Haarpflege: Die besten Tipps für schönes und gesundes Haar

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Haarpflege ist oft eine tägliche Prozedur aus Waschen, Shampoonieren, Föhnen, Einsprühen und Stylen. Dabei greifen viele zu Produkten, die mehr schaden als pflegen. Erfahre hier wie du natürlich schönes und gesundes Haar bekommst.

Haarpflege: Auf individuelle Bedürfnisse achten

Haare sind so individuell wie ihre Träger und haben deswegen auch sehr unterschiedliche Bedürfnisse. Die Beauty-Industrie hat deshalb einen Markt geschaffen, der so übersättigt mit verschiedensten Haarpflege-Produkten ist, dass man häufig die Orientierung verliert.

Und obwohl uns für jedes unserer Haarprobleme eine angebliche Lösung in Form von Shampoo, Conditioner, Maske oder Kur im Supermarktregal geboten wird, sind wir meist trotzdem nicht zufrieden mit unseren Haaren? Immer gibt es noch mehr zu verbessern und zu verändern, weil immer neue Produkte noch mehr versprechen.

Auf Dauer kann dieses Zuviel an Pflege Haare und Kopfhaut mehr schaden als ihnen Gutes tun. Unsere Haare gewöhnen sich daran, werden stumpf, oder fetten zu schnell nach, was wir mit noch mehr Waschen versuchen zu beheben. 

Wenn du das Gefühl hast, dass du trotz aller Pflege nicht die individuellen Bedürfnisse deiner Haare erfüllen kannst, könnten dir folgende Tipps helfen, um eine natürlich schöne und gesunde Haarpracht zu bekommen.

Tipp 1: Fettige Haare? Weniger waschen!

Bei fettigen Haaren sollte man die Haarwäsche hinauszögern
Bei fettigen Haaren sollte man die Haarwäsche hinauszögern
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Experten sind sich uneinig darüber, wie häufig Haare gewaschen werden sollten. Jedoch raten sie von einer täglichen Haarwäsche mit Shampoo ab. Das tägliche Säubern mit Shampoo kann nämlich die Fettproduktion in den Talgdrüsen in der Kopfhaut anregen, um so das ständige Entfernen der natürlichen Fette zu kompensieren.

Es ist also ein Teufelskreis: Die fettigen Haare werden gewaschen, produzieren danach vermehrt Fett, um das Gleichgewicht wiederherzustellen, und du möchtest am liebsten die Haare gleich wieder von dem Fett befreien und waschen.

Dabei ist die Fettproduktion ein natürlicher Vorgang, der auch wichtig für schönes und gesundes Haar ist. Das, was wir als Fett in den Haaren bezeichnen, ist Talg, der über die Kopfhaut abgesondert wird und sich wie eine Schutzschicht um die Haare legt. Durch Talg wird der Haarschopf erst geschmeidig und glänzend. Tatsächlich aber produzieren bei vielen Menschen die Talgdrüsen etwas zu viel des Guten und die Haare werden schnell zu fettig. Das kann viele Ursachen haben, z.B. Umwelteinflüsse, Hormone, oder die falsche Pflege. 

Um der Überproduktion der Talgdrüsen entgegenzuwirken, hilft es daher, auch bei fettigen Haaren nicht sofort zu waschen, sondern ein paar Tage zu warten. Denn dadurch werden die Talgdrüsen nicht weiter angeregt und produzieren weniger Fett. Die Haare vom täglichen Waschen zu entwöhnen kann mehrere Wochen dauern, doch nur so kann sich deine Talgproduktion regulieren.

Haarpflege-Tipp 2: Wenn waschen, dann richtig

In vielen Haarpflegeprodukten steckt Chemie. Dabei kann reines Öl, z.B. Olivenöl, auch sehr pflegend sein
In vielen Haarpflegeprodukten steckt Chemie. Dabei kann reines Öl, z.B. Olivenöl, auch sehr pflegend sein
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Egal, ob du deine Haare nun mehrere Male oder nur ein Mal die Woche wäschst: Wichtig ist, dass du dabei Produkte verwendest, die möglichst wenige synthethische Stoffe enthalten, denn diese sind häufig bedenklich für die Gesundheit des Körpers, als außerdem Gift für die Umwelt.

Konventionelle Kosmetik greift zu Stoffen wie Natriumlaurylsulfat, Propylenglykol, Polyethylenglycol und Parabene. Propylenglykol, zum Beispiel, ist ein Erdölderivat, welches Feuchtigkeit binden soll. Es hat jedoch auch eine hautreizende Wirkung und kann allergische Hautreaktionen hervorrufen. Weiterhin besteht die Gefahr, dass die Haut mit der Zeit durchlässiger wird für weitere Giftstoffe in anderen Hautpflegeprodukten, die sich dann im Körper ansammeln könnten.

Ein anderes kritisches Thema bei Shampoo sind die oft verwendeten Silikone in konventionellen Produkten. Silikone sorgen dafür, dass widerspenstiges und trockenes augenscheinlich versorgt und gepflegt wird, denn sie legen sich wie eine Schicht um die einzelnen Haare. Dadurch erscheinen sie glatt, glänzend und voluminös.

Unter dieser Schicht geht es den Haaren aber meistens nicht gut, denn sie verhindert, dass wirklich pflegende Stoffe, Feuchtigkeit und Fett in die Haare eindringen können. Zunächst sorgen Silikone also für oberflächlichen Glanz und Geschmeidigkeit, aber auf Dauer führen sie zu einer Unterversorgung der Haare mit wichtigen pflegenden Stoffen, wodurch sie porös und trocken werden. 

