Präsentiert von:

Klimaneutraler Versand: Wer bietet ihn an? Was bringt er?

© contrastwerkstatt - Fotolia.com

Klimaneutraler Versand soll sicherstellen, dass beim Transport von Päckchen oder Paketen keine unnötigen Umweltkosten entstehen. Doch nicht alle Transportanbieter sind gleich empfehlenswert. Wir geben eine Übersicht über die Angebote und sagen dir, worauf du achten solltest.

Warum ist klimaneutraler Versand überhaupt nötig? Ganz einfach: Weil Energie aufgewendet werden muss, um Gegenstände zu bewegen. Dabei entsteht normalerweise ein CO2-Ausstoß, vor allem dann, wenn beim Transport fossile Energieträger verbrannt werden, wie das beim Auto oder Flugzeug der Fall ist. Zu viele CO2-Emissionen belasten aber die Umwelt und gefährden auf lange Sicht das Klima und damit Leben auf der Erde.

Damit ein Produkt oder eine Dienstleistung, wie das Zustellen eines Pakets, sich klimaneutral nennen kann, darf sie also keine Klimagase verursachen. Dazu gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder versucht der Hersteller oder Anbieter, CO2-Emissionen von Anfang an zu vermeiden, oder er muss seinen CO2-Ausstoß nachträglich kompensieren. Das gilt auch für den klimaneutralen Versand, wo normalerweise beide Möglichkeiten kombiniert werden.

Klimaneutraler Versand: Vermeiden geht vor kompensieren

Die erste Option, den Ausstoß von Klimagasen zu verringern, ist aus ökologischer Sicht der bessere Weg. Klimagase können nicht schädlich wirken, wenn sie gar nicht erst entstehen. Und Emissionen ‚zurückzuholen‘, wenn sie erst einmal verursacht wurden, ist nur mit Einschränkungen und im Nachhinein möglich.

Einen klimabewussten Versand erkennst du deshalb daran, dass Pakete über längere Strecken mit dem Zug oder per Schiff transportiert werden, und dass innerhalb von Städten ein (elektrisches) Lastenfahrrad oder Elektrofahrzeug zum Einsatz kommt, das mit Ökostrom betankt wird. Eine Umweltbelastung beim Versand lässt sich so teilweise oder sogar ganz vermeiden. Bei den Zustellfahrzeugen können natürlich auch andere umweltfreundliche Antriebe (Erdgas, Wasserstoff) eine Rolle spielen; so gab die Deutsche Post beispielsweise im Mai 2019 bekannt, zukünftig auch Zustellfahrzeuge mit Brennstoffzellen-Antrieb entwickeln zu wollen.

Werden Emissionen nicht vermieden, bleibt nur, die schädlichen Klimagase nachträglich an anderer Stelle wieder auszugleichen. Dies geht allerdings nur rechnerisch, indem ein Unternehmen beispielsweise an Klimaschutzprojekte spendet oder in Wiederaufforstung investiert. Damit wird anderswo CO2 eingespart oder aus der Atmosphäre gebunden, das sich die Firma dann anrechnen lassen kann. Aber: „Die CO2-Vermeidung durch Kompensation ist sehr billig und spiegelt nicht die realen Schadenskosten wieder“, wie die Deutsche Umwelthilfe schreibt.

Dennoch: Ein klimaneutraler Versand über längere Strecken lässt sich bislang nur mithilfe solcher CO2-Kompensationen erreichen, weil es zwischen Städten oder gar Ländern noch keine etablierten Transportmethoden gibt, die ganz ohne den Ausstoß von Treibhausgasen auskommen. Um Pakete über längere Wege zu transportieren, sind innerhalb Europas immer noch Dieseltransporter die Norm.

Deutsche Post DHL Streetscooter
Der StreetScooter fährt inzwischen in vielen Versionen (© Deutsche Post/DHL) (© Deutsche Post DHL)

Die Deutsche Post/DHL beispielsweise kombiniert die beiden oben genannten Methoden, um CO2 zu reduzieren: Innerhalb von Städten setzt die Post verstärkt auf elektrische Streetscooter und Lastenräder, während sie Emissionen, die beispielsweise im Flugverkehr entstehen, durch den Erwerb von CO2-Gutschriften ausgleicht.

