Frauenmilch-Bank in Kiel: Schon in 34 Städten

Muttermilchbank in Kiel versorgt Frühchen mit Muttermilch.
Foto: Frauenmilchbank-Initiative / Stefan Straube

Nährstoffreiche Milchnahrung ist für die Gesundheit von Neugeborenen entscheidend. Doch zum Beispiel bei der Geburt von „Frühchen“ haben viele Mütter noch nicht genug Muttermilch für das Kind. Ein Klinikum in Kiel hat dafür nun eine Lösung entwickelt.

Am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) in Kiel profitieren besonders Frühgeborene nun von einer Frauenmilchbank. Für Frühchen könne Muttermilch entscheidend für die Entwicklung sein. Das UKSH nennt als Problem: Viele Mütter hätten nach einer zu frühen Geburt noch nicht genügend Milch. In Lübeck gibt es vom UKSH bereits seit einigen Jahren so eine Frauenmilchbank.

Muttermilch bezeichnet die Milch der eigenen Mutter, Frauenmilch ist Milch, die auch von nicht verwandten Personen gegeben werden kann. Wir benutzen den Begriff, wenn auch gleich nicht nur Frauen Milch für Säuglinge produzieren können.

Frühchen mit einem Geburtsgewicht von weniger als 1.500 Gramm werden mit der speziell aufbereiteten Milch versorgt. Ungefähr 50 dieser sehr kleinen Kinder werden pro Jahr am Campus Kiel geboren. Das schleswig-holsteinische Gesundheitsministerium fördert die Frauenmilchbanken.

Frauenmilchbanken in ganz Deutschland

Doch nicht nur das Klinikum Schleswig-Holstein bietet Spenderinnenmilch für Neugeborene an. Die Initiative für Frauenmilchbanken listet auf ihrer Webseite alle Frauenmilchbanken in Deutschland auf. Zum derzeitigen Stand sind es 34 Kliniken, die ihre Patient:innen mit Spenderinnenmilch versorgen. Kliniken mit Spenderinnenmilch gibt es unter anderem in Berlin, Hannover, Hamburg, München, Ulm, Essen, Erfurt, Jena, Passau und Wolfsburg.  

Die Milch wird von anderen Kindern nicht benötigt

Die gespendete Milch stammt von Müttern, deren Kinder selbst in den Kliniken für Kinder- und Jugendmedizin des UKSH behandelt werden oder wurden. Mit dem Einverständnis der Frauen, wird die Milch, die ihr eigenes Kind nicht braucht, tiefgefroren in der Frauenmilchbank vorgehalten. Vorab wird der Gesundheitszustand der Spenderinnen geprüft, die gespendete Milch untersucht und vor der Gabe an das Kind pasteurisiert (hocherhitzt).

"Studien zeigen, dass Frühgeborene, die Muttermilch bekommen, weniger Darmentzündungen bekommen und besser gedeihen“, sagte Ann Carolin Longardt.
„Studien zeigen, dass Frühgeborene, die Muttermilch bekommen, weniger Darmentzündungen bekommen und besser gedeihen“, sagte Ann Carolin Longardt. (Foto: CC0 Public Domain / Pexels - Kristina Paukshtite)

„Insbesondere für den unreifen Darm ist diese Ernährung besser verträglich als industriell hergestellte Säuglingsnahrung. Studien zeigen, dass Frühgeborene, die Muttermilch bekommen, weniger Darmentzündungen bekommen und besser gedeihen“, sagte die Oberärztin der Neonatologie der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin I, Campus Kiel, Ann Carolin Longardt.

Spenderinnenmilch die beste Alternative zur Milch der eigenen Mutter

Mit der Einrichtung der Frauenmilchbanken folgt das UKSH nach eigenen Angaben unter anderem den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und des United Nations Children’s Fund (UNICEF), die Spenderinnenmilch als beste Alternative einstufen, wenn Kinder nicht mit der Milch der eigenen Mutter ernährt werden können.

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