Vegan-Logos: Diese Zeichen und Symbole solltest du kennen

Foto: Pixabay/ CC0/ kc0uvb, © Vegan Society, © Vegorganic e.V., © European Vegetarian Union

Vegan-Logos sollen auf einen Blick zeigen, welche Produkte rein pflanzlich sind. Doch nicht alle sind vertrauenswürdig. Wir stellen dir die wichtigsten Zeichen und Symbole für vegane Lebensmittel vor.

Stehen weder Eier noch Milch auf der Zutatenliste, ist ein Produkt vegan – oder? Ganz so eindeutig ist es leider nicht. Denn oft verstecken sich tierische Bestandteile hinter komplizierten Formulierungen wie E 542 (Knochenphosphat). Und Klärstoffe wie Gelatine sind oft gar nicht unter den Inhaltsstoffen gelistet, weil sie nicht deklariert werden müssen. Bei Wein kann man beispielsweise anhand der Beschreibung nicht erkennen, ob er mit tierischen Bestandteilen geklärt wurde (Mehr Infos: Veganer Wein – was macht ihn aus?).

Was also tun? Veganer*innen können sich an vertrauenswürdigen Vegan-Logos orientieren. Diese bestätigen, dass das Produkt von einer unabhängigen Stelle geprüft und als „vegan“ befunden wurde. Was genau das bedeutet und wie streng die Kriterien sind, unterscheidet sich von Siegel zu Siegel.

1. V-Label: Zeichen für vegane und vegetarische Lebensmittel

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Das „V-Label“ gibt es als vegane und vegetarische Variante. (Foto: European Vegetarian Union)

Dieses Vegan-Logo findest du auf Lebensmitteln, Kosmetikartikeln und vielen weiteren Produkten. Um das Siegel tragen zu dürfen, müssen diese frei von tierischen Bestandteilen oder Erzeugnissen sein. Auch die Produktion muss ohne solche Stoffe ablaufen. Außerdem schließt das Vegan-Symbol gentechnisch veränderte Organismen aus und verbietet Tierversuche.

  • Vorteile: sehr verbreitet (weltweit etwa 35.000 Produkte), jährliche Kontrollen am Produktionsort
  • Nachteile: Leicht verwechselbar mit „Vegetarisch“-Label

Mehr Informationen zu dem Vegan-Logo findest du hier: V-Label: das Europäische Vegetarismus- und Veganismus-Label

2. Veganblume: Vegan-Logo der Vegan Society

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Dieses Vegan-Logo wird von der englischen Vegan Society vergeben. (Foto: Vegan Society)

Das Vegan-Logo der englischen Organisation Vegan Society ist nicht ganz so streng wie das erste Vegan-Zeichen. Es zertifiziert ebenfalls nur Produkte, die ohne tierische (Neben-)Produkte, aus Tieren gewonnenen Rohstoffen und ohne Tierversuche hergestellt wurden. Bei gentechnisch veränderten Organismen (GVOs) unterscheidet das Siegel aber zwischen tier-basierten gentechnisch veränderten Organismen und veganen – letztere sind erlaubt.

  • Vorteile: ebenfalls weit verbreitet (über 40.000 Produkte), vor allem bei Kosmetik und Lebensmitteln
  • Nachteile: Undurchsichtige Kontrollen

Mehr Informationen: Die Veganblume der Vegan Society

3. EcoVeg: Symbol für vegane Bio-Lebensmittel

EcoVeg Siegel: Bio & vegan
EcoVeg ist ein Siegel für vegane Bio-Lebensmittel. (Bild: EcoVeg-Siegel / VegOrganic e.V.)

Anders als die anderen beiden Symbole legt EcoVeg den Fokus nicht nur auf Veganismus. Damit ein Lebensmittel das Vegan-Logo tragen darf, muss es nicht nur frei von tierischen Inhalts- und Verarbeitungshilfsstoffen sein, sondern auch mindestens ein EU-Bio-Siegel tragen. Es wird europaweit vom VegOrganic e.V. vergeben, ist aber noch nicht sehr weit verbreitet. Ob Unternehmen die Vorschriften einhalten, wird einmal jährlich von staatlich zugelassenen Bio-Kontrolleuren oder anderen unabhängigen Kontrollstellen geprüft.

  • Vorteile: Nicht nur vegan sondern auch bio, sehr transparent
  • Nachteile: Noch nicht sehr verbreitet (15 Hersteller, darunter Dennree und Taifun)

Mehr Informationen: EcoVeg-Siegel: erstes Siegel für zertifiziert vegane Bio-Lebensmittel

Übrigens: Auf einzelnen Produkten kannst du heute noch das Vegan-Label der Veganen Gesellschaft Deutschland entdecken (ein dunkelgrünes V in einer hellgrünen Sternform). Das hatte besonders strenge Kriterien: auch die Verpackung musste beispielsweise vegan sein. Der Vertrieb wurde aber vor Jahren eingestellt.

Warum sind Vegan-Logos nötig?

Ist es denn wirklich nötig, sich an Siegeln zu orientieren? Wenn auf einer Verpackung „vegan“ steht, kann ich doch sicher sein, dass das Produkt darin auch vegan ist oder?

Das kommt darauf an, was das herstellende Unternehmen unter „vegan“ versteht. Denn der Begriff ist nicht geschützt, genau wie „bio“ bei Kosmetik. Theoretisch könnte also jeder auf seine Produkte „vegan“ schreiben.

Die Bezeichnung allein reicht deshalb nicht aus. Auch auf Siegel solltest du nicht blind vertrauen, denn viele stammen von den Unternehmen selbst und sagen nicht viel aus. Richte dich nur nach vertrauenswürdigen Vegan-Logos wie den drei, die wir vorgestellt haben. Sie stellen klare Kriterien für vegane Produkte auf.

Vegan Einkaufen: Das solltest du beachten

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Kaufe am besten unverarbeitete Bio-Lebensmittel. (Foto: Pixabay/ CC0/ Pexels)

Wenn ein Produkt ein Vegan-Logo trägt, sagt das noch nichts darüber aus, wie gesund es ist. Manche vegane Lebensmittel sind zum Beispiel stark verarbeitet – wie Fleischersatz-Produkte. Und vegane Schokolade enthält viel Zucker und Fett, genau wie das vegetarische Pendant. Wer solche Produkte meiden will, sollte beim Einkaufen zu unverarbeiteten Lebensmitteln greifen. Aus frischem Gemüse lassen sich schnell vegane Burger zubereiten. Und statt der Schokolade kannst du einfach mal ein zuckerfreies Rezept für Haferkekse ausprobieren.

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