Klimaneutraler Versand: 5 Paket-Anbieter im Vergleich

Hier erfährst du, was die fünf großen Paket-Dienstleister in Deutschland – DPD, DHL, GLS, Hermes und UPS – für einen klimafreundlichen Versand tun (oder auch nicht …), und welche Angebote du dort jeweils nutzen solltest. So kannst du eine informierte Wahl treffen, wenn du das nächste Mal ein Paket aufgibst.

DPD – Marktführer im Ausgleichen

Memo Paketzustellung Elektro Lasten-Fahrrad DPD
In der Nürnberger Innenstadt liefert DPD mit dem Lastenrad (© DPD)

Der Paketdienst DPD hat sich eine konzernweite Nachhaltigkeitsstrategie mit dem Titel „DrivingChange“ verordnet. Nach eigenen Angaben gleicht DPD nicht vermeidbare Transportemissionen vollständig aus, indem die Firma in Projekte zu erneuerbaren Energien und zur nachhaltigen Energieerzeugung investiert. Laut dem international operierenden Logistikanbieter konnten auf diese Weise im Jahr 2018 fast 1 Milliarde Tonnen CO2-Äquivalente kompensiert werden. Im Transportbereich ist DPD damit Spitzenreiter.

Bislang scheint DPD seine Umweltziele aber vor allem zu erreichen, indem der Konzern nachträglich Geld auf ein Problem wirft, das er selbst (mit)verursacht hat. Bei der technischen Ausstattung der eigenen Zustellfahrzeugen sieht das Bild nämlich nicht mehr so beeindruckend aus: Laut CSR-Bericht 2018 (Link) besteht erst 1 % der DPD-Flotte aus „alternativen“ Fahrzeugen – also aus solchen, die nicht mit Verbrennungsmotor betrieben werden.

Und: DPD arbeitet, was die Zustellung vor Ort betrifft, in großem Umfang mit Subunternehmern. Deren Arbeitsbedingungen und Löhne standen in der Vergangenheit immer wieder in der Kritik. Auch wenn faire Arbeit nicht direkt mit Klimaneutralität zu tun hat, darf du das mitbedenken, wenn du ein DPD-Paket aufgibst.

Das kannst du tun: Nichts, bei DPD ist jedes Paket klimaneutral.

Empfehlung: ⚫⚫⚪

Link: Paket mit DPD versenden

DHL – Inlands-Pakete immer klimaneutral

DHL Klimaneutral versenden
DHL versendet innerhalb Deutschlands klimaneutral (Foto: CC0/Unsplash)

Pakete von Privatkunden verschicken Deutsche Post/DHL unter dem Label „GoGreen“ innerhalb Deutschlands standardmäßig klimaneutral. Für Sendungen ins Ausland wird für den klimaneutralen Versand mit „GoGreen“ ein Aufpreis fällig: Für die EU kommen 20 Cent, für den weltweiten Versand 70 Cent hinzu. Das erscheint fair.

Post/DHL verfolgen als einziger Versandkonzern eine plausible Doppelstrategie: Schädliche Emissionen sollen zum einen schon beim Transport verhindert werden; für Treibhausgase, die nicht vermieden werden können, werden zum anderen zertifizierte Klimaschutzprojekte (Link) unterstützt. Ihre Emission misst die Post nach dem anerkannten Methoden des Greenhouse Gas Protocol, die Berechnung und der Emissions-Ausgleich werden darüber hinaus von einem unabhängigen Prüfunternehmen verifiziert.

Auf der Straße machte die Post vor allem mit der Entwicklung des elektrisch betriebenen Streetscooter positiv von sich reden: Inzwischen werden fast 10.000 der umweltschonenden Kleintransporter genutzt, um in Deutschland Pakete auszuliefern.

Das kannst du tun: Beim Inlandsversand nichts, dein Paket ist bereits klimaneutral. Beim Auslandsversand buchst du „GoGreen“ gegen einen Aufpreis hinzu.

