Die 6 größten Fehler beim biologischen Gärtnern

bio gärtnern
Foto: CC0 / Pixabay / Ralphs_Fotos

Bio-Gärtnern ist ein wichtiger Faktor einer nachhaltigen Lebensweise. Wir zeigen dir, wie dir das gelingt und wie du zentrale Fehler dabei vermeiden kannst.

Bio-Gärtnern bedeutet, dass du im Garten auf chemisch-synthetische Pestizide, gewisse Düngemittel und Herbizide verzichtest. Du lebst also auch in deinem eigenen Garten im Einklang mit der Natur und arbeitest nicht gegen sie. Dadurch förderst du die Artenvielfalt und vermeidest, dass viele aggressive Schadstoffe über deinen Garten in angrenzende Gewässer gelangen.

Da sich biologisches Gärtnern teilweise stark von konventionellem Gärntern unterscheidet, unterlaufen besonders Anfänger:innen immer wieder Fehler, die das natürliche Gleichgewicht stören können.

Bio-Gärtnern: Rotte Schädlinge nicht aus

Vielleicht fragst du dich, was du denn nun tun sollst, wenn du im Garten Schädlinge oder kranke Pflanzen entdeckst. Sonst würdest du vielleicht einfach zu einem Pestizid oder Herbizid greifen und unerwünschtes Unkraut und Getier eliminieren. Beim Bio-Gärtnern geht es jedoch nicht darum, Schädlinge und Krankheiten völlig auszurotten.

Denn dabei schaden wir oft auch angrenzenden Pflanzen und Tieren und Insekten, die unseren Garten regelmäßig aufsuchen. Stattdessen solltest du beim biologischen Gärtnern auf ein natürliches Gleichgewicht achten. Denn wenn du einige Schädlinge im Garten hast, ziehen diese in der Regel natürliche Fressfeinde (wie Vögel) an, denen die unerwünschten Besucher als Nahrungsmittel dienen. Rottest du hingegen sämtliche Schädlinge aus, werden auch ihre Fressfeinde deinen Garten nicht mehr aufsuchen.

Auch auf Unkrautvernichtungsmittel oder Unkraut abzuflammen solltest du im Garten verzichten. Denn Unkraut dient vielen Insekten als Nahrungsquelle und als wichtiger Lebensraum.

Bio-Gärtnern: Sei nicht unvorbereitet

Beim Bio-Gärtnern ist es besonders wichtig, auf die richtige Pflege deiner Pflanzen zu achten.
Beim Bio-Gärtnern ist es besonders wichtig, auf die richtige Pflege deiner Pflanzen zu achten.
(Foto: CC0 / Pixabay / JillWellington)

Beim Bio-Gärtnern hängt der Erfolg im Wesentlichen von der Planung deines Gartens ab. Deshalb solltest du dich vorher genau mit den Bedürfnissen deiner Pflanzen auseinandersetzen. Sind deine Pflanzen gesund, sinkt die Wahrscheinlichkeit für Krankheiten und Schädlinge.

Informiere dich deshalb vorher genau, welche Pflanzen für welchen Standort und Boden geeignet sind. Achte zudem darauf, Pflanzen sinnvoll miteinander zu kombinieren. So eignen sich manche Pflanzensorten gut als Nachbar:innen und können sich gegenseitig vor Schädlingen schützen. Andere hingegen würden sich beim Wachsen eher behindern. Siehe auch: Mischkulturen: Diese Kräuter und Gemüsesorten vertragen sich gut.

Auch die richtige Pflege ist wichtig. Dies betrifft sowohl Gießen, Rückschnitt, als auch natürliches Düngen.

Greife nicht sofort zu Pestiziden

Wir tendieren oft dazu, konventionelle Pestizide sofort mit scheinbar weniger problematischen Mittelchen ersetzen zu wollen. So gibt es tatsächlich organische Pestizide, die der Umwelt zumindest weniger schaden. Auch zu diesen solltest du nur im Notfall greifen. Denn in einem natürlichen Ökosystem ist es ganz normal, dass manche Pflanzen hin und wieder Krankheiten und Schädlingen zum Opfer fallen und eventuell absterben. Statt dies sofort mit zusätzlichen Mitteln verhindern zu wollen, ist es beim Bio-Gärtnern oft sinnvoller, der Natur ihren Lauf zu lassen.

