Gesundheitsgefahr: Welche Lebensmittel nicht auf den Grill gehören

Foto: © Utopia/Christian Riedel

Die Sommerzeit ist Grillzeit – allerdings machen viele dabei grundlegende Fehler. Wer die falschen Lebensmittel auf den Grill legt oder unpassende Utensilien verwendet, schadet seiner Gesundheit. Das solltest du nicht grillen.  

1. Mariniertes Grillgut direkt auf dem Rost

Eines der größten Gesundheitsrisiken beim Grillen: Wenn Fett vom Grillgut in die Glut tropft, können sogenannte „polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe“ (PAK) entstehen. Die Stoffe steigen über den Rauch auf, wer in der Nähe des Grills steht, kann sie einatmen. Laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung haben PAKs eine krebsauslösende Wirkung.  

Das bedeutet: Vor allem mariniertes Gemüse, Fleisch oder Käse solltest du nicht direkt auf den Grillrost legen, damit die Marinade nicht heruntertropft. Nutze stattdessen eine Grillschale – idealerweise eine Mehrweg-Schale. Einweg-Produkte verursachen nur unnötigen Müll.

Übrigens: Passiert es trotzdem, das Flüssigkeit heruntertropft und sich Rauch entwickelt, solltest du die Lebensmittel beiseite legen, bis der Rauch nachlässt.

2. Saure oder salzige Lebensmittel auf Aluminium

Grillen ohne Alufolie
Grillen ohne Alufolie (Foto: CC0 / Pixabay / LUM3N)

Nutzt du eine Grillschale aus Aluminium, musst du allerdings erneut vorsichtig: Wenn Aluminium mit Säuren oder Salzen in Kontakt kommt, findet eine chemische Reaktion statt. Aluminiumionen lösen sich und können auf die Lebensmittel übergehen.

Gesunde Menschen scheiden das Aluminium in der Regel über die Nieren wieder aus – aber auch bei ihnen kann es passieren, dass sich das Leichtmetall im Körper anreichert.

Um das zu vermeiden, sollten vor allem saure und salzige Lebensmittel nicht in Berührung mit Aluminium kommen. Lege also beim Grillen Käse, gesalzenes oder mariniertes Fleisch und Gemüse nicht in eine Aluminiumschale und wickle sie nicht in Alufolie. Gleiches gilt laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung auch für Tomaten. Nutze stattdessen lieber eine Grillschale aus Edelstahl oder Gemüseblätter. Mehr Infos dazu: Grillen ohne Alufolie: so gelingen auch Feta, Fisch und frisches Gemüse

3. Das falsche Fett

Maiskolben grillen
Maiskolben erst nach dem Grillen mit Butter beschmieren. (Foto: CC0 / Pixabay / byrev)

Möchtest du Maiskolben grillen? Achte darauf, ihn erst im Nachhinein mit Butter zu bestreichen – Butter gehört nicht auf den Grill. Sie hat einen hohen Gehalt ungesättigter Fettsäuren, die die hohen Grilltemperaturen nicht vertragen. Die Folge: Butter auf dem Maiskolben – oder jedem anderen Grillgut – oxidiert und bildet starken Rauch. Das gleiche gilt für Margarine und Maiskeimöl.

Das Verbraucherportal der bayerischen Staatsregierung empfiehlt stattdessen Erdnuss- und Olivenöl zum Grillen. Die beiden Öle halten die hohen Temperaturen gut aus und eignen sich daher auch besser für Marinaden.

4. Gepökeltes und geräuchertes Fleisch

Wurst Siegel Frontal 21
Nur Brat- oder Grillwürste dürfen auf den Grill. (Foto: © colourbox.de)

Egal ob direkt auf dem Grillrost oder in einer Schale: Was überhaupt nicht auf den Grill gehört, ist gepökeltes oder geräuchertes Fleisch. Dazu zählen zum Beispiel Wiener Würstchen, Schinken, Bockwurst, Fleischwurst und Speck. Diese Fleischprodukte werden mithilfe von Nitritpökelsalz hergestellt – einer Mischung aus Speisesalz und Kalium- oder Natriumnitrit.

Nitritpökelsalz gibt Wurst und Co. einen bestimmten Geschmack, macht sie haltbar und erhält ihre rote Farbe. Beim Grillen können sich aus dem Salz allerdings Nitrosamine bilden – und die sind krebserregend. Nur wenn Würste als Brat- oder Grillwürste gekennzeichnet sind, lassen sie sich bedenkenlos grillen.

5. Billigfleisch

Bio-Fleisch: richtig kaufen
Lieber kein Billigfleisch grillen. (Foto: © petunyia - Fotolia.com)

Abgesehen von der Gesundheitsgefahr gibt es beim Grillen noch einen weiteren Punkt zu beachten: Billigfleisch sollte ebenfalls tabu sein. Steak, Grillwürstchen oder Fleischspieße für wenige Euro werden unter extrem fragwürdigen Bedingungen produziert. Die Tiere leben auf engstem Raum, stehen in ihren Fäkalien und sehen in ihrem Leben kein Sonnenlicht. Sie haben keine Möglichkeiten, sich zu beschäftigen – oft verletzen sich die Tiere gegenseitig. Kastenstände, betäubungsloses Ferkelkastrieren und Schwanzkupieren sind in industriellen Massenbetrieben noch immer gängig.

Auch Menschen werden in den Anlagen ausgebeutet: Werkarbeiter*innen schuften dort für einen Hungerlohn, leisten teils unbezahlte Überstunden und werden in heruntergekommen Massenunterkünften untergebracht. Manche Angestellten vergleichen ihre Tätigkeit mit Sklavenarbeit.

Wenn beim Grillen also Fleisch oder Würstchen sein sollen, dann keine Billigprodukte. Die Bio-Anbauverbände Demeter, Naturland und Bioland haben deutlich strengere Kriterien, was ihre Viehzucht angeht. (Mehr dazu: Bio-Siegel: Was haben die Tiere davon?) Bei Fleischprodukten empfiehlt es sich aber generell, möglichst wenig davon zu konsumieren – oder gar keine. Grillen funktioniert auch ohne Würstchen und Fleisch. Tipps hierfür:

Bitte lies unseren Hinweis zu Gesundheitsthemen.

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