Stiftung Warentest: Atmosfair, Klima-Kollekte & Primaklima sind „sehr gut“

Fliegen CO2-Ausgleich Kompensation Test
Foto: Pixabay / CC0 / bilaleldaou

Schon jetzt reisen viele in den Sommerurlaub … und immer mehr Urlaubern wird auf einmal bewusst, dass Flugreisen das Klima schädigen. CO2-Ausgleich-Anbieter reduzieren den Schaden über Klimaschutzprojekte. Stiftung Warentest hat sich 6 Anbieter angesehen.

Der Deal ist einfach: Der Konsument zahlt Geld an spezielle Anbieter, die dafür sorgen, dass eine CO2-Kompensation stattfindet. Sie investieren zum Beispiel in Projekte mit erneuerbaren Energien (das reduziert anderorts Emissionen des Klimagases CO2) oder stecken Geld in die Aufforstung von Wäldern (das bindet CO2 aus der Atmosphäre in organischem Material).

Oft wird derlei CO-Ausgleich als Ablasshandel kritisiert, manche halten rein gar nichts davon. Für andere ist es bei aller Kritik besser als nichts, denn Verzicht kommt für viele Urlauber nicht in Frage. Ist das alles Schmu? Stiftung Warentest hat sechs Organisationen genauer untersucht.

CO2-Ausgleich bei Stiftung Warentest

Die März-2018-Ausgabe des Verbrauchermagazins Finanztest warf einen Blick auf die Anbieter Arktik, Atmosfair, Klima-Kollekte, Klimamanufaktur, Myclimate und Primaklima. Von diesen sechs Anbietern schnitten drei mit „sehr gut“ ab, ein weiterer ist „gut“. Zwei bekamen nur das Qualitätsurteil „ausreichend“: die Qualität der Kompensation sei nicht zufriedenstellend, so die Kritik. Die Transparenz sei gar „mangelhaft“, hieß es im Test.

Empfehlenswert sind laut Test die Anbieter

  • Atmosfair (0,6 / sehr gut),
  • Klima-Kollekte (1,1 / sehr gut) und
  • Primaklima (1,5 / sehr gut) sowie
  • Myclimate (2,2 / gut).

Der Preis für die Kompensation reicht von 5 Euro pro Tonne CO2 bis 23 Euro, entscheidend für das Testurteil war aber vor allem die Qualität der Kompensation.

Die besten Noten gab es für Projekte, die nach dem Gold-Standard (CER) ausgestellt sind, einem Gütesiegel für Klimaschutzprojekte in Entwicklungsländern. Verbraucher können den gewünschten CO2-Ausgleich über die Internetseiten der Anbieter abwickeln. Sie bieten einen Rechner, mit dem Verbraucher ermitteln können, wie viel CO2 bei ihrer Reise oder ihrer gesamten Lebensweise anfällt.

Den ausführlichen und lesenswerten Test zum CO2-Ausgleich findest du in der März-Ausgabe der Zeitschrift Finanztest und online unter test.de/co2-kompensation.

Aus unserer Sicht wichtige Anbieter wie Climate Fair und The Compensators blieben aussen vor – mehr dazu im Beitrag CO2-Kompensation: Warum du nicht mehr ohne Ausgleich reisen solltest.

Hintergrund CO2-Emissionen

Der Durchschnittsdeutsche produziert pro Jahr rund 11 Tonnen CO2, so Stiftung Warentest. Den größten Anteil daran hat unsere Heizung, gefolgt von Strom, Ernährung und Verkehr. Als Klimagas trägt CO2 wesentlich zum Klimawandel bei, denn es verhindert, dass Wärme ins Weltall entweicht. Details im Beitrag Klimawandel – Ursachen und Folgen im Check.

Weiterlesen auf Utopia.de:

Gefällt dir dieser Beitrag?

Vielen Dank für deine Stimme!

Schlagwörter:

(4) Kommentare

  1. in fernen ländern effizientere öfen zahlen und wälder aufforsten damit man seinen eigenen lebenstil nicht allzu sehr hinterfragen muss. wir sollten weniger fliegen und bei uns selbst anfangen was zu ändern! #noflypolicy

  2. Ich gebe ji444 100% recht. Man muss es aber drastischer formulieren. Jeder der heute noch für Vergnügungszwecke in den Flieger steigt, leistet einen nicht kompensierbaren Beitrag zur Klimakatastrophe. Kompensation ist besser als nichts aber keine Rechtfertigung zum Fliegen. Die Zeiten sanfter Botschaften ist abgelaufen, wir werden als Gesellschaft unser Klimaziel verfehlen und gerade das Wachstum im Flugverkehr hat einen erheblichen Beitrag daran. Wer fliegt, sollte wenigstens ehrlich zu sich sein.

** Links zu Bezugsquellen sind teilweise Affiliate-Links: Wenn ihr hier kauft, unterstützt ihr aktiv Utopia.de, denn wir erhalten dann einen kleinen Teil vom Verkaufserlös.