus dem Ökolandbau ist Naturland.  Naturland ist einer der größten Bio-Anbauverbände. Das anspruchsvolle Label trägt nicht nur weltweit zu ökologischen Verbesserungen im Anbau und bei der Verarbeitung von Lebensmitteln bei, sondern berücksichtigt auch soziale Aspekte. Menschenrechte und Arbeitsbedingungen stehen im Fokus. Aufgrund umfassender und regelmäßiger Kontrollen durch externe, staatlich zugelassene Stellen ist das Label glaubwürdig.

Demeter-Siegel

Demeter: Demeter ist mit rund 1500 deutschen Mitglieds-Betrieben der kleinste der drei wichtigen Anbauverbände. Im Unterschied zu den anderen betreiben Demeter-Höfe biologisch-dynamische Landwirtschaft. Demeter ist in Bezug auf die Richtlinien – sowohl, was die Tierhaltung, als auch, was den Ackerbau und die Verarbeitung angeht – der strengste Anbauverband.

Nicht bio, dafür aber mit fair produzierten und gehandelten Zutaten hergestellt, sind Produkte, die das Fairtrade-Logo tragen:

Auch eine Alternative: CO2-neutrales Eis

Ein anderer Ansatz, beim Eisgenuss für ein gutes Gewissen zu sorgen, ist auf  eine klimafreundliche Produktion zu achten. Ein Hersteller, der sich diesbezüglich Gedanken gemacht hat, ist Florida Eis (erhältlich über Rewe und Galeria Kaufhof).

Das mittelständische Unternehmen mit Sitz in Berlin versucht, bei der Eisherstellung möglichst wenig Energie zu verbrauchen. Die Photovoltaik-Anlage auf dem Dach liefert den Strom, der in Kälte umgewandelt wird. Nach der Herstellung wird das Eis mit Stickstoff gekühlt. Das Ergebnis: Klimaneutrales Eis. Florida Eis bietet viele vegane Sorten, allerdings nicht in Bio-Qualität.

1 x 1 der Eissorten

Welches Eis sich wie nennen darf, ist genau geregelt:

  • Milcheis: Enthält mindestens 70 Prozent Milch.
  • Sahneeis (Rahmeis): Enthält einen Milchfettanteil von mindestens 18 Prozent aus der verwendeten Sahne.
  • Eiskrem: Enthält mindestens 10 Prozent Milchfett
  • Sojaeis: Enthält Sojamilch statt Kuhmilch und ist rein pflanzlich (vegan).
  • Fruchteis: Enthält mindestens 20 Prozent frische Früchte, Fruchtmark oder Fruchtsaft.
  • Sorbet: Enthält mindestens 25 Prozent Fruchtanteil. Es darf keine Milch oder andere Milchprodukte enthalten.

Tipps für den Eiskauf

  • Merke: Eis, das biologisch produziert wird oder sogar ganz ohne tierische Zutaten auskommt, ist deutlich umweltschonender als ein konventionell hergestelltes Produkt.
  • Produkte mit den Siegeln der Bio-Anbauverbände, Bioland, Naturland und Demeter, sind empfehlenswerter, weil sie strengere Auflagen haben, was das Tierwohl betrifft.
  • Solltet ihr zu konventionellen Produkten greifen, gilt unbedingt: Je kürzer die Zutatenliste, umso besser!

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