10 Produkte, die viel versprechen – und ehrliche Alternativen

10 Produkte, die viel versprechen – und ehrliche Alternativen
Fotos: utopia

„Ich bin gesund, gut für die Umwelt und besser als all die anderen!“ Utopia zeigt 10 Produkte, auf deren Versprechen man besser nicht hereinfällt – und wie man sie sinnvoll ersetzen kann.

Hersteller verkaufen uns Süßigkeiten mit Gesundheitsversprechen. Sie setzen Lebensmitteln fragwürdige Stoffe zu, um ihnen eine besondere Wirkung zuzusprechen. Und sie umgarnen uns gerne mit wunderschönen Geschichten, während die Herstellungsbedingungen ihrer Produkte oft miserabel sind. Manchmal wissen wir Kunden es tatsächlich nicht besser und kaufen diese Dinge – oft wollen wir es vielleicht einfach nicht wahr haben. Die gute Nachricht: es gibt ehrliche Alternativen!

Keine fragwürdigen Geschäfte unterstützen – zur grünen Bank wechseln

Die besten Ökobanken

Dibadibadu, die Bank und du – eingänglich ist das Versprechen der ING DiBa allemal. Ob aber Europas größte Direktbank tatsächlich im Interesse ihrer Kunden handelt? Es mag sein, dass sie vergleichsweise hohe Zinsen fürs Tagesgeld zahlt und gute Kredite für den Hausbau, Wohnungskauf und andere Finanzierungen bietet. Aber die meisten ihrer Kunden wissen vermutlich nicht, dass die ING DiBa denselben zweifelhaften Geschäften nachgeht wie viele andere konventionelle Banken.

Mit ihrem (also unserem!) Geld unterstützt sie zum Beispiel Unternehmen aus der Kohle- und Atomindustrie. Die niederländische Konzernmutter (die ING DiBa gehört zu 100 % der ING Group) investiert in Rüstungskonzerne und besitzt Tochterunternehmen an Schattenfinanzplätzen. Wer das nicht mit seinem Geld unterstützen will, findet in unserer Bestenliste Banken, die „fair“, „ethisch“ und „ökologisch“ mit ihrem Geld wirtschaften.

Statt Chemie im grünen Anstrich: Bio-Duschgel

Das beste Bio Duschgel

„Bio“, „natürlich“ und ähnliche Bezeichnungen sind bei Kosmetik nicht geschützt. Manche Hersteller nutzen das aus und verleihen ihren herkömmlichen Produkten einen grünen Anstrich. Das beliebte Duschgel „Palmolive Naturals“ zum Beispiel verspricht „natürliche und besonders milde Inhaltsstoffe“. Wer sich die genauer ansieht, findet unter anderem ungesunde Weichmacher, Konservierungsmittel und Farbstoffe, die für echte Naturkosmetik nicht zugelassen sind. Die erkennt man am besten an Siegeln; in unserer Bestenliste Bio-Duschgels erfahren Sie mehr dazu.

 Statt Lifestyle-Getränk: Fairer Kaffee

Der beste Fairtrade Kaffee

Es gibt einen Kaffee, der so exklusiv ist, dass sogar ein so exklusiver Mann wie George Clooney mit ihm wunschlos glücklich ist. Kaufen kann man ihn nur in schicken Boutiquen und die Namen der Kaffeesorten erinnern an italienische Opern. Nespresso inszeniert sich als stilvoll und luxuriös – und hat damit großen Erfolg. Blickt man aber auf die Umweltbilanz, beginnt der Glanz der bunten Kapseln schnell zu blättern: Millionen der Aluminiumkapseln landen jedes Jahr im Hausmüll – dabei ist das Material problematisch für die Umwelt und sollte über die gelbe Tonne recycelt werden.

Auch den Produktionsbedingungen des Kaffees fehlt es an Herrlichkeit. Hersteller Nestlé macht zwar erste Schritte hin zu einer nachhaltigen Produktion, ist aber von den Umwelt- und Sozialstandards fairer Bio-Kaffees oder Fairtrade-Kaffees noch weit entfernt. In der Regel sind diese auch um einiges günstiger – bei den 10er Päckchen Kapselkaffee fällt das nicht so auf, aber Nespresso kostet eine schöne Stange Geld: ca. 70 Euro pro Kilo. Zum Vergleich: ein fair gehandelter Bio-Kaffee von Gepa kostet pro Kilo um die 20 Euro. Empfehlenswerte Alternative: Wiederbefüllbare Nespresso-Kapseln wie Mycoffeestar, Mister Barista, Coffeeduck.

Statt luftiger Versprechen: Leitungswasser und tief durchatmen

Wie kann man ein Grundnahrungsmittel teuer verkaufen, obwohl hierzulande jedermann einen einfachen und äußerst günstigen Zugang dazu hat? Wasser zum Beispiel verleiht man mit ein paar ungesunden Süßstoffen und Aromen etwas Geschmack und inszeniert Sauerstoff als leistungssteigernde Zutat. Ernstzunehmende wissenschaftliche Belege gibt es dafür nicht, das luftige Versprechen funktioniert dennoch.

