Robinsonliste und Werbestopper helfen, die Werbeflut zu bändigen

© Tom Bayer, Peter Atkins / fotolia.com

Werbung überflutet die Briefkästen vieler Haushalte, vergrößert den Müllberg und verschwendet wertvolle Ressourcen. Doch man kann sich gegen ungewollte Reklame wehren! Wir stellen drei Möglichkeiten vor: die DDV-Robinsonliste, die IDI-Robinsonliste und den Werbestopper.

Wer meint, dank E-Mail und Internet herrsche Ebbe im Briefkasten, hat weit gefehlt. Gedruckte Werbung aller Art sorgt für das Gegenteil. Wie viele die Werbepost lesen, weiß wohl niemand, doch die Masse an Naturgut, die dafür in Anspruch genommen wird, ist bekannt: Werbestopper rechnet pro Haushalt und Jahr mit fast 200 Liter Wasser, über 50 Kilo Papier und einer fast ebenso großen Menge CO2.

Doch niemand muss tatenlos zusehen, wie sein Briefkasten überquillt. Die einfachste Methode, einem Teil der Werbung Einhalt zu gebieten, ist der wohlbekannte Aufkleber mit einem Hinweis wie „Stop! Keine Werbung!“, der allerdings nur bedingt Schutz bietet.

Wer sich umfassender wehren will, hat zwei, eigentlich drei weitere Möglichkeiten:

  • Die schon seit über zwanzig Jahren bestehenden Robinsonliste des Deutschen Dialogmarketing Verbands (DDV) sowie die Robinsonliste des Interessenverbandes Deutsches Internet (IDI);
  • Seit September 2016 steht auch die Website Werbestopper der Gesellschaft zur Durchsetzung von Verbraucher-Interessen (GDVI) zur Auswahl.

Die Robinsonliste von IDI und die DDV-Robinsonliste

Robinsonliste
Die Robinsonliste des Interessenverbandes Deutsches Internet (IDI). (Bild: © IDI, robinsonliste.de)

Bei der Robinsonliste des IDI trägt sich der Verbraucher in sogenannte Schutzlisten ein, das Gleiche gilt für die Robinsonliste von des DDV. Die Anmeldung erfolgt kostenlos entweder online auf den jeweiligen Websites oder per Brief. Unternehmen können dann gegen eine Gebühr ihre Adressenlisten mit den Schutzlisten abgleichen und ihre Werbesendungen entsprechend anpassen. Um Missbrauch zu vermeiden, erfolgt der Abgleich der Daten verschlüsselt.

Das Konzept beider Listen ist ein und dasselbe. Der einzige Unterschied besteht in der Zielsetzung der dahinterstehenden Vereine: Der DDV agiert aus Sichtweise der Werbenden, der IDI hingegen wirkt im Interesse der Verbraucher.

Allerdings ist der Abgleich durch die Werbefirmen freiwillig, und jede Robinsonliste ist demnach nur in dem Maße effektiv, wie Unternehmen sie beachten. Bekommt man trotz Eintragung in die Schutzlisten weiterhin Reklame, kann man zwar bei den Werbenden schriftlich einen Werbestopp erbitten, doch bei unterlassener Folgeleistung bleibt (laut Website des IDI) „nur die Entsorgung in den Papierkorb“.

Schließlich gibt es nach wie vor kein gesetzliches Verbot in Deutschland, personalisierte Briefpost zu schicken – ganz im Gegenteil müssen die Postboten sie sogar zustellen. Es gibt zwar Beispielsweise § 43 (2) 5b BDSG, der besagt, das die Nutzung von Daten zu Werbezwecken eine Ordnungswidrigkeit darstellt, die nach Absatz (3) mit bis zu 300.000€ geahndet werden kann. Doch das nützt wenig, denn dazu müsste der einzelne ja den Rechtsweg beschreiten – obwohl er nur den Kahlschlag durch Kataloge verhindern will.

