Ende des 9-Euro-Tickets: So fährst du weiterhin vergünstigt mit der Bahn

Das Ende des 9-Euro-Tickets: Mit günstigen Bahntickets weiterhin durch Deutschland reisen
Foto: Sina Schuldt/dpa

Nach drei Monaten endete letzte Woche das 9-Euro-Ticket und ein Nachfolgeticket für ganz Deutschland ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht bekannt. Dennoch gibt es Tarife und Angebote, mit denen Reisende weiterhin preiswert durch Deutschland fahren können.

Am Donnerstag lief das 9-Euro-Ticket deutschlandweit aus. Über eine Anschlusslösung diskutiert die Politik noch, bisher ist kein Nachfolgeticket bekannt. In manchen Städten und Regionen gibt es Sondertickets und Angebote, mit denen Reisende dennoch recht günstig den Nahverkehr nutzen können. Ein Überblick.

Quer-durchs-Land-Ticket

Wer weiterhin mit nur einem Ticket durch mehrere Bundesländer innerhalb Deutschlands reisen möchte, kann das Quer-durchs-Land-Ticket nutzen. Mit diesem können Reisende an einem Tag beliebig viele Fahrten innerhalb des Regionalverkehrs zurücklegen. Gültig ist das Ticket von 9 Uhr des auf der Fahrkarte angegebenen Tages bis 3 Uhr des Folgetages.

Pauschal kostet das Ticket für eine Person 42 Euro. Der Preis steigt mit jeder weiteren Person, bis zu fünf Personen können insgesamt mit einem Ticket reisen. Der Gesamtpreis liegt dann bei 70 Euro, pro Person liegt der Preis somit bei 14 Euro. Bis zu drei Kinder im Alter zwischen 6 und 15 Jahren können kostenfrei mitreisen. Dabei müssen es nicht die leiblichen Kinder sein.

Ländertickets

Wer nur innerhalb eines Bundeslandes reisen möchte, kann auf ein Länderticket zurückgreifen. Manche Tickets sind ab 22 Euro für Einzelpersonen erhältlich. Wie beim Quer-durchs-Land-Ticket erhöht sich der Preis bei weiteren Mitreisenden. Beim Bayern-Ticket für die 2. Klasse beispielsweise zahlt ein:e Reisende:r 26 Euro; für fünf Personen kostet es 58 Euro – also 11,60 Euro pro Person. Drei Kinder im Alter zwischen 6 und 15 können auch bei den Ländertickets kostenfrei mitreisen.

Das könnte auch interessieren: Günstige Bahntickets: 12 Tipps für preiswerte Tickets

Eine Übersicht der Ländertickets:

Sparpreise und Bahncard 100

Karl-Peter Naumann, Ehrenvorsitzender des Fahrgastverbandes Pro Bahn, empfiehlt bei rp-online die Sparpreisangebote der Deutschen Bahn und die Angebote von Flixbus und Flixtrain.

Außerdem sei laut Naumann die Bahncard 100 ein „faires Angebot“, obwohl dessen Preis häufig als zu hoch empfunden werde. „Wenn man sehr viel fährt, ist der Preis von rund 4000 Euro durchaus gerechtfertigt“, zitierte ihn rp-online.

Forderungen nach Nachfolge für das 9-Euro-Ticket

Die Landesverbände von Deutschem Gewerkschaftsbund (DGB) und Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) in Bayern machen sich für ein bundesweites 365-Euro-Ticket stark. Die Landtags-Grünen schlossen sich der Forderung nach einer Stärkung des Bus- und Bahnangebotes an. Die dreimonatige Phase des 9-Euro-Tickets müsse evaluiert werden, sagte DGB-Bayern-Vorsitzender Bernhard Stiedl am Samstag. „Aber schon jetzt ist klar: Attraktive, unkomplizierte und kostengünstige ÖPNV-Angebote stoßen bei den Menschen auf große Zustimmung und sind ein wichtiger Faktor, um die Mobilitätswende gerade auch in Bayern entscheidend voranzubringen.“ Ein 365-Euro-Ticket ab 2023 wäre eine Lösung.

Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) schlug im Interview mit dem Hessischen Rundfunk (HR) eine Anschlusslösung vor: „Ein 31-Euro-Ticket für Bedürftige und ein 69-Euro-Ticket für alle anderen. Das würde ungefähr zwei Milliarden Euro kosten.“ Niedersachsens Verkehrsminister Bernd Althusmann will ebenfalls die Tarife im Nahverkehr vereinfachen. „Wir haben derzeit rund 50 Tarifgebiete in Niedersachsen. Das ist sehr kleinteilig und nicht gerade kundenfreundlich“, sagte der CDU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur.

Mit Material der dpa

** mit ** markierte oder orange unterstrichene Links zu Bezugsquellen sind teilweise Partner-Links: Wenn ihr hier kauft, unterstützt ihr aktiv Utopia.de, denn wir erhalten dann einen kleinen Teil vom Verkaufserlös. Mehr Infos.

Gefällt dir dieser Beitrag?

Vielen Dank für deine Stimme!

Schlagwörter: