Histaminintoleranz: Symptome und Alternativen für Nahrungsmittel (Liste)

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Eine Histaminintoleranz kann verschiedene Symptome mit sich bringen. Wir verraten dir, welche Nahrungsmittel Betroffene zu sich nehmen können und auf welche sie besser verzichten.

Histamin – was ist das?

Histamin ist ein natürlicher Botenstoff, der eine wichtige Rolle bei verschiedenen Körperfunktionen spielt. Besonders bei allergischen Reaktionen und für das Immunsystem ist Histamin von großer Bedeutung. Bei Entzündungsreaktionen sorgt Histamin etwa dafür, dass Gewebe anschwillt wodurch die Entzündung gebremst werden kann.

Als Abbauprodukt der eiweißhaltigen Aminosäuren wird Histamin sowohl vom Körper selbst gebildet, als auch in Form von Nahrungsmitteln aufgenommen. Histaminhaltige Nahrungsmittel sind dabei für gesunde Menschen unbedenklich, so der Deutsche Allergie- und Asthmabund (DAAB). Das körpereigene Enzym Diaminoxidase (DAO) baut zugeführtes Histamin ab und gleicht einen Überschuss in der Regel umgehend aus. Bei einer Histaminintoleranz ist dieser Prozess jedoch gestört.

Histaminintoleranz: Ursachen

Auch Alkohol kann eine Histaminintoleranz auslösen.
Auch Alkohol kann eine Histaminintoleranz auslösen.
(Foto: CC0 / Pixabay / Free-Photos)

Bei einer Histaminintoleranz führt laut netdoktor.de entweder ein Enzym-Mangel oder eine eingeschränkte Verfügbarkeit der DAO-Enzyme zu einem Überschuss an Histamin im Körper. Die Intoleranz ist daher immer auch eine Enzymmangelerscheinung. 

Wie das Ärzteblatt berichtet, können einer Histaminintoleranz verschiedene Ursachen zugrunde liegen:

  • Bestimmte Erkrankungen des Verdauungstrakts können eine Histaminintoleranz auslösen. Daneben können einige Medikamente, andere biogene Amine und Alkohol die Aktivität der DAO-Enzyme hemmen und so einen Histaminüberschuss auslösen. In diesen Fällen verschwindet eine Histaminintoleranz oft wieder, wenn du die betreffenden Medikamente oder anderen Stoffe meidest.
  • Mediziner diskutieren daneben auch mögliche genetische Ursachen für einen DAO-Mangel. 

Dem Ärzteblatt zufolge haben etwa ein Prozent der Deutschen eine Histaminintoleranz, davon sind 80 Prozent Frauen im mittleren Alter. Netdoktor.de fügt allerdings auch hinzu, dass es sich um ein umstrittenes Krankheitsbild handelt: Die Symptome variieren sehr stark von Patient zu Patient und können ebenso Anzeichen für andere Erkrankungen des Verdauungstrakts sein. Zudem lässt sich eine Histaminintoleranz nur schwer zweifelsfrei nachweisen. 

Histaminintoleranz – Symptome

Die Symptome der Histaminintoleranz sind vielfältig und von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Daher gibt es leider keine allgemein gültigen Anzeichen. Wenn bei dir einige der unten genannten Symptome auftreten und du eine Intoleranz vermutest, suche einen Arzt auf. Er kann abklären, ob es sich wirklich um eine Histaminintoleranz oder eine andere Krankheit handelt.

Mögliche Symptome einer Histaminintoleranz sind laut netdoktor.de:

  • plötzliche Hautrötungen in Gesicht, Hals und Dekolleté
  • Quaddeln, Pusteln und Schwellungen
  • Juckreiz
  • laufende oder verstopfte Nase, ähnlich wie bei einer Allergie
  • Übelkeit, Durchfall und andere Magen-Darm-Beschwerden
  • Schwindel und Kopfschmerzen
  • Kreislaufprobleme und Herzrasen 

Histaminintoleranz – diese Nahrungsmittel solltest du meiden

Rotwein und alter Käse enthalten besonders viel Histamin.
Rotwein und alter Käse enthalten besonders viel Histamin.
(Foto: „CC0 Public Domain / Pixabay / Oldiefan“)

Leidest du an einer Histaminintoleranz mit den oben genannten Symptomen, solltest du zumindest für eine Weile versuchen, besonders histaminhaltige Nahrungsmittel zu meiden, um deinen Körper wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Generell gilt: Je älter und länger haltbar ein Lebensmittel ist, desto höher ist sein Histamingehalt. Alter Käse, gepökeltes Fleisch, geräucherter Fisch, fermentierte Speisen und Getränke oder Rotwein sollten nach Möglichkeit von deinem Speiseplan verschwinden. 

