Die EEG-Umlage verständlich erklärt

EEG-Umlage
Foto: CC0/pixabay/geralt

Mit der EEG-Umlage finanziert jeder Stromkunde die Energiewende mit, damit Kohle- und Atomkraftwerke bald der Vergangenheit angehören. Doch mit zahlreichen Gesetzesänderungen verliert die EEG-Umlage ihre Funktion zur fairen Kostenverteilung.

EEG-Umlage finanziert die Einspeisevergütung

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) aus dem Jahre 2000 fördert die Stromerzeugung aus sauberen, erneuerbaren Energien.

Mit festen Vorgaben, bis wann die Energiewende umgesetzt sein soll, gibt der erste Paragraph ein konkretes Ziel vor: Der Anteil erneuerbarer Energien an der Stromversorgung soll bis zum Jahr 2025 bei 40 bis 45 Prozent und bis 2035 bei 55 bis 60 Prozent liegen. 

Die Pläne, um dieses Ziel zu erreichen: 

  1. erneuerbare Energien in die Stromversorgung integrieren
  2. direkte Vermarktung des Stroms
  3. die Kosten der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien sollen so gering wie möglich sein und fair verteilt werden

Um weg von fossiler Energie oder Atomstrom zu kommen, müssen die regenerativen Energien schrittweise die bestehenden Kraftwerke ersetzen. Dazu erhalten Betreiber von neuen Anlagen eine gesetzliche Förderung durch die Einspeisevergütung, mit dem Ziel „grünen“ Strom wirtschaftlich zu produzieren. Für diese Finanzierung sieht das EEG einen Aufschlag auf den regulären Strompreis vor, die EEG-Umlage.

Höhe der EEG-Umlage hängt vom Strompreis an der Strombörse ab


(Foto: CC0/pixabay/PIRO4D)

Für die jährliche Berechnung der EEG-Umlage sind die Übertragungsnetzbetreiber zuständig.

  • Der Aufschlag-Satz ist jeweils für ein Jahr berechnet und wird am 15. Oktober für das kommende Jahr auf der Internetseite Netztransparenz veröffentlicht.
  • Die Höhe der Umlage berechnet sich grundsätzlich aus der Differenz zwischen dem Einkaufspreis für Strom und den Zahlungen für die Einspeisevergütung, dazu werden Prognosewerte verwendet.
  • Der künftige Einkaufspreis für Strom kommt von der Strombörse EEX „European Energy Exchange“ in Leipzig.
  • Die Prognose der Einspeisevergütung berücksichtigt Zahlungen des letzten Jahres.
  • Außerdem wird geschätzt, wie viele Anlagen, im nächsten Jahr gebaut werden sollen.
  • Der aktuelle EEG-Kontostand wird ebenfalls in die Berechnung einbezogen
  • Hinzu kommt: Eine Liquiditätsreserve, die als Puffer für unvorhergesehene Kosten dient und saisonale Schwankungen in der Stromproduktion ausgleichen soll.

Für 2018 beträgt der Zuschlag auf den Strompreis 6,792 Euro-Cent pro verbrauchter Kilowatt-Stunde Strom. Diesen Zuschlag geben die Stromlieferanten meist vollständig an ihre Kunden weiter.

Aus der EEG-Umlage finanziert sich die Förderung für „grünen“ Strom

Einspeisevergütung für regenerative Stromerzeugung
Einspeisevergütung für regenerative Stromerzeugung
(Foto: CC0/pixabay/seagul)

Die Einspeisevergütung aus dem Gesetz erhalten Betreiber von Anlagen zur regenerativen Stromerzeugung: 

  1. Wasserkraftwerke
  2. Windräder
  3. Geothermie
  4. Photovoltaik
  5. Biomasse
  6. Grubengas
  • Je nach Anlagentechnik und Standort werden unterschiedliche Fördersätze gezahlt. Die Höhe der Einspeisevergütungen berücksichtigt die unterschiedlich hohen Investitionen in die Technologie und Herstellungskosten der Anlagen.
  • Die Degressionsregelung im EEG sieht jährlich sinkende Fördersätze vor, für Photovoltaik sanken die Einspeisevergütungen teilweise sogar monatlich. Damit soll erreicht werden, dass die Hersteller von Anlagen sinkende Kosten an ihre Kunden weitergeben.
  • Langfristig sollen Anlagen auch ohne die Fördergelder rentabel sein, sodass Strom aus erneuerbaren Energien am Markt konkurrenzfähig wird.
  • Zum Zeitpunkt der Fertigstellung einer Anlage gültige Fördersätze bleiben für 20 Jahre vertraglich fest zugesichert, sodass die Anlagen innerhalb dieses Zeitraums wirtschaftlich arbeiten können.

Im Schnitt ergibt sich daraus ein stetig sinkender Kostensatz für die Einspreisevergütung. Fachleute rechnen damit, dass ab 2023 die Förderungen so weit zurückgefahren sind, dass die EEG-Umlage stetig sinkt.

Übrigens: Wer eine große Photovoltaikanlage über 10.000 kWh pro Jahr für den Eigenverbrauch betreibt, muss auch anteilig für den selbst verbrauchten Strom eine EEG-Umlage zahlen.

Die EEG-Umlage – die wichtigsten Änderungen zum Gesetz

Das EEG wurde mehrfach angepasst
Das EEG wurde mehrfach angepasst
(Foto: CC0/pixabay/dimitrisvetsikas1969)

Der ursprüngliche Ansatz im EEG sieht eine kooperative Finanzierung der Energiewende vor. Die Investitionen für Strom aus regenerativen Energien sollen durch ein Umlageverfahren oder Wälzung auf alle verteilt werden. Das Gesetz wurde mit den Jahren jedoch immer wieder angepasst, erweitert und umgeschrieben, so dass die ursprüngliche Umsetzung fraglich wird.

Eine Gesetzesänderung in 2010 trug dazu bei, dass die Strompreise an der Börse weiter sanken.

  • Vorher sah das EEG eine zweigleisige Stromversorgung vor, indem der Energieversorger den regional produzierten Strom durch Wind- oder Solaranlagen sofort an die Haushalte verteilte und fehlende Kapazitäten über die Börse zukaufte.
  • Nach 2010 müssen die lokalen Stromanbieter 100% ihres Bedarfs über die Strombörse einkaufen. Die Strombörse handelt nun auch den bisher lokal verkauften „grünen“ Strom, so dass das Handelsvolumen anstieg.

Eine Überarbeitung des Gesetzes 2012 erweiterte die Sonderregelung für Industriebetriebe mit hohem Stromverbrauch.

  • Vor der Änderung konnten sich Betriebe ab einem jährlichen Stromverbrauch von 10 Gigawattstunden Stromverbrauch im Jahr (GWh/a) von der EEG-Umlage befreien lassen.
  • Jetzt liegt die Grenze bei 1 GWh/a.

Dadurch tragen zunehmend privaten Haushalte und kleinere Betriebe in Handel- und Dienstleistung die Hauptlast der Energiewende

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