Beachte deswegen bei der Haarwäsche: 

  • Greif zu Naturkosmetik-Shampoos: sie verzichten auf Silikone, Mineralöle und Parabene, verwenden keine synthetischen Duft-, Farb- und Konservierungsstoffe und reinigen mit milden Tensiden pflanzlichen Ursprungs und mit rein pflanzlichen Extrakten aus kontrolliert biologischem Anbau
  • Achte bei deinem nächsten Shampoo-Kauf also auf Naturkosmetik: Entsprechende Siegel, z.B. das Natrue-Siegel, geben Orientierung. Auch die Codecheck-App hilft, bedenkliche Inhaltsstoffe zu erkennen.
  • Probiere als Alternative die sogenannte „No Poo“-Methode, lasse also Shampoo komplett weg. Stattdessen kannst du Lava- oder Heilerde, Roggenmehl, Kaffee oder Kastanien nutzen, um die Haare zu waschen. Diese Methode erfordert einiges an Ausprobieren und eine längere Umgewöhnungsphase, ist aber eine gute Alternative für alle, die eine sehr empfindliche Kopfhaut haben oder einfach nur Plastikverpackungen reduzieren möchten.

Grundsätzlich gilt beim Haarewaschen:

  • Nicht zu viel des Produkts verwenden, nicht zu heiß waschen.
  • Die Haare nicht zu grob mit dem Handtuch trocken rubbeln.
  • Auf Föhnen entweder ganz verzichten oder nur mit niedriger oder mittlerer Temperatur föhnen.

Auch was nach dem Waschen an die Haare kommt sollte gut überlegt sein: Viele Haaröle sind alles andere als Mischungen natürlicher Öle, sondern enthalten oftmals Silikonöle, die das Haar beschweren und verschließen statt sie tatsächlich zu pflegen. Alternativen sind pure Öle wie Olivenöl oder Arganöl.

Tipp 3: Auf zu viele Stylingprodukte verzichten

Für jedes Haarproblem ein Produkt - doch sie sollten sparsam eingesetzt werden
Für jedes Haarproblem ein Produkt – doch sie sollten sparsam eingesetzt werden
(Foto: CC0 / Pixabay / devrawat21)

Haare glätten, locken, voluminöser oder griffiger machen? Klar, geht alles mit diversen Gerätschaften und Stylingprodukten. Kurzfristig kannst du damit deine Haare in die Form bringen, die für dich am besten und schönsten erscheint. Doch auf lange Sicht können Styling und Stylingprodukte dem Haar schaden. 

Das liegt zum einen daran, dass Geräte wie Glätteisen und Lockenstab mit extrem hoher Hitze arbeiten, die es erst ermöglicht, dass die Haare in Form gebracht werden und auch für einige Stunden so bleiben. Wenn du deine Haare zu oft diesen hohen Temperaturen aussetzt, kann es sein, dass sie schneller Spliss oder Trockenheit entwickeln.

Zum anderen steckt in vielen Produkten ein wahrer Chemiecocktail, den du so nie deinem Körper zuführen würdest. Auch versteckt in Haarspray und Schaumfestiger kann er der Gesundheit schaden.

Haarsprays enthalten beispielsweise Filmbildner. Diese Wirkstoffe legen sich um die Haare und halten sie so in der gewünschten Form. Aber weil sie im Spray gelöst sind und als Mikropartikel versprüht werden,  können sie auch eingeatmet werden und dadurch in die Lunge gelangen. Besonders Menschen, die ohnehin Probleme mit Atemwegen haben, sollten sich deshalb von Haarspray fernhalten. 

Alternativen zu Sprays sind Schaumfestiger und Gele. Hierbei solltest du aber auch ganz genau auf die Inhaltsstoffe achten und am besten zertifizierte Naturkosmetik kaufen.

Grundsätzlich gilt aber bei allen Stylingprodukten, dass sie möglichst sparsam eingesetzt werden sollten. Sie können nämlich die körpereigene Talgproduktion aus dem Gleichgewicht bringen und zu trockener Kopfhaut führen. Der Alkohol in Haargel entfettet die Kopfhaut, silikonhaltige Produkte verhindern die Hautatmung und Haarspray reizt und trocknet die Kopfhaut zusätzlich aus. All dies kann dazu führen, dass du dich mit deinen Haaren und deiner Kopfhaut eher unwohl als schön fühlst.

Haarpflege-Tipp 4: Individuelle natürliche Haarkuren selber machen

Honig ist ein guter Bestandteil für natürliche Haarkuren
Honig ist ein guter Bestandteil für natürliche Haarkuren
(Foto: CC0 / Pixabay / moho01)

Um schöne und gesunde Haare zu bekommen, musst du nicht unbedingt teure Produkte aus der Drogerie kaufen. Die meisten Produkte versprechen mehr als sie tatsächlich leisten und kommen mit chemischen Wirkstoff-Cocktails daher. Alternativen zu den gängigen Markenprodukten sind selbstgemachte Pflegeprodukte. Du kannst selber entscheiden, mit was du deine Haare waschen und pflegen möchtest.

Haarkuren kannst du ganz einfach und mit wenigen Zutaten selbst machen. Das geht schnell und kostengünstig und für jede Haarbedürfnisse kannst du eine eigene Mischung anrühren. Für krauses Haar eignen sich zum Beispiel Honig und Weizenkeimöl. Kokosöl ist eine gute Beautywaffe gegen Spliss. Bei fettigem Haar kannst du zu Meersalz greifen.

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