Plastikfrei einkaufen: neue Projekte, neue Läden

Foto: "The flour and stuff" von storebukkebruse unter CC-BY-2.0 (flickr)

Einkaufen ganz ohne Verpackungsmüll – eine wachsende Anzahl „plastikfreier“ Geschäfte will das möglich machen. In Heidelberg hat nun ein neuer Laden eröffnet, ebenfalls plastikfrei. Weitere vielversprechende Projekte sind in der Crowdfunding-Phase.

Pasta, Müsli, Tee, Waschmittel – herkömmliche Supermärkte und leider auch Bioläden verkaufen fast alles in Plastik verpackt. Sogenannte „verpackungsfreie Läden“ bieten hingegen ihre Produkte überwiegend „offen“ an: Die Kunden können sich dort selbst die gewünschte Menge abfüllen. Das spart Unmengen an Plastikmüll und beugt zudem Lebensmittelverschwendung vor. Vorgemacht hat es „Original Unverpackt“ in Berlin, inzwischen gibt es schon eine ganze Reihe von plastikfreien Läden in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Und es werden immer mehr.

Die neueste Ergänzung zu dieser Liste, Annas Unverpacktes, hat Mitte Juni in Heidelberg eröffnet. Der plastikfreie Laden ist gleichzeitig ein Bio-Laden und bietet derzeit vor allem Grundnahrungsmittel wie Nudeln, Reis und Müsli sowie Nüsse, Gewürze und Knabbereien an. Außerdem gibt es Reinigungsmittel, Waschmittel und Seife zum selbst Abfüllen sowie einiges an Küchenzubehör. Auch einige ungewöhnliche Produkte gibt es: Zahnseide im Glasflakon zum Nachfüllen zum Beispiel. „Das Sortiment ist ein Mix aus regional und nachhaltig“, erklärt Ladenbesitzerin Anna Wahala, die sich privat schon lange mit Nachhaltigkeits-Themen auseinandersetzt. „Die Vorbereitung war sehr zeitintensiv“, sagt Wahala, denn nicht alle Produkte seien ganz einfach in Großpackungen zu bekommen. Doch der Aufwand hat sich gelohnt: „Es kommen schon sehr viele Leute, manche erstmal zum Schauen, aber viele auch zum Kaufen. Die Resonanz ist wirklich sehr positiv.“ Wer in Heidelberg und Umgebung Zuhause ist, für den lohnt es sicher, mal bei „Annas Unverpacktes“ vorbei zu schauen.

Auf der Crowdfunding-Plattform Startnext.com werben derzeit zwei weitere plastikfrei-Projekte um Unterstützung:

„Louise genießt“ soll ein verpackungsfreier Laden mit Bistro in Erfurt werden. Dort soll es unverpackte Nahrungs- und Genussmittel sowie ein kleines Sortiment an Naturkosmetik und Haushaltsmitteln geben – „Fairtrade, in Bioqualität und mit Transparenz“. Das geplante Bistro wird nach Vorstellung der Gründer mediterrane Feinkost, vegan-vegetarische Gerichte und Kaffeespezialitäten anbieten und ein Ort werden, an dem „sich jung und alt in lockerer Atmosphäre“ trifft.

"Louise genießt" soll ein plastikfreier Laden in Erfurt werden

„Tuetenlos“ will das Konzept des verpackungsfreien Einkaufens nach Köln holen und dort einen plastikfreien Biomarkt eröffnen. „Bei Tuetenlos sollt ihr alles für den täglichen Bedarf kaufen können“, schreiben die Gründer, die viel Wert auf regional erzeugte Produkte legen und eine Art „regionaler Hofladen mitten von Köln“ werden wollen. Das Geld sammeln sie, um die Ladeneinrichtung und die ersten Einkäufe finanzieren zu können.

Per Crowdfunding soll der plastikfreie Laden "Tuetenlos" in Köln entstehen

Utopia meint: Plastik ist – sowohl in der Herstellung als auch in der Entsorgung – eines der größten Umweltprobleme unserer Zeit. Jeder plastikfreie Laden ist daher ein großartiger Schritt in die richtige Richtung und wir hoffen, es gibt bald noch viel mehr solcher Initiativen. Crowdfunding-Kampagnen für verpackungsfreie Geschäfte zu unterstützen lohnt sich! Doch um die Plastikflut einzudämmen sollte auch jetzt schon jeder von uns bei seinen ganz alltäglichen Konsumentscheidungen darauf achten, Plastik(müll) zu reduzieren.

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(7) Kommentare

  1. Um Appel un‘ Ei nicht zu vergessen. Eine selbstverwaltete Lebensmittelkooperative mit möglichst wenig Verpackung, viel Bio und möglichst günstig.
    Leider mit miesen Öffnungszeiten aber dafür gibt es sie schon ewig.

  2. Ich find’s super, dass jetzt immer mehr Unverpackt-Läden aufmachen. War heute mal wieder bei Original Unverpackt und freue mich jedes Mal über den Einkauf dort. Es braucht ein bisschen Vorbereitung – erst mal passende Beutel und Gläser sammeln oder kaufen und überlegen, was genau man kaufen will und dementsprechende Behältnisse mitnehmen, aber dann klappt es super und viele Dinge (vor allem die losen Kräuter) sind günstiger als im Bioladen. Manche allerdings auch um einiges teuer, aber das hat man nach zwei, drei Einkäufen und Preisvergleichen dann auch drauf.

  3. Zum schreien!

    Der Titel lautet „plastikfrei einkaufen“. und was sieht man auf dem Bild? N haufen Röhren mit Müsli drin. Aus Plastik.

    #welchironie #selktivewahrnehmung #denkmaldrübernach

  4. Super Idee, in London kenne ich auch einen!eine Frage hatte ich denoch. Vllt kann mit ja jemand von ich weiterhelfen und zwar wundere ich mich ob Plastik freie laden ihre Ware trotzdem in de handelsüblichen Verpackungen beziehen und sie dann umfüllen (dann Ware der Plastik Müll nicht gespart, sonder nur nicht mehr beim Verbraucher) oder wie (in welchen Behältnissen) die Läden ihre Ihre Lebensmittel geliefert bekommen.

    Danke euch

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