Die 12 absurdesten Produkte für Frauen

Screenshots: amazon.de/Cogit

Von unnötigen Hygieneprodukten bis hin zu pinkfarbenem Werkzeug – Industrie und Werbung reden Frauen gerne ein, sie bräuchten ganz spezielle Produkte, einfach nur, weil sie Frauen sind. Viele vermitteln sexistische Rollenbilder, manche sind ungesund und wieder andere sind einfach nur bizarr.

1. “Frauenpower”-Werkzeug

Absurde Frauenprodukte: pinker Werkzeugkoffer
„Frauenpower in pink“ (Screenshot: real.de)

Weil… Frauen wären mit echtem Männerwerkzeug vermutlich einfach überfordert. Und mit Werkzeugkoffern, die mehr als eine Handvoll Schraubenzieher enthält, erst recht.

Übrigens: Wem das Angebot an Werkzeugen speziell für Frauen hier nicht ausreicht: Es gibt (Danke, Internet!) einen eigenen Onlineshop nur für pinke „Werkzeuge & Arbeitskleidung für die Frau“ namens Missfixx. Darauf hat die (Frauen-)Welt gewartet.

2. Toilettenpapier “Lady”

Dieses Toilettenpapier ist “besonders hautverträglich mit einzigartigen Wohlfühlkissen“. Handelsübliches Toilettenpapier wäre für zarte Lady-Popos auch viel zu grob. Und die großen Packungen mit ganzen acht anstelle von zwei Rollen drin viel zu schwer. Ach ja, den Aufpreis von weit über 100 Prozent zahlen wir dafür doch gerne. Nicht.

Für Mutige und Neugierige: Alternativen zu Toilettenpapier

3. „Happy Face Trainer“

Absurde Frauen-Produkte: Smile Trainer
Der „Happy Face Trainer“ (Screenshots: amazon.de/Cogit)

In Zeiten, in denen die feministische Forderung „Stop telling Women to smile“ („Hört auf, Frauen zu sagen, sie sollen lächeln“) es sogar bis auf T-Shirts geschafft hat, wirkt dieses seltsame Produkt nicht nur dumm, sondern ein bisschen wie aus der Zeit gefallen – mal ganz abgesehen davon, dass mit Sicherheit niemand niemals nirgendwo einen „Lächel-Trainer“ gebraucht hat.

4. Lippenmaske mit „Kussmund-Zauber“

absurde Drogerieprodukte Lippenmaske
„Kussmund-Zauber“ (Foto: Utopia/vs)

Nochmal zum Thema Lächeln: Wusstest du, dass man Lippen glätten kann? Das verspricht zumindest diese Lippenmaske mit „Kussmund-Zauber“. Gar nicht zauberhaft ist nicht nur der Müll, den dieses Produkt produziert – Wegwerf-Plastik-Verpackung und Wegwerf-Einmal-Maske – sondern auch die Message dahinter: Nämlich, dass Frauen bitteschön einen gut gepflegten „Kussmund“ haben sollen, um die Welt mit ihrer Schönheit zu erfreuen. Sorry, not happening.

Hier findest du noch mehr Drogerie-Produkte, die kein Mensch braucht.

5. Kugelschreiber „For Her“

Mit dem „For Her“-Kugelschreiber für Frauen hat das Unternehmen BIC vor einigen Jahren Tausende von Frauen gegen sich aufgebracht – darunter die bekannte US-amerikanische Moderatorin und Komikerin Ellen DeGeneres. Vollkommen zu Recht, wie wir finden. Ein Kugelschreiber für Frauen – da fällt uns nichts mehr ein. Zum Glück fiel Ellen einiges dazu ein.

„Könnt ihr das glauben? Wir haben all die Jahre Männer-Kugelschreiber benutzt!“, machte sie sich in ihrer Show über die Kulis lustig. „Am schlimmsten ist: Sie kommen nicht mit einer Anleitung. Wie erwarten die von uns, dass wir damit schreiben lernen?“

Das sehr amüsante Video (leider nur auf Englisch) gibt es hier:

Übrigens: BIC ist auch für dieses wunderbar pinke Feuerzeug namens „Miss BIC“ verantwortlich – so wirklich aus Fehlern zu lernen scheint man in diesem Unternehmen nicht.

