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Was viele in den Müll werfen, kann man essen

Foto: "Roasted Pumpkin Seeds" von Brian Jackson unter CC-BY-2.0

Kürbiskerne, Karottenschalen oder Radieschengrün landen bei uns normalerweise nicht auf dem Teller, sondern in der Tonne. Aber muss das sein? Wir zeigen kreative Wege, Lebensmittel restlos zu verwenden.

An der Lebensmittelverschwendung haben wir alle Schuld: Der Erzeuger wirft weg, was nicht schön genug ist, Zwischenhändler und Supermarkt sortieren nochmal aus und zu guter Letzt wirft jeder von uns Kunden weg, was „nicht mehr gut“ ist – oder was wir für nicht verwertbar halten.

Den Umgang von Erzeugern und Händlern mit Lebensmitteln zu ändern ist nicht leicht. Frankreich beispielsweise versucht dies mit einem neuen Gesetz: Supermärkten ist nun verboten, essbare Lebensmittel wegzuwerfen. Doch für uns Verbraucher gibt es viele Wege, bewusster mit Lebensmitteln umzugehen und dafür zu sorgen, dass wir weniger Essen in den Müll werfen.

Neben einem entspannten Umgang mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum und der richtigen Lagerung hilft vor allem folgende Frage, die Lebensmittelverschwendung zu Hause zu reduzieren: Muss das wirklich weg oder kann ich das noch irgendwie verwerten?

Vieles werfen wir in den Müll, weil wir gar nicht wissen, dass es essbar und sogar lecker sein könnte. Radieschengrün, Kartoffelschalen, Melonenkerne oder Blumenkohlstrünke – viele Überbleibsel der gesunden Küche kann man noch kreativ verwenden.

Gemüsereste als Brühe oder Suppe

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Karottenschalen eignen sich hervorragend für eine Brühe. (Foto: "Amabilité " von Franck Michel unter CC-BY-2.0)

Aus Resten, die beim Gemüse-Schnippeln übrig bleiben, kann man schmackhafte Brühe selber machen: Zum Beispiel aus Karotten-, Gurken-, Spargel- und sogar Zwiebelschalen, den äußeren Blättern von Kohl und Lauch, Strünken von Blumenkohl und Brokkoli, Kräuterstielen oder abgeschnittenen Enden von Sellerie und Zucchini.

Gemüsereste einfach zusammen mit ein paar Kräutern, Pfefferkörnern und Salz etwa eine Stunde lang in heißem Wasser kochen, dann das Kochwasser durch ein feines Sieb oder sauberes Küchenhandtuch gießen – fertig. In saubere Schraubgläser abgefüllt und dunkel gelagert hält sich die Brühe einige Wochen.

Aus fast allen Gemüseresten kann man auch einfache Suppen kochen. Insbesondere Spargelschalen ergeben noch eine sehr leckere Spargelcremesuppe.

Gemüsereste im Smoothie

Überbleibsel von Gemüse, das roh essbar ist, kannst du ganz einfach zu gesunden und leckeren (grünen) Smoothies verarbeiten: Einfach in den Mixer geben, etwas Wasser hinzufügen und je nach Geschmack mit Obst, Kräutern, Gewürzen oder Ingwer pürieren.

Grüne Smoothie Rezepte aus dem Mixer mit Gurke, Minze, Spinat und Kohlrabi
Statt Frühstück mal ein Smoothie: Macht auch satt (Foto: © Utopia/Silke Neumann)

Dafür eignen sich zum Beispiel die Blätter von Radieschen, Karotten, Kohlrabi oder Rettich, welke Salatblätter und Kräuter, Gurkenschalen usw. Auch die Verwendung von nicht mehr ganz frischem Obst bietet sich an: etwa braun gewordene Bananen oder schrumpelige Äpfel. Smoothies ergeben eine vitaminreiche kleine Zwischenmalzeit sind – und sind, wenn man sie aus Resten selbst macht, meist gesünder und deutlich günstiger als gekaufte.

Chips aus Kartoffelschalen

Die gesäuberten Schalen von Bio(!)-Kartoffeln lassen sich problemlos frittieren, in der Pfanne braten oder im Ofen rösten. Mit etwas Salz und Gewürzen ergibt das leckere Chips zum Naschen.

Püree aus Brokkoli- und Blumenkohlstrunk

Aus dem Strunk von Blumenkohl, Brokkoli oder Kohl kann man ganz einfach Püree machen: Weich kochen, pürieren, würzen, fertig. Kann man auch gut mit Kartoffeln kombinieren.

Radieschengrün-Pesto

Grünkohl
Pesto mit Grünkohl: lecker & gesund (Foto: © Colourbox.de)

Die Blätter von Radieschen, Rettich und Kohlrabi müssen nicht in den Müll – sie sind essbar und schmackhaft. In Suppen, als Füllung für Ravioli oder Lasagne und sogar als Pesto kann man sie verwenden. Ein Pesto-Rezept gibt es zum Beispiel hier.

Harte Brötchen werden zu Semmelknödeln und Paniermehl

Hart gewordene Brötchen können sowohl zu Semmelknödeln als auch (gerieben oder im Mixer zerkleinert) zu Paniermehl verarbeitet werden. Letzteres hält sich, wenn es trocken gelagert wird, richtig lange und ist sogar gesünder als das meiste gekaufte Paniermehl – diesem werden oft Zusätze wie Hefe und Salz beigemischt.

