Prinz Charles fährt Aston Martin, der mit Wein und Käse angetrieben wird

Prinz Charles fährt Aston Martin, der mit Wein und Käse angetrieben wird.
Foto: CCO Public Domain / pixabay - Heinz Hummel / wikimedia commons - Arnaud Bouissou

Prinz Charles berichtet kurz vor dem Klimaschutz-Gipfel in Glasgow von seinem umgebauten Aston Martin. Wir klären, warum der Antrieb zwar Potential hat, aber nicht unbedingt die Lösung der Verkehrswende ist.

Kurz vor dem Cop26-Gipfel gab Prinz Charles bei einem BBC-Interview stolz bekannt, dass er seinen Aston Martin mit „überschüssigem englischem Weißwein und Molke aus der Käseherstellung“ betreibt. Damit wolle er die CO2-Emissionen seines Autos reduzieren.

Biomasse als Kraftstoff hat auch Nachteile

In den sozialen Medien erhält der Thronfolger dafür Beifall, aber auch Kritik. Aktivist:innen sind der Meinung, dass der Ansatz wenig hilfreich sei, sondern eher noch erheblichen Schaden anrichten würde. Denn der Gebrauch von Biokraftstoffen würde die Entwaldung und Landnutzungsänderung vorantreiben und somit die Klimakrise verschlimmern.

„Prinz Charles‘ kuriose Lösung zur Dekarbonisierung seines Aston Martin mit einer hohen Mischung aus Bioethanol aus Käse- und Weinabfällen sollte nicht mit einer ernsthaften Lösung zur Dekarbonisierung von Fahrzeugen verwechselt werden“, so ein Aktivist.

Man müsse jedoch neue Technologien entwickeln, um Mobilität für die Zukunft zu gestalten. Denn das Auto von Prinz Charles sei ein besonderes Modell und nicht skalierbar. Das Auto ist nämlich eine Anfertigung, die mit einer Kraftstoffmischung betrieben wird – diese besteht aus 85 Prozent Bioethanol und 15 Prozent bleifreiem Benzin (E85).

Prinz Charles versucht, weniger tierische Produkte zu essen

Nicht nur bei seinem Auto legt der Thronfolger wert auf Klimaschutz. Vor dem Cop26-Gipfel wandte er sich an die Staats- und Regierungschefs der Welt – diese sollten ehrgeizige Maßnahmen gegen die Klimakrise ergreifen, anstatt nur darüber zu reden. In seinem alltäglichen Leben versucht der Brite ebenfalls, seinen CO2-Fußabdruck zu reduzieren.

„Ich habe an zwei Tagen in der Woche kein Fleisch und keinen Fisch gegessen und an einem Tag in der Woche esse ich keine Milchprodukte“, so der Thronfolger.

An einem Tag die Woche isst Prinz Charles keine Milchprodukte.
An einem Tag die Woche isst Prinz Charles keine Milchprodukte. (Foto: CCO Public Domain / pixabay - Jill Wellington)

Utopia meint: Bisher ist eine endgültige Bewertung von Biomasse schwierig. Energie aus Biomasse kann nachhaltig sein, wenn sie aus Abfallmaterial gewonnen wird, wie das beim Auto von Prinz Charles der Fall ist. Doch oft genug werden auch Energiepflanzen eigens dafür angebaut, um Energie aus ihnen zu gewinnen. Das ist problematisch, denn dadurch steht weniger Fläche zur Verfügung, um Lebensmittel anzubauen.

Ob Biomasse den Weg zur Mobilitätswende ebnen wird, steht also noch offen. Auch andere Ansätze wie Elektromobilität haben ihre Vor- und Nachteile. Klar ist: Um Mobilität im großen Stil nachhaltig zu gestalten, braucht es Innovationen – und die Bereitschaft, unsere Nutzung von Verkehrsmitteln generell zu überdenken.

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