Fußbodenheizung: Vor- und Nachteile einer Flächenheizung

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Eine Fußbodenheizung sorgt für angenehm warme Füße. Welche Vorteile und Nachteile sie darüber hinaus hat und ob sich eine Nachrüstung lohnt, erfährst du hier.

Fußbodenheizungen nutzen den Effekt aus, dass warme Luft nach oben steigt. Außerdem wird die Wärme von den Wänden und der Decke abgestrahlt und verteilt sich so gleichmäßig im ganzen Raum. Bereits im alten Rom gab es Fußbodenheizungen.

Du kannst zwischen zwei Arten von Fußbodenheizungen unterscheiden: Es gibt solche, die mit Strom betrieben werden und solche, bei denen die Wärme durch warmes Wasser erzeugt wird. Heutzutage gibt es bei den meisten Modellen beider Arten Thermostate, mit denen die gewünschte Temperatur relativ genau eingestellt werden kann.

Vorteile von Fußbodenheizung

Keramikfliesen eignen sich besonders gut für Fußbodenheizung.
Keramikfliesen eignen sich besonders gut für Fußbodenheizung.
(Foto: CC0 / Pixabay / multifacetedgirl)

Es gibt viele Gründe, weshalb Fußbodenheizung beliebt ist:

  • Sie sorgt für angenehm warme Füße.
  • Es gibt keine sichtbaren Heizkörper, die dein Raumgefühl stören.
  • Es gibt keinen Heizkörper, der entstaubt werden muss oder Platz weg nimmt.
  • Durch die gleichmäßige Verteilung der Wärme wird weniger Staub aufgewirbelt als durch herkömmliche Heizkörper. Das ist besonders für Asthmatiker und Menschen mit einer Hausstauballergie ein großer Vorteil.

Tatsächlich kann ein Haushalt mit Fußbodenheizung gegenüber einem mit Heizkörpern an der Wand etwa zehn Prozent Energie einsparen. Durch die gleichmäßige Verteilung der Wärme heizt eine Fußbodenheizung den Raum bereits mit einer Vorlauftemperatur von 35 Grad auf eine angenehme Temperatur. Heizkörper müssen dafür 50 bis 60 Grad warm werden.

Effizient heizen kann eine Fußbodenheizung allerdings nur, wenn der Wärmeverlust minimal ist. Dazu muss einerseits der Boden unter der Heizung gut gedämmt sein. Andererseits solltest du über der Heizung einen Bodenbelag wählen, der die Wärme besonders gut leitet. Das gilt zum Beispiel für Keramikfliesen oder Natursteine, während Teppichboden oder Teppiche in den meisten Fällen ungeeignet sind.

Besonders vorteilhaft sind Warmwasser-Fußbodenheizungen für Haushalte mit Wärmepumpe. Beide Systeme arbeiten mit ähnlichen Wassertemperaturen und können gut aneinander gekoppelt werden.

Nachteile von Fußbodenheizung

Den oben genannten Vorteilen von Fußbodenheizung stehen einige Nachteile gegenüber, die zum Teil vom Heizungstyp abhängen:

  • Die Anschaffung einer Fußbodenheizung ist teuer. Das gilt insbesondere, wenn du sie nicht in einem Neubau installierst, sondern in bereits vorhandenen Räumen nachrüsten willst.
  • Da Fußbodenheizungen schwer zugänglich sind, sind Reperaturen sehr aufwändig. Besonders problematisch sind Lecks in Warmwasser-Fußbodenheizungen, deren Rohre unter dem Estrich verlaufen. Auch Ablagerungen in den Rohren können nur schwer entfernt werden.
  • Elektrische Fußbodenheizungen können hohe Stromkosten verursachen, deshalb eignen sie sich nur selten als ausschließliches Heizsystem.
  • Fußbodenheizungen brauchen wesentlich länger als herkömmliche Heizkörper, um den Raum aufzuheizen. Schnelle Temperaturveränderungen sind nicht möglich. Das gilt vor allem für Fußbodenheizung, die nicht direkt unter dem Bodenbelag liegt, sondern unter dem sogenannten Estrich. Das ist der Aufbau, auf dem der Bodenbelag aufliegt.
  • Wie oben erwähnt, sparst du mit einer Fußbodenheizung nur Energie, wenn der Bodenbelag die Wärme gut leitet und möglichst wenig Wärme durch den Unterboden verloren geht. Ansonsten kann dein Energieverbrauch sogar ansteigen.

Fußbodenheizung nachrüsten?

Einen Altbau mit einer Fußbodenheizung nachzurüsten ist aufwändig und nicht in jedem Fall zu empfehlen.
Einen Altbau mit einer Fußbodenheizung nachzurüsten ist aufwändig und nicht in jedem Fall zu empfehlen.
(Foto: CC0 / Pixabay / lapping)

Grundsätzlich kannst du vor allem Fußbodenheizungen nachrüsten, die eine niedrige Aufbauhöhe haben und direkt unter dem Fußboden liegen:

  • Eine besonders geringe Aufbauhöhe von zwei Zentimetern haben sogenannte Dünnschichtsysteme. Bei diesen werden Rohre auf dem Estrich verlegt oder Heizfolien auf dem Bodenbelag angebracht. Da bei diesem System keine zusätzliche Dämmschicht in den Boden eingebaut wird, ist es wichtig, dass der Boden bereits gut gedämmt ist.
  • Für eine Nachrüstung kannst du auch Systeme verwenden, die trocken verlegt werden. Dort werden die Rohre zwischen Wärme- und Trittschalldämmplatten verlegt. Diese Systeme haben aber bereits eine Aufbauhöhe von fünf Zentimetern. Das heißt, dass nach der Installationen die Fenster und Türen im Raum niedriger sind.

Du merkst, die Nachrüstung einer Fußbodenheizung ist aufwändig und nicht zwangsläufig von Vorteil. Falls du überlegst, deine Räume mit einer Fußbodenheizung ausstatten zu lassen, solltest du dich in jedem Fall durch eine:n Experten:in beraten lassen. Diese:r kann herausfinden, ob du mit einer Fußbodenheizung wirklich Energie sparen kannst und falls ja, welcher Heizungstyp am besten geeignet wäre.

Übrigens: Wie du deine Fußbodenheizung richtig einstellst, erfährst du in unserem Artikel Fußbodenheizung einstellen: Darauf solltest du achten.

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