Sonnencreme bei Öko-Test: Nur 4 von 20 sind empfehlenswert

Foto: Öko-Test

Bei Öko-Test sollte Sonnencreme für empfindliche Haut (sensitive Sonnencreme) beweisen, dass sie schonend zur Haut sein kann und gleichzeitig effektiv vor Sonnenbrand schützt. Von 20 Sonnencremes konnten aber nur vier überzeugen. Der Grund: chemische UV-Filter, die möglicherweise krebserregend oder fruchtbarkeitsschädigend sind.

Wer unter empfindlicher Haut leidet, greift beim Sonnenschutz gerne zu einer sensitiven Sonnencreme. Die Hersteller werben mit einer schonenden und pflegenden Rezeptur, dem Verzicht auf Parfum und andere Duftstoffe und mit feuchtigkeitsspendenden Zusätzen wie Aloe Vera. Was mit der Bezeichnung „sensitiv“ genau gemeint es, und welche Haut als empfindlich gilt, legt jeder Hersteller anders aus. Denn gesetzliche Vorschriften gibt es nicht dazu.

Das Verbrauchermagazin Öko-Test hat deshalb untersucht, welche Inhaltsstoffe die Hersteller verwenden, und ob diese tatsächlich harmlos und schützend zugleich sind. Die gute Nachricht: Allergieauslösende Konservierer oder allergene Dufstoffe hat Öko-Test nicht gefunden.

Die schlechte Nachricht:  Wirklich empfehlenswert sind trotzdem nur vier Sonnencremes.

Sensitive Sonnencreme im Test: Kritische Substanzen entdeckt

Sechs Teelöffel Sonnencreme sollte ein Erwachsener auf seinem Körper verteilen, um den ausgewiesenen Schutzfaktor auch zu erreichen. Oft enthält Sonnencreme aber viele bedenkliche Inhaltsstoffe – davon sind auch Sonnenschutz-Produkte mit dem Zusatz „sensitiv“ nicht ausgenommen. Das fand Öko-Test heraus:

  • Mehrere Sonnencremes im Test enthalten PEG/PEG-Derivate. Diese machen die Haut durchlässiger für Fremdstoffe und können Allergien auslösen. Außerdem werden sie häufig aus umweltschädlichem Erdöl hergestellt und sind oft nur schwer abbaubar.
  • Solche PEG-Verbindungen fand Öko-Test unter anderem in der Ambre Solaire Sensitive Expert (LSF 50+) von Garnier. Die Produkte wurden entsprechend abgewertet.

Die Sonnencreme von Garnier enthält darüber hinaus umweltschädliche Paraffine. Welche Auswirkungen diese Stoffe auf die Gesundheit haben, ist noch nicht ausreichend erforscht. Klar ist aber, dass sie biologisch nur schwer abbaubar sind und deshalb vermieden werden sollten.

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Test-Sieger unter den sensitiven Sonnencremes

Vier Sonnencremes kann Öko-Test empfehlen, darunter drei „sehr gute“ und ein „gutes“ Produkt:

  • Zertifizierte Naturkosmetik hat im Test sehr gut abgeschnitten. Zum Beispiel konnte die Sensitiv Sonnencreme (LSF 30) von Lavera bei Öko-Test überzeugen. Kaufen** kannst du sie online z.B. bei BioNaturel oder Ecco Verde.
  • Die Lavera-Sonnencreme verwendet die mineralischen UV-Filter Titandioxid und Zinkoxid und kommt daher ohne bedenkliche, chemische UV-Filter aus.
  • Auch die Sensitiv-Sonnencreme Ombra Sun Ultra Sensitiv Sonnenlotion 50+ von Aldi Süd ist unter den besten vier Produkten vertreten. Sie wirkt mit chemischen und mineralischen UV-Filtern mit Nanopartikeln. Anders als Öko-Test raten wir von dieser Sonnencreme ab: 
    • Nanopartikel: Mineralien verändern durch Nanotechnologie ihre chemischen und physikalischen Eigenschaften und können im Körper mit anderen Molekülen reagieren. Ob sie sich dabei gesundheitsschädlich verhalten, ist genauso umstritten wie die Frage, ob in Sonnencreme enthaltene Nanopartikel überhaupt durch eine gesunde Haut dringen können.
    • Die Sonnencreme enthält außerdem chemische UV-Filter, die von manchen Quellen als bedenklich eingestuft werden. Und zudem weitere Kunststoffverbindungen, die wir als Mikroplastik klassifizieren (siehe unten).

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Kritische UV-Filter in Sonnencremes

In vielen Sonnencremes stecken UV-Filter, die im Verdacht stehen, wie ein Hormon zu wirken. Dazu zählen die UV-Filter Octocrylen und Ethylhexylmethoxycinnamat. Insgesamt waren sie in mehr als der Hälfte der getesteten Produkte vertreten.

Sonnencreme mit Mikroplastik belastet

Besonders bedenklich: In 17 der 18 konventionellen Sensitiv-Sonnencremes fand Öko-Test „weitere Kunststoffverbindungen“ – also Mikroplastik. Öko-Test bezeichnet die Stoffe zwar nicht als solche, weil das Magazin nur feste Partikel (und keine weichen oder flüssigen) mit dem Begriff Mikroplastik bewertet. Aber auch die flüssigen Kunststoffe sind bedenklich. Viele dieser Kunststoffverbindungen sind schwer abbaubar, werden von Tieren aufgenommen und gelangen in die Nahrungskette.

Auch in unserer Utopia-Bestenliste mineralische Bio-Sonnencremes finden sich nur Produkte ohne Mikroplastik, darunter auch mehrere sensitive Produkte mit Bewertungen unserer LeserInnen:

Alle Details findest du in der Ausgabe 06/2019 von Öko-Test sowie online auf www.ökotest.de.

Mehr Beiträge zu dem Thema bei Utopia:

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(3) Kommentare

  1. Wie kann Utopia den Testsieger von Lavera empfehlen, wo die Creme Titandioxid enthält:

    „Die Lavera-Sonnencreme verwendet die mineralischen UV-Filter Titandioxid und Zinkoxid und kommt daher ohne bedenkliche, chemische UV-Filter aus.“

    Frankreich ist dran den Stoff zu verbieten. Deutschland hängt mal wieder hinterher.

  2. Hallo Napalagain,
    wir folgen im Moment der Einschätzung von Öko-Test, die (noch) keine Abzüge für den Einsatz von Titandioxid vorsehen, weil noch keine eindeutigen wissenschaftlichen Nachweise nachliegen, die für oder gegen dessen Einsatz sprechen. Die Debatte in Frankreich vollziehen wir ebenfalls nach und werden deren Ergebnisse bei uns abbilden, wenn sie abgeschlossen ist.
    Bester Gruß,
    Lino

  3. Ihr habt doch sonst auch immer Rezepte zum selber machen. Was ist denn von selbst gemachter Sonnencreme zu halten? Mache meine mit SofiTix Breitband selbst und frage mich, reicht der Schutz und wie gut/schlecht ist das Pulver?

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