Seitan: So gesund und vielseitig ist der vegane Fleischersatz

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Seitan ist eines der beliebtesten Fleischersatzprodukte – übrigens nicht nur bei Veganern. Hier erfährst du, wie gesund er wirklich ist und bekommst einfache Rezepte zum Selbermachen.

Nicht nur Veganer und Vegetarier sind begeistert von Seitan – auch Rheumapatienten oder Leute mit erhöhten Cholesterinwerten freuen sich über die Fleischalternative aus Weizen. Wen die Lust auf Fleisch packt, der ist bei Seitan genau richtig, nicht zuletzt wegen seiner fleischartigen Konsistenz. Aber wie gesund ist das „Weizenfleisch“ eigentlich? Und wie lässt es sich in Rezepten kombinieren?

Schnell zu den Abschnitten:

Was ist Seitan und wo kommt er her?

Seitan, auch „Weizenfleisch“ genannt, besteht aus Weizeneiweiß (Gluten). Dabei handelt es sich um das wasserunlösliche Klebereiweiß des Weizenmehls. Seine Ursprünge hat der Fleischersatz in der japanisch-chinesischen Zen-Tradition: Er wurde von vegetarisch lebenden Mönchen erfunden und gerne gegessen. Es gibt übrigens bis heute eine vor allem in Japan verbreitete Abwandlung des „klassischen“ Seitan – genannt Fu. Hierfür wird dieser getrocknet und dann vor der Zubereitung eingeweicht, bis er seine ursprüngliche Konsistenz wieder erlangt.

Der vegane Fleischersatz Seitan macht vielfältige Speisen möglich, hier Vegankebab Gyros von Wheaty
Der vegane Fleischersatz macht vielfältige Speisen möglich, hier Vegankebab Gyros von Wheaty (Foto © Wheaty)

Das „Weizenfleisch“ gewinnt als Fleischersatzprodukt zunehmend an Popularität – es sind längst nicht mehr nur verschiedene Tofu-Varianten, die man im Kühlregal findet, sondern auch immer mehr Seitan-Produkte. Die Bandbreite reicht von „Natur“ über Produkte wie vegane Würste, Aufschnitt oder Burger bis hin zu Braten und Schnitzel. Der vegane Fleischersatz kann gebraten, gebacken, gegrillt, gekocht oder, je nach Form, gleich auf dem Brot gegessen werden.

Insbesondere Neu-Vegetarier oder – Veganer, denen der Verzicht auf Fleisch noch schwer fällt, dürften mit Seitan auf ihre Kosten kommen: Die vegane Fleischalternative aus Weizengluten hat eine bissfeste, fleischähnliche Konsistenz und kann ähnlich vielseitig verwendet werden wie Fleisch. Schaschlikspieße oder Würstchen für den Grill, Salami auf der Pizza oder sogar Entenbrustfilets lassen sich wunderbar durch die vegane Alternative ersetzen.

Wheaty Alm-Knacker aus Seitan, bio und vegan
Wheaty Alm-Knacker aus Seitan, bio und vegan (Foto © Wheaty)

Auch in immer mehr Supermärkten findet man den Fleischersatz. Die Qualität kann jedoch bei billigen, konventionellen Produkten fragwürdig sein – sowie die Herkunft des Weizens. Daher empfehlen wir, pflanzlichen Fleischersatz am besten nur im Bioladen oder Reformhaus des Vertrauens einzukaufen. Viele Vegetarier bestellen ihre Fleischalternativen inzwischen auch in entsprechenden Onlineshops wie Vekoop**.

Wie wird der Fleischersatz hergestellt?

Um Seitan zu gewinnen, wird eine Teigmasse aus Weizen (Mehl) und Wasser hergestellt und dann in Wasser „ausgewaschen“. Dabei wird dem Teig die Stärke entzogen und zurück bleibt nur das zähe, klebrige Weizeneiweiß. Du kannst den Fleischersatz auf diese Weise auch ganz einfach selber machen.

