Overtourism in Amsterdam: Wie die Stadt das Problem lösen möchte

overtourism
Foto: CC0 / Pixabay / Monlaw

Der Wegfall von Tourist:innen durch Corona ist für viele Urlaubsorte ein Problem – doch das Gegenteil namens Overtourism auch. Das beliebte Reiseziel Amsterdam will nun Maßnahmen gegen den nach Corona wieder zu erwartenden Tourist:innenansturm in die Wege leiten.   

Overtourism beziehungsweise Massentourismus kann zu vielfältigen Problemen wie Lärmbelastung und Umweltverschmutzung durch Müll führen. In Städten kommt oft dazu, dass durch die zahlreichen Ferienwohnungen und Hotels der Wohnraum für die eigentlichen Einwohner:innen knapp und teuer wird. Die Corona-bedingten Reisebeschränkungen haben den betroffenen Urlaubszielen eine Pause verschafft und die Gelegenheit darüber nachzudenken, wie sich der Tourismus in Zukunft auf ein erträgliches Maß begrenzen lässt.

So will Amsterdam Overtourism vermeiden

Vor allem am Party-Tourismus stören sich in Amsterdam viele Anwohner:innen.
Vor allem am Party-Tourismus stören sich in Amsterdam viele Anwohner:innen. (Foto: CC0 / Pixabay / PublicDomainPictures)

Amsterdam hat bereits im vergangenen Herbst gemeinsam mit Anwohner:innen und der Tourismusbranche einen Katalog mit 88 Maßnahmen namens „Stad in Balans“ erarbeitet. Dieser sieht unter anderem vor, dass sich Tourist:innen in Zukunft weniger auf das Stadtzentrum konzentrieren, sondern mehr über die Stadt verteilen sollen. Zudem will Amsterdam Vergehen von Besucher:innen zukünftig stärker ahnden und die Lebensqualität der Anwohner:innen durch Subventionen erhöhen. Weitere Ideen sind höhere Gebühren für Billigflieger, Gebühren für Tagestouristen und Qualitätssiegel für nachhaltigen Tourismus.

Kürzlich hat die Stadt darüber hinaus in der Verordnung „Toerisme in Balans“ erstmals eine Obergrenze für touristische Übernachtungen festgelegt. Die Verordnung geht zurück auf eine Petition aus dem vergangenen Jahr, die etwa 30.000 Einwohner:innen unterschrieben hatten. Zukünftig soll die Zahl der jährlichen Übernachtungen in Amsterdam zwischen zehn und 20 Millionen liegen – vor Corona waren es etwa 22 Millionen Übernachtungen pro Jahr. Wenn sich die Anzahl der Übernachtungen in Zukunft der oberen oder unteren Grenze nähert, sollen Maßnahmen in die Wege geleitet werden, um gegenzusteuern. Darüber hinaus will die Stadt auch die Anzahl der Tagestourist:innen und die Lebensqualität in den Stadtteilen besser im Blick behalten.

Ob die Maßnahmen wirksam sind, wird sich zeigen. Kritik kommt bereits aus der Hotelbranche. Unter anderem fürchtet diese die mögliche Einführung einer Touristensteuer. Diese würde dazu führen, dass die Menschen außerhalb übernachteten und nur tagsüber in die Stadt kämen.

Die Verordnung könnte zumindest ein Umdenken in der Tourismusbranche und eine Abkehr von immer mehr und immer billigerem zu einem nachhaltigeren Tourismus unterstützen.

Weiterlesen auf Utopia.de:

** Links zu Bezugsquellen sind teilweise Affiliate-Links: Wenn ihr hier kauft, unterstützt ihr aktiv Utopia.de, denn wir erhalten dann einen kleinen Teil vom Verkaufserlös.

Gefällt dir dieser Beitrag?

Vielen Dank für deine Stimme!

Schlagwörter: