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Resteverwertung: Was viele in den Müll werfen, kann man essen

Foto: "Amabilité " von Franck Michel unter CC-BY-2.0

Kürbiskerne, Karottenschalen oder Radieschengrün landen bei uns normalerweise nicht auf dem Teller, sondern in der Tonne. Aber muss das sein? Wir zeigen kreative Wege, Lebensmittelreste zu verwerten.

An der Lebensmittelverschwendung haben wir alle Schuld: Der Erzeuger wirft weg, was nicht schön genug ist, Zwischenhändler und Supermarkt sortieren nochmal aus und zu guter Letzt wirft jeder von uns Konsumenten weg, was „nicht mehr gut“ ist – oder was wir für nicht verwertbar halten.

Den Umgang von Erzeugern und Händlern mit Lebensmitteln zu ändern ist nicht leicht. Einige Länder – zum Beispiel Tschechien und Frankreich – versuchen Supermärkte per Gesetz das Wegwerfen von essbaren Lebensmitteln zu verbieten. Doch für uns Verbraucher gibt es viele Wege, bewusster mit Lebensmitteln umzugehen und dafür zu sorgen, dass wir weniger Essen in den Müll werfen.

Neben einem entspannten Umgang mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum und der richtigen Lagerung hilft vor allem folgende Frage, die Verschwendung zu Hause zu reduzieren: Muss das wirklich weg oder kann ich das noch irgendwie verwerten?

Vieles werfen wir in den Müll, weil wir gar nicht wissen, dass es essbar und sogar lecker sein könnte: Radieschengrün, Kartoffelschalen, Melonenkerne oder Blumenkohlstrünke – viele Überbleibsel der gesunden Küche kann man noch kreativ verwenden. Hier sind einige Ideen zur Resteverwertung.

Gemüsereste als Brühe oder Suppe verwerten

Aus Resten, die beim Gemüse-Schnippeln übrig bleiben, kann man schmackhafte Gemüsebrühe selber machen: Zum Beispiel aus Karotten-, Gurken-, Spargel- und sogar Zwiebelschalen, den äußeren Blättern von Kohl und Lauch, Blumenkohlblättern und -strünken, Brokkolistrünken, Kräuterstielen oder den abgeschnittenen Enden von Sellerie und Zucchini.

Gemüsereste einfach zusammen mit ein paar Kräutern, etwas Pfeffer und Salz etwa eine Stunde lang in heißem Wasser köcheln lassen, dann das Kochwasser durch ein sehr feines Sieb oder sauberes Küchenhandtuch gießen – fertig. Direkt in saubere Schraubgläser abgefüllt und dunkel gelagert hält sich die Brühe einige Wochen.

Spargelschalen
Aus Spargelschalen kann man leckere Spargelcremesuppe machen. (Bild von Couleur auf Pixabay / CC0 Public Domain)

Um Gemüsereste zu verwerten kann man auch einfache Suppen kochen – zum Beispiel aus Blumenkohlblättern und Blumenkohlstrünken oder Strünken von Brokkoli. Auch Spargelschalen ergeben noch eine sehr leckere Spargelcremesuppe.

Gemüsereste im Smoothie

Überbleibsel von Gemüse, das roh essbar ist, kannst du ganz einfach zu gesunden und leckeren (grünen) Smoothies verarbeiten: Einfach in den Mixer geben, etwas Wasser hinzufügen und je nach Geschmack mit Obst, Kräutern, Gewürzen oder Ingwer pürieren.

Grüne Smoothie Rezepte aus dem Mixer mit Gurke, Minze, Spinat und Kohlrabi
Smoothies kann man gut aus Gemüse- und Obst-Resten kreieren. (Foto: © Utopia/Silke Neumann)

Dafür eignen sich zum Beispiel die Blätter von Radieschen, Karotten, Kohlrabi, Roter Bete oder Rettich, welke Salatblätter und Kräuter(stiele), Gurkenschalen usw. Auch die Verwendung von nicht mehr ganz frischem Obst bietet sich an: etwa braun gewordene Bananen oder leicht schrumpelige Äpfel. Smoothies ergeben eine vitaminreiche kleine Zwischenmahlzeit – und sind, wenn man sie aus Resten selbst macht, meist gesünder und deutlich günstiger als gekaufte Smoothies in (meist pfandfreien) Glasfläschchen.

Resteverwertung: Chips aus Gemüseschalen

Zutaten für Gemüsechips: Karotten, Kartoffeln, Pastinaken
Aus den Schalen von Karotten, Kartoffeln oder Pastinaken kann man Gemüsechips machen. (Foto: CC0 Public Domain / Pixabay / PublicDomainPictures)

Die gesäuberten Schalen von Bio(!)-Kartoffeln lassen sich problemlos frittieren, in der Pfanne braten oder im Ofen rösten. Mit etwas Salz und Gewürzen ergibt das leckere Chips zum Naschen. Achtung: Um das gefährliche Solanin zu meiden solltest du nur frische Kartoffeln verwenden und darauf achten, dass weder Keime noch grüne Stellen an der Schale sind!