Empfehlung: ⚫⚫⚫

Link: Paket mit DHL versenden

GLS – Inlands-Pakete ebenfalls klimaneutral

Jan Böhmermann Neo Magazin Royale DHL Hermes
„Wir sind Versandsoldaten“: Böhmermann macht sich hier auch über GLS lustig. (Foto: Screenshot YouTube Neo Magazin Royale)

Auch GLS hat die Zeichen der Zeit erfasst und sich (wenn auch recht spät) an der Konkurrenz orientiert: Seit 1. Oktober 2019 stellt der Dienstleister alle Pakete in Deutschland klimaneutral zu, das dazugehörige Programm heißt auf gut Denglisch „KlimaProtect“.

Ausgeglichen werden die Emissionen, die durch den Transport anfallen, über den empfehlenswerten Anbieter Primaklima. Aktuell unterstützt GLS zwei zertifizierte Projekte in Bolivien und Indonesien. Positiv: Kompensieren konnten GLS-Kunden (allerdings gegen Aufpreis) sogar schon seit 2011.

Bei der Flotte hat GLS dagegen noch deutlich Luft nach oben. Laut dem aktuellsten Nachhaltigkeitsbericht 2016/17 (Link) verfügen von den 23.000 Lieferfahrzeugen und 3.700 Langstreckenfahrzeugen, die GLS täglich einsetzt, zurzeit nur rund 460 über alternative Antriebe. Das entspricht 1,7 % und ist damit immer noch besser als die Zahl, die DPD (siehe oben) nennt. Außerdem gut zu wissen: Auch GLS arbeitet in Deutschland ausschließlich mit Subunternehmern und stand deshalb erst letzten Monat (Link) unter Kritik.

Das kannst du tun: Beim Inlandsversand nichts, dein Paket ist bereits klimaneutral. Zum Auslandsversand warten wir noch auf Rückmeldung von GLS.

Empfehlung: ⚫⚫⚪

Link: Paket bei GLS aufgeben

UPS – CO2-neutral nur gegen Aufschlag

Auch die schicken UPS-Wagen, die immer etwas aussehen wie Geldtransporter, blasen CO2 in die Luft. Um die Emissionen auszugleichen, können deutsche Kunden einen pauschalen Zuschlag von zurzeit 12 Cent pro Paket entrichten. Die dazugehörige Option heißt „carbon neutral“, mit dem Geld werden laut UPS Projekte wie Wiederaufforstung, die Vernichtung von Methan und Deponiegasen sowie Abwasseraufbereitung unterstützt. Der Ausgleichszahlungen wurden durch die Schweizer Société Générale de Surveillance überprüft und sind von der CarbonNeutral Company zertifiziert.

Insgesamt zeigt der US-amerikanische Konzern aber nur unterdurchschnittliches Umwelt-Engagement und ist damit keineswegs auf Höhe der Zeit. Im Jahr 2018 stiegen die CO2-Emissionen von UPS im Vergleich zum Vorjahr sogar um 6 % an. Und: Ein Nachhaltigkeitsbericht ist auf der deutschen Website nicht einmal abrufbar – hochnotpeinlich für ein Unternehmen, das fast eine halbe Million Mitarbeiter hat.

Das kannst du tun: Den Service „Carbon Neutral“ dazubuchen.

Empfehlung: ⚫⚪⚪ (gerade noch)

Link: Paket bei UPS aufgeben

Hermes – kein CO2-neutraler Versand für Privatkunden

Der deutsche Paketdienst Hermes, der zur Otto Group gehört, hat bereits 2010 unter dem Namen „We do!“ ein ambitioniert klingendes Nachhaltigkeitsprogramm ins Leben gerufen. Mit gemischtem Erfolg: Obwohl die Otto-Gruppe in ihrem direkten Einflussbereich kräftig Emissionen einsparen konnte, blieben die absoluten CO2-Emissionen, bezogen auf das gesamte Hermes-Geschäft, in den letzten Jahren konstant (zu) hoch.

Eine zertifizierte Klimakompensation der selbstverschuldeten Umweltkosten bietet der Logistiker erst seit 2015 an; und das auch nur auf freiwilliger Basis und nur für professionelle Händler, die ihre Kunden über Hermes mit Möbeln und Elektrogeräten beliefern. Wie viele Händler davon Gebrauch machen, ist nicht bekannt. Von einem klimaneutralen Versand für Privatkunden ist in den Nachhaltigkeitszielen von Hermes dagegen bislang nicht die Rede – und das, obwohl einige dieser Ziele bis ins Jahr 2025 reichen.

