Body Positivity: 5 Schritte zu mehr Selbstliebe

Body Positivity
Foto: CC0 / Unsplash / Yasmine Boheas

Body Positivity ist eine gesellschaftliche Bewegung, die Menschen dabei unterstützt, ihren Körper anzunehmen und bedingungslos zu lieben. Wie das gelingen kann, erfährst du in diesem Artikel.

Body Positivity ist viel mehr als ein Hashtag auf Instagram. Es handelt sich um eine gesellschaftliche Bewegung, die folgende Auffassung vertritt: Jeder Mensch hat es verdient, sich im eigenen Körper wohlzufühlen – unabhängig von Größe, Gewicht, Form oder Erscheinungsbild.

Die Bewegung hat es sich zum Ziel gesetzt, Bewusstsein für unterschiedliche Körperbilder und deren Diskriminierung zu schaffen. Body Positivity strebt außerdem nach Akzeptanz für Menschen mit Beeinträchtigungen, Erkrankungen oder ungewöhnlichen Hautbildern – unabhängig von der Hautfarbe oder sexuellen Orientierung.

Die Bewegung zeigt, wie unterschiedlich Körper sind und wie wunderschön diese Einzigartigkeit ist. Dabei wird deutlich, wie viele Menschen unzufrieden mit dem eigenen Körper sind oder sich irgendwie anders fühlen.

Den eigenen Körper anzunehmen und lieben zu lernen ist eine große Aufgabe. In diesem Artikel zeigen wir fünf Schritte, um dich wohler in deinem Körper zu fühlen.

1. Achte deinen Körper für mehr Body Positivity

Hör auf deinen Körper.

Dein Körper weiß, was dir gut tut und was du brauchst. Du musst lediglich seine Signale erkennen und beachten. Betrachte deinen Körper als Partner, so kannst du mit ihm statt gegen ihn arbeiten.

Die folgenden Tipps können dich bei dem Ziel zu mehr Body Positivity unterstützen:

  • Nimm dir Zeit für dich alleine. Ständiger Lärm und Hektik übertönen die Signale deines Körpers.
  • Achte auf deine Grenzen und gönne dir Pausen, wenn du sie benötigst. Das gilt sowohl für dein berufliches als auch für dein Privatleben.
  • Umfassende Selbstreflexion und Techniken wie Meditation oder Achtsamkeitsübungen können dir helfen, dich und deinen Körper besser zu verstehen. So lernst du deine Körper-Signale kennen.
  • Nimm dir Zeit, um deinen Körper bewusst zu pflegen. Du kannst beispielsweise deine Haut einölen und dir dabei eine sanfte Massage geben.
  • Wähle Pflegeprodukte, die dir und der Umwelt gut tun. Mehr Informationen: Die schlimmsten Inhaltsstoffe in Kosmetik
  • Belohne dich mit Dingen, die dir wirklich gut tun, wie einem Besuch in der Sauna oder einer professionellen Massage.

2. Selbstfürsorge für Body Positivity

Gib deinem Körper, was er braucht.
Gib deinem Körper, was er braucht.
(Foto: CC0 / Pixabay / brenkee)

Sorge gut für deinen Körper.

Dein Körper ist ein komplexes Wunder und du hast nur diesen einen. Es ist zwar keine leichte Aufgabe, dich umfassend um deinen Körper zu kümmern, aber sie ist umso wichtiger. Body Positivity bedeutet auch, fürsorglich und liebevoll mit deinem Körper umzugehen.

Die folgenden Hinweise können dir auf dem Weg zu einer gesunden Lebensweise helfen:

  • Hör auf mit ungesunden Diäten. Dein Körper benötigt Nährstoffe und hat eine ausgewogene Ernährung verdient. Die meisten Diäten sind ohnehin nur kurzfristig erfolgreich und versorgen deinen Körper nicht ausreichend.
  • Ein regelmäßiger Schlafrhythmus hilft deinem Körper, sich zu erholen. Dabei kann eine Abendroutine hilfreich sein.
  • Regelmäßige Bewegung ist sowohl für die körperliche als auch für die geistige Gesundheit essentiell. Sie kurbelt zum Beispiel das Herz-Kreislauf-System an und fördert das Wohlbefinden. Laut der Time USA unterstützt jeder Schritt die Gesundheit. 
  • Dabei ist es nicht notwendig, dich strikten Trainingsplänen zu unterwerfen. Spaziergänge an der frischen Luft, Tanzen oder Yoga – du hast viele Möglichkeiten, deinen Körper gesund zu halten. Probiere auch neues aus: So findest du die passende Sportart.

