Waschmittel selber machen – aus Kastanien

Waschmittel selber machen aus Kastanien
Foto: Utopia/vs

Der Herbst ist da und die Kastanien fallen von den Bäumen. Die heimischen Rosskastanien sind nicht nur zum Basteln geeignet, sie können auch unsere Wäsche sauber machen. Utopia zeigt, wie man Waschmittel aus Kastanien selber macht. 

Selbstversorgung und Selbermachen sind längst mehr als ein Trend, viele Menschen wollen wieder selbst werkeln, kochen, backen und upcyceln. Waschmittel aus Kastanien herzustellen klingt zunächst etwas aufwändig, ist es aber nicht.

Was macht die Kastanie zum Waschmittelersatz? Die in ihr enthaltenen Saponine (lat. sapo = Seife) machen die braunen Früchte der heimischen Rosskastanie zu einer umweltfreundlichen und dazu noch günstigen Waschmittelalternative.

Kastanien-Waschmittel ist übrigens nur eins von 15 Dingen, die du ganz einfach selber machen kannst.

Anleitung: Waschmittel selber machen

  • Sammle ungefähr 8-10 Kastanien und wasche sie vorsichtshalber vom möglichen Straßendreck rein.
  • Hacke sie mit einem Messer klein. Positioniere die Kastanien dabei so, dass die helle Einkerbung unten liegt, diese Stelle ist nämlich besonders hart.
  • Lege die kleinen Kastanienstücke am besten über Nacht oder für mindestens zwei Stunden in ein Glas mit Wasser, bis die Flüssigkeit milchig wird. Durch das Einweichen lösen sich die in der Kastanie enthaltenen Saponine.
  • Gieße nach der Einweichzeit das milchige, schaumige Wasser ab – fertig ist dein selbstgemachtes Waschmittel!
  • Gib es nun wie gewohnt in das Spülfach deiner Waschmaschine und starte den gewünschten Waschgang.
  • Lasse das selbst gemachte Waschmittel nicht länger als zwei Tage stehen, weil es sonst unangenehm riechen kann.

Fazit: Die Herstellung des selbst gemachten Waschmittels aus Kastanien ist sehr simpel, man braucht nur die braunen Früchte der Kastanie, ein großes Messer und etwas Muskelkraft. Unsere Wäsche war nur leicht verschmutzt und machte nach dem 30 °C Waschgang einen sauberen Eindruck. Außerdem roch sie angenehm frisch, ohne einen aufdringlichen Duft zu verströmen, wie es oft bei herkömmlichen Waschmitteln der Fall ist. Ob das Kastanienwaschmittel auch für stark verschmutzte Wäsche geeignet ist, müssen wir noch herausfinden. Habt ihr Erfahrungen mit Kastanien-Waschmittel? Schriebt uns einen Artikel-Kommentar!

Die Autorinnen von „Besser leben ohne Plastik“ empfehlen, kochendes Wasser für die Einwirkzeit zu nehmen und das entstandene Kastanienwasser noch mit 3 EL Soda zu vermischen, bevor es in die Waschmaschine kommt. Die soll die Waschkraft des Öko-Waschmittels verstärken. Probier es aus!

Waschmittel aus Seife und Soda selber machen

Wer keine Kastanien findet oder einfach ein anderes Rezept ausprobieren will, der kann Waschmittel auch aus Seife und Soda selber machen. Dazu benötigst du Kernseife, Gallseife, Waschsoda, Zitronensäure, ätherisches Öl und Wasser. Eine detaillierte Anleitung haben wir in unserem Artikel „DIY: Waschmittel selber machen“ zusammengestellt.

Nachtrag: In größeren Mengen sind die in den Kastanien enthaltenen Saponine giftig für Fische. Saponine wirken ähnlich wie Tenside und diese können ab einer „bestimmten Konzentration toxisch für Wasserorganismen wirken“ schreibt das Bayerische Landesamt für Umwelt (pdf). Da hierzulande jedoch im Vergleich relativ wenige Menschen mit Kastanien waschen, dürfte die Menge Saponine, die dadurch in die Umwelt gelangt, noch als unbedenklich gelten – zumal Kläranlagen laut Umweltämtern auch diese Stoffe entfernen. Wenn das Waschen mit Kastanien jedoch zum Trend werden sollte, wären Untersuchungen über die Auswirkungen auf die Umwelt wünschenswert.

Mehr zum Thema Selbermachen:

Weiterlesen auf Utopia.de:

Schlagwörter: , , , , ,

(14) Kommentare

  1. Ich benutze seit einen jahr fast ausschließlich Kastanienwaschmittel. Nur für weiße Wäsche ist es nicht geeignet, da es flecken hinterlässt. Ich gebe als weichspülerersatz und zur Maschinenpflege immer noch etwas Zitronensäure in die maschine, das wirkt auch bleichend. Soda neutralisiert Gerüche z.b. bei erbrochenem.

  2. Waschmittel selber machen war bei mir keine so tolle Idee. Erstmal die Arbeit, aber OK, ist ne Sache von einer halben Stunde. Waschmittel setzt sich dann ab, also oben Seife, unten Wasser. Sieht nicht schön aus, aber paar mal Schütteln vor dem Waschen ist noch vertretbar. Was mich störte war die recht hohe Dosierung von 120ml pro Wäsche, so ich es mal irgendwo gelesen habe. Meine Frau fand dann, das die Wäsche nicht gut riechen würde, also eher neutral bis nix oder ein langweiliger Geruch. Habe jedoch brav Alleposeife und Bio-Lavendelöl verwendet.
    Da kommen wir schon zum letzten Kritikpunkt: Es ist, wie ich finde, mitnichten günstiger. Mit dem Ökowaschmittel vom dm fahre ich besser: weniger Dosierung, besserer Duft und günstiger.

  3. Ich wasche seit 2 Jahren mit Kastanien. Bei 30 und 60 Grad. Ein Esslöffel Soda hilft, damit die Wäsche nicht steinhart wird und verstärkt die Waschwirkung. Auch ich habe festgestellt, daß bei weißer Wäsche gelbliche Flecken entstehen können. Deshalb wasch ich nur dunkle Wäsche damit. Zum letzten Spülgang mach ich noch ein paar Tropfen Lavandin dazu für den guten Geruch u. gegen Kleidermotten. Außerdem hilft es, daß die Wäsche nicht sauer wird, d.h. es wirkt antibakteriell.
    Ich ernte die Kastanien im Herbst, dann viertel ich die Kastanien, bevor sie ganz trocken sind (sonst werden sie zu hart) und lasse sie erst dann trocken. Geviertelt und getrocknet lassen sie sich gut aufbewahren und einfach dosieren. Ich nehm pro Waschgang fünf Kastanien. Ich weiche sie über Nacht ein und gieße das Einweichwasser durch ein Sieb in eine Dosierkugel und tu die restlichen Kastanien in einen dichten, abgeschnittenen Seidenstrumpf, mach 2 Knoten rein (mit nur einem ist mir das ganze schon aufgegangen – schöne Sauerei) und wasch Kastanien auch mit.
    Bin total zufrieden mit der Methode. Die Reste würden auf den Kompost wandern, wenn ich einen hätte.

  4. Hab es selbst noch nicht ausprobiert aber viel nachgelesen ( einfach bei google eingeben) . Einige Leute zerkleinern die Kastanien wohl nur , trocknen sie und geben sie dann bei bedarf in ein wäschenetz . Soll auch funktionieren. Das mit den Flecken löst man wohl wenn man die Kastanien halbiert und schält. Ausserdem soll man 2 Schnapsgläser Essig in die Weichspülkammer geben gegen Geruch und damit die Wäsche weicher wird. Werde nächste Woche Kastanien sammeln und es probieren.

  5. Ich tue die trockenen kastanien immer in eine alte socke und haue sie mit dem hammer klein. Für helle Wäsche verwende ich ein selbst gemachtes öko Waschpulver von smarticular.

  6. Mein letzter Wissensstand war, dass die Saponine der Kastanien toxisch für Fische sind und im Klärwerk nur schwer rauszubekommen sind. Daher sollte auf diese Art von Waschmittel verzichtet und lieber auf herkömmliche Waschnüsse zurück gegriffen werden. Die kann man auch selbst in eihem Säckchen in der Waschmaschine mitwachsen lassen und sind sogar mehrere Waschgänge hintereinander verwendbar. Für mich hat das auch nix mit DIY oder Umweltschutz zu tun, wenn dadurch Fische Hoppe gehen, sondern eher was mit Geiz die paar Euro für die Waschnüsse zu berappen. Sorry – das ist der erste Artikel hier, den ich schlichtweg zu undifferenziert recherchiert finde. Ich bin da von Utopia besseres gewohnt.

    • Danke für den Hinweis bzgl. der möglichen Giftigkeit von Saponinen. Ich habe nun ein Jahr Kastanien verwendet und hätte eine solche Problematik nicht erwartet. Aber entschuldige bitte, undifferenziert ist der Artikel dadurch noch nicht. Das Thema ist wahrscheinlich schlicht noch zu wenig bekannt (oder in Deutschland nicht akut genug) und wurde daher hier nicht behandelt. Ich nehme nicht an, dass diese Information unterschlagen werden sollte.

      Dazu kommt, dass doch auch die Waschkraft der Waschnüsse auf Saponinen basiert. Ist also nicht automatisch eine Verbesserung gegenüber Kastanien. Es sei denn, die Zusammensetzung ist aus irgendeinem Grund weniger kritisch einzuorden.
      Allerdings wird über die Nüsse schon länger kritisch berichtet, dass die erhöhte Nachfrage die Preise in den Ursprungsländern erhöht hat. Weshalb die Menschen dort sie sich häufig nicht mehr leisten können sollen.

