Hirse: Wissenswertes über das gesunde und glutenfreie Getreide

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Hirse enthält viele gesunde Inhaltsstoffe, die aber von Sorte zu Sorte variieren. In einigen Teilen Afrikas und Asiens ist Hirse noch heute ein Grundnahrungsmittel – auf Deutsch heißt Hirse „Sättigung“.

Hirse: Was die Farbe über die Inhaltsstoffe verrät

Hirse ist nicht gleich Hirse: Es gibt das gesunde Getreide in verschiedenen Farben und jede Hirsesorte hat etwas andere Inhaltsstoffe. So enthält gelbe Hirse besonders viel Beta-Carotin und rote und braune Hirse mehr Antioxidantien. Glasig-weiße Hirse ist dagegen reich an Eiweiß. Von folgenden gesunden Inhaltsstoffen stecken aber in allen Hirsesorten besonders viel:

Da gerade Kinder und Babys die Aminosäure Leucin aus der Hirse benötigen, ist Hirsebrei ein beliebtes Lebensmittel für Babys und Kleinkinder. Allerdings darfst du Hirse nicht roh essen, da einige Enzyme in der Hirse ungekocht giftig sind. Vor dem Kochen solltest du Hirse einweichen, um den Stoff Phytin herauszulösen. Er blockiert die Aufnahme von wichtigen Nährstoffen, wie zum Beispiel Eisen und Zink.

Hirse hilft bei Diabetes

Hirse-Ernte in Indien: Die Schale muss vom Korn getrennt werden.
Hirse-Ernte in Indien: Die Schale muss vom Korn getrennt werden. (Foto: CC0/Pixabay/sarangib)

Wie Wissenschaftler der Memorial University of Newfoundland (Kanada) herausgefunden haben, kann Hirse eine zu hohe Insulin-Ausschüttung verhindern. Das macht das Getreide besonders attraktiv für Diabetiker. Auch Forscher der University of Agricultural Sciences schreiben Hirse eine positive Eigenschaft für Diabetiker zu: Eine Hirsekur über 28 Tage könne den Blutzuckerspiegel senken und den HDL-Cholesterinspiegel anheben.

Macht Hirse schlank?

Die Kombination aus Aminosäuren und komplexen Kohlenhydraten macht Hirse zu einem echten Schlankmacher. Denn Hirse sättigt lange und hat auf 100 Gramm nur 114 Kilokalorien. Viele Ballaststoffe und der hohe Eiweißgehalt beugen Heißhunger-Attacken vor.

Beauty-Geheimnis „Hirse“

Hirse ist gesund und glutenfrei.
Hirse ist gesund und glutenfrei. (Foto: CC0 / Pixabay / sarangib)

Schöne Haare durch Hirse? Tatsächlich ist Hirse reich an Silizium, das für schöne Haut, Haare und Nägel sorgt. So kann Hirse gegen trockene Haut helfen und auch das Bindegewebe straffen. Sogar die Haare kann Hirse stärken.

Hirse unterstützt auch das Immunsystem und kann so vor Grippe schützen. Wer bereits einen grippalen Infekt hat, bekommt ebenfalls Hilfe durch die Hirse: Im Gegensatz zu anderen Getreidearten bildet Hirse keinen Schleim, unterstützt außerdem die Produktion von Antikörpern und reguliert das Immunsystem.

Ist Hirse ein Vollkornprodukt?

Wer an einer Glutenunverträglichkeit leidet, kennt Hirse wahrscheinlich schon. Denn das Getreide ist frei von Gluten und wird geschält verkauft, genau wie Hafer und Gerste. Somit ist Hirse kein richtiges Vollkornprodukt, hat aber viele Eigenschaften eines Vollkorngetreides. Denn die Nährstoffe sind (anders als bei anderen Getreidesorten) im gesamten Korn verteilt. Das macht Hirse ähnlich gesund wie richtiges Vollkorngetreide. Du erhältst Hirse in ganzen Körnern, als Hirsemehl, Hirseflocken und Hirsegrieß.

Ausnahme: Braunhirse ist ein echtes Vollkornprodukt, da die Körner mit der Schale zu Mehl verarbeitet werden.

Wie nachhaltig ist Hirse?

Hirse braucht nur wenig Wasser und ist robust.
Hirse braucht nur wenig Wasser und ist robust. (Foto: CC0 / Pixabay / dimitrisvetsikas1969)

Oft stammt Hirse aus China, Kanada und den USA und wird zu uns nach Deutschland importiert. Das sorgt für eine schlechte CO2-Bilanz und betrifft auch häufig Bio-Hirse. Dabei lässt sich Hirse auch in Deutschland anbauen, wie einige Betriebe (z. B. die Spreewälder Hirsemühle) unter Beweis stellen.

In ökologischer Landwirtschaft werden oft alte, einheimische Sorten angebaut und so die Artenvielfalt gefördert. Hirse braucht nicht viel Wasser und ist sehr widerstandsfähig. Das macht den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln überflüssig, weshalb sich Hirse gut für die ökologische Landwirtschaft eignet. Die Halme der Hirsepflanze lassen sich zudem oft als Naturfasern weiterverwenden.

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(1) Kommentar

  1. Möchte nur mal anmerken, dass Silizium nicht ausschließlich für schöne Haare und Haut zuständig ist, wie das immer so hervorgehoben wird, sondern es unterstützt und stärkt auch das Bindegewebe. Da es unter anderem die inneren Organe umhüllt ist es dafür zuständig, alles an seinem Platz zu halten sozusagen.

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