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V-Label: das Europäische Siegel für vegetarische und vegane Produkte

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Foto: European Vegetarian Union

Mit dem V-Label können Veganer*innen und Vegetarier*innen tierfreie Produkte schnell und eindeutig erkennen, ohne lange die Zutatenliste zu studieren oder beim herstellenden Unternehmen nachzufragen.

Laut einer Umfrage der Data-Analysegruppe YouGov ernähren sich jeweils zwei Prozent der Männer und Frauen in Deutschland im Alltag vegan. Drei Prozent der Männer und fünf Prozent der Frauen leben vegetarisch. Doch eine staatliche Kennzeichnung für vegetarische oder vegane Produkte gibt es noch nicht. Damit Kund*innen besser erkennen können, welche Lebensmittel sich für ihre Ernährungsweise eignen, hat die Europäische Vegetarier-Union (EVU) im Jahr 1996 das V-Label ins Leben gerufen.

  • Vergeben in: über 30 europäischen Ländern
  • Vergeben von: in Deutschland von ProVeg (zuvor Vebu)
  • Kategorie: Essen und Trinken, Kosmetik, Nonfood
  • Produkte: vegane und vegetarische Lebensmittel, seit 2018 auch Kosmetikartikel, Wasch-, Putz- und Reinigungsmittel, seit 2019 weitere Non-Food-Artikel
  • Gelabelte Produkte: weltweit etwa 35.000 Produkte, in Deutschland circa 8.000
  • Utopia-Bewertung: empfehlenswert für Veganer*innen und Vegetarier*innen, um Produkte ohne tierische Zutaten zu erkennen

V-Label-Kriterien

Das V-Label wird in zwei Kategorien vergeben. Alle Kategorien haben gemein, dass gekennzeichnete Produkte keine Zutaten oder Substanzen von getöteten Tieren enthalten dürfen.

Die zwei Kategorien sind:

  • vegetarisch: ohne tierische Bestandteile (Lebensmittel wie Milch, die mithilfe von lebenden Tieren gewonnen werden, sind erlaubt.)
  • vegan: ohne tierische Bestandteile oder Erzeugnisse

Für alle gelabelten Produkte gilt, dass keine der folgenden Zutaten oder Verarbeitungshilfsstoffe enthalten sein dürfen:

  • Schlachtprodukte (z.B. Fleisch, Geflügel, Fisch, Meeresfrüchte)
  • Zutaten, die aus Fleisch oder Knochen hergestellt werden (in Suppen, Soßen oder Zubereitungen)
  • Aromen tierischer Herkunft
  • Eier von Hühnern aus Käfighaltung
  • andere Eier (außer Geflügeleier) wie zum Beispiel Kaviar
  • GVO (= enthält gentechnisch veränderte Organismen)
  • Tierische Fette (Ausnahme: Butterfett), Bratfette oder Margarine, die Fischöl oder ähnliche Produkte enthalten, z. B. in Kuchen, Aufläufen, Pasta
  • Farbstoffe aus tierischen Bestandteilen
  • Zucker, der mit Tierkohle gebleicht wurde
  • Klärung mit Gelatine, Fischblasen
  • Gelée Royale (spezielles Bienenprodukt)
soleier rezept
Eier aus Käfighaltung sind beim vegetarischen V-Label nicht erlaubt. (Foto: CC0 / Pixabay / monicore)

Produkte in der Kategorie „vegan“ müssen außerdem frei sein von:

  • Milchprodukten
  • Geflügeleiern
  • Honig
  • Tierischem Wachs
  • Anderen Produkten aus tierischen Erzeugnissen (z.B. Farbstoffe, Trägerstoffe, Klärstoffe)

Damit ein Produkt das V-Label tragen kann, muss es außerdem tierversuchsfrei sein. Das bedeutet, dass das Unternehmen für den Artikel selbst und seine Inhaltsstoffe keine Versuche an Tieren in Auftragen geben oder gegeben haben darf. Das prüft das V-Label jährlich.

Was das V-Label nicht abdeckt

  • Bei unbeabsichtigten, technisch unvermeidbaren Einträgen von Erzeugnissen, die den Kriterien des Labels nicht entsprechen, wird es trotzdem vergeben. Das bedeutet, dass durch zufällige Verunreinigungen trotzdem unerwünschte Allergene enthalten sein können.
  • Das V-Label bewertet Zutaten ab der Ernte. Das heißt, es ist nicht verboten, sie mit tierischen Stoffen zu düngen.
  • Auch die Verpackung kann theoretisch tierische Inhaltsstoffe enthalten – auch wenn ProVeg davon abrät.
  • In Deutschland können sich Gastronomien derzeit nicht mit dem V-Label auszeichnen lassen.