Sinnvoller wäre da schon, Behörden und Unternehmen, mit denen man zu tun hat, folgende schriftliche Aufforderung zukommen zu lassen: „Ich widerspreche der Nutzung, Verarbeitung und/oder Übermittlung meiner Daten zu Werbezwecken oder für die Markt- und Meinungsforschung gem. § 28 Absatz 4 Bundesdatenschutzgesetz“. Praktisch dazu dieses Musterschreiben des vzbv (DOC-Datei-Download), welches Abfrage der gespeicherten Daten und Widerspruch in einem Brief vereint. Auch hier gilt aber: einen Verstoß müsste man rechtlich verfolgen – wer macht sich die Mühe schon?

Werbestopper

Werbestopper
Werbestopper (Bild: © werbestopper.de)

Werbestopper argumentiert bei seiner Reklame gezielt mit Nachhaltigkeit. Anders als bei den Robinsonlisten will Werbestopper Reklame einzelner Firmen gezielt unterbinden. Nutzer registrieren sich online und bekommen dann eine Liste der Unternehmen präsentiert, die in ihrer Wohngegend werben. Möchte der Nutzer Werbung einer bestimmten Firma erhalten, wählt er diese aus. Werbestopper schreibt dann die restlichen Werbetreibenden an, um deren Sendungen zu unterbinden. Erhält der Nutzer nach einer bestimmten Frist nachweislich weiterhin Post eines geblockten Absenders, bietet Werbestopper weitere Unterstützung an.

Werbestopper scheint also – im Gegensatz zu den Robinsonlisten – eine juristische Grundlage gefunden zu haben, um ein regelrechtes Werbeverbot zu erzielen. Allerdings zeigte sich Jochen Diebel vom IDI auf Anfrage von Utopia skeptisch, ob das Konzept von Werbestopper aufgeht oder ob die Initiative nicht doch eher dem Eigennutz der Gesellschaft zur Durchsetzung von Verbraucher-Interessen (GDVI) gilt, die Werbestopper betreibt.

In der Tat macht es stutzig, dass die Kommunikation mit den Unternehmen Aufgabe einer zweiten Firma, der Reachsome AG, ist. Diese stellt die Daten der Nutzer per App bereit – mit dem Ziel, den Werbezustellern dabei zu helfen, das Werbeverbot einzuhalten. Geschäftsführer Christian Geltenpoth garantiert jedoch, dass weder die Firmen noch die Reachsome AG die Daten für eigene Zwecke nutzen können.

Man fragt sich ebenfalls, was hinter dem Geschäftsmodell der GmbH steckt, nachdem für den Nutzer, laut den Geschäftsbedingungen, weder jetzt noch in Zukunft Kosten anfallen werden. Auch das Verdienen durch Abmahnungen der Unternehmen ist angeblich nicht Teil des Konzepts. Laut Geltenpoth bietet die für den Nutzer freiwillige Möglichkeit, (ressourcenschonende) Digitalwerbung per Werbestopper anzufordern, eine Einkommensquelle, doch der Geschäftsführer rechnet damit, dass der Dienst noch auf lange Sicht aus Eigenmitteln der GDVI finanziert werden wird.

Robinsonliste oder Werbestopper?

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Die Robinsonliste des Deutschen Dialogmarketing Verbands (DDV). (Bild: © DDV, www.ichhabediewahl.de)

Unter dem Strich wollen IDI und DDV mit ihrer jeweiligen Robinsonliste und Werbestopper das Drucken und Senden sinnloser Reklame unterbinden, und somit den Verbrauch von Wasser, Chemikalien, Papier und CO2 Emissionen reduzieren – zumindest bei personalisierter Werbung. Wie effektiv das letztlich ist, hängt von der Zahl der Nutzer ab und der Reaktion der Unternehmen. Werbestopper verspricht in dieser Hinsicht, effektiver agieren zu können. Ob das Konzept juristisch aufgeht, kann wohl nur die Zukunft zeigen.

Robinsonliste oder Werbestopper? Und die Robinsonliste von IDI oder die von DDV? Alle Initiativen haben Vor- und Nachteile, allerdings schließen sie einander nicht aus. Wenn dir die Entscheidung schwer fällt: Nichts und niemand hindert dich daran, dich bei allen dreien einzutragen. Doppelt gemoppelt, oder dreifach genäht, hält der Schutz gegen die Werbeflut vielleicht besser.

Info:

  • Die Robinsonliste des IDI findest du auf der gleichnamigen Website.
  • Die Robinsonliste des DDV ist unter „Ich habe die Wahl“ zuhause.
  • Das Angebot von Werbestopper findest du unter seinem Namen im Web.
  • Lesenswert: Werbepost-Broschüre des Bundesbeauftragten für den Datenschutz: PDF-Download

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(18) Kommentare

  1. Ich bin seit 14 Tagen bei Werbestopper angemeldet – laut deren website wurde bisher noch keine Firma „gestoppt“ sind jedoch „225 Firmen in Bearbeitung“ … und daher landet weiterhin Werbemüll im Briefkasten. Ich habe meine Zweifel, ob das Konzept funktioniert!

  2. Aber diese all wochenendlichen in Plastik verpackten Supermarktprospekte + Fernsehzeitung können dadurch ja auch nicht unterbunden werden, da diese ja nicht personalisiert ist. Die sonstige Werbung, die wirklich personalisiert per Post zugestellt wird hat, wenigstens gefühlt, ja doch schon abgenommen.

    Auch wenn es dazu ja schon einmal ein Urteil gab (http://www.stern.de/wirtschaft/news/urteil-zu-reklame-im-briefkasten-unerwuenschte-werbung-ist-illegal-3443722.html), hat sich die „Hoffnung“ die aus dem Urteil spricht ja nicht erfüllt: „Im Hinblick auf die erhebliche Anzahl von Werbeverweigerern wird dies gegebenenfalls dazu führen, dass die bisher bekannte Form der Postwurfsendungen nicht mehr möglich sein wird.“

  3. Dagegen hilft bei mir tatsächlich der selbst gebastelte Aufkleber, auf dem explizit auch kostenlose Zeitungen etc. abgelehnt werden. (Darunter fällt nämlich wohl auch besagtes Plastikpaket.) Das ist aber wohl von Briefträger*in zu Briefträger*in unterschiedlich. Vielleicht hilft es sonst, sie/ihn mal drauf anzusprechen? Für die Postmitarbeiter ist es ja auch ätzend, den schweren, glitschigen Kram austragen zu müssen.
    Seit ich den Aufkleber habe und in der IDI-Robinson-Liste stehe, bekomme ich wirklich so gut wie nichts unerwünschtes mehr, außer Prospekte von Unternehmen/Organisationen, wo ich Kunde bin/mal war und gelegentlich privat verteilte Handzettel (z.B. für Kleidersammlungen). Gegen ersteres hilft ne direkte Mail, gegen letzteres ist mir noch nichts sozial verträgliches eingefallen. 😉

  4. Ich bin bei diesen Listen skeptisch. Kann ja jeder machen was er will, aber der Unterschied wird vermutlich minimal sein. Und Datensparsamkeit ist genau das Gegenteil. Und wie sinnvoll Datensparsamkeit ist, hat sich ja gerade wieder gezeigt, als ein paar Politiker spontan ihre Meinung geändert haben, nachdem ihr Surfverhalten doch plötzlich nicht mehr ganz so privat war. 😀

    Es *sollte* für Werbung generell ein Opt-In vorgesehen sein. Also dass es verboten ist Werbung einzuwerfen, wenn man nicht deutlich gemacht hat, dass man das will, z.B. mit einem „Werbung, ja bitte“ Aufkleber oder so. Das wäre meine erste Amtshandlung als Ökodiktator. Ich brauch keine Werbung, aber wenn andere welche haben wollen hab ich da kein Problem mit.
    Das Dumme ist nur, dass viele Leute Werbung bekommen und sie dann nicht lesen. Da hat halt niemand etwas von.