Weizen: Grundlage für Seitan
Seitan wird aus Weizen hergestellt. (Foto: Wheat von oatsy40 unter CC-BY-2.0)

Eine andere, noch einfachere Variante für die eigene Herstellung: Fertiges Glutenpulver mit Wasser zu Rohmasse anrühren. Seine Konsistenz, Farbe und seinen Geschmack bekommt das Ersatzprodukt durch Kochen oder Garen der Rohmasse in einer Marinade. Traditionell ist das eine Mischung aus Sojasauce und verschiedenen Gewürzen – je nach Belieben.

Frisch zubereiteter Seitan hält sich im Kühlschrank etwa eine Woche, wenn er in einem luftdichten Gefäß oder im Kochsud aufbewahrt wird. Übrigens: Das „Weizenfleisch“ kann auch eingefroren und wieder aufgetaut werden.

Seitan-Rezepte: Burger, Schnitzel, Gulasch

Von Currywurst bis Zwiebelkuchen – der Fleischersatz kann sehr vielfältig verwendet und zubereitet werden. Für alle, die jetzt neugierig geworden sind, selbstverständlich aber auch für alle erfahrenen Seitan-Köche, haben wir in dieser Bilderstrecke einige leckere Rezepte gesammelt: von der veganen Currywurst, über Gulasch bis hin zum fleischlosen Schnitzel.

Auch auf Instagram finden sich inzwischen tausende Rezepte und Zubereitungsarten – vom Salat mit Seitan-Streifen bis hin zum leckeren, veganen Burger.

Ist Seitan gesund – trotz Weizen & Gluten?

100 Gramm Seitan enthalten durchschnittlich 25 bis 30 Gramm Eiweiß, um die 2 Gramm Kohlenhydrate und 2 Gramm Fett bei knapp unter 150 Kilokalorien (kcal). Zum Vergleich: Dieselbe Menge Tofu kommt auf 10 bis 15 Gramm Eiweiß, um 2 Gramm Kohlenhydrate und 5 Gramm Fett bei etwa 130 kcal. Damit ist Seitan deutlich reicher an Eiweiß und ärmer an Fett als Tofu.

Bratwürstchen aus Seitan
Bratwürstchen aus Seitan (Foto © Alnatura)

Das „Fleisch aus Weizen“ eignet sich gut für eine gesunde und vollwertige Ernährung oder für Diäten, die auf Gewichtsverlust zielen, denn es hat einen geringen Fettgehalt und ist fast cholesterinfrei. Zwar ist es sehr eiweißreich, allerdings kann das Eiweiß vom menschlichen Körper weniger gut aufgenommen werden als zum Beispiel die Proteine im Tofu. Das kann jedoch durch Würzen mit Sojasauce ausgeglichen werden – da diese sehr lysinreich ist.

Ein großes Minus: Für Menschen mit Gluten-Unverträglichkeit oder Zöliakie ist der vegane Fleischersatz aus Weizengluten logischerweise auf keinen Fall geeignet. Betroffene sollten, ganz im Gegenteil, einen großen Bogen darum machen und bei Bedarf doch lieber zu Tofu oder anderen Fleischalternativen greifen.

Wie wirkt sich der Fleischersatz auf Umwelt und Klima aus?

Seitanbratwurst von Wheaty (bio)
Seitanbratwurst von Wheaty (bio) (Foto © Wheaty)

Eine interessante Studie zum Thema Ökobilanz von Fleischalternativenhat das Sustainable European Research Institute (SERI) im Auftrag des Vegetarierbunds (VeBu) veröffentlicht: Darin hat das Institut die gesamte Produktionskette von Seitan und Tofu hinsichtlich der Faktoren Material-, Land- und Wasserverbrauch sowie CO2-Ausstoß untersucht und mit den entsprechenden Daten der Fleischproduktion verglichen.