Auch der Flottenumbau hin zu alternativen Antrieben schreitet nur langsam voran. In ihrem aktuellen Nachhaltigkeitsbericht 2017 (Link) begründet Hermes das damit, dass es „kaum adäquate Serienfahrzeuge“ und keine „ausreichende Infrastruktur mit Ladestationen“ gebe. Seltsam, dass die Konkurrenz von DHL bereits jetzt viele Tausend E-Fahrzeuge nutzt. Immerhin hat Hermes als Ziel ausgegeben, seine Pakete in den Innenstädten der 80 größten deutschen Städte emissionsfrei zuzustellen – im Jahr 2025.

Das kannst du tun: Nichts, klimaneutralen Versand für Privatkunden gibt es bei Hermes nicht. 

Empfehlung: ⚫⚪⚪

Link: Paket bei Hermes aufgeben

Wo kannst du klimaneutral online shoppen?

Da DHL, DPD und GLS bei den Paketdiensten gemeinsam auf 75 % Marktanteil kommen (Stand 2016), dürften inzwischen drei von vier Warensendungen innerhalb Deutschland klimaneutral erfolgen. Das ist eine gute Nachricht.

Einige grüne Unternehmen gehen sogar noch weiter: Der kleine Onlineshop Goodbuy.eu beispielsweise versendet sogar klimapositiv, indem er einen Teil seiner Einnahmen zusätzlich in Umweltschutzprojekte investiert. Grundsätzlich kannst du davon ausgehen, dass grüne und faire Shops mehr Wert auf klimaneutralen Versand legen als andere und sich beispielsweise auch Gedanken darüber machen, wie nachhaltig sie ihre Waren verpacken.

Denn auch bei Kartons und Verpackungsmaterialien macht es natürlich einen Unterschied, wie recyclingfähig das Material ist, und wie viel Plastik verwendet wird. Lies zu diesem Thema auch unsere Artikel zu nachhaltigen Verpackungen, zum verpackungsfreien Einkaufen und zum plastikfreien Einkaufen:

Klimaneutraler Versand löst nicht alle Probleme

So schön es ist, dass inzwischen die Mehrheit der Pakete in Deutschland klimaneutral zugestellt wird, so wenig sollten wir uns über eines täuschen: Wir lösen unsere Umweltprobleme nicht, indem wir in Zukunft zwar bei DHL, GLS oder DPD verschicken und bestellen, aber weiterhin so viel konsumieren wie zuvor.

Das gilt vor allem für unser Bestellverhalten: Denn wenn du dir ein Paket liefern lässt, kompensieren auch die umweltfreundlicheren Anbieter normalerweise nur die transportbedingten Emissionen für die Strecke zwischen dem Lager und deiner Haustür. Das ist unbedingt zu loben, pro Paket handelt es sich aber nur um Cent-Bruchteile, die in den CO2-Ausgleich fließen. Leider steht diese Summe in der Regel in keinem Verhältnis zu den Klimakosten, die das Produkt, das du bestellt hast, insgesamt verursacht. Sie fallen nämlich vor allem bei der Herstellung eines Artikels an und nicht beim Transport vom Lager zu dir.

Es sind also vor allem unsere Konsumgewohnheiten, die für immer mehr Treibhausgase auf der Erde sorgen. Unser Wirtschaftssystem macht es uns dabei nicht leichter: „Kostenloser Versand“ und „Zustellung am selben Tag“ gehören im Online-Handel inzwischen zu den gängigen Versprechen, ebenso die Gratis-Rücknahme von Artikeln. Die ökologischste Bestellung ist deshalb die, die du auf später verschiebst – oder auf die du sogar ganz verzichtest.

