Wie gesund sind Paranüsse – und wann solltest du sie lieber nicht essen?

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Paranüsse gelten als äußerst gesund und sind oft Bestandteil von Nussmischungen wie Studentenfutter. Doch immer wieder gibt es Kritik, Paranüsse seien ungesund. Daher erklären wir, was an der Kritik dran ist und wie nachhaltig die Nuss wirklich ist.

Inhaltsstoffe der Paranuss: Gehaltvoll, aber gesund

Paranüsse haben es in sich: Mit einem Fettanteil von 60 bis 70 Prozent sind sie besonders kalorienreich. Weil es sich dabei aber hauptsächlich um einfach und mehrfach ungesättigte Fettsäuren handelt, sind die Nüsse in Maßen tatsächlich sehr gesund. Sie enthalten zudem die Mineralstoffe Kalzium, Magnesium und Phosphor und fördern so das Wachstum von Knochen und Muskeln.

Besonders geschätzt wird die Paranuss aber wegen des vielen Selen: Die Nuss ist der größte natürliche Lieferant des Spurenelements und bereits eine Nuss deckt den täglichen Bedarf. Selen trägt zur Stärkung des Immunsystems bei und entgiftet den Körper. In vergleichbaren Mengen findet sich Selen sonst nur in Fisch, Fleisch und Eiern. Zusätzlich enthält die Paranuss viel pflanzliches Eiweiß. Sie eignet sich daher besonders gut für eine vegetarische und vegane Ernährung.

Paranüsse: Giftig oder nicht?

Paranüsse sind oft in Müsli oder Nussmischungen wie Studentenfutter zu finden.
Paranüsse sind oft in Müsli oder Nussmischungen wie Studentenfutter zu finden. (Foto: CC0 / Pixabay / Picdream)

Trotz ihrer vielen gesunden Inhaltsstoffe hat die Paranuss auch den Ruf, gesundheitsschädigend zu sein. In Paranüssen aus Brasilien etwa wurden erhöhte Werte des Schimmelpilzgiftes Aflatoxin nachgewiesen, das bereits in geringen Mengen krebserregend sein kann. Infolgedessen wurden von der EU Beschränkungen für die Einfuhr von Paranüssen erlassen. Weil viele Herkunftsländer die darin enthaltenen hohen Anforderungen nicht erfüllen können, hat der Handel mit Paranüssen stark nachgelassen.

Aflatoxine finden sich in vielen Trockenprodukten, etwa in Getreide, Hülsenfrüchten, Nüssen und Teeblättern und können sich schnell bei einer falschen Lagerung bilden. Sie sind zudem hitzebeständig, überstehen also auch Koch- und Backvorgänge. Am besten solltest du geschälte Paranüsse gekühlt und trocken aufbewahren und schnell verzehren. Wenn sie einen muffig-ranzigen Geschmack haben, solltest du sie nicht mehr essen. Ungeschälte Paranüsse kannst du etwa zwei bis drei Monate aufbewahren.

Die Paranüsse, die bei uns in Deutschland erhältlich sind, werden sorgfältig überprüft. In einem jüngeren Bericht des Bundesamts für Verbraucherschutz konnten fast ausschließlich niedrige Aflatoxin-Werte in Paranüssen nachgewiesen werden – grünes Licht für die Paranüsse.

Paranüsse: Gesund, aber nicht nachhaltig

Paranussbäume wachsen nur sehr langsam nach.
Paranussbäume wachsen nur sehr langsam nach. (Foto: CC0 / Pixabay / torricojc)

Alle bei uns erhältlichen Paranüsse werden aus den tropischen Gebieten Südamerikas oder der Elfenbeinküste importiert, haben also lange Transportwege hinter sich. Das ist problematisch, da mit dem Import viel umweltschädliches CO2 ausgestoßen wird.

Paranussbäume werden nicht kultiviert, die Nüsse werden also von wild wachsenden Bäumen gesammelt. So gibt es zwar keine Monokulturen mit Pestizideinsatz, aber durch das Aufsammeln der Nüsse wird die natürliche Verbreitung des Baumes gehindert – und das im sowieso schon bedrohten Regenwald. Beim Einkaufen solltest du also nicht immer nur zu Paranüssen greifen, sondern auch einmal heimische Nusssorten ausprobieren – wie wäre es zum Beispiel mit Haselnüssen oder Walnüssen aus Deutschland?

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