Dass in allen Kategorien beide um Längen besser abschneiden als die Fleischprodukte, dürfte niemanden mehr erstaunen. Interessant und überraschend jedoch: Laut der Studie verursacht der auf Weizen basierende Seitan durchschnittlich rund 50% mehr CO2-Emissionen als Sojafleisch und verbraucht circa ein Drittel mehr Fläche. Der Wasserverbrauch ist schwer zu berechnen.

Für den Rohstoff Weizen hat die Vereinigung Deutscher Gewässerschutz errechnet, dass im globalen Durchschnitt ein Kilo 1.826 Liter Wasser verbraucht. Für ein Kilo Soja benötigt man (je nach Quelle) 1.400 bis 1.800 Liter Wasser. Dazu kommt die Weiterverarbeitung dieser Rohstoffe, bei der ebenfalls Wasser verbraucht wird. Zum Vergleich: Ein Kilo Schweinefleisch benötigt knapp 6000 Liter Wasser.

Damit ist Seitan in der Ökobilanz zwar etwas schlechter als Tofu, aber immer noch um ein Vielfaches besser als Fleisch. Wie auch bei Sojaprodukten gilt bei dem Fleischersatzprodukt: Am Besten nur Bio kaufen und darauf achten, dass der Weizen aus Europa stammt, um nicht die fortschreitende Regenwaldzerstörung für den Anbau von Rohstoffen zu unterstützen.

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(74) Kommentare

  1. Bereits vor geraumer Zeit, nachdem ich Seitan aber bereits kannte und auch als Produkt im Bioladen kaufte, erfuhr ich von der Möglichkeit, diesen Fleischersatz in der eigenen Küche herzustellen. Ich sah mir ein paar Videos auf Youtube an, las aber häufig auch von den fragwürdigen gummi- oder schwammartigen Ergebnissen, die gelegentlich zustande gekommen waren. Das alles bremste mich eher aus, als dass es mich beflügelte, an Werk zu gehen.

    Irgendwann bestellte ich mir über den örtliche Buchhandel
    Torsten Mertz‘ (er gehört zur Utopia-Community) kleines ‚Seitan-Kochbuch -Gemüse ist mein Fleisch‘ (ISBN: 978-3-941556-02-7 ) Ich gab mir einen Ruck und wagte den Versuch! Und es klappte nach Torstens Anleitung mit der Seitanherstellung, für meine Begriffe sogar sehr gut!!! Es ist wahrlich kein Hexenwerk, das Seitan-Zubereiten ( vgl. http://www.utopia.de/blog/beitrag/ein-bisschen-wie-brotbacken-oder ) und kann allen Interessierten nur Mut machen, es mal auszuprobieren.

  2. Das Kochbuch von Torsten Mertz, das Dagmar empfohlen hat, kann ich jedem „Neueinsteiger“ in veganes oder vegetarisches Kochen ans Herz legen!
    Es sind sehr gute Rezepte dort aufgezeigt, in Anlehnung an die bekannten Fleischrezepte. Das ermöglicht den Umstieg und läßt „Fleischsehnsüchte“ erst gar nicht mehr aufkommen.
    Lecker, einfach, genial

  3. Heute gab’s bei uns zu Mittag:
    https://utopia.de/0/profile/Dagmar+Kropp/galerien/aus-unserer-kueche-1551?page=210
    (Das Orginal-Rezept (aus dem Seitan-Kochbuch von Torsten Mertz) hab ich zwar etwas abgewandelt, weil ich keine gegarten Kichererbsen vorrätig hatte. Auch die Gewichtsanteile der diversen Zutaten hab‘ ich den in der Küche vorhandenen Vorräten angepasst und die Kichererbsen durch Kidneybohnen ersetzt. Trotz all der Veränderungen hat das Seitan-Curry aber ungemein lecker geschmeckt, uns jedenfalls. Kochbuch-Rezepte betrachte ich eh mehr als Inspirationsquelle denn als sklavisch einzuhaltende Anweisung.

