Nahrungsmittel-Studie: Veganes Produkt ist zweitgrößter Emittent

Nahrungsmittel-Studie: Zweitgrößter Emittent ist überraschend
Foto: CCO Public Domain / pixabay - RitaE

Wissenschaftler:innen haben in einer neuen Studie die Treibhausgas-Emissionen von tierischen und pflanzlichen Lebensmitteln berechnet. Die Studie kam zu einem überraschenden Ergebnis: Der zweitgrößte Emittent ist ein pflanzliches Produkt.

Alle Aspekte der globalen Nahrungsmittelproduktion zusammen verursachen pro Jahr mehr als 17 Milliarden Tonnen Treibhausgase. Davon gehen 57 Prozent für tierische Lebensmittel drauf, 29 Prozent für pflanzliche. Das zeigt eine Studie, die gerade bei Nature Food veröffentlicht wurde.

Rindfleisch ist Hauptverursacher für Treibhausgase

Von allen untersuchten Nahrungsmitteln war die Rindfleischproduktion mit Abstand der größte Verursacher von Treibhausgasen – mit einem Anteil von 25 Prozent. Auf Platz zwei folgt Reis mit zwölf Prozent. Reis ist ein derart hoher Emissionsverursacher, weil bei der Überflutung der Reisfelder Bakterien entstehen, die Methan produzieren.

Rindfleisch ist der größte Erzeuger von Treibhausgasen.
Rindfleisch ist laut einer neuen Studie der größte Erzeuger von Treibhausgasen. (Foto: CCO Public Domain / pixabay - Felix Wolf)

Betrachtet man nur die tierischen Produkte, folgen nach dem Rindfleisch in dieser Reihenfolge:

  • Kuhmilch
  • Schweinefleisch
  • Hühnerfleisch

Bei den pflanzlichen Produkten folgen nach dem Reis:

  • Weizen
  • Zuckerrohr
  • Mais

Süd- und Südostasien: Region mit den meisten Emissionen aus Nahrungsmitteln

Die Regionen mit den meisten Emissionen im Zusammenhang mit der Nahrungsmittelproduktion sind laut Studie Süd- und Südostasien. Zudem ist diese Region die einzige, deren Emissionen aufgrund der pflanzlichen Nahrungsmittel so hoch sind und nicht wegen der tierischen. Am höchsten war der Treibhausgas-Ausstoß in China, Indien und Indonesien. Der Grund dafür ist vorrangig der Reisanbau.

Süd- und Südostasien waren die insgesamt größten Emittenten von Treibhausgasen im Zusammenhang mit der Nahrungsmittelproduktion und die Einzigen, in der die Emissionen durch die pflanzlichen Lebensmittel höher war, als durch die tierischen.
Süd- und Südostasien sind die insgesamt größten Emittenten von Treibhausgasen im Zusammenhang mit der Nahrungsmittelproduktion und die einzigen, in der die Emissionen durch die pflanzlichen Lebensmittel höher war als durch die tierischen. (Foto: CCO Public Domain / pixabay - miakihiro0)

Mit der Studie möchten die Autor:innen dazu beitragen, dass Treibhausgas-Emissionen durch eine veränderte Bewirtschaftung reduziert werden können. Denkbare Maßnahmen sind die Reduktion des Düngemitteleinsatzes und die Anwendung von Bodenbearbeitungsmethoden.

Außerdem möchten die Wissenschaftler:innen untersuchen, wie der Nahrungsbedarf einer wachsenden Weltbevölkerung gedeckt und gleichzeitig die Entwaldung gestoppt werden.

Laut dem Forscher-Team, das teilweise an der University of Illinois praktiziert, ist diese Studie detaillierter und umfassender als vergleichbare Studien. Denn die Autor:innen verwendeten Daten von 171 Pflanzen und 16 tierischen Produkten aus mehr als 200 Ländern.

Zusätzlich setzten sie Computermodelle ein, um die Mengen an Kohlenstoffdioxid, Methan und Lachgas zu berechnen, die aus den unterschiedlichen Aspekten der Ernährung entstehen, einschließlich Konsum und Produktion.

Eine Studienautorin gibt zu bedenken, dass es wichtig ist, herauszufinden, welche Reduktionsziele wirtschaftlich und ökologisch am sinnvollsten sind. „Man will alles machen“, sagt sie, „aber man kann nicht alles gleichzeitig machen.“

Utopia meint: Auch aus dieser Studie geht wieder einmal hervor, dass wir Treibhausgase reduzieren müssen und dass dafür eine Änderung der Ernährungsweise sinnvoll ist. Obwohl Reis hier als zweitgrößter Verursacher für Treibhausgase genannt wird, können mit einer ausgewogenen pflanzlichen Ernährung eine Menge CO2-Emissionen und andere Treibhausgase reduziert werden.

Falls du noch Tipps und Tricks für den Umstieg zu einer veganen oder vegetarischen Ernährung brauchst, findest du hier spannende Artikel zum Thema:

10 Tipps, um ein bisschen veganer zu werden

Vegane Ernährung: Vorteile, Regeln und was du beachten musst

Rezepte ohne Fleisch: Klassische Gerichte als vegetarische Variante

** Links zu Bezugsquellen sind teilweise Affiliate-Links: Wenn ihr hier kauft, unterstützt ihr aktiv Utopia.de, denn wir erhalten dann einen kleinen Teil vom Verkaufserlös.

Gefällt dir dieser Beitrag?

Vielen Dank für deine Stimme!

Schlagwörter: