Lupinenmilch: unbekannter regionaler Milchersatz

Lupinenmilch Milchersatz
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Pflanzlicher Milchersatz liegt im Trend, nur die Lupinenmilch kennt noch kaum einer – dabei wäre sie es wert. 

Süßlupinen sind alte Kulturpflanzen, die im Mittelmeerraum früher als pflanzliche Eiweißlieferanten für Mensch und Tier angebaut wurden. Die Samen der Leguminosen (Hülsenfrüchte) enthalten besonders viele essentielle Aminosäuren, was das Protein der Süßlupinen besonders wertvoll macht.

Doch Lupinenmilch als Milchersatz und andere Lupinen-Produkte sind noch kaum im Handel zu finden, dabei war 2016 doch das „Jahr der Hülsenfrüchte“. Schwer nachvollziehbar, sind Lupinen doch die unbekannte heimische Konkurrenz zu Soja – und haben diesem einiges voraus.

  1. Was ist Lupinenmilch?
  2. Ist ein Lupinendrink gesund?
  3. Lupinendrinks kaufen
  4. Lupinenmilch selber machen – so gehts

Was genau ist eigentlich Lupinenmilch?

Da Lupinen Hülsenfrüchte sind, werden für die Lupinenmilch die runden, an Erbsen erinnernden Samen der blau blühenden Lupine geerntet und getrocknet. Für die Produktion des Lupinen-Getränks werden die Samen acht Stunden lang in Wasser eingeweicht und dann fein vermahlen, sodass ein flüssiger Brei, die Lupinen-Maische, entsteht. Dieser Brei wird dann ausgepresst.

Die entstandene Flüssigkeit ist die proteinreiche Lupinenmilch. Der Milchersatz wird anschließend entweder fermentiert oder aromatisiert, kann aber auch zu Lupinentofu oder anderen Lupinen-Produkten weiterverarbeitet werden.

Ist Lupinenmilch gesund?

Lupinen-Samen enthalten über 40 Prozent Eiweiß, mehr als Sojabohnen. Und dieses enthält alle essentiellen Aminosäuren, die durch den sehr schonenden Verarbeitungsprozess auch in der Lupinenmilch erhalten bleiben.

Die Milch-Alternative aus Lupinen ist damit eine der hochwertigsten Eiweißquellen bei veganer Ernährung. Ebenfalls ideal geeignet ist sie für Allergiker, da sie weder Gluten, noch Laktose, Milcheiweiß oder Sojaproteine enthält. Und ebenfalls als einziger Eiweißlieferant enthält sie wenig Purin. Damit eignen sich Lupinen auch gut für Menschen, die zum Beispiel an Gicht leiden.

In den Samen stecken darüber hinaus Mineralstoffe wie Kalium, Magnesium, Kalzium und Eisen, die auch in der Lupinenmilch noch vorhanden sind.

Lupinenmilch: klarer Sieger in Sachen Nachhaltigkeit

Lupinen sind als alte europäische Kulturpflanzen an unser Klima hervorragend angepasst, haben wenig Ansprüche an den Boden und benötigen kaum Dünger sowie wenig Wasser. Die Hülsenfrüchte sind, anders als der große Konkurrent Soja, derzeit garantiert gentechnikfrei. Durch den in Deutschland möglichen Anbau in unmittelbarer Nähe der Verarbeitungsstellen fallen im Idealfall auch kaum Transportwege an, das ist gut für den Klimaschutz.

Der Verarbeitungsprozess der Lupinenmilch ist ebenfalls vergleichsweise umweltverträglich. Das Verfahren zur Herstellung des Lupinen-Proteins als Basis für Lupinenmilch wurde vom Fraunhofer Institut weiterentwickelt und verbessert. Dafür erhielt das Institut 2014 den deutschen Innovationspreis. Die Milch-Alternative überzeugt damit in puncto Nachhaltigkeit auf ganzer Linie.

Lupinenmilch kaufen, aber wo?

Lupinenmilch Lupinendrink Made With Luve
Lupinen Drink von Hersteller Made with Luve (Foto © Prolupin / Made with Luve)

Wer nun frohen Mutes loszieht, um sich mit heimischer Lupinenmilch den idealen Milchersatz zu kaufen, wird enttäuscht feststellen, dass Lupinendrinks im Handel noch kaum (etwa bei Edeka) verfügbar sind.

Doch die Situation verbessert sich langsam:

  • Von Prolupin, einem Fraunhofer-Spin-Off, gibt es den Made With Luve Lupinendrink. Die Lupinen kommen hier nach Herstellerangaben aus heimischem Anbau. Bio ist der Lupinendrink allerdings nicht. Zu haben in 0,5- und 1-Liter-Getränkekartons.
  • Veggie-Veteran Tofutown bietet unter seiner Marke Soyatoo! den Lupinendrink Milli! Lupine. Der gefällt uns wegen des EU-Bio-Siegels und einer deutlich kürzeren Zutatenliste schon viel besser.
Soyatoo Milli! Lupine Süsslupinendrink
Soyatoo Milli! Lupine Süsslupinendrink (Foto © Utopia/AW)
Lupinendrink Zutaten Bio Verfügbarkeit; Preis
Soyatoo! Milli! Lupine Trinkwasser, Süßlupinensamen (10 %), Reissirup, natürlicher Vanilleextrakt, Meersalz EU-Bio-Siegel im Biohandel oder online** z. B. bei Vekoop, Amazon; ab ca. 2,60 Euro / 750 ml
Prolupin Made With Luve Lupinendrink Wasser, Maltodextrin, Kokosfett, Lupinen Eiweiß (2,3 %), Zucker, Säureregulator: Kaliumphosphate, Stabilisator: Gellan Nein im Biohandel oder online** z. B. bei Amazon, Allyouneed Fresh; ab ca. 2,50 Euro / 1 l

Die Lupine begeistert dich? Hier weitere Produkte aus Lupinen:

Lupinenmilch selber machen – so geht’s

Lupinenmilch lässt sich glücklicherweise sehr leicht selber herstellen. Hier das Rezept:

  • Die Lupinen-Samen werden am besten über Nacht in kaltem Wasser eingeweicht.
  • Um die Lupinen besser verarbeiten zu können, hat es sich bewährt, die Masse anschließend kurz aufzukochen und dann nochmals ein paar Stunden ziehen zu lassen.
  • Die gelbliche, flüssige Masse wird mit einem Mixer fein püriert und durch ein Tuch oder feines Sieb gefiltert.
  • Die so entstandene Milch-Alternative kann je nach Wunsch zum Beispiel noch mit Früchten, Vanilleextrakt oder anderen Gewürzen verfeinert werden.

Wenn es einmal schneller gehen soll, kann statt der Samen auch Lupinenmehl mit Wasser vermischt und aufgekocht werden. Kurz ziehen lassen und filtern, fertig. Allerdings ist der Geschmack hier nicht so vollmundig wie bei der zeitaufwendigeren Variante.

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(12) Kommentare

  1. IRIS FIALA Beauty & Vitality www.iris-fiala.eu

    Hier das Rezept für die Herstellung von Lupinen-Milch:

    200 g getrocknete Süßlupinen
    1 Liter Wasser
    1 Prise Salz

    Die Süßlupinen 12 Stunden in Wasser einweichen. Danach absieben und gut abspülen. Erneute die Süßlupinen in Wasser geben und im Schnellkochtopf 40-45 Minuten garen bis sie weich sind. Nochmal absieben und spülen.
    Mit 1 Liter Wasser im Hochleistungsmixer 5 Minuten pürieren und eine Prise Salz hinzugeben. Durch den Nussmilchbeutel geben und grobe Stücke herrausfangen. Die Milch in Flaschen füllen und kühl lagern.

  2. wenn du ein intensiveren geschmach haben willst, fügst du weniger wasser ein……. nach ein paar mal ausprobiert zu haben findest du den geschmack was dir passt. Ich wurde vorschlagen 1 drittel lupinen und 2 drittel wasser als start anpeilung.

