Was du über Glühwein wissen solltest

Das musst du über Glühwein wissen
Foto: © pavel_shishkin - Fotolia.com

Beim gemütlichen Bummel über den Weihnachtsmarkt gehört – um kalt gefrorene Finger und Nasen aufzutauen – ein heiß dampfender Glühwein einfach dazu. Immerhin werden alljährlich rund 50 Millionen Liter Glühwein in der Weihnachtszeit in Deutschland konsumiert.

Glühwein besteht fast immer aus Rotwein, seltener auch aus Weißwein, er ist mit verschiedenen Gewürzen versetzt und wird je nach „Hersteller“-Geschmack mehr oder weniger gesüßt. Für industriell produzierte Glühweine kommen häufig Massenweine von minderer Qualität in den Mix. Um den deutlichen Gütemangel zu kaschieren, wird meist extra stark gesüßt. Ein „dicker Kopf“ am nächten Tag ist oft die Folge. Solche minderwertigen Glühweine werden in Supermärkten und Discountern typischerweise in großen Flaschen oder 1-Liter-Getränkekartons billig angeboten.

Im Glühwein-Test konnten nur 10 der 20 getesteten Glühweine überzeugen.

Bio-Glühwein oder eigenes Rezept

Bessere Qualitäten erhält man, wenn man zuhause selbst Glühwein macht oder zu einem Bio-Glühwein greift. Bei Bio-Glühweinen wird der Industriezucker in der Regel durch Rohrohrzucker, Honig oder Agavendicksaft ersetzt und wesentlich zurückhaltender dosiert. Prinzipiell gilt: Je weiter hinten der Zucker in der Zutatenliste genannt wird, desto besser. Denn dieser Glühwein enthält viel weniger Zucker und ist somit hochwertiger.

Das Gesetz schreibt sieben Prozent Mindestalkoholgehalt für einen Glühwein vor. Viele enthalten aber bis zu zwölf Volumenprozente. Das bedeutet bei einer Tasse Glühwein fast 20 Gramm reinen Alkohol. Und je höher der Zuckergehalt, umso schneller geht der Alkohol ins Blut.

In einen Glühwein gehören neben Zimt auch weitere Gewürze, vor allem Nelken und Kardamon – am besten in Bio-Qualität. Denn diese werden nicht bestrahlt, ohne chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel und Dünger angebaut und im Idealfall stammen sie sogar aus fairem Handel. Außerdem verzichten Bio-Hersteller bei fertigen Glühwein-Gewürzmischungen auf künstliche Aromatisierung und andere Zusätze.

Zum Wohl – aber von wem?

In viele Glühwein-Kompositionen gehören neben den typischen Gewürzen auch Säfte, beispielsweise Trauben-, Apfel-, Orangen- oder Holundersaft. Da aber die verwendeten Früchte, vor allem für die Säfte industriell produzierter Glühweine, nicht selten von riesigen Monokulturen stammen, wie etwa Orangen aus Brasilien, enthalten sie auch reichlich Rückstände wie Insektizide, Fungizide und Wachstumsregulatoren.

Wer sich das alles schenken möchte, ist mit Bio-Glühwein-Kompositionen oder selbstgemachtem Glühwein besser bedient.

Rezept Glühwein selber machen
Selbstgemacht ist in vielen Fällen die bessere Wahl, auch bei Glühwein. (Foto: © pinkyone - Fotolia.com)

Achtung, hier wird’s spicy!

2005/2006 sorgte Cumarin für Schlagzeilen. Man hatte den Aromastoff aus Zimt (Cassia-Zimt) in Zimtsternen und anderen zimthaltigen Lebensmitteln in einer Dosis von weit über dem zulässigen Grenzwert gefunden. Auch einige alkoholfreie Glühweine enthielten recht hohe Anteile. Cumarin kann die Leber schädigen und für kleine Kinder gesundheitsschädlich sein – vorausgesetzt es wird regelmäßig und in großen Mengen genossen. Zimt ist aber nicht gleich Zimt: In Ceylon Zimt ist im Gegesatz zu Cassia-Zimt kaum Cumarin enthalten.

Wer selbst Glühwein zubereitet, sollte daher besser Ceylon-Zimt verwenden. Da Cassia-Zimt jedoch günstiger ist, wird er von der Industrie nicht immer verwendet. Welche Zimtart die fertige Glühweinmischung enthält, steht meist nicht auf dem Etikett. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte beim Hersteller nachhaken.

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