Booksharing: Karte zeigt öffentliche Bücherschränke in deiner Nähe

Öffentlicher Bücherschrank, Booksharing
Foto: "100719_OffenerBuecherschrank_00101" weisserstier unter CC BY 2.0, Screenshot OpenBookCase

Öffentliche Bücherschränke stehen an frei zugänglichen Orten und bieten kostenloses Lesematerial für alle – und zwar in vielen Groß- und Kleinstädten weltweit. Eine digitale Karte hilft, Bücherschränke in der eigenen Umgebung zu finden.

Bücher gehören zu den Gegenständen, die am einfachsten mehrfach genutzt und geteilt werden können. Denn die wenigsten Bücher liest man mehr als einmal und wenn man selbst damit fertig ist, kann man sie praktisch ohne Qualitätsverlust weitergeben. Hunderte von Menschen können sich ein Buch „teilen“, ohne dass einer von ihnen es besitzen muss – das ist die Idee hinter Leihbüchereien. Gewissermaßen sind sie die Vorreiter der Share Economy.

Öffentliche Bücherschränke Tag und Nacht nutzen

Öffentliche Bücherschränke haben das Prinzip der gemeinsamen Nutzung um den Gemeinwohl-Gedanken ergänzt. Sie funktionieren im Prinzip genauso wie Bibliotheken – nur, dass sie kostenlos sind, jeder Bücher einstellen und entnehmen kann und sie oft rund um die Uhr zugänglich sind.

Öffentliche Bücherschränke sind an unterschiedlichen Orten zu finden: Mal ist es ein richtiger Schrank in einem öffentlichen Gebäude, mal ein wetterfestes Regal auf der Straße, mal eine ausgediente Telefonzelle oder eine einfache Kiste, in der die Bücher stehen.

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Öffentlicher Bücherschrank in Berlin-Prenzlauer Berg (Foto: Utopia/vs)

Jeder darf Bücher aus den öffentlichen Bücherschränken mitnehmen. Nach der Lektüre kann man das Buch zurückbringen oder behalten. Idealerweise stellt man im Gegenzug ein eigenes aussortiertes Buch in die Schränke beziehungsweise Kisten – somit bleiben die öffentlichen Bücherschränke immer gefüllt. Die öffentlichen Schränke bieten also auch eine Möglichkeit, gelesene Bücher zu spenden.

Karte zeigt, wo die öffentlichen Bücherschränke stehen

Doch weil die öffentlichen Bücherschränke nicht in jeder Stadt für alle sichtbar in der Fußgängerzone stehen, sind sie oft wenig bekannt. Das Projekt OpenBookCase.org hat, so die Beschreibung auf der Website, „das Ziel, eine einfache und nutzerfreundliche Plattform zu bieten, um öffentliche Bücherschränke in der Nähe zu suchen.“

Auf der Website gibt es eine digitale Karte, auf der öffentliche Bücherschränke auf der ganzen Welt zu finden sind. So geht es: Gib einfach die eigene Stadt oder Adresse ein und alle öffentlichen Bücherschränke in deiner Nähe werden angezeigt.

Fast 3.000 dieser öffentlichen Bücherschränke sind dort bereits gelistet – und wer weitere ergänzen möchte, kann sich anmelden und das ganz einfach selbst tun.

