Präsentiert von:

So erkennst du bessere Kleidung: Die wichtigsten Siegel für Textil und Leder

Foto: Unsplash CC0/Faritrade/Fair Wear/GOTS/IVN

Faire Löhne für Näherinnen und eine umweltfreundliche Produktion – Siegel für Textil und Leder geben darüber Aufschluss, wie ein Kleidungsstück hergestellt wurde. Wir zeigen, auf welche du dich dabei verlassen kannst.

Mittlerweile gibt es zahlreiche Siegel für fair und sozialverträglich hergestellte Kleidung. Damit du den Überblick behältst, zeigen wir dir die fünf wichtigsten und strengsten Siegel für Textilien und Leder, die Kleidung und Materialien unabhängig zertifizieren.

Ökologische Siegel für Textil und Leder: IVN Best und GOTS

Das IVN Best Siegel gehört zu den strengsten der Branche. Bei Textil verbietet der Standard des Internationalen Verbands der Naturtextilwirtschaft alle wichtigen Chemikalien für die gesamte Lieferkette – vom Anbau der Fasern bis zum Endprodukt. Für den Anbau und die Verarbeitung definiert der IVN strenge Sozialstandards. Das Siegel schließt jegliche Kunstfasern aus, sorgt also auch dafür, dass kein Mikroplastik in der Umwelt landet – und das die Kleidung kreislauffähig ist.

IVN Naturtextil zertifiziert BEST - IVN Naturleder zertifiziert
Die Standards des Internationalen Verbands der Naturtextilwirtschaft (Siegel: IVN / naturtextil.de)

Auch für Leder hat der IVN die strengsten Kriterien der Branche entwickelt. Für IVN-zertifiziertes Naturleder sollen beispielsweise nur als Nebenprodukt der Fleischgewinnung anfallende Tierhäute verarbeitet werden. Die Hersteller müssen ihr Abwasser gründlich reinigen, Chromgerbung ist nicht erlaubt, Farbstoffe müssen schwermetallfrei und möglichst pflanzlich sein. Und auch hier definiert der Verband strenge Sozialstandards bei der Produktion. Mehr Infos zu nachhaltigem Leder findest du in unserem Artikel: Echtes Leder, pflanzlich gegerbtes Leder, Bio Leder – das steckt dahinter

Siegel "GOTS"
Das GOTS-Siegel. (Foto: © IVN / naturtextil.de)

Der Global Organic Textile Standard (GOTS) gehört zu den bekanntesten und am weitesten verbreiteten Öko-Textil-Siegeln. Es gewährleistet eine umweltverträgliche Produktion und die Einhaltung sozialer Mindeststandards entlang der gesamten Lieferkette. Zwar lässt GOTS Mischfasern zu, die Kleidung muss aber zu 95 Prozent (Grad 1) bzw. 70 Prozent (Grad 2) aus bio-zertifizierten Naturfasern bestehen. Für den Restfaseranteil sind auch andere, nachhaltige Fasern zugelassen.

Faire Siegel: Fairtrade Certified Cotton und Fair Wear Foundation

Fairtrade-Siegel für Kleidung. (Foto: © Fairtrade)

Das bekannte Fairtrade-Siegel gab es im Textilbereich bisher nur für Baumwolle. Es garantiert faire Arbeitsbedingungen und dass die Baumwollbauern Mindestpreise für ihre Baumwolle erhalten. Der Einsatz von synthetischen Pestiziden und Düngern ist eingeschränkt, Gentechnik verboten. Damit ist die Baumwolle zwar nicht automatisch Bio-zertifiziert, aber nah dran. Textilien mit dem Fairtrade-Siegel müssen zu 100 Prozent aus Fairtrade-zertifizierter Baumwolle bestehen. Daneben hat Fairtrade 2016 einen neuen Textilstandard veröffentlicht, der faire Arbeitsbedingungen und Arbeitsrechte entlang der gesamten Lieferkette vorschreibt.

Siegel: Fair Wear Foundation
Das Label der Fair Wear Foundation. (© Fair Wear Foundation)

Neben Fairtrade setzt sich vor allem die Fair Wear Foundation glaubhaft für eine Verbesserung der sozialen Bedingungen in der Textilindustrie und existenzsichernde Löhne ein. Sie formuliert Richtlinien, führt Kontrollen durch und berichtet transparent und regelmäßig über die Fortschritte ihrer Mitgliedsunternehmen. Das Siegel findet man allerdings nur unter bestimmten Bedingungen an Kleidung: Wenn der Hersteller länger als ein Jahr Mitglied bei der Organisation und in die beste Kategorie eingestuft ist.

Weitere Siegel: So findest du dich zurecht

Neben den genannten Siegeln gibt es mittlerweile viele weitere Siegel und Standards, die besser produzierte Kleidung kennzeichnen wollen. Dabei haben sie unterschiedliche strenge Kriterien, verschiedene Schwerpunkte und verfolgen verschiedene Interessen. In unserem Artikel Schadstoffe auf der Haut: Diese Siegel garantieren giftfreie Kleidung klären wir deshalb über viele weitere Textilsiegel auf.

Auf Seiten wie Siegelklarheit, Greenpeace oder der Christlichen Initiative Romeo kannst du dich verlässlich darüber informieren, wie sinnvoll und streng einzelne Siegel sind. In unserem Siegel-Guide listen wir alle wichtigen Siegel auch aus anderen Bereichen auf.

Weiterlesen auf Utopia.de:

Bestenlisten:

Gefällt dir dieser Beitrag?

Vielen Dank für deine Stimme!

Schlagwörter:

(1) Kommentar

  1. Hallo,

    habe mir eine Pyua Skijacke gekauft und ich bin mir der Herstellung und den Umweltstandarts sehr zufrieden.
    Nun stand eine Nachimprägnierung der Jacke an. Habe mich dann mal auf die Suche gemacht und bin schlussendlich bei Simprax gelandet. Habe mich für die Einwaschimprägnierung von denen entschieden. Die Produkte von Simprax sind GOTS und V-Label zertifiziert und besitzen den Eco Passport by Öko Tex. Spitze. Also gewaschen und gleichzeitig imprägniert. Wasser perlt super ab. https://simprax.com/de/produkt/textil-impraegnierung-wash-in/

** Links zu Bezugsquellen sind teilweise Affiliate-Links: Wenn ihr hier kauft, unterstützt ihr aktiv Utopia.de, denn wir erhalten dann einen kleinen Teil vom Verkaufserlös.