Getreidemilch: der Milchersatz aus Schrot und Korn

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Getreidemilch wird immer beliebter. Man kann sie selber machen oder fertig kaufen, aus Hafer, Dinkel, Roggen und anderen Getreidesorten. Wir stellen dir hier die wichtigsten Sorten Getreidemilch im Überblick vor.

Getreidemilch erfreut sich als Alternative zu Kuhmilch steigender Beliebtheit. Sie ist laktosefrei und damit für Allergiker geeignet. Sie enthält weniger Fett als Kuhmilch und ist, sofern nicht künstlich gesüßt, auch kalorienärmer als Vollmilch.

Getreidedrinks, wie Getreidemilchprodukte im Verkauf bezeichnet werden,  lassen sich einfach in der heimischen Küche selber machen und sind dann nicht nur günstiger als Kuhmilch, sondern weisen, sofern regionales Getreide verwendet wird, auch eine gute Ökobilanz auf.

Was ist überhaupt Getreidemilch?

Getreidedrinks bestehen, grob gesagt, aus Wasser und verschiedenen Getreidesorten, industriell hergestellter Milchersatz enthält meistens noch Süßungsmittel in Form von Agavendicksaft, Datteln oder Vanille.

Die Getreidemilch-Fans schwören auf den süßlich bis nussigen Geschmack, der durch die Getreidestärke entsteht. Sie verwenden ihren Lieblingsdrink für alles, was sonst mit normaler Kuhmilch gemacht würde. Egal ob im Kaffee oder Müsli, für Desserts, Kuchen oder Soßen, Getreidemilch lässt sich vielseitig einsetzen.

Wie gesund sind Getreidedrinks?

Die Frage, ob Getreidedrinks gesund sind, können wir mit einem klaren „Jein“ beantworten.

  • Für Menschen, die auf Kuhmilch allergisch reagieren oder eine Laktoseintoleranz aufweisen, ist Getreidemilch natürlich die bessere Alternative.
  • Vorsicht ist geboten bei Glutenunverträglichkeit, denn das Klebereiweiß steckt oft auch in den Milchalternativen aus Dinkel, Weizen, Roggen und Co.
  • Auch beim Protein- und Kalziumgehalt schneidet Getreidemilch im Vergleich zur normalen Milch eher schlecht ab.
  • Bedingt durch den Herstellungsprozess (jeder Getreidedrink wird vor der Abfüllung gefiltert) gehen meist auch die im ganzen Korn vorhandenen Mineralstoffe verloren.

Zusammenfassend kann man also sagen: Vor allem wer sich vegan ernähren möchte oder aus Gründen auf Kuhmilch verzichten will oder muss, findet in Getreidemilch eine interessante Alternative.

Getreidemilch selber machen

Jede Form von Getreidedrink kannst du selbstverständlich auch selbst herstellen. Weil die „Produktion“ im Prinzip für jede Getreidesorte gleich ist, findest du hier ein allgemeines Rezept für selbstgemachte Getreidemilch.

Du brauchst:

  • 80g Getreideflocken, Körner oder Mehl. Ganze Körner musst du schroten und davor über Nacht einweichen oder keimen lassen bevor du sie verarbeitest
  • 1l Wasser
  • Mixer oder Pürierstab
  • Süßungsmittel, wie Agavendicksaft, Datteln oder Honig; alternativ etwas Salz

Mehl, Flocken oder Schrot in einen Topf geben und mit etwa 0,5l Wasser aufkochen und kurz köcheln lassen. Vom Herd nehmen, das restliche Wasser hinzufügen und eventuelle Süßungsmittel hinzufügen. Die Mischung anschließend entweder mit dem Mixer oder dem Pürierstab nochmals gut durchmischen und zerkleinern.

Als letzten Schritt filterst du deine Getreidemilch durch ein Baumwolltuch oder einen Nussmilchbeutel in ein geeignetes Gefäß, um die festen Bestandteile zu entfernen. Tuch oder Beutel gut auspressen! Die Getreidemilch ist 3–6 Tage im Kühlschrank haltbar.

Die wichtigsten Getreidemilchsorten im Überblick

Im Grunde könntest du aus jedem Getreide und Wasser einen Getreidedrink herstellen. Die bekanntesten Sorten haben wir hier aufgelistet:

Reismilch

Reismilch zählt wohl zu den beliebtesten Getreidedrinks. Die Hauptbestandteile sind gekochter Reis und Wasser, der Geschmack ist natürlich süß. Großer Vorteil der Reismilch: sie enthält kein Gluten und ist daher auch für Menschen mit einer Glutenunverträglichkeit als Milchersatz geeignet.