Tipps für einen umweltfreundlichen Versand

  • Frage dich, ob ein bestimmter Einkauf wirklich nötig ist. Lies dazu auch: 7 Tipps, die dir dabei helfen, weniger zu konsumieren
  • Viele Produkte lassen sich aus der näheren Umgebung leihen, statt sie (neu) zu bestellen.
  • Wenn du ein Paket erwartest, sollte es am besten schon beim ersten Zustellversuch bei dir landen. Mehr Zustellversuche verursachen mehr Klimagase.
  • Gib nach Möglichkeit Sammelbestellungen gemeinsam mit anderen Personen auf.
  • Bei Versendern wie Amazon kann es passieren, dass eine Bestellung in mehreren Teillieferungen ankommt. Das kann nicht sinnvoll sein, weil dafür fast immer längere Strecken zurückgelegt werden müssen als bei einer einzelnen Lieferung.
  • Online-Einkäufe von Anbietern aus China, Hongkong oder den USA solltest du meiden. Nicht nur wegen der langen Versandzeiten, sondern auch, weil die Klimakosten für den Versand unverhältnismäßig hoch sind.
  • Rücksendungen verursachen viele unnötig gefahrene Kilometer – vermeide sie nach Möglichkeit. Shops, die eine kostenlose Rücksendung über die gesetzlichen Vorgaben hinaus anbieten, wälzen letztlich einen Teil der Transportkosten auf die Umwelt ab – und damit auf uns alle.
  • Expressversand aus dem Ausland findet oft mit dem Flugzeug statt. Vermeide ihn, wenn es geht.
  • Meide Expressversand generell, weil er den Zustellern keine Zeit lässt, Pakete zu sammeln und gemeinsam auszuliefern.
  • Unterstütze keine Onlineshops mit deinem Einkauf, die sich nicht um Nachhaltigkeit bemühen. Wirf stattdessen einen Blick auf unserer Liste Die besten grünen Onlineshops.

Mitarbeit: Rudolf Krux

Weiterlesen auf Utopia.de:

** Links zu Bezugsquellen sind teilweise Affiliate-Links: Wenn ihr hier kauft, unterstützt ihr aktiv Utopia.de, denn wir erhalten dann einen kleinen Teil vom Verkaufserlös.

Gefällt dir dieser Beitrag?

Vielen Dank für deine Stimme!

Schlagwörter:

(8) Kommentare

  1. Liebe Autoren, liebe Leser
    ein schöne Beitrag mit vielen wertvollen Informationen. Vielen Dank dafür.
    Allerdings sind auch einige Fehler enthalten.
    Ihr schreibt: „Einen ökologischen Versand erkennt man zum Beispiel daran, dass er den Zustellern Zeit lässt, Pakete zu sammeln.“ Das ist Quatsch. Ein Versender hat keinerlei Einfluss auf die Logistig von DHL&Co.
    Unser ( http://www.bio-sportkleidung.de ) Zusteller fährt jeden Tag mit 150 bis 200 Paketen und verteilt diese in seinem Zustellgebiet. Wenn er 5 Tage sammeln würde, wie sollte er diese 1000 Pakete sortieren und wo lagern?

    Die Zustellung in der Stadt mit Fahrrad scheint eine ökologische Lösung zu sein. Sowas schreibt sich einfach, wenn man in der warmen Stube sitzt.
    Für unseren DHL-Zusteller müssten sicherlich 10 Fahrradfahrer rumflitzen. Das diese mindestens den Mindestlohn bekommen, versteht sich von selbst. Was ein Paketversand dann kosten würde, kann jeder selber errechnen.

    Ihr schreibt dann noch: „Shops, die eine kostenlose Rücksendung über die gesetzlichen Vorgaben hinaus anbieten, wälzen damit letztlich einen Teil der Transportkosten auf die Umwelt ab.“
    Das ist so nicht richtig. Die Rücksendung kann ebenfalls mit GoGreen erfolgen und damit CO2 neutral.
    Die 14 tägige Rücknahme ist eine gesetzliche Vorschrift, der sich kein Online-Shop entziehen darf. Ob diese vom Kunden oder vom Händler bezahlt wird, hat keinerlei Auswirkungen auf die Umwelt!
    ….oder was meint Ihr?
    schöne Grüße!
    Peter

  2. Wie seht ihr den Vergleich Lokaler Einzelhandel zu Online Shops/Versandhandel im Bezug auf die Ökobilanz?

    Es wird ha fern argumentiert, dass die Lieferung nach Hause und das Zurücksenden viel mehr CO2 produziert, als der Einkauf in der eigenen Stadt. Wenn aber jeder einzeln in die Stadt fährt, macht es das sicher auch nicht besser.

