Eltern fordern Kältefrei: Eine Diskussion über Luftfilter oder Lüften im Corona-Winter

Eltern fordern Kältefrei: Eine Diskussion über Luftfilter und Lüften diesen Corona-Winter
Foto: Marcel Kusch/dpa/dpa-tmn

Aufgrund ihres Energieverbrauchs rät das Umweltbundesamt von mobilen Luftfiltern in Schulen ab. Kommunen in Nordrhein-Westfalen sehen dagegen Probleme im täglichen Lüften. Die Elternschaft fordert klare Regeln für die Raumtemperatur.

Das Umweltbundesamt (UBA) ruft aufgrund der Energiekrise dazu auf, die Nutzung mobiler Luftfilter in Schulen auf das Nötigste zu beschränken. „Im Zuge der Energieeinspardiskussion ist zu beachten, dass mobile Luftreiniger beim Betreiben nicht unerhebliche Mengen an Strom verbrauchen und auch von daher der Einsatz auf hygienisch notwendige Situationen begrenzt bleiben sollte“, sagt Heinz-Jörn Moriske, Direktor im Umweltbundesamt, der Deutschen Presse-Agentur.

Lüften oder Luftfilter in Klassenräumen

Laut einem Bericht des Westdeutschen Rundfunks (WDR) sehen einige Kommunen in Nordrhein-Westfalen (NRW) den Stromverbrauch der mobilen Luftfilter nicht als Problem an. Die Stadt Sankt Augustin beispielsweise habe nur eine „marginale Kostensteigerung“ wahrgenommen. Und auch die Stadt Hückelhoven berechnete demnach für 50 Luftfilter zusätzliche Stromkosten in Höhe von 5.000 Euro und entscheidet sich für den Gebrauch von Luftfiltern. Gegenüber dem WDR sagt die Stadtverwaltung: „Die Heizkosten dürften in diesem Fall wesentlich höher liegen, da die Heizungen dann alle 20 Minuten wieder hochfahren müssen, um die vorherige Raumtemperatur zu erreichen.“

Das UBA rät dazu, alle zwanzig Minuten zu lüften. Wo sich Fenster weit öffnen lassen oder ein Luftaustausch durch fest installierte Raumluftanlagen gewährleistet ist, sind nach Ansicht der Expert:innen mobile Luftreiniger nicht notwendig. Als „sinnvoll“ werden sie dort bezeichnet, wo Fenster nur gekippt werden können. Moriske sprach von einem „Add on“, einer Zusatzmaßnahme.

Die Erfahrungen aus dem letzten Jahr zeigen laut WDR jedoch, dass CO2-Melder bei geschlossenen Fenstern bereits nach wenigen Minuten Alarm schlagen. Daher waren letzten Winter in vielen Klassenräumen durchgehend die Fenster geöffnet, während gleichzeitig die Heizungen auf Hochtouren liefen.

Luftfilter kein Ersatz fürs Lüften

Das UBA äußert jedoch Sorgen, dass in Klassenzimmern weniger gelüftet würde, um Heizkosten zu minimieren, die es braucht, um eine gewisse Raumtemperautur zu erhalten. „Ein vermehrter Einsatz mobiler Luftreiniger anstelle des Lüftens bei geringerer Raumtemperatur bietet keinen Ersatz, da Luftreiniger keine Schadstoffe inklusive Kohlendioxid aus dem Innenraum abführen und nicht zum Lüftungserfolg beitragen“, sagte Moriske vom UBA, Experte für Lufthygiene in Innenräumen, der dpa.

In der aktuellen Energiesparverordnung der Bundesregierung sind Schulen und Kitas ausgenommen, weshalb sich laut WDR viele Kommunen nach den Arbeitsschutzregelungen richten und die Klassenzimmer auf mindestens 20 Grad heizen.

Um Kinder in diesem Winter vor kalten Klassenräumen zu schützen, fordert die Vorsitzende der der Landeselternschaft der integrierten Schulen NRW, Stephie Helder-Notzon laut WDR: „Wir brauchen klare Regeln ab welcher Temperatur über einen gewissen Zeitraum in konkreten Klassenräumen der Unterricht untersagt wird.“ 

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