  4. Seit vielen Jahren schüttele ich irritiert meinen Kopf: Vegane Fleischnachbildungen … Ich verstehe das einfach nicht. Läuft da nicht etwas völlig schief, im Denken? Das ist wie Biomineralwasser, obwohl Wasser einfach aus der Leitung kommt – ein Denkdogma. Nichts spricht gegen Tofu und Seitan, aber wieso soll ich daraus Würstchen, Braten oder Puten formen? Spaghetti mit Tomatensauce kann(!) extrem gut schmecken und besteht nur aus Olivenöl, Tomaten, Knoblauch, Chilies, Wein, Salz, Hartweizen und ggf. Gewürzen. Wer wirklich unbedingt Fleisch essen möchte, läßt sich doch nicht mit Nachbildungen befriedigen … Diese Diskussion geht an der Frage vorbei. Sie ist keine Lösung, sondern verstärkt eine unsinnige Struktur. Dauernd höre ich, dass Menschen einmal die Woche vegetarisch essen wollen. Das ist doch nicht normal! Wer vegane Fleischprodukte nachbildet behauptet aber, dass es normal wäre täglich Fleisch zu essen. Seit wievielen Jahren gibt es diese „Normalität“? Seit zehn oder zwanzig Jahren? Viel länger nicht, vermute ich. Statt guten, natürlichen Produkten, die die „gesunde“ Wahrnehmung stärken werden Kunstprodukte gegessen. Bioläden sind voll mit Fertiggerichten!!! Nein, das verstehe ich nicht. Kochen ist nicht schwer, wenn man sich die Zeit nimmt etwas zu lernen, aber sehr lustvoll. Das scheint mir ein besserer Weg zu sein. Es gibt so viele, ganz köstliche Speisen. Die meisten direkt vor unserer Türe. Dafür braucht man auch keine Kochbücher. Eine gute Nase, ein geschulter Gaumen und Freude an Entwicklung reichen völlig aus. Fröhliche Weihnachten! 😉

  5. „Nichts spricht gegen Tofu und Seitan, aber wieso soll ich daraus Würstchen, Braten oder Puten formen“. Weil viele Menschen, die auf fleischlose Ernährung umsteigen, diese Gerichte gewohnt sind und sie eben in dieser Form geren weiterhin essen.

  6. Für Leute, die umsteigen wollen, sind solche fleischlosen Würstchen und co. nicht schlecht und leider werden Vegetarier oft schief angeschaut („Wie du isst kein Fleisch? Wie kann man bloß?“) und damti „trickst“ man dann die Lästermauler aus und schmecken tuts doch auch gut 🙂 Ist halt eine ansprechende Verpackung;-)

  7. Eben Stichwort Verpackung.
    Wenn Saitan selbst gemacht oder verarbeitet wird (z.B. mit den Rezepten in der Galerie von Utopia), dann finde ich das ne gute Sache.

    Wenn es dann 100 verschiedene „Wurst“ und „Fleisch“-Ersatzsorten in unterschiedlicher Verpackung zu kaufen gibt, dann finde ich das nicht toll.
    Da werden dann – zumindest bei konventionellen Produkten – wieder jede Menge Konservierungs- und Geschmacksstoffe zugegeben und es ist ensteht ein denaturiertes Produkt, welches mit einem LEBENS-Mittel nicht mehr viel zu tun hat.

    Und austricksen sollte eigentlich niemand jemanden müssen.
    Jeder nach seiner Fasson…

  8. Seitan fand ich bisher geschmacklich nicht so doll, sehr gut schmeckt dagegen das Vega-Vita (anzurührendes Pulver) aus dem Reformhaus. Details über seine Herstellung sind mir allerdings nicht bekannt.