Auch aus den Schalen von Süßkartoffeln, Roter Bete, Pastinake und Rettich sowie aus Blättern von Wirsing und Grünkohl kann man ganz einfach Gemüsechips machen. Um sicher zu gehen, dass die Schalen pestizidfrei sind, am besten nur Bio-Gemüse verwenden.

Püree aus Brokkoli- und Blumenkohlstrunk

Blumenkohl
Strünke und Blätter von Blumenkohl kann man zu Püree verarbeiten. (Foto: CC0 / Pixabay / Hans)

Aus Gemüseresten wie dem Strunk von Blumenkohl, Brokkoli oder Kohl (beim Blumenkohl auch den Blättern) kann man ganz einfach Püree machen: Weich kochen, pürieren, würzen, fertig. Kann man auch sehr gut mit Kartoffeln kombinieren.

Pesto aus Radieschengrün, Karottengrün, Rettichblättern, Kohlrabiblättern

Grünkohl
Selbstgemachtes Pesto: lecker und gesund. (Foto: © Colourbox.de)

Die Blätter von Radieschen, Rettich, Kohlrabi und Karotten müssen nicht in den Müll – sie sind bedenkenlos essbar und sehr schmackhaft. In Suppen, als Blattgemüse, als Füllung für Ravioli oder Lasagne und sogar als Pesto kann man diese Reste verwerten. Ein Pesto-Rezept gibt es zum Beispiel hier.

Harte Brötchen werden zu Semmelknödeln und Semmelbröseln

Semmelknödel aus altem Brot
Semmelknödel aus altem Brot (Foto: CC0 / Pixabay / Hans)

Hart gewordene Brötchen können sowohl zu Semmelknödeln als auch (gerieben oder im Mixer zerkleinert) zu Semmelbröseln bzw. Paniermehl verarbeitet werden. Letzteres hält sich, wenn es trocken gelagert wird, richtig lange und ist sogar gesünder als das meiste gekaufte Paniermehl – diesem werden oft Zusätze wie Hefe und Salz beigemischt.

Kerne aus Kürbis, Melone, Aprikose und Pfirsich als Snack

Kreative Resteverwertung: Was viele wegwerfen, kann man essen
Kürbiskerne nicht wegwerfen! (Foto: "Roasted Pumpkin Seeds" von Brian Jackson unter CC-BY-2.0)

Wer die Kerne von Melone oder Kürbis nicht gleich wegwirft oder sogar die großen Pfirsich- und Aprikosenkerne knackt, um die kleinen Kerne daraus zu befreien, kann diese im Backofen rösten. Süß oder Salzig gewürzt ergibt das einen leckeren Snack. (Achtung: Nur süße Aprikosenkerne aus Zuchtaprikosen verwenden – die bitteren können gesundheitsgefährdend sein! Kerne nicht roh verzehren!)

Hier zeigen wir, wie du frische Kürbiskerne rösten kannst.

Salatdressing mit Salatstrunk

Frisch und fruchtig: Joghurt-Dressing mit Zitrone.
Salatdressing kann man auch aus Gemüse- und Kräuterresten herstellen. (Foto: CC0 / Pixabay / ailinder)

Reste wie harte Salatstrünke und Blattrippen, Kräuterstiele sowie das Grün von Radieschen, Karotten, Rettich und Kohlrabi kann man zusammen mit Essig, Öl und Gewürzen – oder nach Geschmack weiteren Zutaten – pürieren und so zu einem schmackhaften Salatdressing verarbeiten.

Rote-Bete-Blätter: wie Mangold verarbeiten

Rote-Bete-Blätter
Rote-Bete-Blätter kann man gut als Blattgemüse zubereiten. (Foto: CC0 / Pixabay / Brett_Hondow)

Rote Bete wird vor allem gern zu Salat oder Suppe verarbeitet. Aber auch die Blätter kann man vielfältig verwerten. Die Rote Bete ist verwandt mit der Zuckerrübe und mit Mangold – Rote-Bete-Blätter können also genau wie Mangold zubereitet werden. Hier zeigen wir dir leckere Rezepte für Rote-Bete-Blätter.

Kreative Rezepte für Reste gibt es zum Beispiel auch bei www.zugutfuerdietonne.de.