6. Mama-Brustreinigungstücher

Drogerieprodukte nicht kaufen Brustreinigungstücher
Brust-Reinigungstücher – echt jetzt?! (Foto: Utopia/mt)

„Mama Brustreinigungstücher bieten eine sanfte Reinigung und Pflege in der Stillzeit […]. Die feuchten Tücher reinigen die empfindliche Haut und die Brustwarzen besonders sanft während der Stillzeit.“ Toll! Endlich gibt es auch ein spezielles Tuch, um stillende Brüste zu reinigen. Wie konnten Mamas nur jemals ohne diese Tücher auskommen?

Hier findest du noch mehr Drogerie-Produkte, die kein Mensch braucht.

7. Intim-Pflegetücher

Absurde Frauen-Produkte: Intim-Pflegetücher
„Milde Pflege für tägliches Wohlbefinden“ (Foto: © Utopia.de)

Apropos Reinigungstücher…. Eigentlich scheinen sich die meisten GynäkologInnen einig zu sein, dass gesunde Frauen für die „Intimpflege“ (schon dieses Wort!) nichts weiter als Wasser brauchen. Zu viele und scharfe Reinigungsprodukte können sogar mehr schaden als nutzen.

Was wir jedenfalls ganz bestimmt nicht brauchen, sind in Plastik verpackte Wegwerf-Tücher, die so viele gruselige Inhaltsstoffe (unter anderem PEG, Parabene und Duftstoffe) enthalten, dass wir nicht einmal gerne unsere Füße damit „pflegen“ würden – und unseren Intimbereich schon gar nicht.

Mehr lesen: Die schlimmsten Inhaltsstoffe in Kosmetik

8. Intim-Deo

Absurde Frauen-Produkte: Intim-Deo
Intim-Deo „mit frischem, zartem Duft“ (Foto: © Utopia)

Wenn wir grade schon beim Thema sind: „Im Intimbereich gibt es mehr Schweißdrüsen als unter den Achseln. […] Gegen Intimgeruch können wir etwas tun.“ So wirbt die Firma Vionell für ihr „Intim Mild-Deo“. Es kann, so der Hersteller, „täglich verwendet werden und so oft wie nötig, z.B. als fester Bestandteil der Intimpflege-Routine für ein wohltuendes Frischegefühl.“

Also bitte, Ladies, wenn ihr euren Intim-Bereich mit plastikverpackten Einweg-Tüchern (s. oben) fertig „gereinigt“ habt, dann sprüht doch bitte noch ein bisschen „Deo“ drauf, damit sich auch ja keiner über einen Rest natürlichen Körpergeruch beschweren kann. Schließlich sollte jede Frau da unten mit „frischem, zartem Duft“ ausgestattet sein. Wird etwas vergleichbares eigentlich auch an Männer vermarktet? Oder dürfen die noch schwitzen?

9. Frauen-Bratwurst

Was soll man dazu noch sagen?

10. Brust-Trenner

Absurde Frauen-Produkte: Brust-Trenner
Der Brust-Trenner „verhindert Falten am Morgen“. (Screenshots: amazon.de / Fashion First Aid)

Dieser „Fashion First Aid Titty Bear“, so verspricht der Hersteller „verhindert Falten am Morgen“. Leute, ab jetzt schlafen wir nur noch mit Titty Bear zwischen den Brüsten!

11. Vagina-Glitzer

Ja, ihr habt richtig gelesen. Und ja, das ist mindestens so verstörend, wie es sich anhört. Das US-amerikanische Unternehmen mit dem bezeichnenden Namen „Pretty Woman Inc“ vermarktet seit einigen Jahren Glitzer-Kapseln, die Frauen sich in die Vagina einführen können, um sodann – man ahnt es – dem Sexpartner eine glitzernde Überraschung zu bereiten.