  9. Genau DAS ist das Problem! Sie be-greifen bzw. durchdringen das Problem nicht, wenn sie Fleisch „ersetzen“. Sie, die Umsteiger, bleiben bei ihrem Glauben, der aus einer anderen Perspektive überhaupt nicht nachvollziehbar ist. Sie „verzichten“ und bleiben immer bei einem Mangelerleben, werden Puritaner die sich geißeln. Dieser Weg funktioniert nicht. Alles bleibt Mode.
    Ausführlicher und amüsanter habe ich das dargestellt in:
    1.) „Wirtschaftsethik in Schule und Universität? – Der Unterschied zwischen Dogmen-Affirmation und Bildung als vitaler Reflexion“, http://pub.wissenschaftstheorie.net/2013-07-01-weinschuleuni.pdf
    2.) „Mündigkeitsbefähigungsbefähigung – Die subversive Kraft des Lehrenden“, http://pub.wissenschaftstheorie.net/2013-11-20-muendigkeitsbefaehigung.pdf

    Viel Freude beim lesen

  10. Das muß ich aber nicht erst lesen, um – so als Fleischesser zwischendurch- mal ein Saitan-Gericht essen zu dürfen, oder?
    „Mündigkeitsbefähigungsbefähigung“ klingt ganz schrecklich nach sich geißeln. 😉

  11. @eitel
    Was genau willst du uns sagen?
    Ich esse ab und zu sehr gerne Seitan und habe keinerlei Gefühl von Mangel oder Verzicht!
    Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich sagen, Seitan, Tempeh oder Tofu haben mir den Einstieg in die vegetarische teilweise vegane Lebensführung an Anfang sehr erleichtert.
    Konnte ich mit den Austauschprodukten in der Anfangsphase den Appetit auf „deftige“ Gerichte mit pflanzlichen Produkten ersetzen. Würstchen und Wurstersatz habe ich nie probiert und brauche das auch nicht, auch keine vegane Entenbrust. Da gibt es mMn leckere Gemüsegerichte, die nichts vermissen lassen, jedenfalls für mich.
    Kochbücher liebe ich, denn sie bringen nicht nur Einblicke in fremde Kochkulturen sondern liefern auch völlig neue Ideen und Perspektiven für kreatives lustvolles Kochen und das bei mir schon seit fast 40 Jahren :-))

  12. Vegetarier und Veganer sind in meinen Augen religiöse Faschisten. Fleischersatz – geht’s noch? Aber dann Gulasch etc. „vegan“ nachkochen. Entweder richtig oder gar nicht. Ich esse auch nicht jeden Tag Fleisch. Eigentlich nur 1-2 mal die Woche, aber dann was gutes, lokales. Ist eben auch ein bisschen teurer. Bzw. ist nicht teurer, sondern normal, aber eben kein billiges Massenprodukt. Und darum geht’s doch. Ich werde mir garantiert keine Pülverchen anrühren und „Ersatzprodukte“ einverleiben. Eigentlich sind die, die Fleischprodukte nachbilden wollen, noch viel kränker als die, die jeden Tag unbedingt auf billiges Fleisch aus Massentierhaltung bestehen. Junkies…

  13. Nun mach mal halblang.
    Ich habe einen ähnlichen Fleischkonsum wie Du und kaufe auch keinen vegetarischen Fleischersatz.
    Aber Begriffe wie religiöse Faschisten und Junkies finde ich dann doch auch etwas abartig…
    Du mußt es ja nicht essen und die Produkte schaden Umwelt und Mensch weniger, als die Massentierhaltung.

  14. Da bin ich mir nicht so sicher, was z.B. den Soja-Anbau anbelangt. Klar, war etwas hart formuliert von mir. Hab leider sehr schlechte Erfahrungen mit Leuten gemacht, die mir vorschreiben wollten, was ich zu essen habe.

  15. Lieber tedric,

    auch in Deutschland (Bodensee-Gegend) und Österreich wird inzwischen Soja angebaut. In Sachen Seitan geht es aber nicht mal um Soja, sondern um Weizen.