Achtung: Die ausgezeichneten vegetarischen oder veganen Produkte sind nicht automatisch gesünder oder immer mit Tierschutz verbunden. Denn die Auszeichnung der vegetarischen Produkte sagt nichts über die Herkunft der darin verwendeten Zutaten lebender Tiere wie zum Beispiel Milch aus. Selbst wenn ein Produkt als vegetarisch gekennzeichnet ist, kann es trotzdem Milch aus Massentierhaltung enthalten.

Kontrollen beim V-Label

Unternehmen, die ihre Produkte mit dem Label auszeichnen wollen, müssen alle Zutaten und Hilfsstoffe offenlegen. Bei Rezepturänderungen oder Veränderungen des Produktionsprozesses muss ProVeg verständigt werden, um Kontrollen durchführen zu können. ProVeg lässt im Rahmen von Inspektionen überprüfen, ob die Kriterien eingehalten werden. Diese werden vorher angekündigt und finden etwa einmal im Jahr statt. Mehr Informationen zu Kontrollen findest du hier.

Bei Mängeln verliert das Unternehmen nicht sofort das Recht, das V-Label zu tragen. Das passiert laut Website nur, wenn ein Unternehmen „die Richtlinien des V-Labels wissentlich nicht einhält und beispielsweise nicht-vegane bzw. nicht-vegetarische Inhaltsstoffe und Verarbeitungshilfsstoffe verwendet“. Ist das nicht der Fall, können Unternehmen die Mängel innerhalb einer Schonfrist nachbessern und sich dabei von ProVeg beraten lassen.

Kritik am V-Label

Obwohl das V-Label für viele Vegetarier*innen und Veganer*innen eine Hilfe ist, gibt es auch Kritik.

Kritisiert wird die Auszeichnung vegetarischer Produkte von Fleischproduzenten wie beispielsweise Wiesenhof. Kleine Unternehmen wie die Firma Topas (bekannt für die Marke Wheaty) haben sich darüber beklagt, dass die großen Fleischkonzerne den vegetarischen Markt überfluten, gleichzeitig aber trotzdem an tierischen Produkte aus Massentierhaltung verdienen. Topas hatte dem Vebu vorgeworfen, die Fleischindustrie zu unterstützen und ist als Konsequenz 2016 aus dem Verein ausgetreten.

Dass sich die vegane und vegetarische Variate so ähnlich sehen, kann außerdem zu Verwechslungen führen. Deshalb plant ProVeg derzeit einen Relaunch inklusive eines neuen Designs für die Labels.

Alternativen zum V-Label

Neben dem V-Label gibt es einige weitere Label für Produkte ohne tierische Bestandteile, zum Beispiel:

  • die Veganblume der Vegan Society England
  • das Vegan-Label der veganen Gesellschaft Deutschland e. V.
  • das EcoVeg-Siegel des VegOrganic e.V. (für vegane Bio-Lebensmittel)

Diese zeichnen jedoch keine vegetarischen Produkte aus, nur vegane.

Verfügbarkeit: hoch

Das V-Label ist inzwischen recht weit verbreitet. Viele bekannte Marken wie zum Beispiel Voelkel, Rügenwalder, Frosta oder die Bio-Marke von Dm nutzen es, um vegetarische oder vegane Produkte zu kennzeichnen.

Es ist inzwischen nicht nur in Biomärkten oder Naturkostläden, sondern auch in Supermärkten wie Spar und Discountern wie Lidl oder Aldi zu finden.

Utopia-Fazit

Wir halten das Label für eine sehr gute Orientierungshilfe für Vegetarier*innen und Veganer*innen, weil es Transparenz schafft. Oft befinden sich tierische Bestandteile nämlich gar nicht auf der Inhaltsstoffliste oder verstecken sich hinter komplizierten Bezeichnungen. Ohne das V-Label wäre es zum Beispiel unmöglich zu erkennen, ob Säfte oder Wein mit Gelatine geklärt wurden oder nicht. Das Label sagt jedoch nichts über den Gesundheitswert, die Herkunft der Zutaten oder weitere Zertifizierungen (wie Bio und Fair-Trade) aus.

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