Kerne aus Kürbis, Melone, Aprikose und Pfirsich als Snack

Wer die Kerne von Melone oder Kürbis nicht gleich wegwirft oder sogar die großen Pfirsich- und Aprikosenkerne knackt, um die kleinen Kerne daraus zu befreien, kann diese im Backofen rösten. (Achtung: Nur süße Aprikosenkerne aus Zuchtaprikosen verwenden – die bitteren können gesundheitsgefährend sein! Kerne nicht roh verzehren.) Süß oder Salzig gewürzt ergibt das einen leckeren Snack.

Salatdressing mit Salatstrunk

Harte Salatstrünke und Blattrippen sowie das Grün von Radieschen, Kohlrabi & Co. kann man zusammen mit Essig, Öl und Gewürzen pürieren und so zu einem schmackhaften Salatdressing verarbeiten.

Kreative Rezepte für Reste gibt es zum Beispiel auch bei www.zugutfuerdietonne.de.

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(20) Kommentare

  1. Die Schale von unbehandelten Bio-Zitrusfrüchten dünn abschälen, trocknen und pulverisiert zum Aromatisieren von Speisen und Getränken verwenden. Die dicke weiße Schale in größere Spalten, Streifen oder Stücke schneiden und trocken. Pulverisiert kann es für Peelings (mit Meersalz & Ölen mischen), zum Backen, in Müsli oder zum Marmeladekochen verwendet werden. Dicke Scheiben mit aromatischen Säften und etwas Zucker köcheln und dann abtropfen und trocknen lassen. Entweder noch mit Schokolade überziehen oder so essen. Beim Marmeladekochen können Stücke dieser weißen Zitrusfrüchtehaut ein Zuviel an Flüssigkeit aufsaugen und ergeben außerdem schmackhafte Stückchen, da sie den Fruchtgeschmack annehmen.
    Ausgepresste Zitronenschale im Wasserkocher mit reichlich Wasser aufkochen und über Nacht ziehen lassen – erspart gekauften Entkalker. Den Sud am nächsten Tag noch im WC wirken lassen, nachputzen – voila, sauber & frischer Duft!
    Die normalerweise ungenutzten, aber essbaren grünen Blätter von Wurzelgemüsen (Möhre, Rettich, Rote Beete etc.) kleinschneiden und mit gekochten Kartoffeln und etwas warmer Gemüsebrühe im Mixer zu einer Suppe auf Rohkostbasis verarbeiten (ergibt einen pikanten grünen Smoothie), ggf. noch mit Gewürzen, Öl, Kokosmilch oder Creme fraiche abschmecken.

  2. Gute Ideen sind dabei… aber ich bekomme da nicht genügend an Restern zusammen um mir davon eine Suppe kochen zu können oder es zu Pesto verarbeiten zu können. Ich z.B. schäle Karotten eigentlich nicht, sie kommen gereinigt in den Topf. Außerdem sind die Blätter vom Kohlrabi zwar nährreich, aber sie schmecken gekocht nicht sehr gut, weich werden sie jedenfalls auch nicht. Wenn man genug hat, dann Pesto mit Gewürzen. Und den Strunk von Blumenkohl und Brokkoli verarbeite ich direkt mit. Bei Ofenkartoffeln, die bestenfalls festkochend oder vorwiegend festkochend sein sollten, lassen wir die Schale einfach dran, alles schön mit Kräutern, Salz, Pfeffer und Öl vermengen, ziehen lassen, und in den Ofen bei – was weiß ich – 180° bis die Kartoffelecken anfangen zu schreien, hört man deutlich. Schmeckt wunderbar mit Quark.
    Ach, Kartoffeln mixt man nicht, da sie sonst schleimig schmecken. Immer schön zerstampfen.

  3. Sehr gute Idee, man muss aber auch manche Sachen noch dazu bedenken, wie zB. dass Salat (gewöhnlicher Salat wie Kopfsalat, Eisbergsalat) und Spinat in den Stengeln natürlicherweise viel Nitrat speichert und dass bei älteren Kartoffeln in der Schale zu viel Solanin drinnen ist. Beides ungesund bzw giftig (Solanin). Über Petersilinestengel hab ich auch mal was negatives gehört. Wäre schön, wenn so was auch noch irgendwo hier eingearbeitet wird.

    Für mich hat der Komposthaufen immer noch Vorrang, wenn man einen nutzt oder die Verfütterung. Ansonsten zweifellos eine super Idee.

  4. Gute Idee und toller Artikel. Aber passt die Werbung dazu? Auch wenns ein Birkenstock Schuh ist….wir sollen den Konsum überdenken und dann sehen wir die Werbung“jetzt losshoppen, bis zu 70%rabatt“. Passt wie Faust aufs Auge.

  5. „… und die meisten sehen diesen Widerspruch gar nicht.“
    Oder sie haben erkannt, dass auch diese Seite irgendwie finanziert werden muss.

  6. Ist nicht Solanin, welches in/unter der Kartoffelschale steckt giftig? Ich habe gelesen, dass dieser Stoff selbst nach dem Kochen/Braten noch gefährlich sein kann. Kennt sich da jemand aus?

  7. Die Ansichten, ob Kartoffelschalen wegen dem Solanin gefährlich sind, schwanken ebenso, wie der Gehalt an Solanin.
    Grundsätzlich ist es so, daß die heutigen Kartoffelsorten weniger Solanin enthalten, als alte Kartoffelsorten.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Solanin

    Das Problem ist, daß die Werte stark schwanken.
    Bei neuen Kartoffeln, die keine grünen Stellen haben, hätte ich keine Bedenken.
    Bei Kartoffeln die länger lagern und dabei Licht und Wärme ausgesetzt waren, steigt der Solanin-Gehalt.

    Wer die Schalen mit essen möchte, solte also sorgfältig alles Grüne und Keimstellen entsorgen. Und nicht immer und aus Prinzip mit essen.

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