Das Active O2 von Adelholzener hält sich seit Ende der 1990er wacker in Deutschlands Supermarktregalen. In letzter Zeit versuchen es andere Hersteller mit Vitaminwässern. Doch Zusätze wie Sauerstoff und Vitamine im Wasser braucht definitiv niemand. Die Kommerzialisierung begann übrigens schon viel früher:beim Abfüllen in Flaschen. Dabei ist fast überall in Deutschland Leitungswasser bedenkenlos trinkbar – eigentlich ein großartiger Zustand. BPA-frei, langlebig, trendig: Diese Trinkflaschen sind empfehlenswert

Statt milchiger Versprechen: Faire Schokolade

Die besten Fairtade Schokoladen

Mit dem ziemlich umstrittenen Slogan „die Extra-Portion Milch“ bewirbt Ferrero seine Kinderschokolade schon seit über zwei Jahren nicht mehr. Das ist gut, denn wie jede Schokolade ist sie eine Süßigkeit – nichts anderes. Sieht man aber genauer hin, suggeriert die Verpackung der Kinderschokolade immer noch vor allem eines: „Milch“. Das viele Weiß auf der Verpackung macht kleine Tröpfchen, es steht „+Milch“ geschrieben und ein Glas mit weißer Flüssigkeit ist auch zu sehen.

Dabei enthält Kinderschokolade gar keine frische Milch, sondern wie für Schokoladen üblich nur „Milchpulver“, sehr viel Zucker – und etwas weniger Kakao. Immerhin bemüht sich Ferrero hier um bessere Produktionsbedingungen: Seit 2014 kooperiert das Unternehmen mit der Organisation „Fairtrade“ und will bis 2020 sogar seinen gesamten Kakao aus fairem Handel beziehen. Vielleicht fließt ja dann auch nicht mehr so viel Milch auf der Verpackung. Die aktuell besten Fairtrade-Schokoladen finden Sie hier, alles über Fairtrade-Schokolade hier.

Statt ungesunder Energie: ausschlafen

Verleiht Red Bull Flügel?

Dass Red Bull Flügel verleiht, glaubt vermutlich niemand. Trotzdem wurde der Getränkehersteller Ende letzten Jahres in den USA verklagt, weil sein Werbeversprechen nicht der Wahrheit entspreche. Um eine Massenklage zu verhindern, hat Red Bull einen Vergleich in Höhe von 13 Millionen Dollar akzeptiert. Im übertragenen Sinne meinen die „Flügel“ körperliche und geistige Leistungsfähigkeit. Wer sich diese per Energiedrink oder jetzt auch per Energieshot antrinken möchte, tut sich aber nichts Gutes (pdf). Diese stehen im Verdacht, Herzrhythmusstörungen, Krampfanfälle und Nierenversagen auszulösen.

Verantwortlich dafür sind wahrscheinlich der hohe Koffeingehalt sowie dessen Wechselwirkungen mit dem hochdosierten Inhaltsstoff Taurin. Das Lebensgefühl von Energie, Leistung und Wettbewerb, das Red Bull geschickt durch das Sponsoring von Sportevents inszeniert, mag vor allem für Jugendliche attraktiver klingen als das, was wirklich Leistung steigert und wach macht: ausreichend viel Schlaf.

Keine falsche Energie: echter Ökostrom

Die besten Ökostrom-Anbieter

„Wir wollen das erste Land sein, das komplett auf neue Energien setzt“, heißt in einem Werbespot von RWE. Der Energiekonzern will dabei „VoRWEggehen“. Konkurrent E.ON zeigt währenddessen wie er „landauf, landab intelligente Trafos in seine Stromnetze einbaut“ – so können diese „grüne Energie effizienter aufnehmen“. Ein gewisses Engagement für erneuerbare Energien kann man den großen Energiekonzernen nicht absprechen – noch viel weniger aber ihren jahrzehntelangen Einsatz für gefährliche Atomkraft und schmutzige Kohleenergie.

Anfang 2015 haben E.ON, RWE und Vattenfall eine 882-Millionen-Euro-Klage gegen die Bundesregierung eingereicht. Die Unternehmen fordern Schadensersatz für einstweilige Abschaltungen von Atomkraftwerken in Folge des Reaktorunfalls von Fukushima. Darum ist es zu viel des Guten, wenn sie sich jetzt als Treiber der Energiewende inszenieren – und den heimeligen Eindruck erwecken, auch jeder Atomkraftgegner könne bedenkenlos ihren Strom beziehen. Echten Ökostrom gibt es schon heute hier: die besten Ökostrom-Anbieter. Unsere Anleitung macht den Umstieg auf Ökostrom einfach.

Statt süßer Gesundheitsversprechen: Naturjoghurt

Actimel gesund?