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(21) Kommentare

  1. Die Schale von unbehandelten Bio-Zitrusfrüchten dünn abschälen, trocknen und pulverisiert zum Aromatisieren von Speisen und Getränken verwenden. Die dicke weiße Schale in größere Spalten, Streifen oder Stücke schneiden und trocken. Pulverisiert kann es für Peelings (mit Meersalz & Ölen mischen), zum Backen, in Müsli oder zum Marmeladekochen verwendet werden. Dicke Scheiben mit aromatischen Säften und etwas Zucker köcheln und dann abtropfen und trocknen lassen. Entweder noch mit Schokolade überziehen oder so essen. Beim Marmeladekochen können Stücke dieser weißen Zitrusfrüchtehaut ein Zuviel an Flüssigkeit aufsaugen und ergeben außerdem schmackhafte Stückchen, da sie den Fruchtgeschmack annehmen.
    Ausgepresste Zitronenschale im Wasserkocher mit reichlich Wasser aufkochen und über Nacht ziehen lassen – erspart gekauften Entkalker. Den Sud am nächsten Tag noch im WC wirken lassen, nachputzen – voila, sauber & frischer Duft!
    Die normalerweise ungenutzten, aber essbaren grünen Blätter von Wurzelgemüsen (Möhre, Rettich, Rote Beete etc.) kleinschneiden und mit gekochten Kartoffeln und etwas warmer Gemüsebrühe im Mixer zu einer Suppe auf Rohkostbasis verarbeiten (ergibt einen pikanten grünen Smoothie), ggf. noch mit Gewürzen, Öl, Kokosmilch oder Creme fraiche abschmecken.

  2. Gute Ideen sind dabei… aber ich bekomme da nicht genügend an Restern zusammen um mir davon eine Suppe kochen zu können oder es zu Pesto verarbeiten zu können. Ich z.B. schäle Karotten eigentlich nicht, sie kommen gereinigt in den Topf. Außerdem sind die Blätter vom Kohlrabi zwar nährreich, aber sie schmecken gekocht nicht sehr gut, weich werden sie jedenfalls auch nicht. Wenn man genug hat, dann Pesto mit Gewürzen. Und den Strunk von Blumenkohl und Brokkoli verarbeite ich direkt mit. Bei Ofenkartoffeln, die bestenfalls festkochend oder vorwiegend festkochend sein sollten, lassen wir die Schale einfach dran, alles schön mit Kräutern, Salz, Pfeffer und Öl vermengen, ziehen lassen, und in den Ofen bei – was weiß ich – 180° bis die Kartoffelecken anfangen zu schreien, hört man deutlich. Schmeckt wunderbar mit Quark.
    Ach, Kartoffeln mixt man nicht, da sie sonst schleimig schmecken. Immer schön zerstampfen.

  3. Sehr gute Idee, man muss aber auch manche Sachen noch dazu bedenken, wie zB. dass Salat (gewöhnlicher Salat wie Kopfsalat, Eisbergsalat) und Spinat in den Stengeln natürlicherweise viel Nitrat speichert und dass bei älteren Kartoffeln in der Schale zu viel Solanin drinnen ist. Beides ungesund bzw giftig (Solanin). Über Petersilinestengel hab ich auch mal was negatives gehört. Wäre schön, wenn so was auch noch irgendwo hier eingearbeitet wird.

    Für mich hat der Komposthaufen immer noch Vorrang, wenn man einen nutzt oder die Verfütterung. Ansonsten zweifellos eine super Idee.

  4. Gute Idee und toller Artikel. Aber passt die Werbung dazu? Auch wenns ein Birkenstock Schuh ist….wir sollen den Konsum überdenken und dann sehen wir die Werbung“jetzt losshoppen, bis zu 70%rabatt“. Passt wie Faust aufs Auge.

  5. „… und die meisten sehen diesen Widerspruch gar nicht.“
    Oder sie haben erkannt, dass auch diese Seite irgendwie finanziert werden muss.

  6. Ist nicht Solanin, welches in/unter der Kartoffelschale steckt giftig? Ich habe gelesen, dass dieser Stoff selbst nach dem Kochen/Braten noch gefährlich sein kann. Kennt sich da jemand aus?

  7. Die Ansichten, ob Kartoffelschalen wegen dem Solanin gefährlich sind, schwanken ebenso, wie der Gehalt an Solanin.
    Grundsätzlich ist es so, daß die heutigen Kartoffelsorten weniger Solanin enthalten, als alte Kartoffelsorten.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Solanin

    Das Problem ist, daß die Werte stark schwanken.
    Bei neuen Kartoffeln, die keine grünen Stellen haben, hätte ich keine Bedenken.
    Bei Kartoffeln die länger lagern und dabei Licht und Wärme ausgesetzt waren, steigt der Solanin-Gehalt.

    Wer die Schalen mit essen möchte, solte also sorgfältig alles Grüne und Keimstellen entsorgen. Und nicht immer und aus Prinzip mit essen.

  8. Superlecker: Pesto aus Karottengrün!

    Einfach wie Basilikum- oder sonstiges Pesto zubereiten, aber statt Pinienkernen trocken angeröstete Sonnenblumenkerne verwenden.

    Verträgt sich prima mit dem Karottengrün – das liegt übrigens geschmacklich zwischen kräftiger Möhre und Petersilie!

    Gut, günstig, gesund.

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