    Wo wird rein rechnerisch mehr CO2 produziert? Gibt es eine Studie über die Gesamtbilanz?

  3. Klingt auf den ersten Blick toll, ist bei näherem Hinsehen aber nichts als eine Mogelpackung:
    Die Emissionen entstehen so oder so beim Versand. Und die entstehenden werden anderswo nicht mal kompensiert, es werden lediglich anderswo Emissionen reduziert.
    Von Klima-Neutralität kann daher beiweitem keine Rede sein!
    Oder anders gesagt:
    Hier wird dem Bürger mit Halbwahrheiten etwas suggeriert, was faktisch so nicht vorhanden ist.
    Und Halbwahrheiten sind bekanntlich die schlimmeren Lügen:
    Eine verzerrte oder entstellte Wahrheit – und mindestens eine ganze Lüge dazu.

  4. Leider trüben unsere Erfahrungen das Bild etwas, welches hier von DPD entsteht. Wir betreiben den einen unverpackt Online-Shop namens Kornkiste. Anfangs haben wir mit DPD unsere Mehrweg-Versandboxen aus Resycling-Kunststoff versendet. Leider wurde immer öffter ein Zuschlag für Sperrgut für unsere Boxen berechnet. Nach längerem Hin und her ist der Stand nun so, dass wir von DHL eine schriftliche Bestätigung haben, dass die Boxen alle Standards zur reibungslosen Paket-Abfertigung erfüllen. DPD bleibt auf dem Standpunkt die Boxen mit Zuschlägen zu versehen. Der fadenscheinige Vorwand, die Boxen können nicht in jeder Lage gestapelt werden, da sie nicht 100% Quaderförmig sind.
    Nun versenden wir mit DHL und auch UPS hat keine Schwierigkeiten mit den Boxen. Bei Hermes gilt: Keine Kartonage = Sperrgut und somit teurer.
    Ich sehe das jetzt so, dass ein umweltfreundlicher Versand in Mehrweg-Boxen mit jedem Dienstleister möglich ist, aber DPD und Hermes erheben eine „Strafgebühr“

  5. bitte informiert euch vorher gründlich über Shops, mit denen ihr über Affiliate-Links zusammenarbeitet, zum Beispiel bei Trustpilot! „Ungenügend“ steht da nicht grundlos. Das wirft auch ein schlechtes Licht auf Utopia!

  6. Ich vermute, es ist umweltfreundlicher, wenn etwas eine längere Laufzeit haben darf. Dann müsste eine Bücher- und Warensendung (2-4 Tage, bis 1kg) bei der Deutschen Post auch klimafreundlicher sein. Ob die anderen Anbieter eine ähnliche Versandoption haben weiss ich nicht.

  7. Es spielt eine Rolle, ob ich in einer Großstadt lebe oder in einem Dorf. Internet-Versandhandel hat die Lebensqualität auf dem Land erheblich erhöht, die Auswahl wird nicht mehr durch das vorhandene Angebot am Wohnort bestimmt, sie ist überall dieselbe. Wer auf Internet sein Produkt vergleicht, wird nicht von einem Verkäufer belabert, der seine Ladenhüter loswerden will.
    Das soviel Kleidung und Schuhe übers Net bestellt werden ist mir, von Ausnahmen (versuch mal in einer ganz kleinen Stadt Vegane Schuhe zu kaufen) abgesehen, unverständlich. Aber dass so viel Ware wieder zurückgeschickt wird, muss ein Ende haben.
    Bei der Berechnung muss auch berücksichtigt werden, dass die Ware in den Laden gelangen muss und von dort zum Kunden. Viel wird in Sammelstellen zur Abholung bereitgehalten, wäre es sinnvoller, führen die Kunden in die nächste Großstadt?
    50 Pakete in einem Lieferwagen vs 50 Einzelfahrten.
    Bücher kann man herrlich online suchen und dann in der örtlichen Buchhandlung bestellen.
    Onlinehandel, Supermarkt oder Tante Emma Laden, das eigentliche Problem liegt im Konsum : brauchen wir diesen ganzen Mist eigentlich?