Früher hieß es „Actimel activiert Abwehrkräfte“, heute preist Hersteller Danone seinen Joghurtdrink als “Frühstück fürs Immunsystem“ an. Falsch ist das nicht, denn jeder Joghurt zeigt Wirkung auf die Darmflora und damit auf das Immunsystem. Wer sich aber für Actimel entscheidet, zahlt für gezuckerte Gesundheitsversprechen etwa viermal so viel wie für einen Naturjoghurt in Bio-Qualität mit vergleichbarer Wirkung. Letzteren kann man auch in größeren Portionen kaufen und muss nicht schon nach drei gesundheitsdürstenden Schlücken das leere Plastikfläschchen wegwerfen.

Kein zuckriges Kindermüsli: gesundes Frühstück

Bio-Müsli mit wenig Zucker

Dass Kinder mit ihrem Frühstück Maskottchen und Comicfiguren verbinden ist einerseits süß, anderseits bedenklich – vor allem, wenn die Müslis selbst viel zu süß und darum nicht kindgerecht sind. Die beliebten Smacks von Kellogg’s zum Beispiel enthalten ganze 43 Prozent Zucker. Das ist leider keine Ausnahme, sondern die Regel. Konventionelle Markenprodukte und die Nachahmerprodukte der Discounter ähneln sich hier. Die meisten Bio-Produkte machen es zwar besser, doch häufig enthalten auch sie 20 Prozent Zucker und mehr – ebenfalls zu viel. Aber gesund geht’s auch: Bio-Müsli mit weniger als 10 Prozent Zucker finden Sie hier.

Keine aufgebackenen Versprechen: Brot vom HandwerksbäckerKein Billig-Brot

Wenn Brötchen mit Botschaften wie „ofenfrisch gebacken“ oder „den ganzen Tag frisch“ angepriesen werden, ist Misstrauen angebracht. Denn natürlich gibt es in Backshops genauso wenig eine Backstube wie hinter den Backautomaten der Discounter oder in Tankstellen. Als „frisch“ bewirbt man Brötchen erst, seitdem sie es nicht mehr sind. Die meisten Billig-Brötchen werden in riesigen Fabriken produziert, nur zu 60 Prozent fertig gebacken und tiefgefroren an die Läden geliefert. Die Alternative klingt zwar altbacken, aber wer weiterhin echtes Brot essen will, sollte die guten alten Handwerksbäcker mit seinem Geld unterstützen. Mehr dazu im Artikel: So dumm isst Deutschland Brot.

Fazit: Die ehrlichen Alternativen

Im Gegensatz zu vielen konventionellen Banken machen grüne Banken mit Ihrem Geld keine fragwürdigen Geschäfte. Bio-Duschgels haben nicht nur einen grünen Anstrich, sondern enthalten rein natürliche Inhaltsstoffe. Anstatt dem Käufer Luxus zu versprechen, haben fair gehandelte Kaffees einen echten Mehrwert für die Erzeuger. Leitungswasser ist mindestens genauso gesund wie Flaschenwasser und lässt sich in Trinkflaschen genauso leicht transportieren.

Fair Trade Schokolade hält ihre Versprechen: Sie ermöglicht den Herstellern faire Produktionsbedingungen. Ausreichend Schlaf macht ungesunde Energy-Drinks überflüssig. Echte Ökostrom-Anbieter helfen, die Energiewende voran zu treiben. Handelsüblicher Bio-Naturjoghurt ist für Ihre Gesundheit genauso wirksam wie der Actimel-Joghurtdrink. Zum Frühstück sind Bio-Müslis mit unter 10% Zucker die bessere Wahl für Ihre Kinder. Weil mindestens 5 Argumente gegen Billig-Brot sprechen, ist es sinnvoller, Brot beim echten (Bio-)Handwerksbäcker zu kaufen.

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(2) Kommentare

  1. Was war denn mit dem Vorwurf, Ökokaffee wäre von minderer Qualität als konventioneller weil durch die feste Abnahmemenge die Bauern die schlechten Bohnen in die Ökosäcke packen und die guten für Tschibo&Co vorbehalten sind ?

    Und EnergiyDrink + Vodka ist lecker, da hilft mir abends auch kein Schlaf, der kommt Stunden später 😉

    • Das mit dem Kaffee probier doch erstmal aus. Ich hab diverse bio und nicht bio kaffes probiert (immer mit derselben Mocamaschine) und hab bis jetzt zwei Favoriten. Einer ist bio und Havelar, der andere „nur“ Havelar. Hatte aber auch einen Bio Havelar von einem anderen Anbieter, der mir nicht schmeckt. Ich denk die Röstung macht da eh auch noch einen riesen Unterschied. Dazu kommt noch der Mahlgrad, die Zubereitung und deine Lagerung der angefangenen Packung. Dies wohl auch ein Grund wieso Nespresso soviel Erfolg geniesst.

      Wodka und Energydrink ist doch für teenies?! Probier mal was Neues. Wodka Apfelsaft oder Cranberry schmeckt auch und du hast sogar noch deinen Täglichen Fruchtbedarf minimal gedeckt 😉

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