Kaufen kannst du den Reisdrink mittlerweile fast überall, sogar bei Discounter, oder recht einfach selbst herstellen. Wie gesund die Milchalternative wirklich ist und welche (ökologischen) Probleme sie mit sich bringt, liest du ausführlicher in unserem Artikel über Reisdrinks.

Hafermilch

Hafermilch in Bio-Qualität ist, neben Sojamilch, der wahrscheinlich am häufigsten genutzte Milchersatz und ökologisch top. Sofern du nicht unter Glutenunverträglichkeit leidest, ist der Haferdrink auch sehr bekömmlich, schmeckt nussig-süß und eine recht gesunde Alternative zu Kuhmilch. Den Milchersatz aus Hafer gibt es tatsächlich in fast allen Läden und Onlineshops zu kaufen, die Getreidemilch anbieten. Oder du machst deine Hafermilch selber, wie das geht, verraten wir dir in diesem Artikel über Haferdrinks.

Dinkelmilch

Auf Platz Drei der Getreidedrink-Hitliste folgt Dinkelmilch. Dinkel als alte Getreidesorte ist sehr robust und deswegen ideal für biologischen Anbau geeignet, allerdings nicht so ertragreich wie sein naher Verwandter, der Weizen. Damit wären wir auch schon beim großen Nachteil des Dinkeldrinks, dem relativ hohen Anteil an Gluten. Damit ist die Milchalternative für Allergiker ungeeignet. Zudem hat der Dinkeldrink einen sehr intensive Getreidegeschmack, vielleicht mit ein Grund dafür, dass sie im Handel eher selten erhältlich ist. Weitere Vor- und Nachteile des Getreidedrinks, ein Rezept zum selber machen und Kauftipps findest du zum Beispiel in unserem Beitrag über Dinkeldrinks.

Roggenmilch

Die Basis für Roggenmilch ist, wie der Name schon sagt, das Roggenkorn. Diese Variante pflanzlicher Milch hat sich bis dato kaum durchsetzen können. Roggen wird zwar sehr häufig angebaut, aber hauptsächlich zu Mehl und Gebäck verarbeitet, in Form von Roggendrinks gibt es das Getreide kaum zu kaufen. Roggen enthält Gluten, was den Milchersatz perfekt zum Backen oder Kochen machen, bei Unverträglichkeit solltest du aber zu anderen Varianten greifen. Roggenmilch ist frei von Laktose und Cholesterin, enthält aber auch kein Kalzium und nur sehr wenige Proteine. Wenn du einmal ausprobieren möchtest, wie der Getreidedrink schmeckt, kannst du Roggenmilch mit unserem Rezept von oben einfach selber machen.

Einkornmilch

Einkorn, eine der Urformen des Weizens und als solche sehr robust und genügsam, erlebt mit zunehmender Verbreitung der biologischen Landwirtschaft ein Renaissance, wenn auch nicht so prominent wie Dinkel. Einkornmilch ist damit eine Exotin unter den Getreidedrinks, die du eigentlich nur selber machen kannst. Die Nährwerte der Einkornmilch entsprechen in etwa jenen der Dinkelmilch und auch die Ökobilanz ist ähnlich, sofern du für deinen Einkorndrink regionales Getreide aus dem Bioladen verwendest. Genauere Daten gibt es aufgrund der Seltenheit des Einkorndrinks leider nicht.

Hirsemilch

Hirsemilch ist die zweite glutenfreie Getreidemilch auf unserer Liste. Anders als Reis stammt die Hirse aber aus heimischen Anbau, was dem Hirsedrink ein großes Öko-Plus beschert. Der Geschmack der Hirsemilch ist ähnlich süßlich wie Reismilch, das macht sie ideal für den Einsatz übers Müsli, im Kaffee oder für Desserts. Leider hat sich der sehr gut verträgliche Getreidedrink als Alternative zu Reismilch bei uns bisher noch nicht durchsetzen können, es gibt auf dem Markt lediglich ein Produkt zu kaufen: Hirsedrink von Natumi. Die Hirsemilch ist aber schnell selbst zubereitet, dann weißt du auch genau, was wirklich drin ist in deinem Getränk.

Gerstenmilch

Gerstenmilch ist vielleicht die seltenste der Getreidemilchsorten. Obwohl Gerste seit Jahrhunderten bei uns angebaut wird, landet sie eher in der Bierproduktion oder im Tierfutter als in Backwaren oder Getreidedrinks. Genauere Angaben über die Inhaltsstoffe fehlen daher, vermutlich ähnelt Gerstenmilch in Zusammensetzung und Energiegehalt der Hafermilch. Wer wissen möchte, wie der Gerstendrink schmeckt, muss sie selbst herstellen – dazu solltest du aber besser Gerstenflocken verwenden, die ganzen Körner haben nämlich einen sehr harten Spelz.

Pflanzlicher Milchersatz:

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