Klimakonferenz: Deutschland verweigert Unterschrift zur Beerdigung des Verbrenner-Autos

Klimakonferenz: Deutschland verweigert Unterschrift zur Beerdigung des Verbrenner-Autos
Foto: CC0 Public Domain / Pixabay -Caniceus

Kurz vor Ende der Weltklimakonferenz in Glasgow legten 24 Staaten, sechs große Auto-Hersteller sowie einige Städte ein Enddatum für den Verkauf von Autos mit Verbrennermotor fest. Deutschland hat nicht unterzeichnet.

Die am Beschluss beteiligten Regierungen wollen „darauf hinarbeiten, dass alle Verkäufe von neuen Pkw und leichten Nutzfahrzeugen bis zum Jahr 2040 weltweit und in den führenden Märkten bis spätestens 2035 emissionsfrei sind“. So heißt es in einer veröffentlichten Erklärung von Glasgow. Man wolle dadurch einen „Durchbruch im Straßenverkehr“ erreichen.

Zu den beteiligten Autoherstellern gehören Mercedes, Volvo, Ford und General Motors.
Zu den beteiligten Autoherstellern gehören Mercedes, Volvo, Ford und General Motors. (Foto: CC0 Public Domain / Pixabay - Capri23auto)

Die Autokonzerne sollen demnach anstreben, spätestens 2035 in führenden Märkten nur noch emissionsfreie Autos und Vans zu verkaufen. Die beteiligten Unternehmen sind der Mitteilung zufolge Mercedes, Ford, Volvo, BYD, Jaguar Land Rover, der indische Autohersteller Tata Motors und General Motors, zu denen auch Chevrolet gehört.

Deutschland hat nicht unterzeichnet

Bis zum späten Dienstagabend rangen die Beteiligten nach dpa-Informationen noch um Details. Ob Deutschland die Erklärung unterzeichnen wird, war bis in die Nacht noch unklar. Aus dem Umweltministerium hieß es, dass es dazu noch keine endgültige Entscheidung der Bundesregierung gebe. Der geschäftsführende Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) hatte dem Vorstoß zuvor jedoch schon eine Absage erteilt.

„Der fossile Verbrenner wird 2035 auslaufen. Die Verbrennertechnologie wird aber weiterhin gebraucht“, sagte Scheuer vor Journalist:innen. „Wir wollen sie mit synthetischen Kraftstoffen klimaneutral machen und die Vorteile der Technologie erhalten.“ Die geplante Erklärung berücksichtige den Antrieb mit synthetischen Kraftstoffen nicht. Deshalb sei sein Ministerium dagegen. Das sei auch Linie der amtierenden Bundesregierung.

Unter anderem die EU-Staaten Österreich, Polen und Österreich unterzeichneten die Erklärung.
Unter anderem die EU-Staaten Österreich, Polen und Österreich unterzeichneten die Erklärung. (Foto: CC0 Public Domain / Pixabay - pixel2013)

Staaten, die sich entschlossen haben, die Erklärung zu unterzeichnen gehören unter anderem: Großbritannien, Israel, Kanada und einige EU-Staaten wie Dänemark, Polen und Österreich. Auch Schwellen- und Entwicklungsländer beteiligten sich – zum Beispiel die Türkei, Kenia und Paraguay. Zu den Unternehmen, die ebenfalls teilnehmen, gehören Eon, Ikea und Unilever.

Greenpeace: „Andreas Scheuer ist zum Glück jetzt Geschichte.“

Greenpeace-Chef Martin Kaiser sagte der Deutschen Presse-Agentur: „Es wäre megapeinlich, wenn Deutschland nicht dabei wäre.“ Eine solche Erklärung sei überfällig. Über den Verkehrsminister sagte Kaiser: „Andreas Scheuer ist zum Glück jetzt Geschichte.“ Wichtig sei, dass große Autokonzerne wie VW, BMW und Daimler mitmachten. Auch nachträgliche Zusagen sind nicht ausgeschlossen: So unterzeichnete Deutschland am Dienstag erst nach tagelangem Zögern eine Erklärung zum Ende der Finanzierung von Öl- und Gasprojekten im Ausland.

Wegen der Verwendung fossiler Kraftstoffe gehört der Verkehrssektor zu den weltweit größten Verursachern von Treibhausgasen. Eine Mobilitätswende hin zu sauberen Antriebsformen ist nach Einschätzung von Expert:innen für das Erreichen der internationalen Klimaziele von entscheidender Bedeutung.

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