    Ich halte es für das mit Abstand wichtigste, dass auf dem eigenen Briefkasten ein „Werbung nein Danke“ oder ähnliches steht. Dann darf auch nichts eingeworfen werden, so einfach ist das. Genaueres findet sich bei Wikipedia.

    Größter Fehler: An der Haustür und über und zwischen allen Briefkästen steht „Bitte keine Werbung“. Das hat absolut keine Relevanz! Es *muss* auf jedem individuellen Briefkasten stehen.
    Darauf sollte hingewiesen werden, und nicht auf irgendwelche „dubiosen“ (?) Listen, die eh nur die personalisierte Werbung betrifft, die ja nur einen ganz kleinen Anteil ausmacht.

  5. Also ich muss widersprechen, dubios sind die Listen bestimmt nicht. Die Robinsonliste von IDI hat sich jahrelang bewährt und wird überall von seriösen Seiten empfohlen, auf die Robinsonsliste von DDV hingegen wird man selbst von manchen Auskunfteien hingewiesen, wenn man dort eine Anfrage über die eigenen Daten stellt, ist ja schließlich der Verband der Werbefirmen. Der dritte im Bund ist natürlich noch neu und muss sich erstmal beweisen.

    Bis die Firmen bei Werbestopper blockiert sind dauert es zwar etwas, aber zumindest im Online-Portal steht nach einer Weile, dass die Blacklist aktiv ist. So hat man wenigstens noch etwas Zeit ein paar Firmen auf die Whitelist zu setzen. Werbestopper dient meines Erachtens vorallem dazu die GDVI bekannter zu machen, die verdienen wohl mit Flugrecht ihre Kohle. Außerdem kann Werbestopper mit der Whitelist Geld verdienen, wenn man Werbstopper erlaubt einem digitale Werbung zuzusenden. Ich denke auch, dass Werbestopper mit den kooperierenden Anwälten Geld verdient, wenn eine Firma sich mal nicht an das Werbeverbot hält.

    Solange die Firmen ein Impressum mit Umsatzsteuer haben, denke ich mal kann man auch nichts falsch machen. Gibt schlimmere Firmen, etwa Firmen die falsche Schuldnereintragungen in korrupten Gerichten zum Anlass nehmen einen ständig zuzuspammen.

    Von mir aus können die Gründer von Seiten wie hartz4widerspruch.de, sanktionsfrei.de und werbestopper.de reich werden, solange sie es auch dem „kleinen Mann“ oder der „kleinen Frau“ einfach machen ihre Rechte durchzusetzen und damit Stück für Stück ein vollkommen korruptes System wieder zurechtrücken bzw. unsere Umwelt wenigsten noch ein bischen zu retten.

    Mit Eintragung bei den beiden alten Robinsonlisten und einem Werbeverbotsschild auf dem Briefkasten ist man schon gut dran. Mit Werbestopper will ich jetzt auch noch juristisch versuchen den Rest an Werbemüll bekämpfen zu lassen, leider geht das natürlich erst wenn eine Firma trotz Werbeverbot weiter ihren Müll zusendet.

  6. Hi Andreas,
    das „dubios“ hab ich absichtlich in Frage gestellt, es gibt sicherlich dubiosere Firmen. Aber ich wurde in letzter Zeit soviel von Werbestopper.de zugespammt, und der Auftritt selbst macht mir einen billigen Eindruck, halt wie die Werbung von Mediamarkt etc. Und wenn mir etwas aufgedrängt wird, wie Werbestopper.de, dann find ich das auch schonmal komisch. Ich frage mich dann immer erstmal cui bono? Außerdem ist mir das Geschäftsmodell halt nicht klar, und was ich nicht verstehe, ist mir erstmal suspekt. Woher nehmen die das Geld für riesige Werbekampagnen, um letztendlich doch gegen Werbung zu sein? Wenn man annimmt, dass jemand keine unerwünschte Werbung möchte, warum schaltet man dann Werbung (die *für* Werbestopper.de), von der man nicht sicher ist, dass sie gerne gesehen wird? Und gerade eben bin ich zufällig hierüber gestolpert [1]. Also vielleicht war an meinem ersten Eindruck doch was dran.
    Eigentlich sollte so einen Dienst niemand brauchen. Wenn man selbst sich überall einträgt, dass man Werbung bekommen möchte (ob man das unabsichtlich beim Gewinnspiel macht spielt keine Rolle; dann sollte man weniger Unterschreiben, was man nicht versteht), ist man selber Schuld. Wenn man dann keine Werbung mehr bekommen möchte, soll man halt denen Bescheid sagen. Dann lassen die das, und wenn sie es nicht lassen, dann lassen sie sich auch nicht von so einer albernen Liste abschrecken, die rechtlich offensichtlich (siehe [1]) unwirksam ist.
    Für mich ist das wie mit Rechtsschutzversicherungen. Weil jeder mittlerweile eine hat, verklagt man sich wegen irgendeinem Unfug, anstatt miteinander zu reden, und profitieren tun nur die Anwälte. Und irgendwann muss jeder eine haben.
    Es ist wie ein Kreis, das macht doch alles keinen Sinn. Wann gibts die Liste, wo man sich eintragen kann, wenn man keine Werbung für Listen gegen Werbung bekommen möchte…? 😀
    Und wenn man mal in die Sachen reinschaut, die man bei Werbestopper.de akzeptieren muss, stutzt man auch. Unter 5.2 erklärt man sich nämlich einverstanden, dass man Werbung von der GDVI selbst per eMail bekommen darf? Was soll das?!

    Mein Fazit: Klar, es gibt schlimmeres. Kann man machen, wenn man möchte. Aber egal wie man es dreht, die Philosophie gefällt mir dahinter nicht, und es gibt meines Erachtens kein stimmiges Konzept, daher würde ich mich da nicht eintragen. Schon garnicht im Voraus.

    [1] https://www.heise.de/newsticker/meldung/Werbestopper-de-Streit-ueber-Briefkasten-Werbeblocker-3464185.html

  7. … eventuell kann man darauf dann zurückgreifen, wenn man die personalisierte Werbung wirklich nicht los wird, obwohl man es versucht hat, man keine Zeit/Lust/Geld für einen Rechtsstreit hat und sie auch einfach nicht immer wegwerfen will.

    Aber dass die Werbeindustrie sich plötzlich für die Umwelt interessiert, ist doch der größte Witz, das nehme ich denen wirklich nicht ab. Das passt doch auch einfach nicht zusammen. Dann sollten sie doch die wirklich relevanten Sachen angehen, die unpersonalisierte Werbung, z.B. diese plastikverschweißte Einkaufaktuell, die in vielen Hausfluren zu Bergen liegt und die kaum jemand liest / den Müll trennt. Wenn man da etwas mitdenken würde, hätte man mit viel weniger Aufwand einen viel größeren Effekt. Machen sie aber nicht. Daraus kann man dann schließen, was vom Umweltversprechen von Werbestopper.de zu halten ist. Eventuell unterschätze ich aber auch das Problem der personalisierten Werbung, da ich damit keine Probleme habe und auch niemanden kenne, der damit zugeschüttet wird.

  8. Noch ein Tipp von mir für per Post zugestellte Werbebriefe. Ich packe die ungeöffneten Briefe in ein neues Kuvert, adressiere die Briefe per Hand mit der Firmenadresse und werfe sie unfrankiert in den Briefkasten. Seitdem habe ich selbst vor den hartnäckigsten Werbungen Ruhe.