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(6) Kommentare

  1. Wie wäre es, wenn Du mal nach oben statt nach unten treten würde? Es wird massiv Ramsch produziert, so dass die wenigen guten Exemplare völlig in dem Nonsens- Rauschen untergehen. Die Verlage leisten sich einen Hansel, der 10 ! Seiten liest und dann entscheidet, ob das Werk gedruckt wird oder nicht. Dieser Hansel verdient genauso wenig. Dann sind also die Druckereien Schuld? Näääh. Auch das sind arme Schweine. Na, wer also kriegt wohl das meiste ab? Kritisiert bitte dort und nicht die Leute, die sich bemühen Eure „Werke“ Bekannt zu machen. Wenn ich in dem Bücherschrank Dein Buch finde und es toll finde, dann gehe ich direkt danach in den Buchladen und kaufe mir das nächste. Wie wurden denn früher alle berühmt? Ja, vom Kassetten kopieren und andere mit dem coolen Zeug anfixen, so dass jeder genau diese Lied haben sollte, jeder zu der Band wollte, jeder ein Autogramm wollte, ja jeder das Original daheim haben wollte. Ich kaufe jedes Buch meiner Lieblingsschriftsteller und verfüge über eine eigene Bibliothek. Und ich wäre ohne „hast Du schon mal gelesen?“, ganz bestimmt auf viele nicht gekommen. Also nimm das bitte konstruktiv auf und verrat uns, was Du geschrieben hast. Vielleicht passt es ja zu einem der Themen, der Blogger vor Ort und schwups hast Du wieder ein paar Exemplare verkauft. 🙂

  2. Danke für diesen Artikel.

    Diese Art des booksharing erachte ich als sehr werterhaltend und nachhaltig; wenn man selbst vor der Entscheidung steht, Bücher entweder wegzuwerfen-oder eben in dieser Form anderen Menschen zur Verfügung zu stellen-ohne irgendwelche Bedingungen.

    Dabei erscheint mir diese absolut einfache Handhabung „vor Ort“ so genial: obwohl man es kaum vermuten mag, es gibt nach vor genügend Menschen, die keinen „online-Zugang“ haben-und auch immer mehr Menschen, die diesen bewußt ablehnen.

    Mein persönliches Beispiel:
    Meine Mutter hat schon immer gerne gelesen, ist geistig „absolut beweglich“: aber sie möchte keinen PC-und auch kein Mobil-Telefon.

    Dabei geht es ihr Zeit ihres Lebens so, wie es vielen „Viel-Lesern“ ergeht: in gewissen Lebenszeiten hat man eine „Lieblingsliteratur“; die liest man gerne wiederholt, zieht immer wieder etwas „Schönes und Neues“ daraus.

    Aber irgendwann kennt man „die Geschichte“ vielleicht auswendig, man beschäftigt sich jetzt lieber mit anderen Gedanken-und dementsprechend „anderer“ Literatur.

    Tja, und was geschieht jetzt mit den „Staubfängern“ im Bücherregal?

    In diesem Zusammenhang: ich war sehr überrascht, als mir meine Mutter von dem „Buchschrank“ berichtete, den sie vor einigen Wochen auf ihrem Weg zum Einkauf entdeckte.
    Für sie ist dieser Buchschrank ein Geschenk: dort kann sie herumstöbern-und auch selbst ein Buch dort hinterlassen, wenn sie eines herausnimmt; diese Ausgeglichenheit ist ihr sehr wichtig.

  3. Unser Bürgermeister hat im Vorraum vom Rathaus regale und einen Tisch gestellt wo jeder seine gelesene Lektüre hin bringen, austauschen oder nur was zum lesen holen kann. Eine ältere Frau der Gemeinde bringt immer Ordnung rein. Das funktioniert optimal. Falls man warten muss,schaut man da einfach solange nach.

  4. Hallo,
    auf meinem Wochenendweg hat eine kleine, aktive Dorfgemeinschaft eine dieser nostalgischen gelben Telefonzellen aufgestellt, und ein paar Bücher reingestellt. In den 2 Jahren, die ich jetzt diese Telefon-Bücher-Zelle passiere, ist das Angebot so groß, daß ich fast nicht mehr stehen kann. Viele tolle Bücher, mancher Ramsch, immer im Blickwinkel des Betrachters. Und manchmal habe ich so Autoren kennen gelernt, die ich nie blind gekauft hätte. Das zum (etwas stilistisch aufwertbaren) Kommentar oben.
    Ich wünsche mir mehr solche Plätze für Bücher auf der Suche nach neuen Liebhaberhänden, reiselustigen Büchern und solchen , die heimatlos auf der Suche nach einem neuen Zuhause sind.
    Die kleinen Taten wie diese machen doch unser Leben so lebenswert (oder ‚lesenswert‘?)

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