  16. Ich lasse mir auch nicht vorschreiben, was ich essen soll.
    Habe ich aber hier auch nicht gelesen.

    Soja-Produkte gibts ja inzwischen auch aus heimischem Anbau.
    Und wir Fleischesser sollten besser den Mund halten, was Sojaanbau angeht.
    Auch wenn das Tier, das ich esse, in der Regel kein Soja erhalten hat.

  17. Das ist hart an der Grenze, was sie da von sich geben, tedric, passt aber zu einigen Kommentaren auf ihrem Profil.

    Nicht mehr Pupsen, wegen CO2 schreiben sie. Auch geistiges Pupsen, in ihrem Sinn, schadet der Umwelt, meiner jedenfalls..

  18. Das mit dem Pupsen war eher scherzhaft gedacht. Das ist ja auch so ein Kritikpunkt, dass man das Ganze auch mal ein bisschen lockerer sehen kann. Ich will mir von meinem Gegenüber nicht mehr sagen lassen „ist ja ekelhaft“, wenn ich ein Steak esse. So geschehen. Ein Vegetarierer, der sich moralisch darüber fühlte. Da ist dann für mich eine Grenze überschritten. Ich töte übrigens auch Tiere und esse sie danach. Waidgerecht.

  19. Lieber tedric,

    dass irgendjemand ein Steak ekelhaft findet, kannst Du nicht ändern, denn die Sache mit dem Ekel ist individuell sehr verschieden gelagert. Das müssen wir schon jedem selbst überlassen, was er beim Anblick bestimmter Dinge oder Speisen empfindet. Ob das besonders nett oder feinfühlig ist, Dir vom Ekel zu berichten, während Du Dein Steak, sorry, ein Steak isst, ist eine andere Frage, eine Frage des Taktes. Für Dich war bei der Bemerkung „ist ja ekelhaft“ eine Grenze überschritten, für mich wäre eine solche Handgreiflichkeit, von der Du berichtet hast, eine absolut inakzeptable und nur schwer je wiedergutzumachende Grenzüberschreitung, wäre Deine Tätlichkeit mir widerfahren.

    Friedfertige Feiertage wünscht Dir
    Dagmar SamtNierchen

  20. Ich finde es extrem kurzsichtig und unreflektiert wenn man sowas sagt. Schonmal darüber nachgedacht, dass einem eigentlich nur die Spinner auffallen? Wie kann dir ein Veganer auffallen, der es nicht in die Welt hinaus posaunt, der nicht jedem vorschreibt was er zu essen hat und höchstens seine Meinung sagt, wenn er dazu befragt wird. Dieser wird sich wahrscheinlich sogar recht gemäßigt zum Thema äußern. Und schonmal von selektiver Wahrnehmung gehört? Auch wenn Tofu und Seitan als Fleischersatz propagiert wird, sind es eigenständige Produkte. Diese darf man sogar essen, wenn man Fleisch ist. Ich bin von beidem begeistert, obwohl ich nicht nein zu einem guten Steak sagen würde. Wenn ich kein gutes Gehacktes für Tomatensoße zu Nudeln bekomme, nehme ich auch schonmal extrem klein gehackte Karotten. Ich käme aber nie auf die Idee, die Karotte jetzt als Fleischersatz zu deklarieren. Tofu unf Seitan werden nur als Fleischersatz durch die Medien getreten, damit man es den Menschen besser erklären kann. Der Mensch braucht nunmal kategorien in denen er Denken kann. Ohne würden die Menschen einfach nicht wissen was sie mit dem Tofu und Seitan anfangen können. Ich sehe beides nicht als Ersatzprodukt. Das wird denen einfach nicht gerecht. Man kann schon eher sagen, wer sowas wie du schreibst ist ein religiöser, faschistischer Fleischesser. Auch wenn ich Bratwurs, >gute< Hamburger, Schnitzel, Rouladen, Steak und leckere Filets sehr, sehr zu schätzen weiß, möchte ich mit dir nicht in einen Topf geschmissen werden. Da ich mein Fleisch von einem Versuchsbauernhof einer Universität bekomme, muss ich mein Fleisch immer Vorbestellen und es wird immer erst geschlachtet, wenn das ganze Tier "verkauft" ist. Das dauert manchmal ein bisschen. Ernähre mich gezwungener Maßen recht vegetarisch und weiß also wovon ich rede. Wer Tofu und Seitan nur als Fleischersatz verwendet, hat keine Ahnung von den Produkten. Es geht weitaus mehr.

