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Fair Finance Guide 4.0: diese Banken & Versicherungen sind (nicht) empfehlenswert

Screenshot: fairfinanceguide.de

Wie nachhaltig sind deutsche Banken? Der „Fair Finance Guide 4.0“ liefert eine Antwort auf diese Frage und hat dazu die Nachhaltigkeitsrichtlinien unserer Geldhäuser analysiert. Nur vier Banken sind „clean“.

Schon zum vierten Mal untersuchte der Fair Finance Guide 2019, was Banken in Sachen Nachhaltigkeit tun. Das Banken-Ranking vergleicht dabei die Geldinstitute anhand von über 280 Kriterien zu verschiedenen sozial-ökologischen Themen – und bewertet sie auf einer Skala von 0 bis 100 Prozent.

Fair Finance Guide 4.0

14 Banken waren 2019 im Fair Finance Guide 4.0 aufgelistet.

  • Die gute Nachricht: Das Bewertungsniveau stieg 2019 insgesamt um etwa 5% gegenüber dem Vorjahr.
  • An der Spitze des Rankings liegen wie schon im Jahr zuvor GLS BankEthikBank und Triodos Bank.
  • Im unteren Drittel des Rankings liegen noch immer klassische Grossbanken wie Commerzbank (35%), Deutsche Bank (34%), Hypovereinsbank (31%).

Die besten Plätze im Ranking (über 80%): 

  1. GLS Bank (96%)
  2. EthikBank (95%)
  3. Triodos Bank (87%)
  4. KD-Bank (82%)

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Fair Finance Guide: nur vier Banken „clean“

Großbanken wie die Commerzbank, die Deutsche Bank und die DZ Bank finanzieren nach wie vor Rüstungsexporteure, die seit Jahren in Studien vom Fair Finance Guide kritisiert werden. Die Stadtsparkasse Düsseldorf finanziert demnach ofenbar den Rüstungskonzern Rheinmetall, ein Unternehmen, in das auch ein von der Sparkasse KölnBonn angebotener Deka-Fonds (Deka Dividenden Rheinedition) investiert. Auch Fonds der Apotheker- und Ärztebank beteiligen sich demnach offenbar an Rüstungsunternehmen wie beispielsweise Airbus, das unter anderem Atomwaffen herstellt bzw. modernisiert.

Nur bei vier der Geldinstitute waren keine Verbindungen zu kritischen Unternehmen festzustellen: GLS Bank, EthikBank, Triodos und KD-Bank.

Im neu untersuchten Thema “Geschlechtergerechtigkeit” attestiert der Fair Finance Guide 4.0 den deutschen Banken 2019 noch immer erhebliche Defizite. Während es im eigenen Geschäftsbetrieb durchaus einige passable Ansätze geben, schienen demnach Aspekte wie Partizipation in Führungspositionen und gleichberechtigteBehandlung im Umgang mit kreditnehmenden Unternehmen keine große Rolle zu spielen.

Der Fair Finance Guide von Facing Finance

Der Fair Finance Guide untersucht die Selbstverpflichtungen der Banken. Dabei wird auch regelmäßig untersucht, ob die Banken die Gelder ihrer Kunden und Kundinnen in kontroverse Unternehmen investieren.

Hinter dem Bank-Ranking steht vor allem die Organisation Facing Finance, die weltweit Unternehmen  identifiziert, die international anerkannte Normen und Standards in den Bereichen Menschen- und Arbeitsrechte, Umweltschutz, völkerrechtswidrige Waffensysteme und Korruption verletzen und davon profitieren.

Zu den Partnern von Facing Finance gehört in Deutschland unter anderem Rankabrand, das Südwind-Institut und die Verbraucherzentrale Bremen. International gehören dazu Oxfam und Fair-Trade-Organisationen.

Weitere Infos zum Ranking:

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Umdenken im Finanzwesen

Der Fair Finance Guide hat sich nach eigenen Angaben zum Ziel gesetzt, soziale und ökologische Bilanz deutscher Banken transparenter zu machen. Das soll Kunden helfen, ihre Nachhaltigkeit besser einschätzen – und sich so für die ethischere Bank entscheiden zu können. Lies auch: 5 Argumente gegen konventionelle Banken.

In der Finanzbranche ist ein Umdenken dringend nötig: Wie die Studie „Don’t Bank on the Bomb“ herausstellte, haben deutsche Finanzinstitute seit 2014 über zehn Milliarden Euro in Unternehmen gesteckt, die Atomwaffen herstellen oder warten. Lies auch: Deutsche Banken investieren Milliarden in Atomwaffen-Hersteller.

2020: Fair Finance Guide für Versicherungen

Im Rahmen des Fair Finance Guides hat sich Facing Finance 2020 erstmalig auch die Richtlinien der fünf  Lebensversicherungen Allianz, AXA, R+V, Zurich und Debeka angesehen und anhand von rund 150 Kriterien ihre Übereinstimmung mit internationalen Nachhaltigkeitsstandards überprüft.

Die Untersuchung zeigt demnach:

  • Versicherer wie diese verfügen offenbar über zu wenig klare, sozial-ökologische Richtlinien, die regeln, wie die Beiträge der Kundinnen angelegt werden dürfen.
  • Die Anlagestrategien von Lebensversicherern (Allianz, AXA, R+V, Zurich und Debeka) weisen teils erhebliche Defizite in Bezug Klima- und Naturschutz sowie den Ausschluss von Waffen auf.
  • Der Gesetzgeber muss für Finanzprodukte soziale und ökologische Mindeststandards festlegen, die sich u.a. an völkerrechtlichen Verpflichtungen Deutschlands orientieren.
  • Am wenigstens schlecht fällt das Ergebnis der Allianz Lebensversicherung aus. Dabei entsprechen selbst ihre Richtlinien nur zu 36% (von 100%) den Kriterien des Fair Finance Guides. Hohe Defizite wurden in den Bereichen Klimaschutz, Naturschutz, Geschlechtergerechtigkeit und Steuern festgestellt.
  • Auch bei den anderen untersuchten Lebensversicherungen Axa (30%), R+V (25%) und Zurich (21%) fallen insbesondere mangelnde Bestimmungen für den Naturschutz und die Geschlechtergleichheit auf.
  • Keine der untersuchten Lebensversicherungen hat sich bisher vollständig von Investitionen in Kohleunternehmen verabschiedet.
  • Die Debeka, die am schlechtesten bewertete Versicherung (16%), hat fast gar keine konkreten Bestimmungen veröffentlicht.

Die Bewertungen sind auf der Fair Finance Guide Website hier einsehbar.

na/aw

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