  9. @Katharina: Es geht noch leichter: Streich einfach deine Adresse ein oder zweimal durch und schreib „Annahme verweigert, zurück an Absender“ auf den Briefumschlag. Vielleicht noch „Werbewiderspruch“ oder „Keine Werbung erwünscht“ drauf. Dann ab mit dem Werbemüll in einen gelben Postkasten der deutschen Post, die recyclen anschließend den Brief bei der sendenden Firma die dann auch alle Kosten zu tragen hat. Den extra Kuvert kannst du dir also sparen, den Absender ermittelt die Post für dich.

  10. @John: Wo wurdest du denn bitte von Werbestopper „zugespammt“? Also die einzige Werbung von Werbestopper die gesehen habe war auf den öffentlichen Reklametafeln der Wall AG, die in meinen Augen jedes Stadtbild verschandeln, aber das ist ja ein anderes Thema. Ansonsten habe ich keinerlei Werbung (Ad-Blocker sei Dank?) wahrgenommen.

    Zugegeben, das Design von Werbestopper mit den ist ähnlich aufmerksamkeitserregend wie Werbung von MediaMarkt, aber ist das unbedingt schlecht Aufmerksamkeit auf eine, in diesem Fall hoffentlich nützliche, Firma wie Werbestopper zu lenken?

    Auch ich habe mich gefragt wie eine Firma, die vorgibt Gutes zu tun, soviel Werbung in der Stadt schalten kann. Ein wenig Recherche führte aber dann schnell zu Tage, dass die GDVI auch die Seite Flugrecht.de betreibt und dort mit den Provisionen im Erfolgsfall verdient. Insofern ist schon mal klar, dass die GDVI selbst dann mit Werbestopper verdient, wenn die GDVI dadurch mehr Bekanntheit erfährt und mehr Menschen auch die weiteren Angebote, also z.B. Flugrecht.de, wahrnehmen.

    Die anderen möglichen Einnahmequellen hatte ich ja auch bereits beschrieben: Werbestopper kann dir, aufgrund der von dir zugestimmten AGB, digitale Werbung von Firmen, die du auf die Whitelist setzt, zusenden, insofern du in den Kontoeinstellungen bei „Digitale Werbung bevorzugt“ den Schalter auf aktiv stellst. Dafür werden die Firmen, die die von dir erlaubte digitale Werbung zusenden möchten sicherlich von Werbestopper zur Kasse gebeten – soweit aus meiner Sicht ein legitimes Geschäftsmodell. Wenn sich Firmen nicht an das ihnen durch Werbestopper erteilte Werbeverbot halten, schaltet Werbestopper Anwälte für dich ein und die werden im Falle einer erfolgreichen Klage natürlich von der gegnerischen Partei, also der werbenden Firma, bezahlt. Eine weitere Einnahmequelle wird wahrscheinlich die App sein die, wie im Artikel beschrieben, bereitgestellt wird. Sich mutmaßlich dafür bezahlen zu lassen, dass Firmen, die sich an das Werbeverbot halten wollen, ihren Zustellern eine App bereitstellen, um das von dir erteilte Werbeverbot einzuhalten, halte ich als Geschäftsmodell für ziemlich genial.

    Aufgrund der anfänglichen Skepsis habe ich mir die gesamte – aus meiner Sicht sehr verständlich geschriebene – AGB Punkt für Punkt durchgelesen und konnte keine schlimmen Sachen drin entdecken, die für mich Kosten auslösen könnten.

  11. Natürlich kann eine AGB jederzeit geändert werden, aber im Moment glaube ich nicht, dass Werbestopper die AGB für den „Kunden“ nachteilig verändern wird. Man sollte allerdings, wie bei allen Verträgen im Internet und anderswo, sich durchlesen was man da zustimmt, damit es hinterher keine Überraschungen gibt.

    Klar braucht niemand Robinsonlisten oder Werbestopper, aber wer hat schon Lust zig Firmen manuell anzuschreiben. Da ist es doch einfacher Firmen gleichen ihre Daten mit den Robinsonlisten ab oder erhalten ein Werbeverbot durch Werbestopper.