      Übrigens können auch die Kastanien im Stoffbeutel mehrfach verwendet werden. Ich habe sie bisher bis zu dreimal genutzt.

      Geiz ist es doch nun wirklich nicht, wenn man das verwenden möchte, was lokal ausreichend verfügbar ist und keinen zusätzlichen Transportaufwand generiert. Es gibt nunmal Dinge, die sind umsonst verfügbar und das ist doch auch völlig ok.
      Falls dadurch ein Fischesterben ausgelöst werden kann oder sollte, dann ist es in diesem Fall sicher mehr als überdenkenswert; aber ob aktuell so viele Menschen in Deutschland derartige Saponine verwenden, dass die Gewässer bedenklich belastet werden? – Ich frage demnächst bei den örtlichen Wasserwerken nach, ob dazu irgendwelche Erkenntnisse vorhanden sind und ob von der Verwendung von Kastanien abgeraten wird.

    • Die Warnung vor Kastanien habe ich auch schon gelesen.
      Bei Waschnüssen ist es leider so, daß der Hype bei uns dazu führt, daß die Leute vor Ort sich ihr Waschmittel nicht mehr leisten können…
      Was Du ein paar Euros nennst, ist für die Menschen im Herkunftsland unbezahlbar.
      Das ist also auch nicht das Gelbe vom Ei.
      Wurde hier schon mal diskutiert (mit weiterführenden Links):
      https://utopia.de/0/gutefragen/fragen/oekologisches-schwarzwaschmittel

    • Das Saponine für Fische toxisch sind, liegt daran, dass sie die Oberflächenspannung des Wassers verringern, das widerrum ermöglicht es dem Wasser die Fasern der Wäsche dirket zu erreichen – da wo der Schmutz liegt.

      Das habe ich hier gelesen.
      https://www.uni-ulm.de/fileadmin/website_uni_ulm/nawi.inst.240/nutzpflanzen2012/andreas_maurer_2012.pdf

      Aber auch konventionelle Waschmittel verringern die Oberflächenspannung des Wassers.
      https://de.wikipedia.org/wiki/Tenside

  7. Hm, aber geht dieser Stoff nicht ohnehin ins Trinkwasser? Immerhin fallen die Kastanien vom Baum, werden kaputt getreten oder zerspringen, und mit dem Regenwasser werden sie ausgewaschen, viele liegen in Pfützen. Was ist dann mit dem Saponin?

    • Das ist natürlich schon eine berechtigte Frage, wo da der Unterschied ist.
      Es ging ja nicht um Trinkwassergefährdung, sondern um evt. Fischgefährdung – oder habe ich was überlesen?
      Ich denke, wenn die Kastanien runter fallen, werden sie viel stärker von Mikroben zersetzt und die Saponine abgebaut, bevor sie in die Flüsse gelangen, als wenn sie direkt über die Waschmaschine in die Kanalisation gelangen.
      Vielleicht wird auch mehr ausgewaschen bei den höheren Temperaturen.
      Das wäre eine interessante Frage an wirkliche Fachleute.

  8. Ein der Natur freundliches Waschmittel ist schön und gut, jedoch nicht immer eine allen passende Antwort. Da ich auf sehr vielen Waschmittel allergisch reagiere, würde zuhause beschlossen, selber eins zu machen. Mit gallseife, kernseife und waschsoda würde bei uns den ganzen tag gekocht und abgefüllt, um am Ende festzustellen, das ich auch von diesen zutaten Ausschlag bekomme.. Mit Kastanien muss es noch ausprobiert werden, doch was macht man dann mit der weißen Wäsche?

    Ich bleibe bei besseren dossierung und bei Waschmittel von DM oder Frosch. Es ist nicht preiswerter auf ersten Blick, spart jedoch Zeit, den man andere für was schöneres nutzen kann. Für Kastanien sammeln zum Beispiel. ?

  9. Ich wasche seit ca 2 Jahren mit Kastanien und bin sehr zufrieden. Ich lasse sie trocknen und scheide sie klein. Dann kommt die Menge von ca 5 Kastanien in einen Beutel mit zur Wäsche. Eingeweicht werden die Kastanien nicht, bin eher der Spontanwascher. Bei weißer Wäsche mache ich die dunkle Schale ab und gebe Essig als Weichspüler zu. Flecken bearbeite ich mit Soda und Gallseife. Für einen anderen Geruch gibt es ätherische Öle.

Kommentar schreiben

0/2500

* Pflichtfelder

** Links zu Bezugsquellen sind teilweise Affiliate-Links: Wenn ihr hier kauft, unterstützt ihr aktiv Utopia.de, denn wir erhalten dann einen kleinen Teil vom Verkaufserlös.