  3. IRIS FIALA Beauty & Vitality

    ja, die Firma Urkornhof in Österreich führt Süßlupinen (ganz und gemahlen)
    in Bio-Qualität

    http://urkornhof.at/Live/de_WebShop_Produktkatalog.Urkornhof?PRODUCT=B242500

    Süßlupinen können vielseitig eingesetzt werden (gemahlen z.B. in Backwaren und in Waffeln, Pfannkuchen, super als Ei-Ersatz uvam)

    Mehl gibt´s auch über Urkornhof, ist selbstverständlich etwas teurer als die ganzen Bohnen.
    http://urkornhof.at/Live/de_WebShop_Produktkatalog.Urkornhof?PRODUCT=B243500

    Auch von Erdschwalbe gibt es Lupinenmehl in Bio-Qualität, dieses ist jedoch getoastet (und auch noch teurer als vom Urkornhof).

    Ich kann alle Produkte besorgen – bei Interesse bitte melden.

    [email protected]

  4. Hallo, ich habe an anderer Stelle (http://www.urgeschmack.de/ist-lupinenmehl-gesund/) gelesen, dass „Lupinen sind von Natur aus giftig…. Züchter haben daher die Toxizität reduziert. Desweiteren gibt es eine Reihe von Schritten, um die Giftstoffe und den bitteren Geschmack zu verringern. Diese beinhalten das längerfristige Einweichen, Kochen und Wässern der Bohnen. Anschließend sind Lupinen genießbar, jedoch ist unwahrscheinlich, dass die Toxine vollständig verschwinden…“. Ich selbst liebe Süßlupinenprodukte als Ergänzung zu Soja oder Seitan und verwende auch regelmäßig das -Mehl bzw. das -Protein und hatte bisher keinerlei spürbaren Probleme nach dem Verzehr, allerdings hat mich der oben genannte Artikel doch zum Nachdenken angeregt. Sagt man nicht Soja eine ähnliche Toxizität zu? Oder auch ganz normalen grünen Bohnen, die man roh auch nicht verzehren soll/darf? Was sagt Ihr dazu? Gibt es vielleicht Menschen unter euch, die hier etwas qualifiziertes dazu sagen können?

  5. Meines Wissens gehen die Ansichten zu all diesen Themen auseinander und sind u.a. deshalb so schwierig zu qualifizieren, weil Menschen höchst unterschiedlich reagieren.

    Ich sehe es einfach kritisch, wenn man ganze Bereiche des Lebensmittel-Spektrums (tierische Produkte) durch andere Bausteine ersetzt, die dann ständig gegessen werden.

    Deshalb werde ich sicher nie Veganer und bin auch nicht mehr Vegetarier wie die ersten Jahre meines Lebens.
    Ich denke, je abwechslungsreicher, desto gesünder und geringer die Gefahr, Mängel oder Unverträglichkeiten zu entwickeln.

    Meine Eltern, die jahrzehnte vegetarisch gelebt haben, haben die letzten Jahre eine starke Unverträglichkeit gegenüber Soja entwickelt und essen jetzt auch wieder geringe Mengen Fleisch.
    Es heißt also nichts, wenn Du momentan keine Problem hast, die hatten meine Eltern auch viele Jahre lang nicht.

  6. Wenigstens Grundlagen Ernährung sollten Autoren, welche über solche Themen schreiben, sich aneignen. Doch wer möchte sich heute noch eine kompetente Fachabteilung leisten.
    Samen müssen keimen, damit Gifte abgebaut und Inhaltsstoffe umgebaut werden, so dass sie für die menschliche Verdauung verfügbar sind. Das ist Grundlage Biologie und natürliche Ernährung 😉 Mach ich aus ungekeimten Samen eine Milch, wie soll die denn gesund sein? Ich muss die Samen vorher ankeimen und dann kann ich eine Milch draus machen oder andere Produkte auf die dann auch Allergiker nicht mehr reagieren.
    Aber wenn die Welle mal rollt schallten die Schäfchen die Gehirne aus und wenn die Industrie Vegan Protein drauf schreibt wirds gekauft.

  7. Na, das gilt für Deine pauschale Aussage aber auch.
    Nicht alle Samen müssen keimen und nicht alle Gifte werden durch Keimen abgebaut…
    Wo hast Du die Info her, daß Lupinenmilch aus gekeimten Lupinen gemacht werden sollte?

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