21-Tage-Stoffwechselkur: Wirkung und Nebenwirkungen der hCG-Kur

21 tage stoffwechselkur
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Bei der 21-Tage-Stoffwechselkur soll ein Hormon die Pfunde purzeln lassen. Ob das funktioniert und ob die Kur empfehlenswert ist, erfährst du hier.

Auf den ersten Blick erscheint die 21-Tage-Stoffwechselkur wie eine ganz normale Diät mit kalorienreduzierter Kost. Besonders ist, dass du neben bestimmten Lebensmitteln auch jeden Tag eine Dosis des Schwangerschaftshormons „humanes Choriongonadotropin“ (hCG) zu dir nimmst – üblicherweise in Form von Globuli. Deshalb wird die 21-Tage-Stoffwechselkur auch „hCG-Kur“ genannt.

Das Hormon soll dem Körper vorgaukeln, dass er schwanger ist und dementsprechend einen Fötus mitversorgen muss. Das soll dazu führen, dass du insbesondere an Hüften und Oberschenkeln schneller Fett abbaust und weniger Muskelmasse verlierst als bei anderen Diäten. Außerdem soll hCG appetithemmend und stimmungsaufhellend wirken und somit die Diät erleichtern.

Entwickelt wurde die 21-Tage-Stoffwechselkur bereits in den 1950er Jahren von dem Arzt Albert Simeons. Sie ist jedoch nach wie vor beliebt.

21-Tage-Stoffwechselkur: So läuft sie ab

Bei der 21-Tage-Stoffwechselkur verzichtest du weitesgehend auf Fett und Kohlenhydrate.
Bei der 21-Tage-Stoffwechselkur verzichtest du weitesgehend auf Fett und Kohlenhydrate. (Foto: CC0 / Pixabay / maurosegura)

Die 21-Tage-Stoffwechselkur besteht aus drei Phasen. Manchmal wird sie aber auch in vier oder fünf Etappen unterteilt. Sie verlaufen wie folgt:

  1. Den Anfang bilden zwei Vorbereitungstage, die auch „Ladetage“ genannt werden. An diesen Tagen sollst du vor allem viel Fett und viele Kohlenhydrate zu dir nehmen. Die kalorienreiche Kost soll den Stoffwechsel ankurbeln – erklärt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE).
  2. An den 21 folgenden Diättagen isst du dafür umso weniger: Je nach Programm darfst du während der 21-Tage-Stoffwechselkur nur 500 bis 800 Kilokalorien am Tag zu dir nehmen. Kohlenhydrate sind verboten, Alkohol ebenso. Nur eine kleine Handvoll Obst am Tag ist erlaubt. Auch Fett sollst du beim Kochen so sparsam wie möglich verwenden. Stattdessen darfst du viel kohlenhydratarmes Gemüse und proteinhaltige Lebensmittel wie mageres Fleisch, Fisch oder Tofu essen. Hinzu kommt, dass du jeden Tag mindestens zwei Liter Wasser trinkst und eine geringe Dosis hCG einnimmst. Außerdem raten Befürworter der 21-Tage-Stoffwechselkur dazu, verschiedene Nahrungsergänzungsmittel einzunehmen. In dieser Phase sollst du bis zu zehn Prozent deines Körpergewichts verlieren können – zumindest verspricht das die Diät, erklärt die DGE.
  3. Abgeschlossen wird die 21-Tage-Stoffwechselkur durch die Stabilisierungsphase. Sie dauert ebenfalls drei Wochen. Während dieser Phase darfst du die verbotenen Lebensmittel nach und nach wieder in deinen Speiseplan integrieren und mehr Kalorien zu dir nehmen.

Was bringt die 21-Tage-Stoffwechselkur?

