Schädlinge im Garten natürlich bekämpfen: 4 Tipps

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Schädlinge im Garten gibt es viele. So wirst du die Blattläuse, Schnecken, Wespen und andere Störenfriede nachhaltig und ganz ohne Chemie los.

Ob Hobbygärtner oder Profi – Schädlinge können die harte Arbeit, die du in deinen Garten gesteckt hast, im Nu zunichte machen. Sie greifen Pflanzen an, zerfressen sie oder schwächen sie so sehr, dass sie nach einiger Zeit absterben.

Gegen Schädlinge im Garten sind unzählige chemische Mittel auf dem Markt. Doch gegen die meisten der Störenfriede helfen auch ganz natürliche Mittel gut. Natürliche Schädlingsbekämpfer sind nicht nur deutlich günstiger, da du sie selbst herstellen kannst. Du schützt mit ihnen auch die Umwelt und bewahrst diese vor einer weiteren Verschmutzung durch giftige Chemikalien. 

Schädlinge im Garten mit anderen Pflanzen vertreiben

Der Duft von Lavendel vertreibt Schädlinge.
Der Duft von Lavendel vertreibt Schädlinge.
(Foto: CC0 / Pixabay / congerdesign)

Die wohl nachhaltigste Methode, lästige Schädlinge im Garten zu vertreiben: Pflanzen anbauen, die den Schädlingen nicht gefallen. Während wir Menschen die ätherischen Öle vieler Blumen und Kräuter meist als angenehm duftend empfinden, können sie zahlreiche Insekten wie Mücken, Wespen und Ameisen vertreiben. Auch gegen Schnecken, Mäuse und Ratten können die richtigen Pflanzen helfen. Eine Übersicht an Pflanzen, die Schädlinge vertreiben:

  • Basilikum hält Fliegen und Wespen fern
  • Lavendel ist ein Hausmittel gegen Motten (wirkt auch getrocknet, etwa in Form von Lavendelsäckchen zwischen der Kleidung)
  • Zitronenmelisse, Rosmarin und Ringelblume halten Mücken fern
  • Minze hilft gegen Ameisen, Mäuse und Ratten
  • Bohnenkraut hilft gegen Blattläuse
  • Salbei vertreibt Raupen, Schnecken und Blattläuse 

Schädlinge im Garten mit Gewürzen bekämpfen

Ameisen werden von Zimtgeruch vertrieben.
Ameisen werden von Zimtgeruch vertrieben.
(Foto: CC0 / Pixabay / 5389939)

Ganz ähnlich wirken Gewürze. Sie vertreiben Schädlinge ebenfalls mit ihrem Geruch. Zwei Beispiele für wirksame Gewürze gegen Schädlinge und wie du sie anwendest: 

Oregano gegen Motten und Blattläuse:  

  • Gegen Motten im Haus gibst du bis zu drei gehäufte Esslöffel getrockneten Oregano in ein luftdurchlässiges Duftsäckchen (eine ausgediente Socke tut es genau so) und platzierst dieses in deinem Kleiderschrank oder Küchenregal. Der Duft wird die Schädlinge ganz natürlich fernhalten.
  • Um Blattläuse zu beseitigen, gib etwa zehn bis 15 Gramm getrockneten Oregano auf einen Liter kochendes Wasser und lasse den Sud ziehen. Sobald er abgekühlt ist, füllst du ihn durch ein feines Sieb oder Küchentuch in eine Sprühflasche. Die mit Blattläusen betroffenen Pflanzenteile kannst du nun bei Bedarf mit dem Oreganosud besprühen. Die kleinen Schädlinge werden die Pflanze schnell verlassen. 

Zimt gegen Ameisen: Der starke Geruch von Zimt vertreibt Ameisen wirksam. Verteile Zimtpulver an Beeträndern, um Blumentöpfe oder auf dem Boden rund um den Balkon, um die kleinen Insekten in Schach zu halten.

Pflanzensud gegen Schädlinge im Garten

Gegen Kartoffelkäfer hilft ein Sud aus Minze und Farn.
Gegen Kartoffelkäfer hilft ein Sud aus Minze und Farn.
(Foto: CC0 / Pixabay / 272447)

Eine weitere nachhaltige Möglichkeit, Schädlinge im Garten loszuwerden, ist selbst gemachter Pflanzensud. Dieser lässt sich kostengünstig in großen Mengen selbst herstellen und einfach anwenden.

