Die Veganblume der Vegan Society

Siegel Veganblume der Vegan Society
Foto: © Vegan Society

Versteckte Tiere im Saft, Lab im Basilikum-Pesto oder Kosmetik, die an Tieren getestet wird – als Veganer ist es gar nicht leicht, im Dschungel der Produkte durchzublicken. Die Veganblume hilft: Sie zeichnet garantiert vegane Produkte aus.

Vegane Lebensmittel zu erkennen ist gar nicht so einfach: In vielen Produkten stecken Gelatine, Lab oder Fisch – wie auch in diesen neun Lebensmitteln. Kosmetikprodukte kommen oft nicht ohne Tierversuche und tierische Inhaltsstoffe aus. Selbst Naturkosmetik ist nicht unbedingt vegan, da sie Bienenwachs, Honig oder Milch enthalten kann. Für mehr Klarheit sorgt seit 1990 die Veganblume.

Vergeben in: weltweit
Vergeben von: Vegan Society England
Kategorie: Essen und Trinken, Kosmetik und Sanitär
Produkte: vegane Lebensmittel, vegane Kosmetik
Gelabelte Produkte: über 22.000
Utopia-Bewertung: empfehlenswert für Veganer

Die Kriterien

Die Vegan Society wurde 1944 von Donald Watson gegründet. Auf den Engländer geht die Wortschöpfung „vegan“ zurück. Seit 1990 zeichnet die Veganblume (im Englischen „Vegan Trademark“) Lebensmittel und Kosmetikartikel aus, um Veganern die Produktauswahl zu erleichtern. Im deutschsprachigen Raum ist die Vegane Gesellschaft Österreich der zuständige Ansprechpartner.

Damit ein Produkt ausgezeichnet werden kann, muss es die folgenden Kriterien erfüllen:

  • Es dürfen keinerlei Tierbestandteile, keine tierischen Nebenprodukte oder aus Tieren gewonnene Rohstoffe im Endprodukt enthalten sein.
  • Auch während der Produktion dürfen keine tierischen Materialien benutzt werden und in keinem Produktionsschritt Tierversuche durchgeführt werden. Alle Rohstoffe müssen tierversuchsfrei hergestellt sein.
  • Wenn eine Firma sowohl vegane als auch konventionelle Produkte herstellt, müssen alle Maschinen gründlich gereinigt werden, bevor sie wieder mit veganen Stoffen in Berührung kommen können. 
  • Sollte ein Produkt gentechnisch veränderte Bestandteile enthalten, muss dies auf der Verpackung gekennzeichnet werden.

Auch Restaurants können mit der Veganblume ausgezeichnet werden. Das Restaurant muss dann entweder ausschließliche vegane Gerichte anbieten oder – wenn nicht alle Gerichte vegan sind – garantieren, dass die Mitarbeiter sich mit der veganen Ernährung auskennen. Zudem müssen vegane und nicht-vegane Gerichte getrennt voneinander zubereitet werden. Falls das nicht möglich ist, müssen in jedem Fall die Oberflächen und Küchengerate gründlich gereinigt werden. Die Vegan Society empfiehlt jedoch ausdrücklich unterschiedliche Küchengeräte zu nutzen, um Kreuzkontaminationen zu vermeiden.

Die Kontrollen

Über die Kontrollen gibt es wenig Informationen. Sie beziehen sich auf die einzelnen Produkte und werden zentral in England durchgeführt. Die Produktionsstätten müssen jederzeit für Kontrollen vor Ort zugänglich sein.

Laut Öko-Test können Kontrollbesuche bei den Herstellern durchgeführt werden. Regelmäßige Kontrollen sind damit jedoch nicht garantiert. Da die Hersteller entweder eine jährliche oder alle zwei Jahre eine Gebühr zahlen müssen, werden aber zumindest alle Unterlagen regelmäßig überprüft.

Kritik an der Veganblume

Die Veganblume der Vegan Society auf einem Shampoo
Die Veganblume der Vegan Society auf einem Shampoo. (Foto: © Alviana)

Obwohl die Veganblume sicherlich eine große Hilfe für Veganer ist, gibt es auch Kritik an dem Siegel.

Der Begriff „vegan“ ist bisher in Deutschland nicht lebensmittelrechtlich definiert und somit auch nicht geschützt. Dies und, dass die Kontrollen des Siegels nicht ausreichend transparent sind, sorgt bei den Verbraucherzentralen für Kritik.

Die vegane Ernährung wird häufig mit Gesundheit verbunden. Produkte, die mit dem Siegel gekennzeichnet sind, müssen aber nicht zwangsläufig gesünder sein als Produkte ohne Siegel. Einige gekennzeichnete Produkte sind stark verarbeitet und kommen nicht ohne Geschmacksverstärker, Farbstoffe, Aromastoffe, Verdickungsmittel und Konservierungsstoffe aus.

Weiterer Kritikpunkt: Ebenso wie bei Lebensmitteln in Bezug auf Bio- oder Fairtrade-Qualität besagt die Veganblume bei Kosmetikartikeln nicht zwangsläufig, dass es sich um Naturkosmetik handelt.

Verfügbarkeit: hoch

Die Veganblume ist weit verbreitet. Insbesondere auf Kosmetikprodukten ist sie häufig zu finden. In unserer Bestenliste „Die besten Bio-Shampoos ohne Silikone“ gibt es eine Reihe von Produkten, die mit der Veganblume ausgezeichnet sind. In Drogeriemärkten wie dm, Rossmann oder Müller findet man das Siegel. In Deutschland sind auch einige Lebensmittel mit dem Siegel gekennzeichnet.

Alternativen zur Veganblume

Neben dem Veganblume gibt es einige weitere vegetarische oder vegane Label, zum Beispiel:

  • Das V-Label der Europäischen Vegetarier-Union (EVU) oder
  • das Vegan-Label der veganen Gesellschaft Deutschland e. V.

Die Veganblume ist jedoch das bekannteste und am weitesten verbreitete Label für Kosmetikprodukte. Es ist das einzige Label, das gleichzeitig für vegane und für Kosmetik ohne Tierversuche steht.

Utopia-Fazit

Wir halten das Label für eine gute Orientierungshilfe für Veganer. Es sorgt bei Lebensmitteln und insbesondere bei Kosmetik für mehr Transparenz und hilft bei der Auswahl in der Drogerie oder im Supermarkt. Das Label sagt jedoch nichts über den Gesundheitswert von Lebensmitteln, die Herkunft der Zutaten oder weitere Zertifizierungen (wie Naturkosmetik, Bio und Fair-Trade) aus. Zudem fehlt es an Transparenz bei den Kontrollen.

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