Wenn du 21 Tage lang nur 500 Kalorien am Tag zu dir nimmst, ist es nicht verwunderlich, dass du abnimmst. Interessant ist dagegen die Frage, ob dafür das Hormon hCG mitverantwortlich ist. In den 1970ern haben sich einige Studien mit der hCG-Kur beschäftigt:

  • In zwei randomisierten Studien nahmen einmal 51 und einmal 202 ProbandInnen an einer 21-Tage-Stoffwechselkur teil. Dabei erhielt jeweils eine Hälfte der Gruppe statt hCG nur ein Placebo. In der Analyse wurden verschiedene Parameter wie das Gewicht, der Taillen- und der Körperumfang gemessen und das Befinden der TeilnehmerInnen dokumentiert. Am Ende waren die Ergebnisse für beide Gruppen identisch, woraus die Autoren schlossen, dass hCG in der Diät nicht zum Gewichtsverlust beiträgt.
  • Eine andere Studie stellte zudem fest, dass das Hungergefühl der ProbandInnen mit hCG sich im Verlauf der 21-Tage-Stoffwechselkur genauso entwickelte wie in der Placebo-Gruppe. Letztere schien sich im Schnitt sogar schneller an die Diät zu gewöhnen.

Eine Meta-Analyse aus dem Jahr 1995 fasst die Ergebnisse aller verfügbaren Studien zusammen und kommt zu dem Schluss, dass keines der Versprechen von hCG nachweisbar ist.

Neuere Studien zu hCG und der 21-Tage-Stoffwechselkur gibt es nicht, da das Hormon in Europa und Amerika inzwischen nicht mehr als Mittel zum Abnehmen zugelassen ist.

Risiken und Nebenwirkungen der 21-Tage-Stoffwechselkur

Gesünder als die 21-Tage-Stoffwechselkur ist eine ausgewogene und vielfältige Ernährung.
Gesünder als die 21-Tage-Stoffwechselkur ist eine ausgewogene und vielfältige Ernährung. (Foto: CC0 / Pixabay / kaboompics)

Experten wie die Deutsche Gesellschaft für Ernährung raten dringend von der 21-Tage-Stoffwechselkur ab. Das liegt zum einen an der extremen Kalorienreduktion und zum anderen am Hormon hCG:

  • Wenn du nur 500 Kalorien täglich zu dir nimmst und nahezu vollständig auf Fett und Kohlenhydrate verzichtest, ist das Risiko groß, dass Nährstoffmängel auftreten. Vermutlich aus diesem Grund rät das Programm der 21-Tage-Stoffwechselkur dazu, verschiedene Nahrungsergänzungsmittel einzunehmen. Das ist jedoch ebenfalls kritisch, weil diese oft unpassend dosiert sind und Vitamine und Mineralstoffe in isolierter Form nicht unbedingt genauso wirken wie in einem Lebensmittel. Hinzu kommt laut dem Gesundheitsportal Netdoktor, dass bei einer derartigen Kalorienreduktion Herz-Rhythmus-Störungen auftreten oder sich Nierensteine bilden können. Und am Ende der Diät droht ein Jojo-Effekt.
  • Das Hormon hCG kann laut der DGE verschiedene Nebenwirkungen haben, unter anderem Kopfschmerzen, Müdigkeit, Depressionen und Störungen der Regelblutung. Außerdem erhöht es Netdoktor zufolge das Risiko für Thrombosen. Gerade Präparate aus dem Internet sind gefährlich, weil sie zu hohe Dosen oder Giftstoffe enthalten können.

Gesund abnehmen kannst du mit der 21-Tage-Stoffwechselkur also nicht. Wenn du dauerhaft schlank und gesund bleiben möchtest, solltest du von Diäten Abstand nehmen und dich stattdessen ausgewogen ernähren und regelmäßig bewegen. Und um deinen Stoffwechsel anzukurbeln gibt es sanftere Mittel. Lies dazu zum Beispiel unseren Artikel Stoffwechsel anregen: Diese Lebensmittel kurbeln die Fettverbrennung an.

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