„Dieses Produkt suggeriert der Frauenwelt erneut, dass die Vagina in natura nicht ausreichend attraktiv oder lecker genug sein könnte und deswegen aufgepimpt werden müsse. Das nervt und das will keine(r) mehr hören,“ schreibt das Portal Wunderweib. Besser hätten wir es nicht sagen können.

Mehr lesen: Trügerischer Glanz: die dunkle Seite des Glitzers

12. Die „Tamponsteuer“

Verursachen viel Müll: Tampons und Binden. Alternative: Menstruationstasse
19% Mehrwertsteuer auf Monatshygiene – ist das fair? (Foto: © Colourbox.de)

Kein Produkt als solches, sondern eine absurde Bepreisung für Frauen-Produkte: Noch immer wird auf Monatshygieneprodukte 19 Prozent Mehrwertsteuer erhoben – obwohl eigentlich Dinge des alltäglichen Grundbedarfs nur mit dem ermäßigten Satz von 7 Prozent besteuert werden sollten.

Zwar ist auch in anderen Bereichen längst nicht mehr nachzuvollziehen, warum manches mit dem vollen und anderes mit dem ermäßigten Steuersatz belegt ist. Doch wir finden: Produkte, die die allermeisten Frauen nun einmal monatlich brauchen (wir haben uns das nicht ausgesucht!), gehören definitiv zum Grundbedarf und sollten auch nicht wie Luxusprodukte besteuert werden. Damit muss sich nach dem erfolgreichen Abschluss einer entsprechenden Petition nun übrigens auch der deutsche Bundestag beschäftigen.

Übrigens: Es gibt Alternativen zu herkömmlichen Monatshygieneprodukten: Umweltfreundlicher und deutlich günstiger als Tampons & Co. sind Menstruationstassen.

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(3) Kommentare

  1. Dieser ganze Mist macht mich einfach nur wütend. Denn jedes einzelne dieser Produkte zementiert wieder und wieder die Unsicherheit, als Frau nicht schön, schlank, straff und wohlriechend zu sein.
    Sehr schlimm, weil sie sogar noch finanzielle Nebenwirkungen hat, ist die „Pink Tax“, die Ihr bei Punkt 12 ansprecht. Hoffentlich bewirkt die verlinkte Petition etwas!

    Weil es am besten ist, absurde Regeln mit schlauen Ideen zu demaskieren, haben sich z.B. zwei tolle Frauen sich das „Tampon Book“ einfallen lassen.

    Ich habe kürzlich darüber gebloggt, weil mich diese Art von Spitzfindigkeit total begeistert: https://www.textzicke.de/the-tampon-book-intelligente-kritik-an-bescheuerten-regeln/

  2. Wundert sich wer über die ausufernden anatomischen Variationen und all die psychischen Probleme, die Menschen haben, weil sie sich nicht als Mann oder Frau fühlen? Das hat keine natürliche Ursachen. Warum sollten hormonell wirksame Zusatzstoffe wie Parabene, Bisphenol A von der Creme gegen Schwangerschaftsstreifen, Wundsalbe, Sonnenmilch, Spielsachen, Schnuller, Bodenbeläge, Kindermöbel usw keine weiteren Auswirkungen haben? Statt eine neue Verwaltungssprache ohne Mann, Frau, Eltern usw zu schaffen, sollte man besser die Ursachen bekämpfen und Parabene u.Co verbieten!
    Mich ärgert immer noch, daß einer ganzen Generation von Hobbythek-Selbstbastlerinnen Parabene als natürliches Konservierungsmittel angedreht wurde!

  3. Ihr habt Recht: allesamt absurde Produkte in vielerlei Hinsicht.
    Leider macht Ihr durch den Beitrag unbezahlte Werbung für diese unnötigen Dinge, denn auch negative Berichterstattung dient den Produkten und den Unternehmen dahinter, die Bekanntheit zu steigern.

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