  21. Lieber tedric,
    kennst Du so viele Vegetarier und auch jede Menge Veganer persönlich, dass Du die Verallgemeinerung „Vegetarier und Veganer sind in meinen Augen religiöse Faschisten.“ aussprechen zu müssen oder zu können meinst? Obgleich ich mich selbst seit mehr als einem Vierteljahrhundert vegetarisch ernähre, kenne ich nur relativ wenige Vegetarier persönlich. Ich kenne aber sehr, sehr viele Personen, die das Fleischessen eindeutig bevorzugen und dennoch würde ich allenfalls den einen oder anderen darunter das Ernährungsthema betreffend als ignorant betrachten, schon gar nicht würde ich mir die Bemerkung erlauben, Fleischesser seien… was weiß ich.

  22. Lieber tedric, Du fühltest Dich von Deinem Bruder bedrängt und wusstest Dich nicht anders zur Wehr zu setzen, als ihm eine zu klatschen?
    Dass Dich solches Bedrängtfühlen negativ stimmte, kann ich nachvollziehen, dennoch wäre es vielleicht fair, nicht von diesem einen Fall auf d i e Vegetarier und/oder d i e Veganer zu schließen.

  23. Lieber tedric, der eine scheint Dir vorschreiben ge w o l l t zu haben, was Du zu essen habest, Du hingegen hast ihm de f a c t o eine geklatscht für das, was Du als Unfug bezeichnetest. Dann war Ruhe, wie Du lächelnd oder grinsend bemerkst. Du hast ihm quasi das Mundhalten vorgeschrieben. Ich kann nicht so recht verstehen, weshalb Du Dich über sein Verhalten im Vergleich zu Deinem beklagst.

  24. Der, der am lautesten schreit, weil er irgendeiner Mode hinterherläuft, hat halt nicht immer recht. Es ist gerade sehr modern, vegetarisch oder gar vegan daher zu kommen. Es wird aber – und jetzt will ich nicht wieder verallgemeinern – oft nicht berücksichtigt, ob durch den Anbau spezieller Produkte anderer Schaden entsteht. Monokulturen etc. Parallel wird aber der Fleischkonsum per se verteufelt.

  25. Lieber Tedric, wer verteufelt denn hier (wen)? Da Du selbst doch schon entschieden hast, nur 1 bis 2 x pro Woche Fleisch zu essen, tust Du doch bereits etwas für Deine Gesundheit, gegen Massentierhaltung, für die Umwelt, fürs Klima.
    Keiner verlangt hier, dass irgendwer d i e oder jene klima- und tierfreundliche Ernährungsform in Reinkultur einhält; aber ist es denn nicht anstrebens- oder begrüßenswert, ein Teil der Lösung eines Problems zu sein, statt das Problem an sich noch zu erweitern, zu verschärfen??

    Du betrachtest den Vegetarismus als eine Mode? Da solltest Du Dich mal im weltweiten Netz kundig machen. Aber Du meinst vermutlich, dass sich inzwischen weit mehr Menschen als früher darüber Gedanken machen, dass es durchaus Sinn mache, den Fleischkonsum zu reduzieren, einen Weg einzuschlagen, auf dem ja auch Du Dich zu bewegen scheinst.