Zwei effektive Methoden:

  • Knoblauch-Chili-Sud gegen Blattläuse: Die Schärfe von Chili und Knoblauch vertreibt Blattläuse. Für den Sud zerkleinerst du eine Handvoll frische Chili und Knoblauchzehen und übergießt sie mit einem halben Liter kochendem Wasser. Lasse den Sud abkühlen. Zur Anwendung des Chili-Knoblauch-Suds verdünnst du ihn noch einmal im Verhältnis eins zu zehn mit klarem Wasser und füllst ihn in eine Sprühflasche um. Besprühe damit die befallenen Pflanzenteile. Praktisch: Chili-Knoblauch-Sud wirkt nicht nur gegen Blattläuse. Er ist gleichzeitig ein effektives Mittel gegen Pilzbefall. 
  • Brühe aus Minze und Farn gegen Kartoffelkäfer: Mit dem selbst gemachten Pflanzensud kannst du den zerstörerischen Käfern zu Leibe rücken, ohne sie zu töten. Am besten wirkt der Minz-Farn-Sud, wenn du ihn mehrfach morgens und abends auf die Pflanzen sprühst. Mehr dazu hier: Kartoffelkäfer erkennen und bekämpfen – mit natürlichen Mitteln

Schädlinge im Garten mit Nützlingen bekämpfen

Marienkäfer fressen Blattläuse.
Marienkäfer fressen Blattläuse.
(Foto: CC0 / Pixabay / Efraimstochter)

In der freien, unberührten Natur halten sich die verschiedenen Populationen an Tieren und Pflanzen meist gegenseitig im Gleichgewicht. Dieses Prinzip kannst du in deinem Garten weiterführen, wenn bestimmte Schädlinge beginnen, sich aufgrund fehlender Fressfeinde stark auszubreiten. Drei Beispiele:

  • Marienkäfer gegen Blattläuse: Hast du mit verstärktem Blattlausbefall im Garten zu kämpfen, kannst du den Schädlingen mit ihren natürlichen Fressfeinden den Garaus machen: Marienkäfer. Die hübschen Käfer kannst du laut NABU im Gartenfachhandel erwerben oder online bestellen und rund um die befallenen Pflanzen aussetzen. Marienkäfer fressen liebend gerne Blattläuse. Aber auch Gallmückenlarven und andere Schädlinge stehen auf ihrem Speiseplan. Bedenke bitte: Marienkäfer zu bestellen kann in einigen Fällen sinnvoll sein, bedeutet für die Tiere aber Stress. Versuche daher wenn möglich, die kleinen Käfer zunächst natürlich anzulocken, indem du Pflanzen anpflanzt, die Marienkäfer lieben. Dazu gehören beispielsweise Ringelblume, Kornblume oder Minze
  • Raubmilben gegen Schädlinge im Garten: Raubmilben sind Spinnentiere, die Schädlinge wie Fliegenlarven, Mückenlarven und Milben vertilgen. Die winzig kleinen Tiere werden nur etwa einen halben Millimeter groß, fressen sich aber in rasender Geschwindigkeit die Schädlinge. Raubmilben kannst du online bestellen. Mit einem beigelegten Pinsel kannst du die mikroskopisch kleinen Nützlinge verteilen.
  • Nematoden gegen Schädlinge: Gegen bestimmte Schädlinge wie den Buchsbaumzünsler oder Engerlinge hat sich der Einsatz von Nematoden bewährt. Die winzigen Fadenwürmer leben unter der Erde und ernähren sich hier bevorzugt von Larven und Engerlingen. Die Entstehung von Schädlingen wird so natürlich durch sie begrenzt. Achtung: Auf bestimmte Pflanzen wie Kartoffeln, Spinat oder Rüben können Nematoden kontraproduktiv wirken. Achte darauf, dass du die Nützlinge nur verwendest, wenn du keine der gefährdeten Pflanzen in der Nähe hast. Ansonsten schütze diese Pflanzen zumindest, indem du sie etwa mit organischem Dünger widerstandsfähiger machst.

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