    Ich weiß zwar nicht wie Werbestopper konkret das Werbeverbot an die Firmen übermittelt, aber bei der Blacklist handelt es sich garantiert nicht nur um irgendeine „alberne Liste“, da jede Firma in dieser Blacklist separat ein Werbeverbot erteilt bekommt. Außerdem hat man die Möglichkeit manuell Firmen hinzuzufügen, die dann auch ein Werbeverbot erteilt bekommen. Sicherlich wird durch jede Meldung auch die Blacklist der anderen Werbestopper-Kunden erweitert; je mehr Meldungen, desto besser für die „Community“.

    Dass man bei der Anmeldung zustimmen muss von der GDVI Werbung zu bekommen halte ich ebenfalls für legitim, wie sonst sollten sie dir denn die von dir eventuell erlaubte „digitale Werbung“ zustellen? Ich habe bislang noch keinerlei Werbung von Werbestopper erhalten, da ich den Schalter bei „Digitale Werbung bevorzugt“ auf „aus“ gelassen habe. Außerdem kann man in den Kontoeinstellungen den Newsletter von Werbestopper abbestellen und wird mit Sicherheit, wie bei jedem deutschen Newsletter, am Ende eines Newsletters auf „Newsletter abbestellen“ o.ä. klicken können. Bislang hab ich noch keinen einzigen Newsletter erhalten, außer Nachrichten, dass die Blacklist, u.a. durch meine Meldungen, erweitert wurde.

    Ich jedenfalls hab bislang bei Werbestopper ein gutes Gefühl.

    Schlimm finde ich, dass man nur ein paar Mal bei Ebay mit Paypal Ware aus dem asiatischen Raum kaufen muss und schon bekommt man Spam-Emails ohne Ende.

    Für Einkaufaktuell im Flur sollte vielleicht die „Verwaltung“ des Hauses ein Verbotsschild an die Tür hängen, welches Werbung, Prospekte und kostenlose Zeitungen im Hausflur verbietet. Was Werbestopper für den Werbemüll im Hausflur kann ist mir nicht ersichtlich. Es geht hier schließlich um Werbung im Briefkasten – oder was machen die Robinsonlisten gegen Werbung im Hausflur? Genau auch nichts. Ein paar Verbotsschilder muss man schon selber anbringen bzw. anbringen lassen.

  12. Werbung im Flur ist aber schwer zu unterbinden, solange irgendein Mieter noch Werbung haben „will“ (also nicht verbietet). Allerdings dürfen die Austräger nur Sachen auslegen, die nicht in den Briefkasten passen (gibt da eine BGH-Entscheidung zu Telefonbüchern, die ja letztlich auch Werbung sind). Und eigentlich müssten sie überzählige Exemplare wieder abholen … theoretisch.

    Quelle: https://rechtecheck.de/werbung-im-hausflur/

  13. Dass werbestopper.de unter dem Deckmantel hehrer Umweltziele ganz profane Profitinteressen verfolgt, ist längst bekannt. Hinter Werbestopper steht die Gesellschaft zur Durchsetzung von Verbraucherinteressen (GDVI), deren Name ebenfalls eine Farce ist und die bereits von der Wettbewerbszentrale angemahnt wurde. Mehr dazu z.B. unter http://www.lvz.de/Kultur/Medien/Werbestopper.de-gibt-Nutzerdaten-weiter
    Natürlich darf man auch im Sinne der Umwelt Geld verdienen, aber die Transparenz sollte dabei nicht auf der Strecke bleiben!

  14. Also ich habe mich in die Robinsonliste eintragen lassen, für das unterbinden aller Rubriken, habe einen Aufkleber am Briefkasten und zudem habe ich jede Firma sofort angerufen und den Postversand untersagt. Seit einem Jahr konsequent durchgeführt und seit einem halben Jahr gibt es keine WerbePost mehr. Geduld lohnt sich.

  15. Ja, ich kann mich da Heike nur anschließen…auch den Einwurf der unseligen Werbesendungen durch die Post an Samstagen habe ich durch den Aufkleber erfolgreich unterbinden können.

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