Hast du jedoch mit einem besonders starken Schädlingsbefall zu kämpfen, kannst du zunächst auch erst einmal auf mechanische Lösungen setzen. So kannst du die befallenen Pflanzen mithilfe von Zäunen, Obstkäfigen oder Glasglocken von den anderen Pflanzen abschirmen und deinen restlichen Garten so vor den Schädlingen schützen. Ansonsten findest du hier weitere Tipps:

Bio-Gärtnern: Verzichte auf Torf

Fertige Blumen- und Pflanzenerde, die du im Baumarkt kaufen kannst, enthält oft Torf. Auch Pflanzen, die du im Topf kaufen kannst sind nicht selten mit torfhaltiger Erde umgeben. Dies schadet deinem Garten zwar nicht unbedingt – Torf ist jedoch aus ökologischer Sicht ein problematischer Rohstoff. Denn für die Gewinnung von Torf müssen Moore zerstört werden. Diese sind nicht nur ein Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten, sondern auch wichtige CO2-Speicher. Werden sie zerstört, gelangen die bis dato gespeicherten CO2-Mengen hingegen in die Atmosphäre. Mehr dazu erfährst du hier: Torffreie Erde: Darum ist Torf ein Problem

Wie du deine eigenen Erde ganz ohne Torf herstellen kannst, zeigen wir dir in diesem Artikel: Torffreie Erde selber machen: Anleitung für nachhaltige Erde.

Vermeide Plastik

Greife im Garten möglichst zu plastikfreien Hilfsmitteln!
Greife im Garten möglichst zu plastikfreien Hilfsmitteln!
(Foto: CC0 / Pixabay / Goumbik)

Um möglichst nachhaltig zu gärtnern, solltest du versuchen, deinen Plastikverbrauch im Garten zu reduzieren. Setze zum Beispiel auf plastikfreies Gartenwerkzeug mit Holzgriffen und verzichte auf Kunststoffnetze oder Plastiktöpfe.

Ist es doch einmal unumgänglich ein Hilfsmittel aus Plastik zu erwerben, solltest du darauf achten, dieses möglichst lange zu nutzen. Du kannst auch gebraucht Gartenwerkzeug kaufen und ihm so ein zweites Leben geben.

Bio-Gärtnern: Lasse den Garten wachsen

Lege einige wilde Ecken im Garten an, die Insekten und Vögel anlocken.
Lege einige wilde Ecken im Garten an, die Insekten und Vögel anlocken.
(Foto: CC0 / Pixabay / silviarita)

Nach unserem modernen Verständnis eines Gartens sollte dieser in erster Linie eine „grüne Oase“ für Menschen, nicht unbedingt für Tiere und Pflanzen darstellen. Beim Bio-Gärtnern sieht dies hingegen anders aus. So lebst du dabei mit der Natur und passt den Garten nicht nur deinen eigenen Bedürfnissen an.

Deshalb solltest du darauf verzichten, große Flächen im Garten zuzupflastern, um zum Beispiel Wege oder Terrassen anzulegen. Achte stattdessen darauf, dass die grünen Flächen im Garten überwiegen und integriere Sitzecken und kleine Pfade nur in Maßen in deinen Bio-Garten. Du kannst dir mit Rasengittern oder Rasenkantensteinen behelfen.

Achte zudem darauf, wilde Ecken im Garten anzulegen. Das sind kleine Wiesenstücke, die du einfach wachsen lässt. Die natürlich wachsenden Gräser und Blumen sehen nicht nur schön aus, sondern locken zahlreiche Insekten an und fördern damit den Artenschutz. Auch ein Blühstreifen erfüllt den Zweck.

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