NCS-Siegel: Strenges Naturkosmetik-Label mit Vegan- und Bio-Zusatz

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Das NCS-Siegel für Naturkosmetik gibt es in vier verschiedenen Varianten: Neben der Standard-Zertifizierung als NCS-Naturkosmetik gibt es das -Siegel auch mit dem Zusatz „Organic Quality“ (also Biokosmetik) sowie „Vegan“ und in der Kombination „Vegan Organic Quality“ (also vegane Biokosmetik). Wir erklären, was das Siegel genau zertifiziert.

Das NCS-Siegel zertifiziert Naturkosmetikprodukte, wie zum Beispiel Shampoo und Seifen. Anders als bei anderen Siegeln müssen Unternehmen keinem Verein beitreten, sondern können nur ihr bestimmtes Produkt als Naturkosmetik zertifizieren lassen. Dennoch müssen mindestens 60 Prozent des Naturkosmetik-Sortiments eines Herstellers den NCS-Standards entsprechen.

Das NCS-Siegel gibt es in vier verschiedenen Varianten. Gemeinsam haben sie, dass es sich um zertifizierte Naturkosmetik handelt. Bei drei Siegeln kommt hinzu, dass sie das Produkt zusätzlich entweder als „vegan“, „bio“ oder „vegan + bio“ ausweisen. Der Anteil an Rohstoffen aus kontrolliert biologischem Anbau muss dann allerdings mindestens 95 Prozent betragen und genau deklariert sein.

  • Vergeben in: weltweit
  • Vergeben von: GfaW (Gesellschaft für angewandte Wirtschaftsethik)
  • Kategorie: Kosmetikprodukte
  • Produkte: Zahncreme, Seife, Shampoo, Lippenstift, Badezusätze,
  • Verbreitung: gering
  • Utopia-Bewertung: sehr empfehlenswert beim Kauf von Natur- und Biokosmetik sowie veganer Kosmetikprodukte

NCS-Siegel: Die Kriterien

Bei allen vier NCS-Siegeln ist die Vorgabe, dass sie ausschließlich pflanzliche, tierische oder mineralische Naturstoffe oder naturidentische Stoffe enthalten dürfen. Es gelten die folgenden Kriterien, damit das Produkt als „Naturkosmetik“ bezeichnet werden und das Siegel tragen darf:

Ursprung der Rohstoffe:

  • 100 Prozent der Inhaltsstoffe stammen aus natürlichen bzw. naturbelassenen Rohstoffen.
  • Tierische und pflanzliche Rohstoffe von bedrohten Arten dürfen nur von lebenden Tieren aus artgerechter Haltung stammen bzw. aus artgerechtem ökologischem Anbau.
  • Naturstoffe von lebenden Tieren sind erlaub (z.B. Milch und Honig), von toten Tieren aber nicht
  • Tierversuche und der Einsatz von Gentechnik sind verboten.
  • Nur naturidentische Konservierungsstoffe sind erlaubt und müssen also solche deklariert werden.
  • Palmöl ist nicht verboten, soll aber vermieden werden. Ist Palmöl nicht vermeidbar, muss es aus RSPO-Anbau stammen.
  • Die verwendeten Naturstoffe sollen sofern verfügbar vorzugsweise aus zertifizierter ökologische Herkunft
  • Die pflanzlichen Rohstoffe Sonnenblumenöl, Olivenöl, Sojaöl, Kokosöl und Jojobaöl müssen aus ökologischem Anbau Sheabutter kann alternativ auch aus Wildsammlung stammen.

Kritische Inhaltsstoffe:

  • Verboten sind Halogenorganische Verbindungen, Formaldehyd-Verbindungen, Phthalate, synthetische Fette, PEG, Öle, Wachse oder Silikone, synthetische Duftstoffe, Moschus-Verbindungen.
  • Feste, unlösliche Polymere (also festes Mikroplastik) sind nicht erlaubt.
  • Tenside müssen über 60 Prozent biologisch abbaubar sein innerhalb von 28 Tagen gemäß OECD Test 310 (EN ISO 14593) und 311 (EN ISO 11734).

Außerdem müssen Verpackungen recycelbar sein.

Kriterien für NCS-Siegel mit Bio- und Vegan-Zusatz

Für die NCS-Siegel „Organic Quality“ und „Vegan“ bzw. eine Kombination aus beiden Auslobungen, gibt es besondere Richtlinien:

  • Ein NCS-Produkt muss mindestens 95 Prozent der landwirtschaftlichen Inhaltsstoffe aus kontrolliert biologischem Anbau enthalten, um als „Biokosmetik“ ausgelobt werden darf. Zudem müssen Hersteller den tatsächlichen Bio-Anteil angeben.
  • Ein NCS-Produkt darf nur als „vegan“ ausgelobt werden, wenn kein Inhaltsstoff tierischen Ursprungs ist oder durch tierische Stoffe gewonnen wurde. Tierversuche mit bzw. für das betreffende Produkt sind ohnehin verboten.
NCS Natural Cosmetics Siegel

Die Kontrollen

Die Zertifizierung übernimmt die EcoControl GmbH als unabhängige Prüfstelle. Sie kontrolliert, ob alle Voraussetzungen für die Zertifizierung mit dem NCS-Siegel erfüllt werden und erstellt einen Bericht. Auf Basis dieses Berichts vergibt dann die Gesellschaft für angewandte Wirtschaftsethik das Siegel. Jedes Jahr gibt es zudem eine erneute Überprüfung vor Ort, ob die NCS-Standards noch eingehalten werden. Sollten nicht alle Voraussetzungen erfüllt werden, können Hersteller*innen je nach Schwere der Abweichungen innerhalb von vier bis 12 Monaten nachbessern.

Kritik am NCS-Siegel

Kritik ist keine bekannt, zumal das Siegel kaum verbreitet ist. Verbraucher*innen sollten sich aber bewusst sein, dass der NCS-Standard nur etwas über die verwendeten Inhaltsstoffe aussagt. Über die sozialen Standards, etwa faire Bezahlung und Verbot von Kinderarbeit beim Abbau von Rohstoffen, gibt das Siegel keine Auskunft.

Seit dem 28. Juli 2020 sind unlösliche, feste Polymere (also festes Mikroplastik, hier mehr zur Mikroplastik-Definition) nicht mehr erlaubt. Flüssiges Mikroplastik bleibt aber erlaubt.

Alternativen zum NCS-Siegel

Besonders die Siegel mit Bio-Zusatzvermerk sind so streng wie kaum ein anderes Siegel. Veganer*innen bekommen mit dem NCS-Siegel „Vegan“ ebenfalls ein sinnvolles Siegel an die Hand.

Alternativen zum NCS-Siegel sind:

  • NaTrue-Siegel für Naturkosmetik und Bio-Naturkosmetik (ebenfalls mind. 95 Prozent „bio“), hier müssen sogar 75 Prozent des Sortiments den Kriterien entsprechen.
  • Das Siegel „Kontrollierte Naturkosmetik“ des BDIH definiert anerkannte Mindestkriterien für Naturkosmetik.
  • Veganblume für vegane Kosmetik: Kein Naturkosmetik-Siegel, aber am weitesten auf veganer Kosmetik verbreitet.

Fazit

Das NCS-Siegel ist ein strenges Naturkosmetik-Siegel, das hohe Standards und transparente Kontrollen hat. Allerdings ist es bisher kaum verbreitet. Dabei bietet es gerade für Veganer*innen eine gute Orientierung und erfüllt in der Kombination „vegan“ + „bio“ als Naturkosmetik-Siegel höchste Ansprüche.

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