3. Schätze deinen Körper für deine Leistungen

Schätze deinen Körper für seine Leistungen.
Schätze deinen Körper für seine Leistungen.
(Foto: CC0 / Pixabay / stevepb)

Schätze deinen Körper für seine Leistungen.

Du atmest etwa 20.000 mal täglich ein und aus. Dabei reichert die Lunge das Blut mit Sauerstoff an und gibt Kohlendioxid wieder an die Luft ab. Das Herz pumpt 100.000 mal am Tag und versorgt deine Organe mit ausreichend Sauerstoff und Nährstoffen. Und all das passiert, ohne dass du bewusst mitwirkst.

Dein Körper erbringt täglich unglaubliche Leistungen. Dennoch beurteilen wir Körper in unserer Gesellschaft meist anhand oberflächlicher Kriterien. Body Positivity steht für ein gutes Körpergefühl, unabhängig von der äußeren Erscheinung. 

Die folgenden Tipps können dir helfen, deinen Körper für seine Leistungen zu schätzen und so zu würdigen:

  • Beobachte deine Gedanken und Aussagen über deinen Körper. Würdest du so auch mit deiner besten Freundin oder deiner Familie sprechen? Stoppe dich, wenn du merkst, dass du dich aufgrund deines Aussehens bewertest. 
  • Positive Affirmationen oder ein selbstgewähltes Mantra können dir helfen, liebevoller mit deinem Körper umzugehen. Überlege dir eine Phrase, die dich daran erinnert, dass dein Körper wertvoll ist. Diese kannst du immer wieder in Gedanken wiederholen. In schwierigen Situationen oder wenn du unzufrieden mit deinem Körper bist, ist das besonders wirksam.
  • Dass du gesund bist und dein Leben selbstständig führen kannst, ist nicht selbstverständlich. Schreibe Tagebuch und halte darin fest, wofür du dankbar bist.

4. Dein Wert lässt sich nicht in Zahlen bemessen

Dein Körper ist so viel mehr als die Zahl auf der Waage.
Dein Körper ist so viel mehr als die Zahl auf der Waage.
(Foto: CC0 / Pixabay / stevepb)

Hör auf, dich auf dein Gewicht zu reduzieren.

Mach dir für mehr Body Positivity bewusst, dass du weder die Zahl auf der Waage, noch dein BMI oder deine Kleidergröße bist. Dein Wert lässt sich auch nicht über deinen Umfang errechnen. 

Dazu kommt, dass Werte wie der BMI nicht jede:n zutreffend bewerten können. Denn der Wert berücksichtigt nur Größe und Gewicht, unterscheidet aber nicht zwischen Muskulatur und Fettmasse. Deshalb sind die Ergebnisse oft irreführend.

Diese Hinweise können dich dabei unterstützen, deinen Körper nicht mehr über eine Zahl zu messen:

  • Lass die Zahl auf der Waage nicht mehr über deine Laune entscheiden. Um deinen Gewichtsverlauf langfristig zu beobachten, genügt es, dich etwa einmal im Monat zu wiegen. Dich täglich auf die Waage zu stellen ist nicht notwendig. Mit ausreichender Achtsamkeit für deinen Körper merkst du auch ohne Waage, wie sich dein Gewicht entwickelt.
  • Bedenke: Dein Gewicht verändert sich ständig und kleine Gewichtsschwankungen sind ganz normal.
  • Auch durch den ständigen Blick in den Spiegel reduzierst du dich selbst mehr auf dein Äußeres als notwendig.
  • Achte stattdessen auf die Signale deines Körpers. Fühlst du dich wohl in deiner Haut und hast genug Energie für deinen Tag, ist dein Gewicht richtig.

