Schwarz-rot-giftig: EM-Schminke mit gefährlichen Schadstoffen belastet

Stiftung Warentest: Schadstoffe in EM-Schminke
Foto: © Petra Fiedler - Fotolia.com

Pünktlich zum Beginn der Fußball-EM warnt die Stiftung Warentest: In Fanschminke und Klebe-Tattoos stecken gesundheitsschädliche und sogar verbotene Schadstoffe. Beinahe der Hälfte der getesteten Produkte fiel im Test glatt durch.

Stiftung Warentest testete sieben schwarz-rot-goldene EM-Schminkstifte und fünf Klebe-Tattoos. In allen Produkten fanden die Tester gesundheitskritische, zum Teil sogar verbotene Stoffe. Laut Stiftung Warentest besteht zwar kein unmittelbares Gesundheitsrisiko, denn die Fanbemalung kommt wohl höchstens siebenmal zum Einsatz – so viele Spiele absolvieren die Teams, die es ins Finale schaffen. Doch auch billige Aktionsware sollte natürlich grundsätzlich nicht mit Schadstoffen belastet sein.

Fünfmal vergaben die Tester das Urteil „mangelhaft“ (ein Schminkstift und vier Tattoos), weitere fünf Produkte sind „ausreichend“ (fünf Schminkstifte). Nur ein Schminkstift und ein Klebe-Tattoo schneiden „befriedigend“  ab – und sind damit noch am besten.

PAK, Weichmacher, Mineralöl-Kohlenwasserstoffe: So giftig ist die EM-Schminke

Unter anderen fanden die Tester in den Fan-Kosmetika polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) und Weichmacher. Einige Vertreter dieser Stoffgruppen sind in Kosmetika verboten, weil sie gesundheitlich bedenklich oder sogar potenziell krebserregend sind. Trotzdem wies der Test in acht Produkten das verbotene PAK Naphthalin nach, das im Verdacht steht, Krebs zu erregen. Die Tattoos von „Elasto form“ sind mit Abstand am stärksten mit Naph­thalin belastet.

Zudem stecken in vier Produkten verbotene Weichmacher, diese gelten als fortpflanzungsgefährdend. Besonders hohe Mengen an zwei beziehungs­weise drei dieser Stoffe enthalten die Tattoos von „Tattoo­drucker.de“ und „Tedi“.

Auch ein Lösemittel, das in Kosmetika verboten ist, fanden die Tester: Isophoron steht im Verdacht, krebs­er­regend zu sein. Die Tattoos von Fries sind als einziges Produkt damit stark belastet. Alle sieben Fan-Schminken enthalten aromatische Mineralöl-Kohlenwasserstoffe, kurz MOAH. Sie gelten als potenziell krebserregend.

Der komplette Test ist kostenfrei unter www.test.de/fanschminke abrufbar.

Welche EM-Schminke kann man jetzt noch kaufen?

Grundsätzlich warnt die Stiftung Warentest: Fans sollten Schminke und Tattoos sicherheitshalber nicht auf den Lippen oder in der Nähe der Augen anwenden. Denn über den Mund und die Augen können kritische Stoffe leicht in den Körper gelangen. Auch bei Anwendung auf verletzter Haut ist Vorsicht geboten.

Wer sich nun trotz allem noch das Gesicht mir schwarz-rot-goldenen Flaggen und Tattoos verschönern möchte, greift besser zu den „befriedigenden“ Produkten – das gilt gerade für Kinder. Diese sind: der Uefa-Schminkstift von Lidl und die Klebe-Tattoos von Kik. Noch deutlich besser aber ist Naturschminke, die ohne bedenkliche Schadstoffe auskommt. Im Februar 2016 schnitten bei Öko-Test zwei Naturschminken mit „gut“ ab: „Jofrika Nature for Fun 5 Schminkstifte“ und „Livos Vida Naturschminke“. Die Produkte von Jofrika gibt es z.B. bei Müller und Galeria Kaufhof, das Schminkset von Livos findet sich online. Alternative: Gesichtbemalung weglassen und ungeschminkt feiern!

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