Hinweis: Bei einer Histaminintoleranz musst du nicht nur auf histaminhaltige Lebensmittel verzichten, sondern auch auf solche, die die Aktivität der DAO-Enzyme hemmen. Zudem gibt es Lebensmittel, die die Freisetzung von Histamin im Körper begünstigen.

Diese Lebensmittel solltest du bei einer Histaminintoleranz meiden:

  • Käse: Länger gereifte Sorten wie Camembert, Gouda, Parmesan, Emmentaler oder Cheddar
  • Geräucherter und eingelegter Fisch
  • Fleisch: Wurst, getrocknete Salami, geräucherter und gepökelter Schinken
  • Alkohol: Rot- und Weißwein, Bier, Champagner
  • Essig, ausgenommen Apfelessig
  • Hefeerzeugnisse und Sojaprodukte
  • Schokolade und andere kakaohaltige Lebensmittel
  • Schwarztee
  • Hülsenfrüchte
  • Erdbeeren, Himbeeren, Orangen und weitere Zitrusfrüchte, Bananen, Ananas, Kiwi, Birnen
  • Nüsse, insbesondere Walnüsse
  • Weizenkeime

Auch einige Gemüsesorten können hohe Mengen an Histamin enthalten oder die Freisetzung von Histamin im Körper begünstigen. Dazu gehören Sauerkraut, Aubergine, Spinat, Avocado und Tomate. Der Histamingehalt von Lebensmitteln kann sehr stark schwanken.

Hinweis: Von Mensch zu Mensch kann die Verträglichkeit verschiedener histaminhaltiger Nahrungsmittel unterschiedlich sein. Finde am besten mithilfe einer Ernährungsberatung heraus, welche Lebensmittel du gut verträgst und bei welchen Symptome auftreten. Eine gute Hilfe bietet dabei ein Ernährungstagebuch.

Nahrungsmittel-Alternativen bei Histaminintoleranz

Blaubeeren dürfen bei einer Histaminintoleranz bedenkenlos verzehrt werden.
Blaubeeren dürfen bei einer Histaminintoleranz bedenkenlos verzehrt werden.
(Foto: „CC0 Public Domain / Pixabay / congerdesign“)

Achte generell darauf, möglichst frische und unverarbeitete Lebensmittel zu essen. Gärungs- und Fermentationsprozesse machen Lebensmittel histaminhaltiger als im frischen Zustand. 

Diese Lebensmittel sind in der Regel histaminarm:

  • Käse: Kurz gereifte Sorten wie Frischkäse, Butterkäse, Hüttenkäse, Mozzarella, Ricotta oder Topfenkäse
  • Fleisch: Kochschinken, Fleischwurst
  • Fisch: fangfrischer Weißfisch oder hochwertige Tiefkühlware
  • Getreide: Reis, Mais, Quinoa, Dinkel, Hafer, Amaranth, Hirse
  • Teigwaren: Dinkel-, Mais- und Reisnudeln, hefefreies Brot, Knäckebrot, Reiswaffeln
  • Esskastanie
  • Snacks: Fruchtgummi, Bonbons, Salzstangen, Kartoffelchips
  • Kräutertee und Obstsäfte aus den unten genannten Sorten
  • pflanzliche Milcherzeugnisse wie Reis-, Mandel-, Hafer- oder Kokosmilch
  • Milch, Joghurt, Sahne, Sauerrahm
  • Honig und Agavendicksaft
  • Apfelessig
  • pflanzliche Öle

Außerdem kannst du bei einer Histaminintoleranz bedenkenlos zu folgenden Obst- und Gemüsesorten greifen:

Obst

  • Beeren: Heidelbeeren, Blaubeeren, Johannisbeeren, Preiselbeeren und Cranberries
  • Kernobst: Äpfel
  • Steinobst: Kirsche, Mango, Aprikose 
  • Melone

Gemüse

  • Salat
  • Kartoffel
  • alle Kohlsorten
  • Rote Bete
  • Kürbis
  • Zwiebel
  • Radieschen
  • Paprika
  • Karotte
  • Brokkoli
  • Gurke
  • Lauch
  • Zucchini
  • Mais
  • Spargel
  • Knoblauch
  • Rettich

Da eine Histaminintoleranz individuell unterschiedlich verläuft, liegt es auch an dir, herauszufinden, welche der Alternativen dir gut bekommen. Probiere es aus und variiere die Lebensmittel. 

Durch eine bewusste Ernährung kannst du die Symptome einer Histaminintoleranz meist sehr gut in den Griff bekommen. Werden die Enzymmangel-Symptome durch Medikamente ausgelöst, sprich am besten mit deinem Arzt darüber, inwieweit die Umstellung auf ein neues Präparat möglich ist. 

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(1) Kommentar

  1. Salzstangen u.a. hier gibt es mittlerweile kaum noch ohne Hefe! o_O

    Symptome bzw. ausgelöste Leiden gibt es viel mehr und heftiger, wie z.B. Pseudo-Sinusitis, die zur echten werden kann…