5. Schätze deine Einzigartigkeit für mehr Body Positivity

Verbringe Zeit mit den Menschen die du liebst, statt dich mit fremden zu vergleichen.
Verbringe Zeit mit den Menschen die du liebst, statt dich mit fremden zu vergleichen.
(Foto: CC0 / Pixabay / ludi)

Hör auf, dich zu vergleichen.

Gerade durch soziale Medien wie Instagram oder Facebook ist es so leicht wie nie, den eigenen Körper mit anderen zu vergleichen. Dabei werden gerade auf diesen Plattformen nicht alle Körpertypen repräsentiert – meist sieht man Fotos von schlanken, trainierten Menschen. Body Positivity steht für die Vielfalt und möchte Menschen ermutigen, sich schön zu fühlen – auch wenn sie nicht dem gesellschaftlichen Idealbild entsprechen.

Body Positivity zeigt, dass jeder Körper für sich einzigartig und damit wunderschön ist. Auch ohne Rasur, Workout oder die neusten Styles.

Mit diesen Tipps lernst du, deine Einzigartigkeit zu schätzen:

  • Abonniere inspirierende Kanäle und lösche Accounts aus deinem Stream, die dich nur unzufrieden machen.
  • Wenn dich soziale Medien stark beeinflussen, ist es vielleicht an der Zeit für Digital Detox.
  • Hinterfrage deine alltäglichen Entscheidungen. Wählst du deine Kleidung, weil sie modern ist? Möchtest du gern bauchfrei tragen, traust dich aber nicht? Fühlst du dich wirklich unwohl mit unrasierten Achseln? Befreie dich von sozialem Druck und gesellschaftlichen Normen und lebe authentisch.

Kritik an Body Positivity

Es gibt so viel Wichtigeres, als dein Aussehen.
Es gibt so viel Wichtigeres, als dein Aussehen.
(Foto: CC0 / Pixabay / GoranH)

Vor allem im Netz und in der Werbung ist Body Positivity ein großes Thema. Es ist begrüßenswert, dass immer mehr Menschen zu ihrer Figur stehen und auch große Firmen wie H&M Models mit verschiedenen Konfektionsgrößen beschäftigen. Oder dass Nike Plus-Size-Schaufensterpuppen verwendet.

Dennoch werden immer mehr Stimmen gegen den Trend laut. „Muss ich eigentlich ständig betonen, dass ich meinen Körper LIEBE?“, wehrt sich eine bekannte Influencerin auf Instagram.

Zudem ist die Bewegung in sich gespalten. „Wenn eine dünne, weiße, Cis-Frau ohne körperliche Behinderungen diese Bewegung für sich beansprucht – und beispielsweise auf Instagram ein Foto von sich postet, auf dem sie mit kleinen Bauchrollen ein Stück Pizza isst und darunter #bodypositivity schreibt – dann ist das nicht okay“, sagen beispielsweise die beiden Bloggerinnen Julia und Esin gegenüber Vice. Auf ihrem Blog „Wir müssten mal reden“ beschäftigen sie sich intensiv mit dem Thema.

Body Positivity kann vielen Menschen helfen, ihren eigenen Körper wertschätzen zu lernen. Doch streng genommen handelt es sich um eine weitere Bewegung, die Menschen (vor allem Frauen) hauptsächlich in Bezug auf ihr Aussehen thematisiert. Ja, auf eine positive und wertschätzende Weise. Doch Kritiker argumentieren, dass es an der Zeit sei, sich als Menschen über mehr über die Äußerlichkeiten zu definieren – und stattdessen über Dinge wie Talente, Fähigkeiten oder Ideen.

Utopia meint: Natürlich ist es für ein erfülltes Leben wichtig, den eigenen Körper wertzuschätzen. Vielen Menschen fällt das schwer – für sie ist Body Positivity ein wichtiges Mittel, sich selbst zu respektieren. Dennoch sollte man im Hinterkopf behalten, seinem Aussehen nicht zu viel Wert beizumessen. Sonst reduzierst man sich wieder auf das Äußere. Es gibt wichtigere Fragen als die, wie man aussieht.

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