Öko-Test Grillkohle: Die Hälfte ist empfehlenswert

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Öko-Test hat Grillkohle von 20 Anbietern getestet und die Holz-Herkunft überprüft. Im Test musste die Grillkohle nicht nur gut brennen, sondern auch möglichst wenig Verunreinigungen und kein Holz aus dem Regenwald enthalten.

Für die (vegane) Bratwurst den Regenwald abholzen? Bitte nicht! Doch Grillkohle besteht oft aus tropischen Hölzern und einige Hersteller verschweigen das ihren Kunden. Es gibt aber noch weitere Probleme, wie Öko-Test im großen Grillkohle-Test herausfand: Die Zusammensetzung und Qualität der Grillkohle unterscheiden sich zwischen den Produkten deutlich.

Wenn in einer Grillkohle viel Kohlenstoff enthalten ist, brennt sie besser. Der Kohlenstoff-Anteil variiert aber stark und liegt je nach Hersteller zwischen 56 und 86 Prozent. Außerdem können sich Verunreinigungen wie Schlacke, Pech, Quarz oder Steine in der Kohle befinden. Öko-Test hat klassische Grillkohle und Grillbriketts getestet und kann fünf Produkte empfehlen.

Grillkohle bei Öko-Test: Fünf Testsieger

Bei der Wahl der Grillkohle können Kunden zwischen Holzkohle und Briketts wählen. Bei Öko-Test haben die Briketts etwas besser abgeschnitten: Fünfmal gab es hier die Bestnote „sehr gut“, während Holzkohle zum Grillen im Test nicht über „gut“ hinauskommt. Der häufigste Grund: Die Temperatur der glühenden Kohle lässt bei Holzkohle deutlich schneller nach. Wir stellen die zwei besten Produkte vor:

  • Holzkohle : Nero Bio Grillkohle („gut“) besteht aus deutschen und französischen Hölzern und ist Naturland-zertifiziert. Die Vorglühzeit ist mit 35 Minuten Mittelmaß, ebenso die gemessenen Temperaturen. An der Zusammensetzung (76 Prozent Kohlenstoff) gibt es nichts zu beanstanden.
  • Briketts: ProFagus Grillis Premium Buchen Grill-Holzkohlebriketts („sehr gut“) haben eine ähnliche Vorglühzeit (31 Minuten) und ähneln der Nero-Kohle auch in der Zusammensetzung (77 Prozent Kohlenstoff). Allerdings sorgen sie auch noch nach 30 und sogar nach 60 Minuten für viel Hitze. ProFagus-Grillkohle ist PEFC-zertifiziert. Ein FSC– oder Naturland-Siegel wäre aus unserer Sicht noch besser.

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Tropenholz in Grillkohle nachgewiesen

Die Max Premium Holzkohle Grill & Barbecue ist bei Öko-Test durchgefallen. Der Hersteller hatte angegeben, nur europäische Hölzer wie Hainbuche und Eiche zu verwenden, und zwar aus einer Forstwirtschaft in der Ukraine. Auch die Zertifikatsnummer des FSC-Siegels bescheinigt europäische Hölzer. Allerdings hat das beauftragte Labor Hölzer aus tropischem oder subtropischem Klima der Pflanzenfamilie Fabaceae (Hülsenfrüchtler) nachgewiesen und nicht die angegebene Hainbuche und Eiche. Drei weitere Produkte bekamen wegen Tropenhölzern ebenfalls schlechte Noten. Sie hatten diese Hölzer aber zumindest transparent deklariert.

Auch in Puncto Zusammensetzung ist die Max Premium Holzkohle nicht besonders gut: Sie enthält viele kleine Stücke (kleiner als einen Zentimeter) und nach einer Stunde liefert die Grillkohle kaum noch Hitze. Laut Labor liegt der Anteil an festem Brennstoff (Kohlenstoff) nur bei 66 Prozent und damit unterhalb der DIN-Norm. „Mangelhaft“ lautet daher das Urteil von Öko-Test.

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Mit Grillkohle das Klima ruinieren

Grillkohle besteht aus Holz – eigentlich. Denn in einigen Produkten steckt noch mehr: Die Briketts der Kaufland-Eigenmarke K-Classic (Let‘s BBQ Holzkohle-Briketts) sind mit Quarz, Petrolkoks und Steinkohle verunreinigt. Petrolkoks wird aus Erdöl gewonnen, das für Umwelt und Klima problematisch ist. In zwei anderen Briketts hat Öko-Test sogar Braunkohle nachgewiesen. Die Experten kritisieren das, da der Rückgriff auf fossile Brennstoffe nicht nachhaltig ist. Braunkohle setzt zum Beispiel große Mengen CO2 frei.

Wenn grillen, dann richtig

Beim Grillen solltest du einige Tipps beachten – das freut das Klima und deine Gesundheit:

  • Anstatt auf Holzgrillkohle oder Grillbriketts kannst du auch nachhaltige Grillkohle aus Olivenkernen, Weinreben, Kokosbriketts oder Maisspindeln verwenden. Lies dazu auch unseren Beitrag Nachhaltige Grillkohle: Warum du bei Holzkohle genau hinschauen solltest
  • Zum Anzünden solltest du kein Spiritus oder Benzin verwenden. Natürliche Anzünder aus zertifiziertem Holz sind besser. Mit einem Anzündkamin klappt das Vorglühen besonders gut. Oder du machst Grillanzünder einfach selber.
  • Das Öl am Grillgut besser abtupfen, damit es nicht in die Glut tropft. Denn dort können sich krebserregende polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) bilden.
  • Über der Glut solltest du die (vegane) Bratwurst auch nur zwei bis drei Minuten anbraten und dann zur Seite nehmen, damit sie nicht schwarz wird.

Alle Testergebnisse und Details findest du in der Ausgabe 06/2020 von Öko-Test sowie online auf www.oekotest.de.

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